KVP – eine Frage des Optimums

Optimum

Eine Diskussion, die im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess immer wieder mal auftritt, dreht sich um Perfektion vs. Optimum. Das Streben nach Perfektion ist ein elementarer Bestandteil des KVP, nicht zuletzt das Null-Fehler-Streben.

Gleichzeitig gibt es immer wieder Stimmen (im betrieblichen Kontext aber auch außerhalb), die Perfektion und das Streben danach verwerfen, um nicht zu sagen, verdammen.

Da lohnt es sich in meinen Augen schon, über die damit verbundenen Aspekte nachzudenken.

In diesem Artikel will ich zwischen Streben nach und Umsetzen (eines Zustands) differenzieren.

Streben nach Perfektion

Wie ich möglicherweise schon mal geschrieben habe, ist es in der Regel relativ schnell klar, ob eine bestimmte Sache sinnvoll ist, wenn man die Aussage umkehrt und dann prüft, ob diese Aussage sinnvoll(er) ist.

Es mag zwar nicht klar sein, was der perfekte Zustand ist bzw. wie er aussieht. Wie dagegen ein unperfekter Zustand dürfte ziemlich klar sein, weil ein Zustand ja nur dann unperfekt sein kann, wenn man einen Zustand kennt, der „perfekter“ bzw. auch nur besser ist.

Damit wird in meinen Augen auch klar, dass es ziemlich sinnlos ist, nach einem Zustand zu streben, von dem man weiß, dass er unperfekt ist.

Mit diesem Gedankengang wird dann klar, dass es im Umkehrschluss bzw. in der Ausgangsüberlegung nur sinnvoll ist, nach Perfektion zu streben.

„Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer richten wir unseren Kurs nach ihnen.“

– Karl Schnurz

Das heißt natürlich nicht, dass Fehler auf dem Weg zur Perfektion völlig verdammt werden. Wie schon mehrfach betont, sind Fehler auf dem Weg notwendig, weil ohne Fehler kein neues Wissen entstehen kann. Das heißt aber natürlich trotzdem nicht, dass aktiv Fehler gemacht werden (sollen). In diesem Fall würde ich ja wiederum ebenfalls schon vorher wissen, dass es sich bei dem Fehler um einen solchen. Dann macht es natürlich keinen Sinn, diesen bekannten Fehler zu machen.

Umsetzen des Optimums

Das Optimum befindet sich in meinem Modell unterhalb der Perfektion und stellt das aktuell maximal erreichbare dar, wenn man gleichzeitig in einer konkreten Aktivität eine Verbesserung realisiert.

Bei der Umsetzung darf es auch nicht darum gehen, eine Verbesserung nicht zu realisieren, nur weil man weiß, dass es noch nicht das Optimum oder das perfekte Ergebnis darstellt.

Beiden Fällen gemeinsam, wie auch normalen Aktivitäten in Prozessen, geht es darum, dass man sich ja nicht nicht verhalten kann (auch keine Aktivität hat Auswirkungen, nämlich die Beibehaltung des Status Quo). Wenn eine Sache es also Wert ist, dass es getan wird, kann man es auch gleich gut bzw. richtig machen, auch wenn es keinen Spaß macht.

Dazu gehören auch regelmäßige KVP-Runden, ggf. im Rahmen von Team-Besprechungen, bei denen Darüber nachgedacht wird, wo noch Potenzial drinsteckt und was verbessert werden. Beides sollte nicht nur getan werden, damit es erledigt ist. Führungskräfte sollten sich ihrer Vorbildfunktion dabei bewusst sein.

Frage: Welche Bedeutung haben Perfektion und Optimum in Ihrem Unternehmen? Woran richten Sie Ihre Aktivitäten aus? Welche Ergebnisse ergeben sich daraus?

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