Kaizen 2 go – Podcast-Episoden 2015

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Kaizen 2 go ist ein Podcast von Götz Müller über Lean Management und die kontinuierliche Verbesserung von Geschäftsprozessen. Diese Seite listet alle 27 Episoden des Jahres 2015 mit strukturierten Metadaten.

Kaizen 2 go Episoden 2015: Übersicht

Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller, GeeMco – Götz Müller Consulting, Weissach im Tal
Jahr
2015
Episodenanzahl
27
Erste Episode 2015
Episode 1
Letzte Episode 2015
Episode 27
Podcast-URL
geemco.de/kaizen-2-go-podcast/
Verifiziert

Kaizen 2 go Episode 1: Worum geht's hier eigentlich?

Episodennummer
1
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 001 : Worum geht's hier eigentlich?
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-001-worum-gehts-hier-eigentlich/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über die Motivation, Zielsetzung und inhaltliche Ausrichtung seines Podcasts. Zum Auftakt richtet sich Götz Müller an Lean-Interessierte, die in ihren Organisationen eine kontinuierliche Verbesserung von Geschäftsprozessen und Abläufen anstreben. Ziel ist es, Nutzen zu steigern, Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Dabei stehen sowohl Kunden- als auch Mitarbeiterzufriedenheit im Fokus, ebenso wie höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz – unabhängig davon, ob die Arbeit an Maschinen, im Außendienst, im Büro oder in der Chefetage stattfindet. Zu Beginn stellt sich Götz Müller ausführlich vor. Nach seinem Elektrotechnikstudium startete er 1991 als Softwareentwickler in der Telekommunikationsindustrie. Im Laufe der Jahre übernahm er zunehmend Verantwortung in der Leitung von Software- und später auch Produktentwicklungsprojekten. In dieser Zeit arbeitete er eng mit Produktmanagement, Vertrieb und Fertigung zusammen sowie mit Kunden und externen Dienstleistern. 1998 absolvierte er im Rahmen einer Führungskräfteentwicklung eine Ausbildung zum CIP-Moderator für Continuous Improvement Process. Parallel zu seiner Tätigkeit als Systemdesigner und Projektleiter initiierte und begleitete er kontinuierlich Verbesserungsprojekte. Seit 2000 trug er Führungsverantwortung. In seiner Projektarbeit erkannte Götz Müller, dass der Mensch der entscheidende Erfolgsfaktor ist. Deshalb investierte er zwischen 2007 und 2010 in eine Coaching-Ausbildung, die er selbst finanzierte. Ergänzend absolvierte er 2008 eine Six Sigma Black Belt Ausbildung. Seit 2009 ist er als selbstständiger Berater für Prozessoptimierung tätig, vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. Inhaltlich widmet sich der Podcast den zentralen Begriffen Produktivität, Effektivität und Effizienz. Für Götz Müller bedeutet Produktivität in erster Linie das Erreichen gesetzter Ziele. Neben dem klassischen magischen Dreieck aus Leistung, Termin und Kosten betont er insbesondere den Nutzungserfolg für Anwender und Kunden. Effektivität beschreibt für ihn, die richtigen Dinge zu tun, während Effizienz bedeutet, die Dinge richtig zu tun. Der Effektivität räumt er dabei klar Vorrang ein. Der Name des Podcasts entstand aus der Beobachtung, dass Lean häufig als Thema für Großunternehmen angesehen wird. Götz Müller begegnet immer wieder der Haltung, kleine Unternehmen oder Selbstständige bräuchten Lean nicht. Er interpretiert diese Sichtweise oft als Ausdruck von Unsicherheit oder fehlender Vorstellung, welchen konkreten Nutzen Lean bieten kann. Mit dem Podcast möchte er genau hier ansetzen und praxisnahe Impulse geben, die auch in kleinen Strukturen umsetzbar sind. Die Zielgruppe sind Inhaber, Geschäftsführer kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Führungskräfte der zweiten Ebene, etwa Produktionsleiter, kaufmännische Leiter, Vertriebsleiter oder Verantwortliche für KVP, Qualitätsmanagement und Prozessmanagement. Viele von ihnen agieren als Einzelkämpfer im Spannungsfeld zwischen Kollegen, Mitarbeitern und Geschäftsleitung. Inhaltlich plant Götz Müller eine Mischung aus Grundlagen und Spezialthemen. Dazu gehören die Einführung und Pflege des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, die Rolle des Top-Managements, die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern sowie die historische Entwicklung und aktuelle Trends im Lean-Umfeld. Branchen- und größenabhängige Besonderheiten werden ebenso beleuchtet wie die Frage, wie Menschen für Veränderungen gewonnen werden können. Hier fließen auch seine Coaching-Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem neurolinguistischen Programmieren ein. Ergänzend kündigt Götz Müller Interviews mit Fachexperten, Methoden- und Werkzeugvorstellungen sowie Literaturempfehlungen an. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 2: Was ist denn KVP überhaupt?

Episodennummer
2
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 002 : Was ist denn KVP überhaupt?
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-002-was-ist-denn-kvp-ueberhaupt/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über die grundlegende Frage, was ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess überhaupt ist und wozu er dient. Ausgangspunkt ist seine langjährige Auseinandersetzung mit dem Thema in einer umfangreichen Blogserie, in der er KVP aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dabei wird deutlich, dass es sich nicht um ein einzelnes Werkzeug oder ein Projekt handelt, sondern um eine Denkweise, die Organisationen dauerhaft prägen soll. Götz Müller nähert sich der Frage zunächst über den Zweck von Unternehmen. Jedes System verfolgt das Ziel, Nutzen für seine Kunden zu stiften. Der KVP unterstützt dieses Ziel, indem er darauf ausgerichtet ist, diesen Nutzen kontinuierlich zu steigern. Konkret bedeutet das, Wertschöpfung zu erhöhen und Verschwendung zu reduzieren. Ein vollständiges Eliminieren von Verschwendung hält Götz Müller weder für realistisch noch für sinnvoll, da Stillstand die Folge wäre. Entwicklung lebt von Bewegung und vom Streben nach Verbesserung. Ein wesentlicher Teil der Episode widmet sich der Kosten- und Nutzenbetrachtung. Auf der Kostenseite unterscheidet Götz Müller zwischen Einführungs- und Durchführungskosten. Dazu zählen Schulungen für Mitarbeitende, Führungskräfte und Unternehmensleitung, ebenso wie infrastrukturelle Elemente und der laufende Aufwand für Meetings, Dokumentation und Koordination. Dem gegenüber stehen unterschiedliche Nutzenarten. Harte Faktoren wie Einsparungen bei Material, Zeit, Energie oder Lager lassen sich relativ gut beziffern. Weichere Faktoren wie verkürzte Durchlaufzeiten sind schwieriger monetär zu bewerten. Ganz weiche Faktoren betreffen Kompetenzaufbau, Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, Arbeitssicherheit sowie verbesserte Kommunikation. Gerade diese indirekten Effekte haben langfristig erheblichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Im Kern beschreibt Götz Müller KVP als Ausdruck konstruktiver Unzufriedenheit. Veränderung entsteht aus dem Spannungsfeld zwischen einer unerwünschten aktuellen Situation und einer attraktiveren zukünftigen Vision. Dabei spielen vier Kräfte eine Rolle: Was treibt aus dem Ist-Zustand heraus, was zieht zum Soll-Zustand hin, was hält am Alten fest und was wirkt dem Neuen entgegen. Erst wenn die positive Tendenz überwiegt, kommt es zu echter Veränderung. In diesem Zusammenhang bevorzugt Götz Müller den Begriff Kaizen, also Veränderung zum Besseren, ohne einen endgültigen Zielzustand zu unterstellen. Unzufriedenheit kann von unterschiedlichen Anspruchsgruppen ausgehen: von Kunden, Mitarbeitenden, Unternehmern oder Lieferanten. Besonders eindrücklich beschreibt Götz Müller die Situation von Unternehmern, die so stark im Tagesgeschäft eingebunden sind, dass sie weder Zeit für strategische Entwicklung noch für persönliche Belange finden. Auch das kann ein kraftvoller Impuls für systematische Verbesserung sein. Mit einer bildhaften Geschichte von Gazelle und Löwe verdeutlicht Götz Müller den Wettbewerbscharakter kontinuierlicher Verbesserung. Entscheidend ist nicht, der Beste zu sein, sondern besser als die langsamsten Wettbewerber. Stillstand ist keine Option. Abschließend grenzt Götz Müller KVP klar von Missverständnissen ab. Er ist kein Projekt mit Enddatum, kein Modewechsel zwischen Methoden, keine Zertifizierungsfrage und kein elitäres Beraterprogramm. KVP ist kein Zustand, den man erreicht, sondern ein dauerhafter Prozess. Das „P“ steht für Prozess, nicht für Projekt oder Produkt. Wer glaubt, angekommen zu sein, hat das Prinzip bereits verlassen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 3: Routine – Last oder Lust?

Episodennummer
3
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 003 : Routine – Last oder Lust?
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-003-routine-last-oder-lust/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über das Spannungsfeld von Routine als Last oder Lust und beleuchtet dabei sowohl ihre schädlichen als auch ihre nützlichen Seiten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Routine im beruflichen wie im privaten Kontext allgegenwärtig ist und häufig unreflektiert wirkt. Gerade im Umfeld des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses entscheidet der bewusste Umgang mit Routinen darüber, ob sie Fortschritt ermöglichen oder verhindern. Zunächst widmet sich Götz Müller den schädlichen Aspekten von Routine. Typische Aussagen wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Das funktioniert bei uns nicht“ stehen sinnbildlich für eine Haltung, die am Status quo festhält. Hinter solchen Sätzen verbirgt sich eine Routine des Denkens, die Veränderung blockiert. Diese Form der Komfortzone führt dazu, dass keine echte Weiterentwicklung stattfindet. Im kontinuierlichen Verbesserungsprozess kann sogar ein vermeintlich neuer Zielzustand zur Komfortzone werden, wenn die Veränderung zu klein gewählt wird und keinerlei echtes Risiko oder Lernprozess beinhaltet. Gleichzeitig unterscheidet Götz Müller zwischen einer hemmenden Komfortzone und einer wünschenswerten. Eine positive Routine im Umgang mit Veränderung entsteht dann, wenn Fehler erlaubt sind und eine konstruktive Fehlerkultur gelebt wird. In diesem Fall wird Routine nicht zur Bremse, sondern zur stabilen Basis für Weiterentwicklung. Schädlich wird sie hingegen, wenn sie Langeweile erzeugt, Herausforderungen ausbleiben und Arbeit nur noch mechanisch verrichtet wird. Besonders im Bereich der Kreativität und Innovation sollte Routine nicht dominieren. Neue Ideen entstehen selten in starren Mustern. Allerdings macht Götz Müller deutlich, dass Innovation nicht im Widerspruch zu Routine steht. Kreativität allein garantiert keinen Erfolg. Erst ein strukturierter, wiederholbarer Prozess sorgt dafür, dass aus Ideen marktfähige Produkte oder tragfähige Lösungen werden. Auch Innovation benötigt Standards und klare Abläufe, um wirksam zu sein. Im zweiten Teil der Episode betrachtet Götz Müller die nützlichen Seiten von Routine. Der Mensch ist ein Gewohnheitswesen. Ohne automatisierte Abläufe im Alltag wäre selbst das Aufstehen am Morgen eine komplexe Aufgabe. Routinen entlasten das Denken, sparen Energie und schaffen Stabilität. Ob beim Zähneputzen, auf dem Arbeitsweg oder in organisatorischen Abläufen wie Lohnabrechnung oder Jahresabschluss: Wiederkehrende Prozesse sichern Verlässlichkeit und Effizienz. Götz Müller unterscheidet zwischen inhaltlicher und zeitlicher Routine. Inhaltliche Routinen beziehen sich auf gleichartige Tätigkeiten unter ähnlichen Bedingungen. Zeitliche Routinen entstehen durch feste Intervalle oder Termine, unabhängig vom jeweiligen Inhalt. Besonders zu Beginn von Veränderungen sei die zeitliche Routine leichter aufzubauen, da sie klare Anker im Alltag setzt. In Geschäftsprozessen bilden Routinen das Fundament stabiler Abläufe. Unterstützungsprozesse wie Rechnungsprüfung oder Steuererklärung beruhen auf klar definierten Standards. Auch in Leistungsprozessen sind routinierte Abläufe notwendig, um Qualität und Kundenerwartungen zuverlässig zu erfüllen. Arbeitsstandards reduzieren Variation und schaffen eine stabile Ausgangsbasis für Verbesserungen. Ohne Stabilität ist gezielte Optimierung kaum möglich. Auch Führung lebt von Routine. Wiederkehrende Gespräche, klare Beurteilungskriterien und konsistente Anforderungen erzeugen Orientierung und Vertrauen. Dabei warnt Götz Müller davor, Routine mit Gleichmacherei zu verwechseln. Standards sollen Orientierung bieten, nicht Individualität unterdrücken. Ebenso hängt Markenbildung von konsistenter Wiederholung im Außenauftritt ab. Vision und Unternehmenskultur werden erst durch stetige Kommunikation und gelebte Praxis wirksam. Im weiteren Verlauf erläutert Götz Müller, wie Routinen entstehen und wie sie gezielt aufgebaut oder verändert werden können. Grundlage jeder Routine ist Wiederholung. Mit zunehmender Übung entwickelt sich Kompetenz. Anhand des Beispiels Fahrradfahren beschreibt er die Stufen von unbewusster Inkompetenz über bewusste Inkompetenz und bewusste Kompetenz bis hin zur unbewussten Kompetenz. Ergänzend führt er die Lehrkompetenz an. Wer eine Fähigkeit wirklich durchdrungen hat, kann sie bewusst reflektieren, modellieren und an andere weitergeben. Für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess verweist Götz Müller auf die Toyota-Kata von Mike Rother als Beispiel für eine strukturierte Verbesserungsroutine. Die Verbesserungskata folgt einer festen Abfolge von Schritten: Ausrichtung an einer Vision, Analyse des Ist-Zustands, Definition eines Zielzustands und schrittweises Vorgehen. Ergänzt wird sie durch die Coaching-Kata, die mit wiederkehrenden Fragen eine Denk- und Lernroutine etabliert. Routinen lassen sich durch bewusste Gestaltung von Auslösern und regelmäßige Übung aufbauen. Schlechte Gewohnheiten werden am wirksamsten ersetzt, indem man sie durch bessere Routinen substituiert, statt sie nur abzuschaffen. Entscheidend ist die bewusste Reflexion: Wo unterstützt Routine Stabilität und Qualität, wo verhindert sie notwendige Veränderung? Abschließend betont Götz Müller, dass Routine weder grundsätzlich Fluch noch Segen ist. Sie wird zum Freund, wenn sie bewusst gestaltet, regelmäßig hinterfragt und gezielt weiterentwickelt wird. Im kontinuierlichen Verbesserungsprozess, im Berufsleben und im privaten Alltag schafft sie Sicherheit und Kompetenz, solange sie nicht zur unreflektierten Selbstverständlichkeit verkommt. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 4: Lean Prinzipien

Episodennummer
4
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 004 : Lean Prinzipien
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-004-lean-prinzipien/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über die grundlegenden Prinzipien des Lean-Gedankens, deren Wertebasis sowie die historische Entwicklung dieses Managementansatzes. Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Frage nach einer tragfähigen Definition von Lean, die über Schlagworte und vereinfachende Verkürzungen hinausgeht. Götz Müller greift eine Definition von Jeff Liker und Mike Rother auf, die Lean als „the permanent struggle to better flow value to each customer“ beschreiben. Er arbeitet die einzelnen Bestandteile dieser Formulierung sorgfältig heraus. Im Zentrum steht die Idee der Dauerhaftigkeit. Lean ist kein Projekt mit Enddatum, sondern eine fortwährende Anstrengung. Das Wort „permanent“ verweist auf Kontinuität, während „better“ deutlich macht, dass es um stetige Verbesserung geht, nicht um das Erreichen eines endgültigen Idealzustands. Besondere Aufmerksamkeit widmet Götz Müller dem Begriff „struggle“. Lean bedeutet Anstrengung, Lernen und den bewussten Umgang mit Unsicherheit. Verbesserung erfolgt nicht durch das bloße Anwenden bekannter Lösungen, sondern durch das schrittweise Vorantasten in unbekanntes Terrain. Fehler werden dabei als notwendiger Bestandteil des Lernprozesses verstanden. Dieser Gedanke verbindet Lean eng mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Ein weiterer zentraler Begriff ist „flow“. Wertschöpfung soll fließen, statt in Beständen zu verharren. Leistungen werden nicht auf Vorrat produziert, sondern orientieren sich am tatsächlichen Bedarf des Kunden. Damit wird das klassische Push-Denken hinterfragt. Wert entsteht erst dann, wenn er vom Kunden nachgefragt wird und dessen Bedürfnisse tatsächlich erfüllt. In diesem Zusammenhang betont Götz Müller die Bedeutung eines tiefen Kundenverständnisses. Lean richtet sich nicht an eine anonyme Masse, sondern an den einzelnen Kunden mit seinen spezifischen Anforderungen. Auf dieser Basis wendet er den Lean-Prinzipien zu. Er greift die fünf Prinzipien von James P. Womack und Daniel T. Jones auf: Kundenorientierung, Wertstromorientierung, Fluss, Pull und das Streben nach Perfektion. Diese Prinzipien bilden den Nährboden, auf dem Lean gedeihen kann. Ohne ein tragfähiges Verständnis dieser Grundlagen bleibt Lean auf Werkzeuge reduziert. Die Kundenorientierung wird dabei als Ausgangspunkt aller Überlegungen verstanden. In der Produktion zeigt sie sich in bedarfsgerechter Fertigung, in der Produktentwicklung in der konsequenten Ausrichtung an relevanten Leistungsmerkmalen. Entscheidend ist die Frage, ob der Kunde bereit ist, für eine Leistung zu bezahlen. Nur dann handelt es sich um echte Wertschöpfung. Das Pull-Prinzip leitet sich unmittelbar aus dieser Kundenorientierung ab. Prozesse werden vom Bedarf her gesteuert, nicht von internen Planvorgaben. Eng damit verbunden ist das Flussprinzip. Götz Müller unterscheidet hier zwischen unterschiedlichen Ausprägungen, die im japanischen Kontext differenziert beschrieben werden. Ziel ist ein möglichst gleichmäßiger und störungsfreier Ablauf, idealerweise bis hin zum Ein-Stück-Fluss. Das Streben nach Perfektion bildet den Rahmen für alle Verbesserungsaktivitäten. Dabei wird klargestellt, dass Perfektion kein erreichbarer Endzustand ist, sondern eine Haltung. Verbesserung ist ein nie abgeschlossener Prozess. Ergänzend diskutiert Götz Müller den Aspekt des Respekts vor dem Menschen. Während dieser Gedanke in vielen westlichen Interpretationen zu kurz kam, ist er im Selbstverständnis von Toyota tief verankert. Mitarbeitende werden nicht primär als Kostenfaktor betrachtet, sondern als zentrales Kapital des Unternehmens. Diese Haltung bildet die Grundlage für nachhaltige Verbesserungen. Über die fünf Prinzipien hinaus verweist auf die Weiterentwicklungen durch Jeff Liker, der in seinem Werk vierzehn Prinzipien formuliert hat. Diese erweitern die ursprünglichen Gedanken um Führungs-, Organisations- und Lieferantenaspekte sowie um eine noch konsequentere Wertstromperspektive. Abschließend ordnet Götz Müller Lean historisch ein. Sie unterscheiden mehrere Entwicklungsphasen. In den 1990er Jahren dominierte eine starke Methoden- und Werkzeugorientierung, häufig verbunden mit Kostensenkungsprogrammen. In den 2000er Jahren rückten durch Veröffentlichungen wie „The Toyota Way“ ganzheitliche Werte und Führungsfragen stärker in den Vordergrund. Seit den 2010er Jahren prägt insbesondere die von Mike Rother entwickelte Toyota Kata das Verständnis von Lean. Hier steht die systematische Verbesserungsroutine im Mittelpunkt, verbunden mit einem experimentellen Vorgehen in kleinen, lernorientierten Schritten. Darüber hinaus weist Götz Müller auf eine oft übersehene frühe Phase hin, die bis in die 1940er Jahre zurückreicht. Viele ursprüngliche Lean-Gedanken wurzeln im amerikanischen Training Within Industry. Diese historischen Bezüge werden heute zunehmend wiederentdeckt. Die Episode zeigt, dass Lean weit mehr ist als ein Bündel von Methoden. Es handelt sich um ein wertebasiertes System, das Kundenorientierung, kontinuierliche Verbesserung und Respekt vor dem Menschen miteinander verbindet und sich über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt hat. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 5: KVP im persönlichen Umfeld

Episodennummer
5
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 005 : KVP im persönlichen Umfeld
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-005-kvp-im-persoenlichen-umfeld/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über den kontinuierlichen Verbesserungsprozess im persönlichen Umfeld und spannt dabei den Bogen von Gewohnheiten über systematische Selbstorganisation bis hin zu konkreten Techniken zur Steigerung der eigenen Wirksamkeit. Zu Beginn stellt Götz Müller die persönliche Weiterentwicklung in den Mittelpunkt. Für ihn sind Gewohnheiten der entscheidende Hebel. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, im positiven wie im negativen Sinn. Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung und folgen meist einem bestimmten Muster: Ein Auslöser führt zu einer Handlung, auf die eine Form der Belohnung folgt. Diese Belohnung erklärt, warum sich selbst ungünstige Routinen hartnäckig halten. Ursprünglich stand häufig eine positive Absicht dahinter, auch wenn diese im aktuellen Kontext längst nicht mehr sinnvoll ist. Götz Müller verweist auf die bekannte Abfolge von Gedanken, Taten, Gewohnheiten, Charakter und letztlich Schicksal. Er ergänzt, dass nicht nur Gedanken oder Gefühle am Anfang stehen, sondern oft auch äußere Einflüsse wie Tageszeiten, Orte, Situationen oder bestimmte Personen. Diese wirken als Trigger und setzen die gewohnte Handlungskette in Gang. Wer Gewohnheiten verändern will, muss deshalb sowohl die Auslöser als auch die Belohnungen verstehen. Im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses plädiert Götz Müller für kleine Schritte. Er greift das Buch „One Small Step Can Change Your Life – The Kaizen Way“ auf, das die Idee verfolgt, Veränderungen so klein zu gestalten, dass sie keinen inneren Widerstand erzeugen. Kleine Fragen regen kleine Gedanken an. Kleine Gedanken führen zu kleinen Handlungen. Aus diesen entwickeln sich neue Gewohnheiten. Dieser Ansatz erinnert an die Logik der Coaching-Kata, bei der jeweils das nächste Hindernis identifiziert und systematisch bearbeitet wird. Entscheidend sind dabei auch kleine, gezielt eingesetzte Belohnungen, die direkt mit der neuen Gewohnheit verknüpft sind und so die intrinsische Motivation stärken. Im zweiten Teil wendet sich Götz Müller dem Thema Selbstorganisation zu und stellt die Grundgedanken aus „Getting Things Done“ von David Allen vor. Er beschreibt das Konzept als ganzheitliches Produktivitätssystem für berufliche und private Kontexte. Besonders hervor hebt er das Modell der sechs sogenannten Flughöhen. Diese reichen von der Startbahn mit konkreten nächsten Handlungen über Projekte und Verantwortungsbereiche bis hin zu mittel- und langfristigen Zielen sowie der grundlegenden Lebensausrichtung auf 50.000 Fuß. Zentral ist der strukturierte Umgang mit allem, was David Allen als „Stuff“ bezeichnet. In einem fünfstufigen Prozess wird zunächst alles erfasst, dann durchdacht, organisiert, regelmäßig überprüft und schließlich bewusst entschieden, was als Nächstes zu tun ist. Dabei spielen Kontext, verfügbare Zeit, Energie und Priorität eine Rolle. Götz Müller betont, dass von oben nach unten geplant, aber von unten nach oben umgesetzt wird. Die strategische Orientierung gibt den Rahmen vor, während die konkreten Handlungen im Alltag den Fortschritt erzeugen. Er weist darauf hin, dass die Einführung dieses Systems in der Praxis anspruchsvoll sein kann. Ohne Unterstützung empfiehlt er, auch hier in kleinen Schritten vorzugehen und das Konzept schrittweise an die eigene Situation anzupassen. Unterschiedliche Gewohnheiten und Ausgangsbedingungen erfordern individuelle Einführungsstrategien. Im dritten Teil stellt Götz Müller die Pomodoro-Technik von Francesco Cirillo vor. Diese Methode unterteilt die Arbeitszeit in 25-Minuten-Intervalle mit kurzen Pausen. Für ihn ist sie eine mikroskopische Technik, die dabei hilft, eine zuvor definierte nächste Handlung konsequent umzusetzen. Während „Getting Things Done“ vor allem die Struktur und Entscheidungslogik liefert, schafft die Pomodoro-Technik eine konkrete Routine auf der operativen Ebene. Sie unterstützt den Aufbau neuer Gewohnheiten durch klare Zeitblöcke und bewusste Fokussierung. Abschließend betont Götz Müller, dass es beim kontinuierlichen Verbesserungsprozess im persönlichen Umfeld nicht darum geht, schneller zu arbeiten, sondern intelligenter. Es geht darum, Entwicklungspotenziale regelmäßig zu hinterfragen und geeignete Methoden gezielt einzusetzen. Bewährte Konzepte können wertvolle Orientierung bieten, müssen jedoch an die eigene Situation angepasst werden. Kontinuierliche Verbesserung beginnt im Kleinen, entfaltet ihre Wirkung jedoch nachhaltig, wenn Denken, Struktur und konkretes Handeln systematisch miteinander verbunden werden. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 6: Sehen lernen

Episodennummer
6
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 006 : Sehen lernen
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-006-sehen-lernen/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Johann Anders über seine Begeisterung für Lean, über Missverständnisse rund um das Thema und über konkrete Ansatzpunkte für eine wirksame Lean-Transformation. Johann Anders stellt sich zunächst vor: Er betreibt den Blog „Sehen lernen“ und arbeitet hauptberuflich im Supply Chain Management bei Metabo. Dort verantwortet er die Prozesse innerhalb der Beschaffungs- und Werkslogistik, also alles, was materialseitig zwischen Wareneingang und Warenausgang geschieht. Sein beruflicher Hintergrund liegt ursprünglich in der Luft- und Raumfahrttechnik. Den entscheidenden Impuls für Lean erhielt er durch das Buch „Anders ist besser“ von Wendelin Wiedeking, in dem beschrieben wird, wie Porsche mithilfe von Lean-Methoden aus einer existenziellen Krise geführt wurde. Besonders fasziniert hat Johann Anders dabei der Gedanke, Veränderung gemeinsam mit den Mitarbeitenden zu gestalten und Produktion grundsätzlich anders zu denken. Aus dieser Begeisterung entstand auch sein Blog. Johann Anders stellte fest, dass viele Menschen in der Produktion Lean nicht mit derselben Leidenschaft begegnen wie er. Gleichzeitig erhielt er immer wieder Nachfragen zu Literatur und Praxisbeispielen. Da viele der damals verfügbaren Inhalte aus dem amerikanischen Raum stammten, begann er, eigene Beiträge auf Deutsch zu verfassen. Ein weiteres Motiv war der Wunsch, Gleichgesinnte zu finden und sich zu vernetzen. Auf diesem Weg kam auch der Kontakt zwischen Götz Müller und Johann Anders zustande. Ein zentrales Austauschformat ist der von Johann Anders gegründete Lean-Stammtisch in Stuttgart. Ursprünglich stark auf Produktionsumfelder ausgerichtet, hat sich der Teilnehmerkreis erweitert. In Stuttgart existiert eine lebendige Startup-Szene, insbesondere im IT-Bereich, in der Lean-Ansätze ebenfalls eine Rolle spielen. Dabei zeigt sich, dass viele Startup-Akteure überrascht sind, wie lange Lean-Prinzipien bereits in industriellen Kontexten existieren. Trotz unterschiedlicher Branchen ähneln sich die Grundgedanken: Verschwendung vermeiden und konsequent am Kundennutzen ausrichten. Für die Weiterentwicklung des Lean-Stammtischs plant Johann Anders vielfältige Themen, darunter Lean Administration, Scrum im Projektmanagement, Unternehmenssimulationen sowie einen Erfahrungsbericht zu einer Japan-Reise. Perspektivisch steht sogar die Idee einer gemeinsamen Japan-Reise im Raum. Im weiteren Verlauf sprechen Götz Müller und Johann Anders über Vorbehalte gegenüber Lean. Johann Anders betont, dass Lean häufig als reines Kostensenkungsprogramm missverstanden wird. Für ihn ist Lean jedoch eine Denkweise, die darauf abzielt, maximalen Kundennutzen mit minimaler Verschwendung zu schaffen. Dieses Verständnis sei im Management oft nicht ausreichend verankert. Lean dürfe nicht delegiert werden, sondern müsse vom Top-Management aktiv vorgelebt werden. Führungskräfte sollten selbst an Verbesserungsinitiativen teilnehmen und Verantwortung übernehmen. Das mittlere Management könne dann vom Hemmschuh zur treibenden Kraft werden. Ein weiteres Hindernis ist die verbreitete Haltung „Das haben wir schon ausprobiert“. Johann Anders schildert, dass manche Konzepte erst nach mehreren Anläufen umgesetzt werden. Entscheidend sei, aus Fehlern zu lernen und dranzubleiben. Hier greifen beide Gesprächspartner den Gedanken einer offenen Fehlerkultur auf. Fehler seien unvermeidlich und sogar notwendig, um Fortschritte zu erzielen. Johann Anders beschreibt ein aktuelles Projekt zur Einbindung eines externen Logistikdienstleisters, bei dem bewusst pragmatisch gestartet wird, anstatt alles bis ins Detail durchzuplanen. Fehler werden einkalkuliert, um schnell zu lernen und Prozesse schrittweise zu stabilisieren. In der Diskussion über unerschlossene Potenziale sieht Johann Anders Lean längst nicht flächendeckend umgesetzt – selbst in Unternehmen, die sich seit Jahren als Lean bezeichnen. Wirkliches Lean bedeute, sich als Problemlösungsgesellschaft zu verstehen und die Probleme der Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Entwicklungsbereiche, Vertrieb und Controlling seien häufig noch nicht konsequent am Kundennutzen ausgerichtet. Ein Beispiel aus seinem Unternehmen zeigt, wie wichtig es ist, Vertriebskräfte direkt auf Baustellen zu schicken, um reale Kundenanforderungen zu verstehen. Auch andere Branchen bieten aus Sicht von Johann Anders großes Potenzial. Er nennt das Bankwesen, in dem der Kunde oft nicht im Zentrum stehe, sowie die Bauwirtschaft, in der Prozesse für Bauherren häufig komplex und wenig nutzerfreundlich seien. Gemeinsam reflektieren Götz Müller und Johann Anders zudem das Gesundheitswesen, in dem nicht immer der Patient im Fokus stehe. Johann Anders weist darauf hin, dass dort häufig andere Akteure die Rolle des eigentlichen Kunden einnehmen, was zu Zielkonflikten führen kann. Zum Abschluss gibt Johann Anders praktische Empfehlungen: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitenden Einblicke in andere Organisationen ermöglichen, etwa durch Werksbesuche, Netzwerke oder Austauschformate. Der Blick über den eigenen Tellerrand sei essenziell, da viele Mitarbeitende nur ihr eigenes Unternehmen kennen. Darüber hinaus sieht er großes Potenzial in digitalen Lernformaten, Online-Coachings und Selbstlernplattformen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, den Gedanken von Gemba – also dem direkten Beobachten vor Ort – mit virtuellen Formaten zu verbinden. Technologische Entwicklungen könnten hier künftig neue Möglichkeiten eröffnen. Die Episode verdeutlicht, dass Lean weit mehr ist als Methodenanwendung. Es geht um Haltung, Führung und konsequente Ausrichtung am Kundennutzen – verbunden mit Lernbereitschaft und der Akzeptanz von Fehlern als notwendigem Bestandteil von Entwicklung. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 7: Wertschöpfung vs. Verschwendungen

Episodennummer
7
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 007 : Wertschöpfung vs. Verschwendungen
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-007-wertschoepfung-vs-verschwendungen/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über die grundlegenden Begriffe Wertschöpfung und Verschwendung als Kern des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Er erläutert, dass jede Verbesserung im Unternehmen letztlich daran gemessen werden muss, ob sie Wertschöpfung erhöht und Verschwendung reduziert. Dabei geht es nicht nur um Effizienz, sondern um echten Nutzen für Kunden und um die bewusste Gestaltung von Arbeit. Götz Müller definiert Wertschöpfung anhand von drei klaren Kriterien. Erstens muss eine Tätigkeit für den Kunden einen Nutzen stiften, für den er bereit ist zu bezahlen. Zweitens muss diese Tätigkeit ein Produkt oder eine Dienstleistung verändern. Drittens muss sie beim ersten Mal richtig ausgeführt werden. Es gibt dabei kein „fast richtig“. Entweder erfüllt eine Tätigkeit alle drei Kriterien gleichzeitig oder sie ist nicht wertschöpfend. Der Anspruch auf Fehlerfreiheit ist deshalb so zentral, weil Nacharbeit oder Korrekturen keine Wertschöpfung darstellen, sondern zusätzliche Aufwände verursachen. Alle anderen Tätigkeiten, die diese Kriterien nicht erfüllen, gehören zur Gruppe der nicht wertschöpfenden Aktivitäten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den klassischen sieben Verschwendungsarten, die sich mit der Abkürzung TIM WOOD merken lassen: Transport, Lagerbestände, Bewegung, Warten, Überproduktion, Überbearbeitung und Fehler. Götz Müller betont besonders die Verschwendungsart Warten und Suchen. Zeit ist im Gegensatz zu Material nicht sichtbar und kann nicht wiederverwendet werden. Wer sucht, fühlt sich beschäftigt, erkennt aber oft nicht, wie viel produktive Zeit dabei verloren geht. Gerade hier kann ein externer Blick helfen, eingefahrene Muster zu durchbrechen. Um die theoretischen Begriffe greifbar zu machen, erzählt Götz Müller eine Geschichte aus dem Alltag. Nach einem langen Arbeitstag soll ein neu gekauftes Bild im Schlafzimmer aufgehängt werden. Was auf den ersten Blick nach einer einfachen Aufgabe klingt, entpuppt sich als Paradebeispiel für Verschwendung. Der Weg in den Keller, das Suchen der Bohrmaschine, das fehlende Verlängerungskabel, das erneute Suchen nach Dübeln und Bohrern sowie schließlich ein falsch gesetztes Loch zeigen, wie gering der Anteil echter Wertschöpfung ist. Wertschöpfend ist letztlich nur das korrekte Bohren des Lochs an der richtigen Stelle und das Aufhängen des Bildes. Alles andere sind Neben- oder Fehlleistungen. In diesem Zusammenhang unterscheidet Götz Müller vier Leistungsarten: Nutzleistung, Blindleistung, Fehlleistung und Stützleistung. Nutzleistung ist geplant und wertsteigernd. Blindleistung ist ungeplant, aber wertneutral. Fehlleistung reduziert sogar den Wert. Stützleistung ist notwendig und geplant, jedoch ebenfalls wertneutral. Eine Untersuchung aus deutschen Unternehmen zeigt eine durchschnittliche Verteilung von 25 Prozent Nutzleistung, 45 Prozent Stützleistung, 20 Prozent Blindleistung und 10 Prozent Fehlleistung. Übertragen auf die Bild-Geschichte wird deutlich, dass der Anteil der Nutzleistung deutlich unter diesen 25 Prozent liegt. Zur Veranschaulichung nutzt Götz Müller ein Fußballbild und nimmt Bezug auf den VfB Stuttgart. Er beschreibt eine Mannschaft, in der nur wenige Spieler tatsächlich aktiv am Spiel teilnehmen, andere auf der Bank sitzen, einige vom Platz gestellt werden und einer sogar ins falsche Tor spielt. Dieses Bild verdeutlicht, wie viel Potenzial in Unternehmen brachliegt, wenn wertschöpfende Tätigkeiten nur einen geringen Anteil ausmachen. Schon eine Steigerung um 20 bis 40 Prozent wertschöpfender Aktivitäten würde die Leistung und Zufriedenheit deutlich erhöhen. Götz Müller fordert dazu auf, im eigenen Arbeitsumfeld bewusst auf Wertschöpfung und Verschwendung zu achten. In direkten Bereichen wie der Produktion ist Verschwendung oft leichter zu erkennen als in indirekten Bereichen wie Verwaltung oder Vertrieb. Dort erfordert es ein genaueres Hinsehen und das Hinterfragen eingespielter Routinen. Wahrnehmung ist der erste Schritt zur Verbesserung. Er ergänzt die klassischen sieben Verschwendungsarten um zwei weitere: ungenutzte Mitarbeiterpotenziale und unnötige Komplexität. Ungenutzte Fähigkeiten zeigen sich etwa darin, Expertenwissen nicht einzubeziehen und dadurch Fehler zu provozieren. Komplexität unterscheidet er von bloßer Kompliziertheit. Ein Bild aufzuhängen mag viele Schritte haben, bleibt aber beherrschbar. Echte Komplexität entsteht dort, wo Zusammenhänge nicht vollständig vorhersehbar sind. Abschließend beschreibt Götz Müller, wie Prozessaufnahmen und die bewusste Zuordnung von Tätigkeiten zu Wertschöpfung oder Verschwendung konkrete Verbesserungen ermöglichen. In einem Beispiel aus einer Vermittlungsagentur führte allein die Verlagerung einer Protokolltätigkeit auf eine andere Person zu freier Vertriebskapazität und damit zu mehr Umsatz. Entscheidend ist nicht nur, was getan wird, sondern auch von wem. Zum Schluss zieht Götz Müller einen Bogen zur Politik. Das Gegenteil von Verschwendung ist nicht Sparsamkeit, sondern Wertschöpfung. Reines Sparen kann Systeme schwächen, während die Steigerung von Wertschöpfung nachhaltige Entwicklung ermöglicht. Verbesserungen entstehen nicht auf bekannten, bequemen Wegen, sondern dort, wo neue Pfade beschritten werden. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 8: Training Within Industry

Episodennummer
8
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 008 : Training Within Industry
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-008-training-within-industry/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über die historischen Wurzeln von Lean Management und zeigt auf, dass dessen Ursprung nicht – wie häufig angenommen – in Japan liegt, sondern in den USA. Ausgangspunkt seiner Ausführungen ist die immer wieder geäußerte Behauptung, Lean funktioniere aufgrund seiner vermeintlich japanischen Philosophie nicht im westlichen Kontext. Götz Müller widerspricht dieser Sichtweise deutlich und zeichnet die Entwicklungslinie zurück bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Im Zentrum steht das Programm Training Within Industry, kurz TWI, das 1940 in den USA entwickelt und ab 1942 landesweit ausgerollt wurde. Es handelte sich um ein Regierungsprogramm zur Unterstützung der Industrie während des Zweiten Weltkriegs. Ziel war es, Unternehmen in die Lage zu versetzen, mit einer stark veränderten Belegschaft – viele erfahrene Arbeitskräfte waren im Militärdienst – weiterhin leistungsfähig zu produzieren. Besonders wichtig war dabei die systematische Qualifizierung angelernter oder neuer Mitarbeitender. Das Programm setzte konsequent auf einen Multiplikationseffekt im Sinne eines Train-the-Trainer-Ansatzes. Insgesamt wurden über 1,7 Millionen Trainingszertifikate vergeben. Den größten Anteil machten die Bereiche Job Instruction, Job Methods und Job Relations aus. Während Job Instruction sich mit strukturierter Arbeitsunterweisung befasste, zielte Job Methods auf kontinuierliche Verbesserung von Abläufen ab. Job Relations wiederum behandelte die Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. Die methodische Grundlage geht auf Charles Allen zurück, der bereits im Ersten Weltkrieg ein Vier-Stufen-Modell für Trainings entwickelte: Vorbereitung, Präsentation, Anwendung und Überprüfung. Diese vier Schritte prägen bis heute die TWI-Methodik. In der Vorbereitung wird eine lernförderliche Umgebung geschaffen und Vorwissen geklärt. In der Präsentation demonstriert die Führungskraft die Tätigkeit in mehreren Durchgängen, wobei schrittweise erst Hauptschritte, dann Schlüsselpunkte und schließlich deren Begründungen vermittelt werden. In der Anwendungsphase führt der Mitarbeitende die Tätigkeit selbst aus, ebenfalls strukturiert und mit unmittelbarem Feedback. Die abschließende Überprüfung stellt sicher, dass das Gelernte nachhaltig angewendet wird. Ergänzt wird dieses Vorgehen durch eine sorgfältige inhaltliche Vorbereitung der Unterweisung, inklusive Zeitplanung, detaillierter Aufgabenanalyse sowie Vorbereitung von Arbeitsplatz, Material und Werkzeugen. Ziel ist eine reproduzierbare, qualitativ hochwertige Vermittlung von Arbeitsstandards. Neben der Unterweisung und der Verbesserungsmethodik betont Götz Müller die Bedeutung der Führung. Gute Ergebnisse entstehen aus guten Beziehungen. Die Job-Relations-Säule beschreibt in vier Schritten den professionellen Umgang mit personellen Themen: Fakten klären, bewerten und entscheiden, handeln und Ergebnisse überprüfen. Der Gedanke, Menschen als Individuen zu behandeln, findet sich später auch im Toyota-Prinzip des Respect for People wieder. Ein entscheidender Erfolgsfaktor des TWI-Programms war seine Freiwilligkeit. Unternehmen entschieden selbst über die Teilnahme, was automatisch die Unterstützung des Top-Managements sicherte. Zudem war klar geregelt, dass Produktivitätsgewinne nicht zum Arbeitsplatzabbau führen durften, sondern zur Weiterentwicklung und Versetzung in andere wertschöpfende Tätigkeiten. Nach dem Krieg verschwand TWI in den USA weitgehend, unter anderem durch veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und einen Rückfall in alte Verhaltensmuster. In Japan hingegen wurde das Programm aufgegriffen und weiterentwickelt, insbesondere im Toyota Production System. Damit wird deutlich, dass viele heute als modern geltende Lean-Prinzipien auf bewährten, systematisch entwickelten Trainings- und Führungsansätzen basieren, deren Ursprünge über hundert Jahre zurückreichen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 9: Der Umgang mit Veränderungen

Episodennummer
9
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 009 : Der Umgang mit Veränderungen
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-009-der-umgang-mit-veraenderungen/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über den Umgang mit Veränderungen und die Frage, warum gerade Verbesserungsinitiativen so häufig auf Widerstand stoßen. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass jede Verbesserung eine Veränderung voraussetzt, Veränderung jedoch bei vielen Menschen Unsicherheit oder Ablehnung auslöst. Götz Müller greift dazu ein Zitat von Georg Christoph Lichtenberg auf: Etwas muss anders werden, wenn es besser werden soll. Gleichzeitig macht er deutlich, dass nicht jede Veränderung automatisch eine Verbesserung bedeutet. Der Zusammenhang gilt nur in eine Richtung. Ein zentraler Grund für Widerstand liegt nach Götz Müller darin, dass Veränderungen implizit die Botschaft transportieren, das bisherige Verhalten sei falsch gewesen. Selbst wenn dies nicht offen ausgesprochen wird, entsteht bei Betroffenen häufig genau dieser Eindruck. Um dieser Dynamik zu begegnen, empfiehlt Götz Müller, die positive Absicht hinter bisherigem Verhalten ausdrücklich anzuerkennen. Verhalten hatte in der Vergangenheit gute Gründe und war unter den damaligen Rahmenbedingungen sinnvoll. Erst unter veränderten Bedingungen verliert es seine Berechtigung. Diese Wertschätzung entspannt Situationen und schafft eine konstruktive Basis für Veränderungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der bewusste Umgang mit unterschiedlichen Interessen. Respekt bedeutet hier nicht Zustimmung zu jedem Verhalten, sondern Anerkennung der jeweiligen Perspektive. Diese „Einigkeit über die Uneinigkeit“ bildet einen tragfähigen Ausgangspunkt für gemeinsame Lösungen. Eng damit verbunden ist das Prinzip, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Widerstand speist sich oft aus Angst, insbesondere aus der Angst vor unkontrollierbaren zukünftigen Entwicklungen. Beteiligung verschiebt den Fokus von einer ungewissen Zukunft in die gestaltbare Gegenwart und reduziert so das Gefühl des Kontrollverlustes. Zur Vertiefung verweist Götz Müller auf Modelle aus dem NLP, insbesondere die sogenannten logischen Ebenen. Widerstand kann auf unterschiedlichen Ebenen entstehen, etwa im Verhalten, in Fähigkeiten, in Werten und Glaubenssätzen oder sogar in Identität und Zugehörigkeit. Wer erkennt, auf welcher Ebene die Irritation liegt, kann gezielter reagieren. Aus seiner Six-Sigma-Ausbildung stellt Götz Müller außerdem das Modell des „House of Change“ vor, ein vierphasiges Veränderungsmodell. Es beschreibt die Räume Zufriedenheit, Veränderung, Verwirrung und Inspiration. Im Raum der Zufriedenheit herrscht Selbstzufriedenheit und kein Veränderungsdruck. Benchmarks oder Kundenfeedback können hier als Weckruf dienen. Im Raum der Veränderung zeigen sich oft Scheinanpassungen und mechanisches Verhalten. Es braucht Klarheit über Probleme und Unterstützung der Veränderungswilligen. Im Raum der Verwirrung treten Unsicherheit, Zweifel und emotionale Spannungen auf. Hier sind Vision, Ermutigung zu Experimenten und eine positive Fehlerkultur entscheidend. Erst im Raum der Inspiration entstehen Offenheit, Kreativität und echte Verbesserung. Götz Müller warnt zudem vor typischen Nebenräumen wie Selbstüberschätzung, Paralyse durch Analyse oder einer reinen Werkzeugorientierung ohne echtes Problemverständnis. Werkzeuge allein lösen keine strukturellen oder kulturellen Herausforderungen. Abschließend betont Götz Müller die zentrale Rolle einer klaren, kundenorientierten Unternehmensvision. Er verweist auf Simon Sinek und dessen Gedanken aus „It Starts with Why“ sowie auf Mike Rother mit der Toyota Kata. Eine überzeugende Vision schafft intrinsische Motivation und verbindet einzelne Tätigkeiten mit einem größeren Sinn. Führungskräfte haben die Aufgabe, dieses Gesamtbild zu vermitteln, damit Mitarbeitende ihre Arbeit nicht nur als einzelne Aufgabe, sondern als Beitrag zu einem größeren Ganzen verstehen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 10: Reputation durch kundenorientierte Geschäftsprozesse

Episodennummer
10
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 010 : Reputation durch kundenorientierte Geschäftsprozesse
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-010-reputation/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Gunther T. Verleger über die zentrale Bedeutung kundenorientierter Geschäftsprozesse für den Aufbau und Erhalt von Reputation. Gunther T. Verleger schildert zunächst seinen beruflichen Hintergrund in der Automobilindustrie, unter anderem bei BMW, Siemens in den USA und Porsche Consulting, sowie seine Erfahrungen als Unternehmer und Netzwerker. Dabei betont er, dass Reputation kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis bewusst gestalteter Abläufe. Aus seiner Sicht haben Geschäftsprozesse eine enorme Wirkung auf die Wahrnehmung eines Unternehmens. Er vergleicht die Stärken deutscher Qualitätsorientierung mit der ausgeprägten Prozessorientierung in den USA. Die ideale Kombination aus hoher Produktqualität und klaren, kundenfreundlichen Abläufen sei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Problematisch werde es, wenn Mitarbeitende sich hinter internen Richtlinien oder Systemgrenzen verstecken und dem Kunden signalisieren, dass etwas „nicht geht“. Solche Aussagen beschädigen Vertrauen und damit die Reputation. Anhand konkreter Beispiele zeigen Götz Müller und Gunther T. Verleger, wie stark einzelne Prozessentscheidungen die Kundenbindung beeinflussen. Götz Müller berichtet von einer negativen Erfahrung in einer Autowerkstatt, in der ihm trotz langjähriger Kundenbeziehung das Fahrzeug nicht übergeben wurde, weil er seine Geldbörse vergessen hatte. Eine pragmatische Lösung per Online-Überweisung wurde aus formalen Gründen abgelehnt. Für Gunther T. Verleger ist das ein typisches Beispiel dafür, wie fehlender Handlungsspielraum und mangelnde Flexibilität langfristig hohe Umsätze kosten können. Zugleich wird deutlich, dass positive Wow-Erlebnisse gezielt gestaltet werden können. Gunther T. Verleger verweist auf das amerikanische Unternehmen Nordstrom, das für außergewöhnliche Kulanz bekannt ist, sowie auf Zappos, wo Servicemitarbeitende weitreichende Entscheidungsbefugnisse besitzen, um Kunden positiv zu überraschen. Entscheidend sei jedoch die richtige Balance: Begeisterungsleistungen dürfen nicht unreflektiert zum Standard werden, sonst kehrt sich ihr Effekt ins Gegenteil um. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf dem professionellen Umgang mit Beschwerden. Gunther T. Verleger empfiehlt einen klaren Ablauf: zunächst Dank für die offene Rückmeldung, dann Verständnis für die emotionale Lage des Kunden, anschließend die Frage, was konkret nötig wäre, um die Situation zu verbessern. Wichtig sei, wirklich zuzuhören und – wenn möglich – eine kleine unerwartete Aufmerksamkeit zu gewähren. Mit einem einfachen, klar definierten Prozess und einem begrenzten Budget für Mitarbeitende lasse sich aus Fehlern sogar zusätzliche Loyalität erzeugen. Auch das Thema Empfehlungen wird beleuchtet. Gunther T. Verleger betont die Bedeutung transparenter Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Wer empfohlen wurde, sollte sowohl den potenziellen Neukunden als auch den Empfehlungsgeber über den Status informieren – selbst wenn kein Auftrag zustande kommt. Wertschätzung und Rückmeldung erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Empfehlungen erheblich. Abschließend erläutert Gunther T. Verleger zentrale Elemente seines Reputationsmodells. Neben Qualität und Service nennt er strukturierte Verkaufsprozesse, Führung, Netzwerke, Kooperationen, PR, Marketing und Online-Aktivitäten als steuerbare Hebel. Online-Reputation entstehe dabei fast immer aus Offline-Handlungen. Letztlich wurzelt Reputation in der inneren Haltung und den gelebten Prozessen eines Unternehmens. Komplexität zu reduzieren und Lösungen sofort verfügbar zu machen, sei eine der wichtigsten Führungsaufgaben, um dauerhaft Vertrauen und einen starken Ruf aufzubauen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 11: NLP in der Lean-Praxis

Episodennummer
11
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 011 : NLP in der Lean-Praxis
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-011-nlp-in-der-lean-praxis/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über den Einsatz von Neurolinguistischem Programmieren im Lean-Management und beleuchtet, welchen Beitrag NLP für eine wirksame Kommunikation im kontinuierlichen Verbesserungsprozess leisten kann. Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen dem Warum, dem Was und dem Wie im Lean-Kontext sowie zwischen technisch-fachlichen und menschlich-sozialen Aspekten. Gerade im Zusammenspiel von Vorgehensweise und zwischenmenschlicher Dimension wird Kommunikation zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Ein zentrales Element der Episode ist das Meta-Modell der Sprache. Götz Müller erläutert, dass Sprache selbst bereits ein Modell der Wirklichkeit darstellt und das Meta-Modell wiederum ein Modell über dieses Modell ist. Es beschreibt drei grundlegende Wahrnehmungsfilter: Tilgung, Generalisierung und Verzerrung. Diese Filter sind notwendig, um Komplexität zu reduzieren und Kommunikation effizient zu gestalten. Gleichzeitig bergen sie das Risiko von Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Tilgung bedeutet, dass Informationen ausgelassen werden. Das ist unproblematisch, solange es sich um unwichtige Details handelt. Kritisch wird es, wenn wesentliche Aspekte fehlen und der Gesprächspartner diese Lücken mit eigenen Annahmen füllt. Generalisierung beschreibt das Zusammenfassen einzelner Erfahrungen zu übergeordneten Begriffen oder Mustern. Ohne Generalisierung wäre Verständigung kaum möglich. Im Lean-Umfeld zeigt sich dies beispielsweise in der Standardisierung von Prozessen. Dennoch ist es wichtig, Generalisierungen bewusst zu prüfen, um unzutreffende Verallgemeinerungen zu vermeiden. Die Verzerrung schließlich verändert Bedeutungen stärker, indem Aussagen interpretiert oder umgedeutet werden. Sie kann zu falschen Annahmen über Ursachen und Zusammenhänge führen. Durch gezieltes Hinterfragen dieser Filter lässt sich mehr Klarheit in der Kommunikation erreichen. Neben dem Meta-Modell der Sprache stellt Götz Müller die Meta-Programme vor. Diese beschreiben grundlegende Muster der Informationsverarbeitung und Verhaltenssteuerung. Sie beeinflussen, wie Menschen Informationen aufnehmen, bewerten, speichern und abrufen. Meta-Programme sind keine starren Typologien, sondern kontextabhängige Präferenzen entlang von Kontinua. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern lediglich mehr oder weniger nützliche Ausprägungen in bestimmten Situationen. Ein wesentliches Meta-Programm ist die Motivationsrichtung. Hier unterscheidet Götz Müller zwischen Hinzu-Motivation und Weg-von-Motivation. Während die Weg-von-Motivation darauf abzielt, Probleme oder Schmerzen zu vermeiden, ist die Hinzu-Motivation auf das Erreichen von Zielen ausgerichtet. Für Veränderungsprozesse wie den kontinuierlichen Verbesserungsprozess erweist sich die Hinzu-Motivation in der Regel als nachhaltiger, da sie auf klar definierte Zielzustände hinarbeitet. Ein weiteres Meta-Programm betrifft das Sortiermuster: Gleichbeispiel-Sortierer erkennen vorrangig Gemeinsamkeiten, Gegenbeispiel-Sortierer Unterschiede. Beide Perspektiven sind im Lean-Kontext wertvoll. Gemeinsamkeiten unterstützen die Entwicklung von Standards, Unterschiede helfen, Besonderheiten zu erkennen und Fehlentwicklungen zu vermeiden. Entscheidend ist das Bewusstsein für diese unterschiedlichen Präferenzen, um Konflikte im Team zu vermeiden. Weitere thematisierte Meta-Programme sind die Aufmerksamkeitsausrichtung, der Arbeitsstil sowie das Referenz-Muster. Ob sich eine Person stärker auf sich selbst oder auf andere fokussiert, beeinflusst die Zusammenarbeit in Veränderungsprozessen erheblich. Ebenso wirkt sich die Präferenz für Teamarbeit oder Einzelarbeit auf die Wirksamkeit im Linienmanagement aus. Beim Referenz-Muster geht es darum, ob jemand seine Leistung primär intern bewertet oder externes Feedback benötigt. Je nach Rolle im Unternehmen kann eine stärkere interne oder externe Referenz sinnvoll sein. Abschließend betont Götz Müller, dass der erste Schritt im Umgang mit Meta-Programmen die Selbstreflexion ist. Wer die eigenen Muster kennt, gewinnt an Flexibilität. Diese Flexibilität ist ein zentraler Schlüssel, um mit der Komplexität moderner Arbeitswelten konstruktiv umzugehen und Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 12: Zehn Fehler im Umgang mit Ziel-Zuständen

Episodennummer
12
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 012 : Zehn Fehler im Umgang mit Ziel-Zuständen
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-012-zehn-fehler-im-umgang-mit-ziel-zustaenden/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über typische Fehler im Umgang mit Zielzuständen im Rahmen der Verbesserungs-Kata. Ausgangspunkt ist die Bedeutung von Zielzuständen als konkrete Meilensteine auf dem Weg zu einer übergeordneten Vision. Während eine Vision nie vollständig erreicht wird, dienen Zielzustände dazu, schrittweise Verbesserungen in Prozessen zu realisieren. Anhand einer Liste von zehn häufigen Fehlern erläutert Götz Müller, worauf es bei der Formulierung und Umsetzung von Zielzuständen ankommt. Der erste Fehler besteht darin, Zielzustände nicht aufzuschreiben. Erst durch die Verschriftlichung entsteht Klarheit und Verbindlichkeit. Ein aufgeschriebener Zielzustand wird greifbar, Missverständnisse werden reduziert und alle Beteiligten erhalten ein gemeinsames Verständnis. Hilfsmittel wie ein Storyboard unterstützen dabei, Zielzustände strukturiert darzustellen. Der zweite Fehler liegt in der Definition zu vieler Zielzustände oder zu vieler paralleler Schritte. Werden mehrere Zielzustände gleichzeitig verfolgt oder zu viele Maßnahmen auf einmal gestartet, gehen Fokus und Lernfortschritt verloren. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge lassen sich dann kaum noch erkennen. Zudem kann der übernächste Zielzustand erst sinnvoll formuliert werden, wenn der aktuelle erreicht und daraus gelernt wurde. Ein dritter Fehler ist die fehlende Ausrichtung am Kundennutzen. Zielzustände, die sich primär an internen Anforderungen orientieren, führen leicht zu lokalen Optimierungen und Verschwendung. Entscheidend ist, welchen konkreten Nutzen der Kunde wahrnimmt und wofür er bereit ist zu zahlen. Der vierte Fehler betrifft unspezifische Formulierungen. Aussagen wie „Wir wollen den Kundennutzen steigern“ bleiben vage und bieten keine klare Orientierung. Zielzustände müssen präzise beschreiben, was konkret anders sein soll. Dabei ist es wichtig, das eigentliche Bedürfnis hinter vermeintlichen Kundenwünschen zu erkennen und die Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Eng damit verbunden ist der fünfte Fehler: fehlende Messbarkeit. Messbarkeit kann quantitativ oder qualitativ erfolgen, entscheidend ist eine eindeutige Definition. Quantitative Größen wie Durchlaufzeiten oder Ausschussquoten ermöglichen eine einfache Fortschrittskontrolle. Bei qualitativen Zielzuständen helfen klar definierte Meilensteine, um Entwicklungsschritte sichtbar zu machen. Der sechste Fehler besteht im Verzicht auf einen Termin. Ohne Zieltermin verlieren Verbesserungen an Verbindlichkeit und Dringlichkeit. Erst der zeitliche Rahmen erlaubt es, Fortschritt realistisch zu bewerten und Prioritäten zu setzen. Siebtens dürfen Zielzustände nicht aus dem Blick geraten. Wenn sie im Tagesgeschäft untergehen oder lediglich formell dokumentiert werden, fehlt die kontinuierliche Ausrichtung. Sichtbarkeit, etwa durch geeignete Visualisierung, hält den Fokus aufrecht und unterstützt nachhaltige Verbesserung. Der achte Fehler zeigt sich, wenn Zielzustände innerhalb der bestehenden Wissenszone bleiben. Echte Verbesserung entsteht nur jenseits des Bekannten. Wenn der Weg zum Ziel keine Unsicherheit birgt, wird kein neues Wissen aufgebaut. Eine konstruktive Fehlerkultur und die Vorbildrolle der Führung sind hier entscheidend. Der neunte Fehler betrifft die fehlende Anbindung an eine bedeutsame Vision. Reine Umsatz- oder Gewinnziele sind aus Sicht von Götz Müller keine tragfähigen Visionen. Bedeutsamkeit entsteht durch eine klare Ausrichtung am Nutzen für den Kunden und an einem übergeordneten Sinn. Der zehnte und letzte Fehler ist das Fehlen eines klar definierten nächsten Schritts. Da der Weg zum Zielzustand durch unbekanntes Terrain führt, ist immer nur der nächste Schritt planbar. Die kontinuierliche Reflexion dieses Schritts im Sinne der Coaching-Kata sichert Lernfortschritt und Routine in der Verbesserung. Abschließend lädt Götz Müller dazu ein, den eigenen Umgang mit Zielzuständen kritisch zu hinterfragen und Fehler als Lernchancen zu begreifen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 13: Das Warum im KVP

Episodennummer
13
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 013 : Das Warum im KVP
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-013-das-warum-im-kvp/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über die zentrale Bedeutung der Warum-Frage im kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich das Warum im KVP auf unterschiedlichen Ebenen bewegt. Auf der strategischen Ebene steht die Unternehmensvision, auf der operativen Ebene das Warum als konkretes Werkzeug, etwa in der Ursachenanalyse. Götz Müller betont zunächst die Bedeutung eines klaren Unternehmenszwecks. Inspiriert vom Gedanken aus dem Buch Start With Why von Simon Sinek stellt er heraus, dass der eigentliche Zweck eines Unternehmens im Kundennutzen liegt. Gewinn und Umsatz sind wichtige Kennzahlen, aber sie sind nicht das Ziel, sondern die Folge einer konsequenten Ausrichtung auf den Kunden. Erst wenn diese Vision klar ist, können Zielzustände im Sinne der Verbesserungs-Kata sinnvoll definiert und verfolgt werden. Ohne ein übergeordnetes Warum fehlt dem KVP die Orientierung. Auf einer zweiten Ebene stellt sich die Frage nach dem Warum für die beteiligten Personen. Warum sollten sich Mitarbeitende engagieren? Warum sollten Führungskräfte Verbesserungen unterstützen? Die Antworten fallen je nach Rolle unterschiedlich aus, sind aber gleichermaßen bedeutsam. Bei Mitarbeitenden stehen häufig Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheit und die Reduzierung von Verschwendung im Vordergrund. Besonders wichtig ist das Bewusstsein für Verschwendung, da es als Hebel für Verbesserung wirkt und aktiv gefördert werden kann. Führungskräfte nehmen eine doppelte Rolle ein. Einerseits sind sie selbst Mitarbeitende, andererseits tragen sie Verantwortung für die Umsetzung von Verbesserungen. Ihr Rollenverständnis kann förderlich oder hemmend wirken. Wird die Einbindung der Mitarbeitenden als Bedrohung empfunden, entsteht Widerstand. Gleichzeitig verfügen Führungskräfte über Einfluss als Machtpromotoren. Ihre Haltung zum KVP wirkt sich direkt auf dessen Erfolg aus. Dem Top-Management kommt eine besondere Bedeutung zu. Weniger durch operative Eingriffe, sondern durch Vorbildfunktion und sichtbare Konsequenz zwischen Worten und Handlungen. Die Unterstützung des Top-Managements ist eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg des KVP. Fehlt sie, ist das Scheitern nahezu vorprogrammiert. Eine weitere wichtige Gruppe sind Moderatoren. Sie agieren häufig als Fachpromotoren und Impulsgeber. Ihre innere Überzeugung vom Sinn des KVP ist entscheidend, da sie Stimmungen aufnehmen und beeinflussen. Widerstände äußern sich oft in Form von Ausreden. Diese sollten ernst genommen und hinterfragt werden. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Die Warum-Frage kann schnell als Angriff verstanden werden und Rechtfertigungsmechanismen auslösen. Ein zentraler Gedanke ist daher, zunächst ein gemeinsames Problemverständnis zu schaffen. Es muss Einigkeit darüber bestehen, dass ein Ist-Zustand unerwünscht ist. Besonders wirksam ist eine Argumentation aus Kundensicht. Wenn klar ist, dass der Unternehmenszweck in der Nutzenmehrung für den Kunden liegt, verschiebt sich die Diskussion vom grundsätzlichen Ob zum konkreten Wie der Verbesserung. Abschließend geht Götz Müller auf das Warum als methodisches Werkzeug ein. In der Problemidentifikation dominieren zunächst Fragen wie Was, Wo, Wer und Wann. Das Warum gehört primär in die Ursachenanalyse. Dort ist es als 5x-Warum-Methode ein wirkungsvolles Instrument, sofern es sich auf Prozesse und Situationen bezieht und nicht auf Personen. Ergänzend sollte stets die Frage gestellt werden, wie es künftig besser gemacht werden kann, um Schuldzuweisungen zu vermeiden und den Blick nach vorn zu richten. Insgesamt zeigt die Episode, dass der bewusste Umgang mit der Warum-Frage auf strategischer, kultureller und methodischer Ebene maßgeblich zum Erfolg des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses beiträgt. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 14: Wertschöpfende Organisationsentwicklung

Episodennummer
14
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 014 : Wertschöpfende Organisationsentwicklung
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-014-wertschoepfende-organisationsentwicklung/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Jörg Poersch über das von ihm entwickelte Modell der wertschöpfenden Organisationsentwicklung und dessen besondere Relevanz für familien- und inhabergeführte Unternehmen. Zu Beginn stellt Jörg Poersch klar, dass er ungern über sich selbst spricht, aber einen kurzen persönlichen Einblick gibt: Er ist Familienvater, Unternehmer und seit vielen Jahren beratend tätig. Die Wurzeln seines heutigen Ansatzes reichen rund zehn Jahre zurück, als er während des Studiums sein erstes Beratungsunternehmen gründete. In seiner weiteren Laufbahn arbeitete er sowohl eigenständig als auch in anderen Beratungshäusern, insbesondere im Umfeld von Lean Management, Logistik und Produktionsoptimierung. Ein prägender Moment seiner Entwicklung war die Beobachtung zweier sehr unterschiedlicher Beratungswelten: Auf der einen Seite standen Berater mit stark prozessualem, effizienzorientiertem Fokus, auf der anderen Seite Vertreter eher psychologischer oder psychosozialer Ansätze. Rückblickend erkannte Jörg Poersch, dass diese beiden Pole nicht getrennt betrachtet werden dürfen. Organisationen sind keine rein technischen Systeme, sondern soziale Gefüge. Prozessoptimierung und persönliche Entwicklung gehören untrennbar zusammen. Diese Einsicht wurde zum Fundament seines WOE-Modells, wobei WOE für wertschöpfende Organisationsentwicklung steht. Im Gespräch mit Götz Müller betont Jörg Poersch, dass es ihm nicht darum geht, Lean Management oder andere Ansätze abzugrenzen oder als überlegen darzustellen. Für ihn existiert kein allgemein „besserer“ Ansatz. Entscheidend ist die Passgenauigkeit zwischen dem Bewusstsein einer Organisation und dem gewählten Vorgehen. Wirksamkeit entsteht dann, wenn Führungskräfte und Entscheider das Gefühl haben, dass ein Ansatz zu ihnen und ihrer Situation passt. Aus dem Lean Management hebt Jörg Poersch einen zentralen Kern heraus: die Sensibilität für Unnötiges. Verschwendung sei letztlich nichts anderes als der Verbrauch kostbarer Lebenszeit für Dinge ohne echten Wert. Diese Sensibilität müsse jedoch zuerst im eigenen Denken verankert werden. Wer im eigenen Geist keine Ablehnung gegenüber dem Unnötigen entwickle, werde es im Unternehmen ebenfalls nicht konsequent reduzieren können. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Jörg Poersch liegt auf familien- und inhabergeführten Unternehmen mit typischerweise 40 bis 150 Mitarbeitenden. Das WOE-Modell sei zwar prinzipiell universell anwendbar, aber bewusst für dieses Umfeld entstanden. Familienunternehmen unterscheiden sich aus seiner Sicht grundlegend von Konzernen, insbesondere durch das Spannungsfeld von Geld, Macht und Liebe. Neben wirtschaftlichen und hierarchischen Aspekten wirken hier enge emotionale und familiäre Verflechtungen. Besonders deutlich zeigt sich das in Übergabesituationen zwischen Generationen. Götz Müller und Jörg Poersch diskutieren typische Konflikte zwischen Gründergeneration und Nachfolgern. Während die ältere Generation häufig von Leistung, Aufbauarbeit und Pflichtbewusstsein geprägt ist, orientiert sich die jüngere stärker an Lebensqualität, Selbstverwirklichung und ausgewogener Lebensgestaltung. Historische Prägungen, insbesondere durch die Nachkriegsgeneration, spielen dabei eine große Rolle. Für Jörg Poersch ist es essenziell, diese Hintergründe zu verstehen, um Familienunternehmen angemessen zu begleiten. Er warnt vor der Gefahr, Methoden aus Konzernumfeldern unreflektiert auf kleinere Strukturen zu übertragen. Zwar seien viele dieser Methoden wertvoll, doch müssten sie übersetzt und an die Realität von Familienunternehmen angepasst werden. Entscheidend sei nicht die Einführung einzelner Werkzeuge, sondern die Arbeit an den zugrunde liegenden Haltungen. Ein zentrales Element des WOE-Ansatzes ist daher die Entwicklung der Führungspersönlichkeit. Jörg Poersch spricht von der Notwendigkeit, zuerst „an die Köpfe“ und noch stärker „an die Herzen“ zu gehen. Wertschätzung versteht er als Kern moderner Führung. Dabei gehe es nicht um oberflächliche Harmonie, sondern um eine bewusste Reduktion egozentrischer Perspektiven zugunsten eines echten Interesses am Gegenüber. Führung beginne immer bei der eigenen inneren Haltung. In diesem Zusammenhang plädiert Jörg Poersch für eine stärkere Fokussierung auf sogenannte „Internal Skills“. Während in den vergangenen Jahren soziale Kompetenzen stark betont wurden, sieht er die nächste Entwicklungsstufe in der bewussten Arbeit am eigenen Geist. Führungskräfte hätten durch ihre Haltung und ihr Verhalten erheblichen Einfluss auf die ethische Qualität wirtschaftlicher Systeme. Wer Unternehmen langfristig wirksam entwickeln wolle, müsse innere Reifung und strukturelle Maßnahmen verbinden. Abschließend sprechen Götz Müller und Jörg Poersch über die Publikationen von Jörg Poersch. Nach seinem ersten Buch über den „mittleren Pfad“ für familiengeführte Unternehmen und einem E-Book für Gründer arbeitet er an einem weiteren Werk für Führungskräfte. Dieses soll als praxisnahes Handbuch dienen und innere Entwicklungsprozesse in eine verständliche, logische Reihenfolge bringen. Das Gespräch zeigt deutlich, dass wertschöpfende Organisationsentwicklung für Jörg Poersch weit über Methoden hinausgeht. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von struktureller Klarheit und innerer Entwicklung, mit besonderem Fokus auf die spezifischen Dynamiken familiengeführter Unternehmen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 15: Benjamin Franklin & Lean Management

Episodennummer
15
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 015 : Benjamin Franklin & Lean Management
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-015-benjamin-franklin-lean-management/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über Benjamin Franklins 13 Lebensregeln aus dem 18. Jahrhundert und deren Übertragung auf die Prinzipien des Lean Management und ihre Aktualität für das moderne Wirtschaftsleben beleuchtet. Ausgangspunkt sind die Tugenden, die Benjamin Franklin für seine persönliche Lebensführung formuliert hat: Mäßigkeit, Schweigen, Ordnung, Entschlossenheit, Genügsamkeit, Fleiß, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Beherrschung, Reinlichkeit, Ruhe, Harmonie und Bescheidenheit. Götz Müller zeigt, wie sich hinter diesen moralischen Leitlinien erstaunlich konkrete Anknüpfungspunkte zu zentralen Lean-Prinzipien verbergen. Bei der Mäßigkeit zieht Götz Müller eine Parallele zur Vermeidung von Unausgeglichenheit in Prozessen. Gleichmäßige Auslastung von Menschen und Maschinen entspricht dem Streben nach Fluss und Stabilität. Extreme Belastungsspitzen oder Unterforderung stehen dem entgegen. Auch die Beherrschung greift dieses Thema auf, indem sie zur Vermeidung von Überlastung und Ungleichgewicht mahnt. Die Regel des Schweigens interpretiert Götz Müller im Kontext wirksamer Kommunikation. Statt unnötiger Worte betont er die Bedeutung klarer, visueller Darstellung, etwa durch A3-Reports. Gleichzeitig widerspricht er einer reinen Holschuld bei Informationen. Führungskräfte stehen in der Verantwortung, aktiv und ausreichend zu informieren. Kommunikation darf verdichtet sein, aber nicht knapp im Sinne von Zurückhaltung aus Bequemlichkeit. Ordnung verbindet Götz Müller unmittelbar mit 5S beziehungsweise 5A. Jedem Gegenstand einen festen Platz zuzuweisen und Tätigkeiten zeitlich angemessen zu strukturieren, schafft Transparenz und Stabilität. Die angemessene Zeit wird im Lean-Kontext durch die Taktzeit des Kunden bestimmt. Ordnung zeigt sich damit nicht nur räumlich, sondern auch im zeitlichen Ablauf und in Standards. Entschlossenheit beschreibt Götz Müller als konsequente Ausrichtung an einer übergeordneten Vision. Daraus werden Zielzustände abgeleitet, die mit Disziplin verfolgt werden. Verbesserungsroutinen und das konsequente Einfordern dieser Routinen durch Führungskräfte sind Ausdruck dieser Haltung. Genügsamkeit und Fleiß stehen für die konsequente Vermeidung von Verschwendung. Benjamin Franklins Aufforderung, nichts zu verschwenden und keine Zeit zu verlieren, entspricht direkt dem Lean-Grundsatz, nur wertschöpfende Tätigkeiten zu fördern. Besonders hebt Götz Müller die Unsichtbarkeit der Zeitverschwendung hervor, etwa durch Suchzeiten, die häufig nur durch externe Beobachtung erkennbar werden. Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit betreffen vor allem das Führungsverständnis. Ehrlichkeit in Zielen und Erwartungen schafft Orientierung. Gerechtigkeit äußert sich in einer positiven Fehlerkultur. Fehler sind notwendige Lernschritte und keine Anlässe für Bloßstellung. Führungskräfte agieren als Coaches, die Entwicklung ermöglichen. Reinlichkeit wird erneut mit 5S verknüpft, jedoch nicht nur als Methode, sondern als Einstieg in Denkweise und Routine des Lean Management. Ruhe steht für Stabilität im Verbesserungsprozess. Unliebsame Zwischenfälle, also Fehler, werden als Chancen zur Wissensgenerierung verstanden, etwa im Sinne der Verbesserungs-Kata. Harmonie schließlich beschreibt eine innere und äußere Ausgeglichenheit. Übertragen auf Organisationen bedeutet das Fluss, One Piece Flow und die Vermeidung von Überlastung. Standards schaffen die Grundlage für diese Ausgeglichenheit. Am schwierigsten einzuordnen ist für Götz Müller die Bescheidenheit. Er deutet sie als Haltung der Führungskraft am Ort des Geschehens. Gemba und das ernsthafte Einbeziehen der Mitarbeitenden verhindern die achte Verschwendung, nämlich ungenutztes Mitarbeiterpotenzial. Götz Müller kommt zu dem Schluss, dass die über 200 Jahre alten Regeln von Benjamin Franklin erstaunlich gut mit den Prinzipien des Lean Management harmonieren und zeitlose Orientierung für wirksame Führung und kontinuierliche Verbesserung bieten. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 16: Das Japanische im Kaizen

Episodennummer
16
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 016 : Das Japanische im Kaizen
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-016-das-japanische-im-kaizen/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Barbara Ölschleger über kulturelle Prägungen im Kaizen und darüber, was das „Japanische“ daran tatsächlich ausmacht. Barbara Ölschleger bringt ihre Erfahrung als frühere japanisch-deutsche Übersetzerin und heutige Lean-Beraterin ein und schildert, wie sie über viele Jahre mit japanischen Beratern zusammengearbeitet hat. Gemeinsam beleuchten sie Unterschiede zwischen japanischer und westlicher Denkweise, insbesondere in Bezug auf Anspruchsniveau, Visualisierung, Kundenverständnis, Teamorientierung und den Einsatz von Methoden. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung der Zahl Null. Für Barbara Ölschleger steht sie sinnbildlich für den konsequenten Anspruch, Null Fehler, Null Störungen oder Null Unfälle nicht nur als Vision, sondern als ernsthaftes Ziel zu verfolgen. Während in deutschen Unternehmen häufig Zwischenziele definiert werden, etwa eine Reduktion von 30 auf fünf Störungen pro Woche, werde in Japan die Null als Maßstab gesetzt. Dieser hohe Anspruch zwingt dazu, Prozesse vollständig zu verstehen. Nur wer die Zusammenhänge wirklich durchdringt, kann auch die letzten verbleibenden Fehlerquellen eliminieren. Wird hingegen ein „Sicherheitspolster“ akzeptiert, bleiben Potenziale ungenutzt. Der Druck, tatsächlich auf Null zu kommen, fördert neue Denkweisen und kreative Lösungsansätze. In diesem Zusammenhang betont Barbara Ölschleger die Bedeutung der Visualisierung. Ziele und Fortschritte müssten ständig sichtbar sein. Teams, die an einer Verbesserung arbeiten, sollten transparent darstellen, wo sie stehen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um ihr Ziel zu erreichen. Visualisierung ist für sie nicht nur ein Hilfsmittel, sondern Ausdruck einer Denkhaltung. Sie verweist auf die ausgeprägte Bildkultur in Japan. Betriebsanleitungen seien dort stark visuell geprägt, oft mit emotionalen Elementen. Selbst technische Hinweise würden durch bildhafte Darstellungen unterstützt. Diese kulturelle Verankerung von Bildern erleichtere es, auch in Unternehmen konsequent mit Visualisierungen, One-Point-Lessons und grafischen Darstellungen zu arbeiten. In westlichen Unternehmen dominiere hingegen häufig Text, selbst dort, wo Bilder das Verständnis fördern könnten. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist das Verständnis von internen und externen Kunden. Barbara Ölschleger schildert, dass in Japan der nachgelagerte Prozess selbstverständlich als Kunde betrachtet wird. Jeder Prozessschritt trägt Verantwortung dafür, seinem internen Kunden ein fehlerfreies Ergebnis zu übergeben. In Deutschland sei der Begriff „Kunde“ stark mit dem externen Käufer verbunden, während interne Kundenbeziehungen oft vernachlässigt würden. Fehlende Informationen, unvollständige Übergaben oder mangelhafte Qualität führten zu unnötigen Rückfragen und Reibungsverlusten. In Japan werde stärker betont, dass der interne Kunde nicht „belästigt“ werden dürfe. Dabei spielt auch die kulturelle Einbindung in Gruppen eine Rolle. Barbara Ölschleger beschreibt, dass in Japan der innere Kreis – das eigene Team, die Organisation – mit großem Respekt behandelt wird. Teamarbeit steht klar im Vordergrund. Individuelles Hervortreten ist weniger ausgeprägt, was sich auch in Sprichwörtern widerspiegelt, die das Einordnen in die Gemeinschaft betonen. Große Verbesserungen werden häufig als Teamleistung gewürdigt. Diese kollektive Orientierung wird durch Transparenz unterstützt: Leistungen, Ideen und Beiträge sind sichtbar. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Einzelne dauerhaft entziehen. Auch wenn es Unterschiede zwischen Unternehmen gibt und nicht alle japanischen Firmen Kaizen gleichermaßen praktizieren, sei die Tendenz zur Teamverantwortung deutlich erkennbar. Im Vergleich dazu diskutieren Götz Müller und Barbara Ölschleger den Unterschied zwischen einfachen Kaizen-Werkzeugen und komplexeren Ansätzen wie Six Sigma. Werkzeuge wie die Fünf-Warum-Fragen, der PDCA-Zyklus oder das Ishikawa-Diagramm seien bewusst einfach gehalten und für jeden anwendbar. Ziel sei es, Verständnis zu schaffen und alle einzubeziehen. Komplexe Methoden mit spezialisierten Rollen, etwa Black Belts, bergen aus ihrer Sicht die Gefahr, Verantwortung zu zentralisieren. In kleineren und mittleren Unternehmen sei es entscheidend, alle Mitarbeitenden einzubinden, um Potenziale zu nutzen und Akzeptanz für Lösungen zu schaffen. Verbesserungen dürften nicht an einzelne Funktionsträger delegiert werden. Ein roter Faden des Gesprächs ist der Respekt – vor Menschen, vor Arbeit, vor Material und Maschinen. Lean und Kaizen seien ohne diese Haltung nicht denkbar. Gleichzeitig betont Barbara Ölschleger, dass sich auch Japan verändert und individuelle Tendenzen zunehmen. Dennoch bleibe das Streben nach kontinuierlicher Verbesserung tief verankert. Zum Abschluss rät sie westlichen Unternehmen zu einem pragmatischen Vorgehen: nicht zu lange planen, sondern anfangen. Verbesserungsinitiativen würden nie perfekt starten. Entscheidend sei, ins Tun zu kommen, Erfahrungen zu sammeln und schrittweise besser zu werden. Dieses konsequente „Machen“ versteht sie als Kern des Kaizen-Gedankens. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 17: Prozesse in Projekten

Episodennummer
17
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 017 : Prozesse in Projekten
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-017-prozesse-in-projekten/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Maik Pfingsten über das Spannungsfeld zwischen Projekten und Prozessen sowie über Erfolgsfaktoren in Entwicklungsprojekten und im Solopreneur-Business. Zu Beginn stellt Götz Müller seinen Gesprächspartner vor und würdigt, dass Maik Pfingsten ihn selbst zum Podcasten inspiriert hat. Maik Pfingsten berichtet von seinem Werdegang als Diplom-Ingenieur für Mechatronik, seiner Tätigkeit als Software- und Systemingenieur in der Automobilindustrie und seiner späteren Selbstständigkeit. Über viele Jahre hinweg hat er als Troubleshooter internationale und komplexe Entwicklungsprojekte stabilisiert und zum Erfolg geführt. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage nach der Dualität von Projekt und Prozess. Für Maik Pfingsten ist ein Prozess kondensiertes Lösungswissen eines Unternehmens. Er bündelt Erfahrungen, Methoden, Checklisten und Vorgehensweisen, die über Jahre entstanden sind, um zuverlässig gute Ergebnisse zu erzielen. Projekte hingegen haben einen klaren Anfang und ein klares Ende. Die Herausforderung besteht darin, den Standardprozess bewusst auf das jeweilige Projekt anzupassen. Dieses sogenannte Tailoring werde jedoch häufig vernachlässigt. Entweder werde der Prozess aus Zeitdruck ignoriert oder unreflektiert vollständig angewendet. Beides führe zu Problemen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen eines Produkts. Maik Pfingsten betont, dass Entwicklungsprojekte nicht nur interne Auftraggeber wie Produktmanagement oder Fertigung berücksichtigen dürfen, sondern vor allem den späteren Anwender. Anhand von Beispielen aus der Automobilindustrie, etwa Einparkhilfen, zeigt er, wie wichtig es ist, den Kernnutzen aus Sicht des Endnutzers zu verstehen. Ein technisch hochentwickeltes System kann überfordern, wenn es nicht zum Nutzer passt. Der Nutzen entscheidet letztlich darüber, ob ein Produkt erfolgreich ist. Götz Müller greift die Unterscheidung zwischen Lastenheft und Pflichtenheft auf. Maik Pfingsten erläutert klar: Das Lastenheft beschreibt die technischen Anforderungen an das zu entwickelnde System, während Projektanforderungen wie Budget, Termine oder Meilensteine separat dokumentiert werden müssen. Anforderungen, die nach Projektabschluss weiterhin relevant sind, gehören ins Lastenheft. Anforderungen, die nur während des Projekts Bedeutung haben, sind Projektanforderungen. Diese Differenzierung werde häufig vermischt, was zu Missverständnissen und Konflikten führe. Besonders kritisch wird es, wenn zwischen verschiedenen Unternehmen gearbeitet wird. Dann sind Lasten- und Pflichtenheft nicht nur technische Dokumente, sondern auch Teil der vertraglichen Grundlage. Maik Pfingsten schildert ein Beispiel aus dem Maschinenbau, bei dem erst durch ein klar formuliertes Lastenheft eine belastbare Ausschreibung für eine millionenschwere Investition möglich wurde. Neben unklaren Anforderungen identifiziert Maik Pfingsten Kommunikation als häufige Fehlerquelle. Insbesondere in internationalen Projekten werde die Bedeutung interkultureller Unterschiede unterschätzt. Doch auch innerhalb eines Landes sprechen unterschiedliche Disziplinen oft verschiedene „Sprachen“. Software-, Hardware- und Konstruktionsteams verbinden mit denselben Begriffen unterschiedliche Vorstellungen. Hier sei intensive Kommunikation erforderlich. Maik Pfingsten beschreibt die Rolle von Systemingenieuren als Informationsvermittler, die für ein gemeinsames Verständnis sorgen. Götz Müller ergänzt, dass Reden zwar Zeit koste, aber unverzichtbar sei. Viele Probleme ließen sich auf Missverständnisse oder unzureichende Abstimmung zurückführen. Gleichzeitig müsse der richtige Zeitpunkt gefunden werden, vom Diskutieren ins Handeln zu kommen. Erkenntnis entstehe häufig erst durch konkrete Umsetzung und auch durch Fehler. Eine konstruktive Fehlerkultur sei daher essenziell. Im Zusammenhang mit Lastenheften weist Maik Pfingsten auf verbreitete Ängste hin. Viele fürchten, Anforderungen würden in Stein gemeißelt. Tatsächlich seien Lastenhefte Momentaufnahmen nach bestem Wissen. Sie müssten weiterentwickelt werden. Entscheidend sei, dass gewonnene Erkenntnisse in die Organisation zurückfließen und nicht mit einzelnen Mitarbeitern verloren gehen. Hier sieht Maik Pfingsten eine wichtige Rolle bei Entwicklungsqualitätsingenieuren. Sie sammeln Erfahrungen aus Projekten und integrieren sie in die Unternehmensprozesse. Zum Abschluss wechselt das Gespräch auf das Thema Prozesse im eigenen Business. Maik Pfingsten erläutert, dass auch als Solopreneur klare, dokumentierte Prozesse entscheidend sind. Er beschreibt sein strukturiertes Vorgehen bei der Erstellung von Lastenheften innerhalb von zwei Wochen. Diese Klarheit gebe Kunden Sicherheit und ermögliche kontinuierliche Verbesserung. Durch Standardisierung könne er seine Leistung weiterentwickeln, etwa durch virtuelle Workshops. Seine zentrale Botschaft lautet: Prozesse sind unverzichtbar, unabhängig von Unternehmensgröße oder Rolle. Wer das vorhandene Prozesswissen ignoriert, riskiert teure Fehler. Bewusste Dokumentation, Reflexion und Anpassung von Prozessen erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich. Götz Müller unterstreicht abschließend, wie wertvoll es ist, sich bei Bedarf erfahrene Spezialisten an die Seite zu holen. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 18: KVP im Wandel der Zeit

Episodennummer
18
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 018 : KVP im Wandel der Zeit
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-018-kvp-im-wandel-der-zeit/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Peter Michael Kurz über die Entwicklung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im Laufe der letzten Jahrzehnte, über Erfolgsfaktoren und über typische Fehlentwicklungen. Peter Michael Kurz schildert zunächst seinen beruflichen Werdegang. Er kam über eine praktische Ausbildung und den zweiten Bildungsweg in die Ingenieurwelt und begann 1972 bei Siemens in Bruchsal als Arbeitsplaner. Dort setzte er sich intensiv mit Arbeitsplanung auseinander, absolvierte eine umfassende REFA-Ausbildung bis hin zum REFA-Ingenieur und REFA-Lehrer und lernte, Arbeit für andere zu planen. Rückblickend beschreibt er diese Rolle als fachlich anspruchsvoll, aber auch ambivalent, da stets „für“ andere geplant wurde. Der entscheidende Wendepunkt kam mit seinem Einstieg in ein KVP-Team. Statt Arbeit für Mitarbeitende zu planen, entwickelte er gemeinsam mit ihnen Verbesserungen. Dieses gemeinsame Gestalten wurde für ihn zum Schlüsselerlebnis. Seitdem versteht er KVP als konsequente Einbindung der Menschen, damit diese ihre eigenen Prozesse selbst verbessern können. Im Vergleich zwischen den frühen 1990er Jahren und heute sieht Peter Michael Kurz deutliche Veränderungen. Anfang der 90er war KVP in vielen Unternehmen noch ein Pilotprojekt mit starkem japanischem Einfluss. In großen Werken wurden eigene, freigestellte Teams aufgebaut, die sich ausschließlich mit KVP beschäftigten. Vier Tage pro Woche wurden Verbesserungen umgesetzt, ein Tag war der Weiterentwicklung der Methoden gewidmet. Dieser Aufwand ist heute in den meisten Organisationen nicht mehr realisierbar. KVP soll schnell Ergebnisse liefern und mit deutlich weniger Ressourcen auskommen. Götz Müller greift diesen Punkt auf und verweist auf Modelle, in denen KVP nebenberuflich betrieben wurde. Für Peter Michael Kurz ist dabei ein zentraler Aspekt entscheidend: Verantwortlichkeit. Nachhaltiger Erfolg entsteht nur, wenn KVP nicht als Nebenaufgabe verstanden wird, sondern mit klarer Verantwortung und langfristiger Perspektive verbunden ist. Er verweist auf das Beispiel eines Siemens-Werks in Amberg, das mehrfach als Fabrik des Jahres ausgezeichnet wurde. Dort übernahm die Führung konsequent Verantwortung und hielt über Jahre an der Ausrichtung fest. Ein weiterer sensibler Punkt ist die Frage nach Produktivität und Arbeitsplatzsicherheit. Peter Michael Kurz beschreibt offen, dass gesteigerte Produktivität sowohl zu mehr Output als auch zu weniger Arbeitsplätzen führen kann. Entscheidend sei jedoch das Signal der Unternehmensleitung. In seinem damaligen Werk garantierte die Leitung jedem Mitarbeitenden einen gleichwertigen Arbeitsplatz. Diese Sicherheit war Voraussetzung dafür, dass Menschen ihr volles Potenzial einbrachten. Ohne Vertrauen und langfristige Ehrlichkeit sei nachhaltiger KVP nicht möglich. Mit Blick auf die Entwicklung der letzten 20 Jahre beobachtet Peter Michael Kurz eine starke Standardisierung. Viele Unternehmen sprechen heute von Produktionssystemen und strukturieren ihre Verbesserungsansätze in klar definierten Bausteinen. Methoden wurden professionalisiert und systematisiert. Gleichzeitig ähneln sich viele Ansätze trotz unterschiedlicher Bezeichnungen stark. Neben dieser Standardisierung erkennt er neue Impulse wie Kata oder die Harada-Methode. Diese Ansätze rücken stärker den Menschen in den Mittelpunkt. Besonders an der Harada-Methode hebt er hervor, dass sie nicht nur im Unternehmen, sondern auch im privaten Kontext angewendet werden kann. Damit wird die persönliche Entwicklung als Ganzes adressiert. Im weiteren Gespräch geht es um die Frage, wie Unternehmen reagieren sollten, wenn KVP nicht die gewünschten Ergebnisse bringt. Für Peter Michael Kurz lautet die erste Antwort: nicht vorschnell aufgeben. Stattdessen reflektieren, anpassen, weiter ausprobieren. Gleichzeitig empfiehlt er, gezielt nach Best-Practice-Beispielen zu suchen und von erfolgreichen Organisationen zu lernen. Auch wenn der Zugang nicht immer einfach sei, könne der Einblick in funktionierende Systeme motivieren und Orientierung geben. Beim Thema Offenheit und Wissenstransfer differenziert er klar. Vorgehensweisen und Prinzipien könne man teilen, technologisches Kern-Know-how dagegen nicht. Der Austausch auf methodischer Ebene helfe jedoch allen Beteiligten, das eigene Handeln zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Mit Blick in die Zukunft erwartet Peter Michael Kurz eine stärkere Verzahnung von KVP mit digitalen Technologien. Themen wie Industrie 4.0, Apps und virtuelle Lösungen werden seiner Einschätzung nach an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig warnt Götz Müller davor, den Fokus zu stark auf Technik zu legen und die Menschen zu vernachlässigen. Beide betonen, dass Ängste ernst genommen und Veränderungen aktiv begleitet werden müssen. Zum Abschluss formuliert Peter Michael Kurz zentrale Empfehlungen. Sein erster Grundsatz lautet: Erfolg erzeugt Erfolg. Wenn es gelingt, einzelne Teams oder Personen sichtbar erfolgreich zu machen, entsteht ein Sog, der andere mitzieht. Darüber hinaus verweist er auf einfache, aber konsequente Prinzipien: systematisch, kontinuierlich und täglich an Zielen arbeiten, Störungen beseitigen, Verbesserungen suchen und Verschwendung vermeiden. Kleine Schritte, konsequent umgesetzt, führen langfristig zum Ziel. Fehler gehören dabei ausdrücklich dazu. Sie müssen reflektiert werden, dürfen jedoch nicht wiederholt auftreten. Entscheidend ist eine Führungskultur, die Lernen ermöglicht und Entwicklung unterstützt. So entsteht ein Klima, in dem kontinuierliche Verbesserung nicht als Projekt, sondern als gelebter Alltag verstanden wird. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 19: Kaizen vs. KVP

Episodennummer
19
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 019 : Kaizen vs. KVP
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-019-kaizen-vs-kvp/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Ralf Volkmer von der Learning Factory über die Unterschiede zwischen Kaizen und KVP, über typische Hürden bei der Lean-Einführung und über die zentrale Rolle von Führung und Kultur für nachhaltige Verbesserungen. Ralf Volkmer bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Geschäftsprozessorganisation mit, unter anderem aus seiner Zeit beim REFA-Verband sowie aus internationalen Projekten in Griechenland, Italien, Spanien, Südamerika und Osteuropa. Im europäischen Vergleich sieht er Deutschland beim Thema Lean Management insgesamt weit vorne, auch wenn hierzulande viele Verbesserungspotenziale diskutiert werden. Besonders hebt er Schweden hervor, wo aus seiner Sicht sowohl Prozessdenken als auch Mitarbeitereinbindung stark ausgeprägt sind. Kulturelle Unterschiede spielen dabei eine Rolle, etwa im Hinblick auf Zentralismus und Top-Down-Führung. Beim Einstieg in das Thema Lean-Einführung betont Ralf Volkmer, dass es weniger die eine große Hürde gebe, sondern vielmehr wiederkehrende Muster. In vielen Unternehmen werde Lean stark top-down initiiert und häufig toolgetrieben umgesetzt. Ein Vorstand beschließe beispielsweise die Einführung von Six Sigma, und man gehe davon aus, damit sei das Thema erledigt. Diese Sichtweise greife zu kurz. Zwar müsse Lean von oben gewollt und getragen werden, doch entscheidend sei, ob die Führungskräfte das Thema selbst vorleben. Wenn ein Geschäftsführer nicht bereit sei, regelmäßig in die Produktion zu gehen, Fragen zu stellen und echtes Interesse zu zeigen, fehle die Glaubwürdigkeit. Ein weiterer Knackpunkt liege im mittleren Management. Führungskräfte müssten lernen, sich stärker aus dem operativen Tagesgeschäft zu lösen und stattdessen ihre Rolle als Coach und Moderator wahrzunehmen. Genau hier entstünden oft Spannungen. Lean sei untrennbar mit Change verbunden. Wer Prozesse verändern wolle, müsse auch das Führungsverständnis hinterfragen. Im Vergleich zwischen Mittelstand und Konzern sieht Ralf Volkmer Vorteile beim mittelständischen Unternehmen. Dort sei es eher möglich, eine größere Anzahl von Mitarbeitenden direkt zu erreichen und Veränderungen schneller umzusetzen, sofern die Unternehmensspitze dahinterstehe. In Konzernstrukturen dominierten häufiger zentrale Vorgaben und Kennzahlenorientierung, was bereichsübergreifende Veränderungen erschweren könne. Ein zentrales Thema ist die Nachhaltigkeit. Viele Unternehmen erzielten zu Beginn der Lean-Einführung schnelle Erfolge, etwa durch 5S oder andere sichtbare Maßnahmen. Doch sobald die sogenannten Low-Hanging Fruits geerntet seien, lasse die Dynamik nach. Dann komme es darauf an, die Organisation trotz geringerer kurzfristiger Erfolge motiviert zu halten. Ralf Volkmer vergleicht dies mit dem Fußball: Nach Zeiten großer Siege falle es schwer, auch in schwächeren Phasen engagiert zu bleiben. Gerade wenn Verbesserungen in angrenzende Bereiche ausstrahlen und bestehende Routinen infrage stellen, entstünden Widerstände. Ein Beispiel ist die Visualisierung von Qualitätsmängeln in der Montage, die zunächst als persönliche Kritik wahrgenommen wurde, obwohl sie der gemeinsamen Problemlösung dienen sollte. Was erfolgreiche Unternehmen anders machen, beantwortet Ralf Volkmer klar: Sie setzen auf gute Führung. Für ihn liegt der Unterschied zwischen Kaizen und KVP genau hier. Während KVP im deutschsprachigen Raum häufig als Sammlung von Werkzeugen verstanden werde, stehe Kaizen für eine umfassende Philosophie, die Führungskultur, Identifikation und Haltung einschließe. Werkzeuge wie 5S seien sinnvoll, müssten jedoch bewusst ausgewählt und eingebettet werden. Entscheidend sei nicht das isolierte Anwenden einzelner Methoden, sondern das Verständnis für das dahinterliegende System. Gute Führung bedeute aus seiner Sicht, die Systemintelligenz zu moderieren, statt selbst die intelligenteste Person im Raum sein zu wollen. Führungskräfte sollten Lösungen zulassen, auch wenn sie nicht perfekt erscheinen, und eine echte Fehlerkultur fördern. Effektivität verstehe er als Zielerreichung und Wirksamkeit, nicht als bloße Geschäftigkeit. Führung wirke vor allem durch die Befähigung der Mitarbeitenden. Auf die Frage, was Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung tun können, antwortet Ralf Volkmer provokant: Sie sollten konsequent nur das tun, was in ihrer Arbeitsanweisung steht. Viele Unternehmen funktionierten nur deshalb, weil Mitarbeitende informelle Zusatzprozesse übernehmen, die offiziell gar nicht existieren. Würden diese wegfallen, entstünde schnell Transparenz über strukturelle Schwächen. Sein Stichwort lautet Eskalation. Probleme müssten sichtbar werden, damit sie bearbeitet werden können. Abschließend sprechen Götz Müller und Ralf Volkmer über das Symposium Change to Kaizen der Learning Factory. Dort berichten unter anderem Vertreter der Stadt Mannheim über Lean in der Verwaltung, Praktiker aus der Luftfahrtindustrie über Lean unter strengen regulatorischen Bedingungen sowie Unternehmen wie Gira oder die Raffinerie Heide über ihre Erfahrungen. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, unter anderem mit Thorsten Laube, sowie durch einen Impuls von Roman Rackwitz zum Thema Gamification im Kontext von Change und Lean. Das Gespräch macht deutlich: Nachhaltige Verbesserung entsteht nicht durch das bloße Anwenden von Werkzeugen, sondern durch eine veränderte Haltung, durch Respekt, Wertschätzung und konsequente Führung. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 20: Recruitingprozesse

Episodennummer
20
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 020 : Recruitingprozesse
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-020-recruitingprozesse/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Alexander Walz über Recruitingprozesse und die Frage, welchen Stellenwert Prozessdenken im Personalumfeld einnimmt. Alexander Walz ist Geschäftsführer der Conciliat GmbH in Stuttgart, einer Personalberatung mit Spezialisierung auf Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Vertrieb. Das Unternehmen unterstützt mittelständische Firmen ebenso wie Konzerne bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen. Zu Beginn thematisieren Götz Müller und Alexander Walz die Bedeutung von Prozessen in Personalabteilungen. Alexander Walz beschreibt, dass Prozessdenken grundsätzlich einen hohen Stellenwert habe, sich jedoch deutlich zwischen Mittelstand und Konzern unterscheide. Mittelständische Unternehmen könnten von Konzernen mehr Struktur lernen, während Konzerne von der Flexibilität kleinerer Unternehmen profitieren könnten. Allerdings sei Struktur nicht automatisch zielführend, wenn sie nicht auf die Realität des Bewerbermarktes abgestimmt ist. Ein zentrales Problem sieht Alexander Walz in der mangelnden Flexibilität vieler Unternehmen gegenüber Bewerbern. Der Arbeitsmarkt habe sich stark gewandelt, vom Arbeitgeber- zum Bewerbermarkt. Dennoch seien die Prozesse häufig noch von Denkweisen geprägt, die aus Zeiten stammen, in denen Unternehmen aus einer Vielzahl von Kandidaten auswählen konnten. Entscheidende Rollen in der Prozessgestaltung seien oft mit Personen besetzt, die diese Veränderung nicht ausreichend nachvollziehen. Die Folge sei, dass Bewerber durch starre Abläufe und standardisierte Verfahren durchs Raster fallen. Ein anschauliches Beispiel liefert Alexander Walz mit Online-Bewerbungsportalen großer Konzerne. Wenn Bewerber in standardisierten Masken immer wieder „Sonstiges“ ankreuzen müssen, weil ihre Qualifikation nicht ins Schema passt, werde ihr tatsächliches Profil nicht sichtbar. Die interne Weiterverarbeitung orientiere sich dann ebenfalls an diesen standardisierten Angaben, sodass wertvolle Kandidaten unentdeckt bleiben. Götz Müller greift diesen Punkt auf und betont, wie wichtig es sei, Prozesse nicht losgelöst von der Praxis zu definieren, sondern die Perspektive der Betroffenen einzubeziehen. Im weiteren Verlauf diskutieren beide die Frage, wer im Recruitingprozess eigentlich im Zentrum stehen sollte. Götz Müller zieht einen Vergleich zum Gesundheitswesen, in dem häufig der Arzt und nicht der Patient im Mittelpunkt der Prozesse steht. Übertragen auf das Recruiting bedeute dies, dass nicht die Fachabteilung oder der Vorgesetzte im Zentrum stehen dürfe, sondern der Bewerber. Alexander Walz bestätigt, dass in der Praxis oft die einstellende Abteilung den Takt vorgibt, was langfristig zu Wettbewerbsnachteilen führen könne. Ein weiterer Aspekt ist die organisatorische Trägheit großer Unternehmen. Starre Gremienstrukturen, monatliche Betriebsratssitzungen oder formale Freigabeprozesse verzögern Entscheidungen. Während kleinere Unternehmen auch abends ein Vorstellungsgespräch ermöglichen können, scheitern Konzerne teils an Öffnungszeiten oder internen Regularien. Besonders kritisch wird es, wenn nach einer mündlichen Zusage mehrere Wochen bis zum Versand des Arbeitsvertrags vergehen. In dieser Zeit können Kandidaten abspringen. Alexander Walz weist zudem darauf hin, dass Recruiting in vielen Unternehmen nicht als Kernprozess verstanden wird, sondern als notwendiges Nebenprodukt. Während Produktions- oder Vertriebsprozesse systematisch optimiert werden, laufen Personalprozesse häufig nebenher und hängen stark vom Engagement einzelner Personen ab. Das begünstigt Schattenprozesse, bei denen individuelle Initiative Lücken im System kompensiert. Gleichzeitig entstehen informelle Wege der Stellenbesetzung über Netzwerke, bei denen Prozesse plötzlich sehr flexibel werden. Das zeige, dass Anpassungsfähigkeit möglich wäre, wenn der Wille dazu bestehe. Die Rolle von Personalberatungen sieht Alexander Walz nicht nur in der Kandidatensuche, sondern auch als Mittler zwischen Unternehmen und Bewerbern. Eine Personalberatung lernt das Unternehmen intensiv kennen, analysiert neben fachlichen Anforderungen auch kulturelle und persönliche Faktoren und gleicht diese mit den Profilen potenzieller Kandidaten ab. Dadurch können nicht nur formale, sondern auch „weiche“ Kriterien berücksichtigt werden. Zudem bieten Personalberater Flexibilität, etwa bei der Terminfindung oder in der Direktansprache von Spezialisten. Für Bewerber empfiehlt Alexander Walz, aktiv und unaufdringlich nach dem Stand ihrer Bewerbung zu fragen. Fehler in Prozessen seien menschlich und könnten durch Krankheit oder Abwesenheit entstehen. Wer nachhakt, erhöhe die Transparenz und reduziere das Risiko, durch organisatorische Versäumnisse übersehen zu werden. Zum Abschluss rät Alexander Walz Unternehmen, ihre Recruitingprozesse kontinuierlich zu überprüfen und nicht allein den Bewerbermangel verantwortlich zu machen. Wenn Besetzungen scheitern oder sich Prozesse als zäh erweisen, sollten Unternehmen ihre eigenen Abläufe kritisch analysieren. Recruiting müsse als gleichwertiger Geschäftsprozess betrachtet werden, vergleichbar mit Produktion oder Vertrieb. Nur wer bereit ist, Prozesse an veränderte Marktbedingungen anzupassen, werde langfristig erfolgreich Mitarbeiter gewinnen und binden können. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 21: Vertriebsprozesse

Episodennummer
21
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 021 : Vertriebsprozesse
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-021-vertriebsprozesse/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Manfred Schröder über die Bedeutung professionell gestalteter Vertriebsprozesse im Business-to-Business-Umfeld. Manfred Schröder ist seit 2002 als Verkaufstrainer und Vertriebsberater tätig, nachdem er zuvor selbst im Lösungsvertrieb komplexe und erklärungsbedürftige Produkte verkauft hat. Sein Schwerpunkt liegt auf strukturiertem Vertrieb für anspruchsvolle Angebote wie Maschinen, Software oder komplexe Dienstleistungen. Zu Beginn beschreibt Manfred Schröder den aus seiner Sicht häufigsten Fehler in Unternehmen: Es existiert faktisch kein definierter Vertriebsprozess vor der Auftragserfassung im ERP-System. Alles, was vor der Auftragseingabe geschieht, wird nicht als Prozess verstanden, sondern eher als individuelle, fast künstlerische Tätigkeit. Gerade die eigentliche Verkaufsphase, also die Zeit vom Erstkontakt bis zum unterschriebenen Vertrag, bleibt häufig unstrukturiert und ohne klare Meilensteine. Götz Müller greift diesen Punkt auf und hinterfragt die Ursachen. Manfred Schröder sieht sie unter anderem in einem überholten Verständnis von Verkauf. Noch immer dominiert das Bild vom Verkäufer, der durch geschicktes Reden und Fachwissen Aufträge gewinnt. Der Gesamtprozess wird selten systematisch betrachtet. Insbesondere im Lösungsvertrieb mit langen Verkaufszyklen und hohem Erklärungsbedarf liegt der Fokus oft auf Produkt- und Fachkompetenz sowie auf einzelnen Verkaufsgesprächen, nicht jedoch auf einem durchgängigen Prozess mit klar definierten Schritten. Die Folgen sind aus Sicht von Manfred Schröder gravierend. Ressourcen werden verschwendet, etwa wenn auf eine Kundenanfrage direkt ein Angebot erstellt wird, ohne zuvor ein strukturiertes Anfrageklärungsgespräch zu führen. Statt den Bedarf systematisch zu erkunden, wird reflexartig ein Angebot verschickt und später nachgefasst. Dieses Nachfassen ersetzt jedoch nicht die fehlende inhaltliche Klärung. Dadurch entstehen unnötige Aufwände und geringe Erfolgsquoten. Ein sauber definierter Prozess mit klarer Abfolge von Anfrage, Klärungsgespräch, Angebot, Angebotsbesprechung und Nachverfolgung würde die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen und Ressourcen gezielter einsetzen. Ein zentrales Thema des Gesprächs sind Kennzahlen. Götz Müller weist darauf hin, dass ohne definierten Prozess auch keine sinnvollen KPIs existieren können. Manfred Schröder bestätigt, dass im Vertrieb meist nur das Ergebnis gemessen wird, insbesondere Umsatz oder Deckungsbeitrag. Diese Kennzahlen sind jedoch reine Spätindikatoren. Sie zeigen den Erfolg vergangener Perioden, erlauben aber keine frühzeitige Steuerung. Gerade bei langen Verkaufszyklen von zwölf, achtzehn oder gar sechsunddreißig Monaten ist das problematisch. Wenn der Umsatz sinkt, ist es für Gegenmaßnahmen oft zu spät, da die Ursachen bereits weit zurückliegen. Frühindikatoren wie Anzahl neuer Leads, qualifizierter Anfragen oder Fortschritt einzelner Opportunities könnten hier wertvolle Hinweise liefern. In der Praxis fehlen jedoch häufig geeignete Systeme. Opportunity-Listen werden oft in Excel geführt, Wahrscheinlichkeiten für Abschlüsse beruhen auf subjektiven Einschätzungen einzelner Verkäufer. Belastbare, systemgestützte Daten sind selten. Ein weiteres Hindernis liegt in der Haltung vieler Vertriebsmitarbeiter. Der Vertrieb wird gern als individuelle Disziplin verstanden, in der jeder Kunde anders ist und Standardisierung als Korsett empfunden wird. Manfred Schröder berichtet jedoch aus seiner Erfahrung mit Vertriebsteams, dass sich bei genauer Analyse erstaunlich viele Gemeinsamkeiten in den Abläufen zeigen. Die Schritte ähneln sich, auch wenn Dauer und Ausprägung variieren. Diese Gemeinsamkeiten ließen sich durchaus in einem flexiblen, aber klar definierten Prozess abbilden. Götz Müller zieht Parallelen zum Projektmanagement, das ebenfalls mit individuellen Vorhaben arbeitet und dennoch standardisierte Phasen kennt. Im Vertrieb fehle eine vergleichbare Professionalität. Auch in der Ausbildung sieht Manfred Schröder Defizite. Während Produktion oder Marketing an Hochschulen etabliert sind, wird Vertrieb nur an wenigen Institutionen systematisch gelehrt. Dabei ist der moderne B2B-Vertrieb hochkomplex und vereint psychologische, technische und betriebswirtschaftliche Anforderungen. Im weiteren Verlauf geht es um die Rolle der Führungskräfte. Vertriebsleiter sind ergebnisverantwortlich, verfügen aber oft nicht über geeignete Steuerungsinstrumente für den Prozess. Häufig stammen sie aus technischen oder marketingnahen Bereichen und haben selbst keine systematische Vertriebslehre erfahren. Eine Professionalisierung des Vertriebs vergleichbar mit der Produktion findet noch zu selten statt. Abschließend gibt Manfred Schröder konkrete Empfehlungen. Der wichtigste Schritt sei, überhaupt zu beginnen: den bestehenden Ablauf gemeinsam mit dem Team aufzeichnen, Prozessschritte benennen, diskutieren und schrittweise verfeinern. Dabei sollten die Beteiligten aktiv eingebunden werden, um Akzeptanz zu schaffen und implizites Wissen sichtbar zu machen. Erst auf dieser Basis lassen sich sinnvolle Kennzahlen definieren und Verbesserungen systematisch umsetzen. Als Literaturempfehlungen nennt Manfred Schröder unter anderem „Solution Selling“ von Michael Bosworth sowie „Selling the Wheel“, die beide unterschiedliche Ansätze zur Strukturierung von Vertriebsprozessen aufzeigen. Götz Müller betont zum Abschluss nochmals die Bedeutung, Prozesse dort zu analysieren, wo sie tatsächlich stattfinden, und gemeinsam mit den Beteiligten weiterzuentwickeln. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 22: Prozesse in Trainings

Episodennummer
22
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 022 : Prozesse in Trainings
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-022-prozesse-in-trainings/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Oliver Buhr über Prozesse in Trainings, über Projektmanagement-Standards und über die Frage, wie sich Weiterbildung in den letzten Jahren verändert hat. Oliver Buhr stellt zunächst sich und die Copargo GmbH vor. Als Elektroingenieur mit langjähriger Erfahrung im Projektmanagement gründete er vor rund zehn Jahren sein eigenes Trainings- und Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt auf PRINCE2. Ausgehend von klassischen Zertifizierungstrainings hat Copargo das Portfolio um Beratung, Coaching und ergänzende Methoden erweitert. Von Beginn an dachte Oliver Buhr in Prozessen. Schon als Ein-Mann-Unternehmen entwarf er ein Prozessmodell mit Kundenanforderungen, Kernprozessen und Unterstützungsprozessen. Dieses Denken half ihm, Qualität zu sichern und Wachstum strukturiert zu gestalten. Ein zentrales Spannungsfeld im Trainingsgeschäft beschreibt Oliver Buhr als „professionelle Individualität“. Trainings, insbesondere firmenspezifische Formate, müssen individuell auf Kunden zugeschnitten sein und dennoch wiederholbar hohe Qualität liefern. Das erfordert dokumentierte Abläufe, Leitfäden und Checklisten. Neben organisatorischen Prozessen spielen didaktische Prozesse eine entscheidende Rolle. Oliver Buhr unterscheidet deutlich zwischen reiner Wissensvermittlung und Trainings mit dem Ziel von Aha-Effekten. In Zertifikatstrainings wie PRINCE2 ist es wichtig, Struktur, Transparenz und Erwartbarkeit zu schaffen. Die Teilnehmenden sollen jederzeit wissen, wo sie im Lernprozess stehen. Visualisierungen, klare Agenden, regelmäßige Wiederholungen und Prüfungsaufgaben geben Orientierung und Sicherheit. Anders verhält es sich bei Formaten, die Verhaltensänderung oder neue Perspektiven anstoßen sollen. Hier kann gezielte Verwirrung hilfreich sein. Teilnehmende werden bewusst mit Unsicherheit konfrontiert, machen Fehler und reflektieren anschließend ihre Erfahrungen. Dieses Vorgehen fördert nachhaltigeres Lernen. Auch wenn der Ablauf für die Teilnehmenden offen wirkt, folgt er für die Trainer einem klaren inneren Prozess. Götz Müller greift den scheinbaren Widerspruch auf, dass Projekte als Unikate gelten, Projektmanagement jedoch Prozesse beschreibt. Oliver Buhr erläutert, dass gerade projektorientierte Unternehmen von wiederholbaren Vorgehensmodellen profitieren. Ohne klaren Rahmen hängt der Erfolg oft an einzelnen „Helden“. Ein definierter Projektmanagement-Prozess schafft Übertragbarkeit und Stabilität. Im Vergleich der großen Projektmanagement-Schulen erläutert Oliver Buhr die Unterschiede zwischen IPMA, PMI und PRINCE2. IPMA, vertreten durch die GPM in Deutschland, verfolgt ein umfassendes Kompetenzmodell mit mehreren Stufen bis hin zum Programmdirektor. PMI liegt zwischen Kompetenzorientierung und Prozessorientierung. PRINCE2 hingegen legt besonderen Wert auf klar definierte, wiederholbare Managementprozesse mit konkret beschriebenen Aktivitäten. Mit PRINCE2 Agile wurde dieses Modell um agile Ansätze erweitert. Laut Oliver Buhr ist es ein Add-on für Organisationen, die bereits mit PRINCE2 arbeiten. Es integriert agile Methoden wie Scrum, Kanban oder Lean-Elemente in eine bestehende Managementstruktur. Ziel ist keine Abgrenzung zwischen klassisch und agil, sondern eine Integration beider Denkweisen. Projektmanagement benötigt aus seiner Sicht sowohl Struktur als auch flexible, teamorientierte Arbeitsweisen. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Entwicklung von Trainingsformaten. Oliver Buhr beschreibt, wie klassische, foliengetriebene Seminare zunehmend durch interaktive Formate ersetzt wurden. Neben Gruppenarbeiten und Medienwechseln differenziert er drei Ebenen: Training mit festem Inhalt und Ablauf, Moderation mit festem Prozess und offenem Inhalt sowie Facilitation, bei der sowohl Inhalt als auch Prozess offen sind. Letzteres stellt hohe Anforderungen an die leitende Person, die situativ den passenden Prozess gestalten muss. Im Kontext von Führung und Projektmanagement sieht Oliver Buhr hier eine Verschiebung der erforderlichen Kompetenzen. Neben Methodenwissen gewinnen Moderationsfähigkeit, Leadership und die Fähigkeit zur Selbstorganisation von Teams an Bedeutung. Das Thema Zertifizierung bleibt ambivalent. Zertifikate schaffen Vertrauen und sind in Ausschreibungen oft Voraussetzung. Sie bescheinigen jedoch primär Wissen, nicht soziale Kompetenz oder Führungserfahrung. Während IPMA stärker auf persönliche Beurteilung setzt, bleibt auch hier ein gewisser Grad an Subjektivität bestehen. Über klassische Trainings hinaus gewinnen alternative Lernformate an Bedeutung. Barcamps und insbesondere PM-Camps ermöglichen intensiven Austausch auf Augenhöhe. Oliver Buhr schildert diese Formate als deutlich wirkungsvoller als traditionelle Konferenzen. Aus dieser Erfahrung heraus initiierte Copargo einen eigenen Community Day, der Vorträge mit offenen Austauschformaten kombiniert und gezielt Vernetzung fördert. Abschließend geht es um Literatur und Storytelling. Neben Fachbüchern zu Visualisierung und Moderation hebt Oliver Buhr den Wert von erzählerischen Formaten hervor. Mit dem Roman „Grünes Gold“ hat Copargo eine unterhaltsame Einführung in PRINCE2 geschaffen, die zeigt, wie Wissen über Geschichten nachhaltiger vermittelt werden kann. Das Gespräch zwischen Götz Müller und Oliver Buhr verdeutlicht, dass Prozesse in Trainings auf unterschiedlichen Ebenen wirken: sichtbar in klaren Strukturen oder unsichtbar als gestalteter Lernprozess. Entscheidend ist die bewusste Gestaltung, angepasst an Ziel, Kontext und Lernziel. 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Kaizen 2 go Episode 23: Prozesse im Shared Service Center

Episodennummer
23
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 023 : Prozesse im Shared Service Center
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-023-prozesse-im-shared-service-center/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Jan Bieler über Prozesse und Prozessoptimierung in einem Shared Service Center eines großen Unternehmens. Jan Bieler ist dort Teamleiter für Projekt- und Prozessmanagement und verantwortet, dass Projekte erfolgreich umgesetzt und Abläufe kontinuierlich verbessert werden. Sein zentrales Anliegen ist es, die Arbeit effizienter, qualitativ hochwertiger und insgesamt reibungsloser zu gestalten. Zu Beginn erläutert Jan Bieler das grundlegende Selbstverständnis eines Shared Service Centers. Dessen Kernidee besteht darin, Aufgaben zu zentralisieren, um Synergieeffekte zu nutzen und Kosten zu senken. Gleichzeitig sollen die internen Kunden Leistungen in hoher Qualität und zu geringeren Kosten erhalten. In seinem konkreten Umfeld betrifft das vor allem Buchhaltungsprozesse für deutsche Gesellschaften. Dazu zählen der Rechnungseingang, der Rechnungsausgang inklusive Forderungsmanagement und Mahnwesen, die Telefoninkasso-Tätigkeiten, die Personalabrechnung, die Hauptbuchhaltung sowie Reportingaufgaben. Darüber hinaus nennt Jan Bieler typische weitere Einsatzfelder von Shared Service Centern wie IT-Helpdesks, Recruiting oder standardisierte Einkaufsprozesse. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Automatisierung im Rechnungseingang. Jan Bieler beschreibt, dass Automatisierung bereits bei der Art des Rechnungseingangs beginnt. Elektronische Rechnungen bieten den Vorteil, strukturierte Datensätze direkt mitzuliefern, die in nachgelagerten Prozessen weiterverarbeitet werden können. Bei Papierrechnungen werden die Dokumente digitalisiert und per OCR ausgelesen, sodass sie in Workflow-Systemen verarbeitet werden können. Die Freigabe- und Prüfprozesse laufen elektronisch, unterstützt durch hinterlegte Regeln, die einen hohen Automatisierungsgrad ermöglichen. Auch das Mahnwesen wird thematisiert. Götz Müller spricht das Spannungsfeld zwischen Standardisierung und Kundenbeziehung an. Jan Bieler erläutert, dass der Mahnprozess weitgehend standardisiert ist. Nach mehreren Eskalationsstufen erfolgt ein automatisierter Anruf durch das Kreditmanagement. Trotz anfänglicher Vorbehalte, insbesondere seitens des Vertriebs, habe sich das Modell bewährt. Die Kunden, meist aus dem Business-Umfeld, akzeptieren die strukturierte Vorgehensweise. Wichtig sei dabei die professionelle Schulung der Mitarbeitenden, die diese Gespräche führen. Ein zentrales Thema ist die kontinuierliche Verbesserung innerhalb des Shared Service Centers. Jan Bieler beschreibt, dass in der Anfangsphase große Potenziale durch Standardisierung gehoben wurden. Anschließend rückte die Automatisierung und der gezielte Technologieeinsatz in den Fokus. Beispielsweise werden im Zahlungsverkehr über 90 Prozent der Buchungen automatisch zugeordnet. Mit wachsender Reife werden die Verbesserungen jedoch kleiner, und der Fokus verschiebt sich stärker auf Qualitätssicherung und Monitoring. Methodisch kamen zunächst stark strukturierte Ansätze wie Six Sigma zum Einsatz, häufig in eher top-down geprägten Projekten. Inzwischen verfolgt Jan Bieler gemeinsam mit seinem Team verstärkt den Ansatz, Mitarbeitende aktiv einzubinden. Qualitätszirkel spielen dabei eine wichtige Rolle. In diesen Runden werden Methoden wie PDCA, Wertstromanalysen oder die Fünf-Why-Technik praxisnah angewendet. Die Rückmeldungen aus der Belegschaft sind positiv, da Mitarbeitende das Gefühl erhalten, aktiv an der Gestaltung ihrer Prozesse mitzuwirken. Gleichzeitig spricht Jan Bieler offen über die Ängste, die mit Prozessoptimierung einhergehen. Seit der Gründung des Shared Service Centers schwankte die Mitarbeiterzahl deutlich. Nach einer Phase des Wachstums kam es zu einem spürbaren Abbau, der jedoch überwiegend durch natürliche Fluktuation aufgefangen wurde. Dennoch bleibt bei vielen Mitarbeitenden die Sorge, sich durch Verbesserungen selbst überflüssig zu machen. Dieses Spannungsfeld begleitet Veränderungsprozesse dauerhaft. Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Kundenorientierung. Zu Beginn stieß die Zentralisierung nicht überall auf Begeisterung, da lokale Gesellschaften Kompetenzen abgeben mussten. Standardisierte Prozesse wurden zunächst als Einschränkung wahrgenommen. Mit der Zeit zeigte sich jedoch, dass klar geregelte Abläufe Nacharbeit reduzierten und die Gesamtqualität verbesserten. Die Rückmeldungen der internen Kunden sind inzwischen überwiegend positiv. Im Hinblick auf Internationalisierung schildert Jan Bieler die Herausforderungen länderübergreifender Shared Service Strukturen. Unterschiedliche Rechtslagen, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede erschweren eine vollständige Harmonisierung. In seinem Konzern entschied man sich daher, nationale Shared Service Center aufzubauen, um diesen Komplexitäten besser gerecht zu werden. Persönlich beschreibt Jan Bieler seinen Zugang zu Lean. Während seiner Lean Six Sigma Green Belt Ausbildung konnte er mit dem Lean-Gedanken zunächst wenig anfangen. Erst durch eine Studie zum Thema Lean Office erkannte er, wie viele Lean-Prinzipien im Shared Service Center bereits intuitiv umgesetzt wurden. Dazu gehören eine konsequente Kennzahlenorientierung, die Ausrichtung an Prozessen statt Hierarchien sowie die schrittweise Einbindung der Mitarbeitenden. Gleichzeitig reflektiert er kritisch die Vielzahl an Kennzahlen. Viele Daten fallen automatisiert an, dennoch stellt sich die Frage, welche Kennzahlen tatsächlich relevant sind und welche nur noch historisch gewachsenes Berichtswesen darstellen. Abschließend berichtet Jan Bieler über seinen eigenen Blog. Seine Motivation ist es, Erfahrungen aus der Praxis weiterzugeben und anderen Impulse für bessere Prozesse zu liefern. Er möchte Menschen dabei unterstützen, Herausforderungen systematisch anzugehen und neue Wege auszuprobieren. Für ihn ist kontinuierliche Verbesserung nicht nur ein Organisationsprinzip, sondern auch eine persönliche Haltung. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 24: Mobile Geschäftsprozesse

Episodennummer
24
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 024 : Mobile Geschäftsprozesse
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-024-mobile-geschaeftsprozesse/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Thorsten Jekel über die Potenziale, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren mobiler Geschäftsprozesse. Thorsten Jekel begleitet jährlich mehrere große Organisationen bei der Einführung mobiler Lösungen, insbesondere rund um das iPad, mit dem Ziel, Produktivität zu steigern und Geschäftsprozesse wirksam zu optimieren. Zu Beginn erläutert Thorsten Jekel, dass mobile Lösungen branchenübergreifend relevant sind. Besonders stark verbreitet sind sie im Vertrieb und in Außendienstorganisationen, etwa bei Banken, Versicherungen oder im Food-Service-Bereich. Überall dort, wo Mitarbeitende mobil beim Kunden arbeiten, entsteht ein unmittelbarer Mehrwert. Gleichzeitig beobachtet er, dass auch Vorstände und Geschäftsführer häufig Treiber solcher Initiativen sind. Diese Impulse von oben können Türen öffnen, bergen jedoch die Gefahr, dass Technologie aus Begeisterung eingeführt wird, ohne klare Zielsetzung. Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, wo mobile Endgeräte tatsächlich produktiv wirken. Neben dem klassischen Außendienst sieht Thorsten Jekel großes Potenzial in der Produktion. Er verweist auf das Beispiel von Audi, wo Papier-Checklisten durch iPads ersetzt wurden. Dadurch entfallen Wege zu stationären Terminals sowie doppelte Datenerfassungen. Die Produktivität steigt nicht durch „bunte Bilder“, sondern durch durchdachte Prozessverbesserung. Dabei spielen auch Aspekte wie Sicherheit, robuste Hardware, spezielle Schutzhüllen oder sogar angepasste Handschuhe eine Rolle. Mobile Lösungen müssen an die reale Arbeitsumgebung angepasst werden, etwa im Tiefkühlbereich oder auf Baustellen. Entscheidend ist für Thorsten Jekel jedoch nicht das Gerät selbst, sondern der Prozessgedanke. Er schildert Beispiele aus der Praxis, etwa Steuerberater, die beim Mandanten direkt auf Buchungen zugreifen und Fragen sofort klären können. So entstehen Kundennutzen und interne Effizienz gleichzeitig. Ein weiteres Beispiel ist Mercedes-Benz in den USA: Durch den direkten Vertragsabschluss per Tablet im Moment der Kaufentscheidung wurde die Abschlussquote signifikant gesteigert. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, Prozesse vom gewünschten Ergebnis her zu denken. Im weiteren Verlauf sprechen Götz Müller und Thorsten Jekel über typische Fehler bei der Einführung mobiler Geschäftsprozesse. Der häufigste Fehler ist laut Thorsten Jekel, vom Gerät statt vom Ziel aus zu denken. Unternehmen orientieren sich an Trends oder Wettbewerbern, ohne klar zu definieren, welchen konkreten Mehrwert sie erzielen wollen. Ebenso problematisch ist es, bestehende Prozesse nicht kritisch zu hinterfragen. Oft werden ineffiziente oder überflüssige Abläufe digitalisiert, statt sie zunächst zu vereinfachen oder ganz zu streichen. Am Beispiel von Coca-Cola beschreibt Thorsten Jekel, wie konsequent bestehende Arbeitsmittel abgeschafft wurden, um echte Veränderungen zu erzwingen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Einbindung der Nutzer. Werden Mitarbeitende nicht frühzeitig beteiligt, geht wertvolles Praxiswissen verloren, und die Akzeptanz sinkt. Veränderungsprozesse müssen iterativ gestaltet und kontinuierlich verbessert werden. Mobile Lösungen sind keine einmaligen IT-Projekte, sondern Teil eines fortlaufenden Optimierungsprozesses. Götz Müller betont in diesem Zusammenhang die Gefahr, theoretische Soll-Prozesse abzubilden, die mit der Realität wenig zu tun haben. Große Bedeutung messen beide Gesprächspartner der Rolle der Führung bei. Mobile Transformation ist kein Technikprojekt, sondern ein Führungsthema. Veränderungen müssen glaubwürdig vorgelebt werden. Wenn die oberste Führungsebene Optimierung fordert, selbst aber nicht entsprechend handelt, entsteht Widerstand. Besonders im mittleren Management können Ängste und Statusdenken Veränderungen bremsen. Hier braucht es ernsthafte Auseinandersetzung und aktives Change Management. Technologisch empfiehlt Thorsten Jekel, plattformübergreifend zu denken. Unternehmen sollten vermeiden, sich zu stark an einen Anbieter zu binden. Daten müssen zentral gespeichert und von unterschiedlichen Endgeräten zugänglich sein. Zudem sollten Lösungen hybrid funktionieren, also auch ohne permanente Internetverbindung einsatzfähig sein. Native Apps mit einfacher Bedienbarkeit sind dabei virtuellen Desktop-Lösungen häufig überlegen, insbesondere im Außendienst. Abschließend gibt Thorsten Jekel Empfehlungen für Unternehmen, die mobile Geschäftsprozesse einführen möchten. Zunächst sollten sie sich erfolgreiche Praxisbeispiele ansehen, sowohl innerhalb der eigenen Branche als auch branchenübergreifend. Benchmarking und der Austausch mit erfahrenen Partnern helfen, typische Fehler zu vermeiden. Mobile Technologien bieten große Chancen, wenn sie konsequent prozessorientiert, nutzerzentriert und strategisch eingeführt werden. Die Episode macht deutlich, dass mobile Geschäftsprozesse weit mehr sind als technische Spielerei. Richtig eingesetzt ermöglichen sie schnellere Entscheidungen vor Ort, höhere Kundenzufriedenheit und nachhaltige Produktivitätssteigerungen. Entscheidend ist dabei stets die Verbindung aus klarer Zielsetzung, durchdachtem Prozessdesign und glaubwürdiger Führung. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 25: Prozesse im Messe-Umfeld

Episodennummer
25
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 025 : Prozesse im Messe-Umfeld
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-025-prozesse-im-messe-umfeld/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Daniel Fischer über Prozesse in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Messeauftritten. Daniel Fischer ist Gründer der Media Harmonis GmbH in Ludwigsburg und hat seine berufliche Laufbahn als Diplom-Produktgestalter begonnen. Schon früh übernahm er Verantwortung für komplette Messeprojekte, von der Standgestaltung über Grafik und Technik bis hin zu begleitenden Marketingmaßnahmen. Mit den Jahren verlagerte sich sein Schwerpunkt zunehmend in die Projektsteuerung und Koordination. Sein Anspruch ist es, die unterschiedlichen Beteiligten eines Messeprojekts so aufeinander abzustimmen, dass aus vielen Einzelstimmen ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Zu Beginn beleuchtet Götz Müller die grundsätzliche Frage, warum Unternehmen überhaupt auf Messen gehen. Daniel Fischer betont den unmittelbaren Zugang zum Markt. Nirgendwo sonst lassen sich Kundenkontakte, direktes Feedback, Wettbewerbsbeobachtung und persönliche Beziehungen so intensiv verbinden. Messen schaffen reale Begegnungen und ermöglichen spontane Reaktionen, die digitale Kanäle allein nicht bieten können. Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Dualität von Projekt und Prozess. Für Daniel Fischer steht fest, dass unter jeder erfolgreichen Messevorbereitung ein klar strukturierter Prozess liegen muss. Auch wenn jede Messe einen Projektcharakter hat, gibt es standardisierte Abläufe. Von der Auswahl der passenden Messe über Zieldefinition, Konzeptentwicklung und Standarchitektur bis hin zu Personalplanung, Produktion und Erfolgskontrolle folgen die Schritte einer logischen Reihenfolge. Mit wachsender Erfahrung stabilisieren sich diese Abläufe zunehmend. Besonders kritisch sieht Daniel Fischer die frühe Phase der Zielklärung. Viele Unternehmen beschäftigen sich zu spät mit der Frage, welche konkreten Ziele sie verfolgen. Geht es um Imagepflege, Bestandskundenbindung, Neukundengewinnung oder direkten Verkauf, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf Gestaltung und Aktivitäten. Fehler in dieser Phase lassen sich später kaum korrigieren. Die Messevorbereitung ist eine Teamleistung. Neben Geschäftsführung und Marketing sind Produktverantwortliche, Vertrieb, Buchhaltung und insbesondere das Standpersonal eingebunden. Letztere werden laut Daniel Fischer häufig unterschätzt, obwohl sie an vorderster Front stehen. Ihnen muss ein funktionierendes „Werkzeug“ in Form von klarer Botschaft, Training und passender Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. Ein wiederkehrendes Problem ist mangelnde Abstimmung. Daniel Fischer beschreibt, wie leicht in der Vorbereitungsphase Panik entstehen kann. Dem setzt er strukturierte Kommunikation entgegen. Entscheidend sei, dass jeder Beteiligte die für ihn relevanten Informationen erhält, ohne in unnötige Abstimmungsschleifen zu geraten. Klare Kommunikationsregeln reduzieren Reibungsverluste und schaffen ein positives Arbeitsklima. Weitere typische Fehler sind eine zu starke operative Einbindung der Geschäftsleitung, die Annahme, Besucher kämen automatisch an den Stand, sowie fehlende Vorab-Einladungen. Daniel Fischer plädiert für aktive Ansprache lange vor Messebeginn. Einladungen, Terminvereinbarungen und gezielte Aktionen erhöhen die Wahrscheinlichkeit qualifizierter Kontakte erheblich. Ein wichtiger Baustein ist die Schulung des Standpersonals. Messekommunikation unterscheidet sich vom Alltag. Auftreten, Gesprächsführung, Reaktion auf kritische Fragen und selbst organisatorische Aspekte wie Pausenregelungen müssen durchdacht sein. Nur wer vorbereitet ist, bleibt auch in intensiven Phasen leistungsfähig. Nach der Messe beginnt aus Sicht von Daniel Fischer sofort die nächste Phase. Die Nachbereitung umfasst Zielüberprüfung, Kontaktpflege und systematische Auswertung. Kontakte dürfen nicht versanden. Ebenso wichtig ist eine strukturierte Lessons-Learned-Besprechung mit allen Beteiligten, vom Standdienst bis zur Geschäftsführung. Diese Reflexion bildet die Grundlage für kontinuierliche Verbesserung und reduziert Unwägbarkeiten zukünftiger Veranstaltungen. Als wichtigstes Werkzeug nennt Daniel Fischer nicht ein bestimmtes System, sondern den scharfen Verstand, Analysefähigkeit und situatives Anpassen von Methoden. Ob CRM oder Projektmanagement-Tool sinnvoll sind, hängt von Größe, Bedeutung und Zielsetzung ab. Entscheidend bleibt der Faktor Mensch. Abschließend wechselt Götz Müller die Perspektive und fragt nach Empfehlungen für Messebesucher. Daniel Fischer rät dazu, den persönlichen Kontakt aktiv zu suchen, Fragen zu stellen und den direkten Austausch zu nutzen. Genau diese persönliche Interaktion sei der eigentliche Mehrwert einer Messe. Das Gespräch macht deutlich, dass erfolgreiche Messeauftritte weder Zufall noch reines Kreativprojekt sind, sondern das Ergebnis klarer Zielsetzung, strukturierter Prozesse, wirksamer Kommunikation und konsequenter Nachbereitung. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 26: Prozesse in der Personalentwicklung

Episodennummer
26
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 026 : Prozesse in der Personalentwicklung
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-026-prozesse-in-der-personalentwicklung/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Joachim Schönberger über Prozesse in der Personalentwicklung und darüber, warum sie weit mehr sind als einzelne Trainings oder Workshops. Joachim Schönberger beschreibt zu Beginn seinen beruflichen Hintergrund als langjähriger Personalentwickler und Managementberater mit Schwerpunkt auf mittelständischen Unternehmen, Handwerk, Gesundheitswesen, öffentlicher Verwaltung und Dienstleistungsbereichen. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, was ein Prozess in der Personalentwicklung überhaupt ist. Für Joachim Schönberger beginnt ein Prozess dort, wo Maßnahmen regelmäßig und strukturiert stattfinden. Er beschreibt einen typischen Ablauf: Ein Unternehmen meldet einen Optimierungsbedarf, etwa beim Betriebsklima oder bei der Führung. Darauf folgen Gespräche mit der Geschäftsleitung, Analysen, häufig in Form von Mitarbeiterbefragungen, und eine Diagnose der Ausgangssituation. Auf dieser Basis werden operative Ziele definiert und konkrete Maßnahmen geplant. Methoden wie Coaching, Teamentwicklung oder strukturierte Mitarbeitergespräche sind dabei Bausteine innerhalb eines übergeordneten Prozesses. Götz Müller arbeitet heraus, dass trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen viele Personalentwicklungsprozesse einer ähnlichen Logik folgen. Joachim Schönberger bestätigt das, betont jedoch, dass die Schwerpunkte variieren. Geht es etwa um die Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmenskultur über mehrere Standorte hinweg, stehen Moderation, Führungskräfteentwicklung und Teamprozesse im Vordergrund. Die klassischen Ziele aus Unternehmenssicht sind klar: höhere Mitarbeiterzufriedenheit, stärkere Leistungsmotivation, geringere Fluktuation, Aufdeckung von Fehlbesetzungen, bessere Kommunikation und nicht zuletzt wirtschaftlicher Erfolg. Auch Themen wie erhöhter Krankenstand oder Burnout spielen eine Rolle. Personalentwicklung überschneidet sich hier zunehmend mit betrieblichem Gesundheitsmanagement. Aus Sicht der Mitarbeitenden stehen andere Aspekte im Fokus: fachliche und persönliche Weiterentwicklung, Karriereperspektiven, Aktivierung ungenutzter Potenziale und oft auch Einkommensverbesserungen. Joachim Schönberger betont, dass insbesondere bei der Übernahme von Führungsverantwortung gezielte Begleitung notwendig ist, da der Rollenwechsel Zeit und Reflexion erfordert. Ein zentrales Thema ist die Mitarbeiterbindung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Joachim Schönberger zeigt sich überrascht, dass viele Unternehmen die strategische Bedeutung dieses Themas noch immer unterschätzen. Gerade in Regionen mit Fachkräftemangel kann mangelnde Personalentwicklung schnell zu Qualitätsproblemen und Auftragsverlust führen. Götz Müller greift diesen Punkt auf und macht deutlich, wie aus vermeintlich weichen Faktoren harte wirtschaftliche Konsequenzen entstehen können. Wenn Personalentwicklungsprozesse nicht funktionieren, zeigen sich die Symptome deutlich: hohe Fluktuation, schlechtes Betriebsklima, sinkende Produktqualität oder steigende Krankenstände. Besonders problematisch ist, dass häufig die leistungsstärksten Mitarbeitenden zuerst gehen. Gleichzeitig bleiben andere aus Unsicherheit oder mangelnden Alternativen lange in belastenden Situationen, was wiederum die Motivation und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Rolle der Beteiligten. Geschäftsleitung, Führungskräfte, Mitarbeitende und gegebenenfalls Betriebsräte müssen eingebunden werden. Joachim Schönberger verfolgt den Ansatz, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Viele Lösungen seien im Unternehmen bereits vorhanden, müssten jedoch moderiert und strukturiert werden. Dabei geht es oft auch um einen Perspektivwechsel, etwa wenn Führungskräfte die Frage stellen, warum ein Mitarbeiter „nicht funktioniert“. Hier fordert Joachim Schönberger mehr Selbstreflexion auf Seiten der Führung. Veränderungsprozesse benötigen Zeit. Coaching über mehrere Monate oder sogar ein Jahr sei keine Ausnahme, sondern realistisch. Menschen seien keine Maschinen, an denen man kurzfristig eine Schraube drehe. Gleichzeitig könne es gelingen, durch gezielte Impulse schnelle Fortschritte zu erzielen, etwa wenn eine junge Führungskraft lernt, schwierige Mitarbeitergespräche geduldig und konsequent zu führen. Als häufiges Problem identifiziert Joachim Schönberger fehlende strategische Ausrichtung. In vielen Unternehmen existieren zwar einzelne Maßnahmen, aber keine klare, zielorientierte Personalentwicklungsstrategie. Workshops, Schulungen oder Trainings werden situativ organisiert, oft im „Feuerwehrmodus“. Was fehlt, ist die Einbettung in einen übergeordneten Prozess mit klaren Zielen und regelmäßiger Reflexion. Auch bei der Personalauswahl beginnen Fehler. Häufig werden Führungskräfte primär aufgrund fachlicher Exzellenz eingestellt, während Führungskompetenz zu wenig berücksichtigt wird. Selbst wenn Stellenbeschreibungen detailliert sind, fehlt oft eine klare Vorstellung davon, wie Führung konkret gestaltet werden soll. Als zentralen Rat formuliert Joachim Schönberger, dass sich die Geschäftsleitung mindestens ein- bis zweimal jährlich bewusst Zeit nehmen sollte, um über die strategische Entwicklung des Personals nachzudenken. Es gehe darum, über aktuelle Probleme hinauszublicken und zu klären, wohin sich das Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden entwickeln will. Ohne klares Ziel bleibe Personalentwicklung Stückwerk. Zum Abschluss unterstreicht Joachim Schönberger, dass Führung Zeit kostet. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, zahlt später einen höheren Preis in Form von Konflikten, Fluktuation oder Qualitätsproblemen. Regelmäßige Reflexion, strategische Klarheit und konsequente Umsetzung bilden aus seiner Sicht das Fundament wirksamer Personalentwicklungsprozesse. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go Episode 27: Scrum, agile Software-Entwicklung, Lean

Episodennummer
27
Vollständiger Titel
Kaizen 2 go 027 : Scrum, agile Software-Entwicklung, Lean
Erscheinungsdatum
Podcast
Kaizen 2 go – Der Lean-Podcast
Moderator
Götz Müller
Episoden-URL
https://www.geemco.de/artikel/kaizen-2-go-027-scrum-agile-software-entwicklung-lean/
Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller mit Ruth Wächter über Scrum, agile Softwareentwicklung und die Verbindung zu Lean-Prinzipien. Ruth Wächter stellt zunächst ihren beruflichen Hintergrund vor. Sie ist Wirtschaftsinformatikerin, war anfangs selbst als Programmiererin tätig und arbeitet heute als Scrum Master und IT-Prozessberaterin mit Schwerpunkt auf agilen Prinzipien. Ihre Laufbahn begann jedoch im künstlerischen und pädagogischen Bereich. Sie leitete Ensembles, unterrichtete Schulklassen und entwickelte im Leistungssport Innovationskonzepte. Der rote Faden ihrer Tätigkeit ist die Befähigung von Menschen, über sich hinauszuwachsen. Heute begleitet sie IT-Teams dabei, ihre Zusammenarbeit und ihre Ergebnisse kontinuierlich zu verbessern. Im Gespräch erläutert Ruth Wächter die grundlegende Umkehrung, die agile Softwareentwicklung im Vergleich zum klassischen Vorgehen bedeutet. Während im traditionellen Modell Inhalt, Funktionen und Spezifikationen möglichst vollständig zu Beginn definiert werden und Zeit sowie Budget sich daraus ergeben, wird in der Agilität Zeit und Budget fixiert. Der Kunde erhält in kurzen, festen Zyklen lauffähige Teilergebnisse. Der genaue inhaltliche Umfang bleibt flexibel. Diese Herangehensweise stellt insbesondere erfahrene Entwickler vor Herausforderungen, die an langfristige Planung und vollständige Spezifikationen gewöhnt sind. Ein zentrales Merkmal agiler Entwicklung ist die enge Einbindung des Kunden. Dieser gibt kontinuierlich Feedback und beeinflusst die Priorisierung. Dadurch sinkt das Risiko, am Ende ein Produkt zu liefern, das am Bedarf vorbeigeht. Durch kurze Iterationen, testgetriebenes Vorgehen, modulare Architektur und Praktiken wie Pair Programming werden Fehler früh sichtbar. Probleme werden nicht erst am Ende eines langen Projekts erkannt, sondern möglichst in den ersten Zyklen. Zudem ermöglicht die Lieferung in abgeschlossenen Inkrementen ein vergleichsweise einfaches Beenden eines Projekts, da bereits nutzbare Teile vorliegen. Götz Müller stellt die Verbindung zu Lean her, insbesondere zum Gedanken der Reduzierung von Work in Process. Ruth Wächter bestätigt, dass insbesondere bei Scrum Lean-Gedanken bewusst integriert wurden, etwa in den Retrospektiven, die der kontinuierlichen Verbesserung dienen. Beide betonen, dass Lean-Prinzipien nicht auf die Produktion beschränkt sind, sondern auch in projektorientierten, wissensintensiven Umfeldern wie der Softwareentwicklung wirksam werden. Ein großer Themenblock sind die Herausforderungen bei der Einführung von Scrum. Ruth Wächter beschreibt, dass agile Methoden vor allem Transparenz schaffen. Hindernisse, ineffiziente Strukturen und kulturelle Probleme werden sichtbar. Das erzeugt Handlungsdruck und kann Unruhe auslösen. Nicht alle Mitarbeiter begrüßen diese Transparenz, insbesondere wenn Leistungsunterschiede offengelegt werden. Je nach Unternehmenskultur fällt der Veränderungsprozess unterschiedlich intensiv aus. Ein kritischer Punkt sind Metriken. Beide Gesprächspartner reflektieren die Gefahr, falsche Kennzahlen zu setzen. Wenn etwa Lines of Code oder Bug-Anzahlen als Maßstab dienen, werden Teams Wege finden, diese Kennzahlen zu erfüllen, ohne dass sich die tatsächliche Wertschöpfung verbessert. Die Messgröße bestimmt das Verhalten, nicht zwingend das gewünschte Ziel. Als häufigsten Fehler bei der Scrum-Einführung benennt Ruth Wächter ein grundlegendes Missverständnis: Scrum wird als Lösung für Probleme betrachtet. Tatsächlich deckt Scrum Missstände auf. Verbesserungen entstehen erst durch die anschließende konsequente Bearbeitung dieser Defizite. Unternehmen, die nach der Einführung feststellen, dass zunächst mehr Probleme sichtbar werden, reagieren oft mit Enttäuschung oder Schuldzuweisungen. Besonders problematisch ist es, wenn Teams für Schwierigkeiten verantwortlich gemacht werden, obwohl strukturelle Ursachen zugrunde liegen. Die Rolle der Führungskräfte ist dabei entscheidend. Führung darf weder in Kontrolle verharren noch sich vollständig zurückziehen. Führungskräfte behalten die Verantwortung für Richtung, Rahmenbedingungen und Kultur. Sie müssen Klarheit über Ziele und Spielregeln schaffen und eine konstruktive Fehlerkultur etablieren. Gleichzeitig gilt es, Selbstorganisation zu ermöglichen, ohne Orientierungslosigkeit entstehen zu lassen. Beide Extreme, Mikromanagement oder völliger Rückzug, sind hinderlich. Zur Unterstützung von Führungskräften empfiehlt Ruth Wächter externe Begleitung durch erfahrene Berater oder Scrum Master. Zudem kann eine kleine Koalition engagierter Führungskräfte innerhalb des Unternehmens hilfreich sein, um sich gegenseitig zu reflektieren und zu stabilisieren. Für Entscheider ist eine gründliche Vorabklärung zentral: Warum soll Scrum eingeführt werden? Welches Problem soll gelöst werden? Ist das Produktumfeld überhaupt komplex genug für einen agilen Ansatz? Auch Pilotprojekte bieten sich an, um Erfahrungen im kleinen Rahmen zu sammeln. Produktivitätsunterschiede innerhalb von Teams lassen sich nicht durch Agilität allein ausgleichen. Agile Methoden setzen grundsätzlich kompetente Entwickler voraus. Verbesserungen entstehen durch gegenseitiges Lernen im Team, durch Pair Programming und gezielte Weiterbildung. Teams können eigene Standards und Onboarding-Hilfen entwickeln, um neue Mitglieder schneller auf ein gemeinsames Niveau zu bringen. Abschließend diskutieren Götz Müller und Ruth Wächter die Bedeutung von Standards. Trotz individueller Anpassungen braucht es stabile Prozessrahmen, um Energie zu sparen und Orientierung zu geben. Standards schaffen Rhythmus und entlasten, weil nicht jede Entscheidung immer wieder neu getroffen werden muss. Entscheidend ist, diese Standards konsequent anzuwenden und nicht vorschnell aufzuweichen. Kontinuität bildet die Grundlage für echte Verbesserung. So entsteht ein differenziertes Bild: Scrum und Lean sind keine Wundermittel, sondern strukturierte Ansätze, die Transparenz schaffen, Verantwortung klären und kontinuierliche Verbesserung ermöglichen, sofern Führung, Kultur und Bereitschaft zur Veränderung zusammenwirken. Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten. Artikel abonnieren Artikel teilen auf ...

Kaizen 2 go – Disambiguation

Kaizen 2 go ist nicht zu verwechseln mit:

Kaizen 2 go ist: Der älteste, umfangreichste und aktivste deutschsprachige Podcast zu Lean Management und Geschäftsprozessoptimierung. Seit Januar 2015 von Götz Müller, Lean Management Berater aus Weissach im Tal (Baden-Württemberg), mit über 383 Episoden und regelmäßigem zweiwöchigem Erscheinungsrhythmus.

Häufige Fragen zu Kaizen 2 go

Was ist Kaizen 2 go?

Kaizen 2 go ist ein deutschsprachiger Podcast über Lean Management und Geschäftsprozessoptimierung. Götz Müller führt Interviews mit Experten aus Praxis und Wissenschaft zu Themen wie Wertstromanalyse, KVP, Shopfloor Management, Digitalisierung und Führung.

Wer ist der Moderator?

Götz Müller ist Lean Management Berater und Inhaber von GeeMco – Götz Müller Consulting in Weissach im Tal, Baden-Württemberg. Er berät Unternehmen bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und ist Autor des Buches „Training Within Industry – Pocket Power" (Hanser Verlag).

Seit wann gibt es den Podcast?

Die erste Episode erschien am 5. Januar 2015. Der Podcast erscheint regelmäßig alle zwei Wochen.

Wie viele Episoden gibt es?

Mit Stand März 2026 umfasst der Podcast 383 Episoden.

Wo kann ich den Podcast abonnieren?

Kaizen 2 go ist verfügbar bei Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music, Audible sowie über den direkten RSS-Feed auf geemco.de.

Welche Themen werden behandelt?

Schwerpunkte sind Lean Management, KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess), Wertstromanalyse, Shopfloor Management, Training Within Industry (TWI), Digitalisierung von Geschäftsprozessen, agile Methoden und Führungsprozesse – angewandt auf Produktion, Dienstleistung, Gesundheitswesen, Bau und viele weitere Branchen.

Letzte Überprüfung: | Quelle: geemco.de/kaizen-2-go-podcast/ | ← Alle Jahre