KVP – eine Frage der Fähigkeit

Fähigkeit

Unternehmen, ihre Mitarbeiter und Führungs­kräfte sollten in meinen Augen grund­sätz­lich und gemeinsam danach streben, die drei Fähigkeiten zu entwickeln. In der Folge müssen sich alle Betei­ligten dann keine Sorgen mehr über die Zukunft manchen – unter einer weiteren Voraus­setzung.

Man kann sogar noch etwas weiter­gehen und die Unter­nehmens­grenzen hinter sich lassen und die drei Fähig­keiten auf die Gesell­schaft und die menschliche Spezie generell ausdehnen (und da will ich auch keine Grenzen bzgl. Ländern, Nationa­litäten oder sonst irgendwas ziehen).

Um welche Fähigkeiten geht’s also?

Fähigkeit zur routi­nierten Leistungs­erbringung

Die Leistungserbringung ist sicherlich der Faktor, der den Unter­nehmens­erfolg am direk­testen bestimmt. Hier geht es sowohl um die Effek­tivität (also die Leistungen anbieten, die von den Kunden auch in Anspruch genommen werden) als auch um die Effizienz (also mit möglichst geringem Ressourcen­verbrauch). Bei der Effizienz geht es bei Betrach­tung durch die Kunden­brille vorallem um die Fluss­effizienz, also letzten Endes um die Durch­laufzeit (wenn man diese Zeit auch als Ressource – des Kunden – betrachtet, ist das kein Wider­spruch zum Ressourcen­verbrauch).

Da sich das Umfeld eines Unter­nehmens stetig verändert und weiter­entwickelt, darf auch das Unter­nehmen selbst diese Verände­rungen nicht ignorieren, sondern muss die Auswir­kungen überprüfen, Entschei­dungen treffen, Maßnahmen definieren, umsetzen und verfolgen.

Die Routine bezieht sich vorallem auf die zugrunde­liegenden Prozesse. Arbeits­standards sind dazu das Mittel der Wahl und die Basis für Verbesse­rungen entspre­chend der erkannten Notwen­digkeit zur Veränderung.

Fähigkeit des routinierten Lernens

Ein wichtiger Teil im Umgang mit den Verände­rungen zum Besseren ist auch der Erwerb von neuem Wissen durch Lernen. Dabei handelt es sowohl um eine Grund­lage als auch um eine Folge. Die Grund­lage besteht in der Lern­bereit­schaft (lebenslanges Lernen), der Bereit­schaft dieses Wissen weiter­zugeben und der Bereit­schaft auch Fehler zu akzeptieren. Letzt­lich kann neues Wissen nur durch Fehler entstehen. Durch die Fehler entsteht dann in der Folge auch wieder neues Wissen durch Lern­effekte. Damit wird erkennbar, dass es sich um einen nicht endenden Kreis­lauf handelt, wie er auch im PDCA-Zyklus bzw. Demming-Kreis des Kaizen zum Ausdruck kommt.

„Man muss nicht nur mehr Ideen haben als andere, sondern auch die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden, welche dieser Ideen gut sind..“

– Linus Pauling

Auch dabei ist die Routine ein entschei­dender Aspekt. Diese Routine kommt kommt in der Verbes­serungs-Kata und der zugrunde­liegenden Coaching-Kata zum Ausdruck und basiert letzt­lich auf dem Job-Methods-Modul des TWI-Programs (Training Within Industry). Die Fähigkeit des routinierten Lernens ist dann auch die Basis für die dritte Fähigkeit.

Fähigkeit zur evolutionären Entwicklung

Hier könnte man auf den ersten Blick ein­wenden, dass diese Fähigkeit doch schon vor­handen ist – was dadurch dargestellt werden kann, dass der Mensch sich ja aus der Einzel­zeller der Ursuppe in grauer Vorzeit zu dem entwickelt hat, was er heute ist.

Mir geht es allerdings um eine bewusst gesteuerte Entwick­lung, die nicht bloß dem evolu­tionären Zufall eines Darwi­nismus entspringt. Letztlich ist diese Fähigkeit, die Fähigkeit bewusst Fähig­keiten zu ent­wickeln. Das ist letztlich das, was uns von Tieren und (aus heutiger Sicht) von Maschinen unter­scheidet.

Bei dieser Fähigkeit kann man also von einer Meta-Fähigkeit sprechen (vergleich­bar zum Meta-Modell der Sprache, einem Modell über das Modell Sprache).

Zum Abschluss will ich noch auf die eingangs genannte Voraus­setzung zurück­kommen, die neben drei Fähig­keiten auch eine Grundlage des Erfolgs ist. Im Grunde handelt es sich aber nur um die Folge dessen, was durch die drei Fähig­keiten entsteht, wenn diese voll­ständig auf diese Voraus­setzung abge­bildet werden. Die erbrachte Leistung muss von den Kunden angenommen werden, d.h. ihnen einen akzep­tierten Nutzen bieten (in den Augen der Kunden).

Frage: Welche Ausprägung der genannten Fähig­keiten besitzt Ihr Unter­nehmen schon? Wo ist noch Entwick­lung notwendig? Wie kann diese initiiert werden?

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