Kaizen 2 go 015 : Benjamin Franklin & Lean Management


 

Inhalt der Episode

  • Benjamin Franklins 13 Lebensregeln
  • Abbildung und Anwendung im Lean Management

Notizen zur Episode

Benjamin Franklins 13 Lebensregeln

  1. Mäßigkeit
  2. Schweigen
  3. Ordnung
  4. Entschlossenheit
  5. Genügsamkeit
  6. Fleiß
  7. Aufrichtigkeit
  8. Gerechtigkeit
  9. Beherrschung
  10. Reinlichkeit
  11. Ruhe
  12. Harmonie
  13. Bescheidenheit
Ihnen hat der Inhalt gefallen? Dann bewerten Sie die Episode jetzt bitte bei Apple Podcasts.
Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten.

Artikel teilen auf ...


(Teil)automatisiertes Transkript

Eine KI-generierte Zusammenfassung finden Sie am Ende des Transkripts.

Episode 015 : Benjamin Franklin & Lean Management

Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

In dieser Podcast-Episode geht es um Benjamin Franklins 13 Lebensregeln und wie sie sich auf Lean & Co. übertragen lassen bzw. was wir daraus lernen können.

Seine 13 Regeln sind Mäßigkeit, Schweigen, Ordnung, Entschlossenheit, Genügsamkeit, Fleiß, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Beherrschung, Reinlichkeit, Ruhe, Harmonie und Bescheidenheit.

Regel Nummer 1 Mäßigkeit Isst nicht bis zur Stumpfheit, trink nicht bis du erregt bist. Das sind die Aussagen von Benjamin Franklin. Mir kommt hier sofort das Thema Unausgeglichenheit, Mura in den Sinn. Das Gegenteil, also ein gleichmäßig fließender Prozess, hat für mich viel mit Mäßigkeit zu tun. Anders ausgedrückt sollten wir also in unseren Prozessen danach streben, dass die Menschen, dass die Maschinen gleichmäßig ausgelastet sind, mäßig eben.

Regel Nummer 2, Schweigen. Rede nur so viel, wie es anderen oder dir selbst hilft. Vermeide unnötiges Geschwätz. Zum Thema Schweigen bzw. Reden auf der anderen Seite kommt mir sofort das alte Sprichwort Bilder sagen mehr als tausend Worte, also Visualisierung in den Sinn. Andererseits kann in meinen Augen nicht zu viel kommuniziert werden. Ein Prinzip, wo das Thema Schweigen, wenig kommunizieren eingesetzt wird, sind die A3-Reports, bei denen auf beschränktem Platz Dinge auf den Punkt gebracht werden, also eben unnötiges Geschwätz auch in bildlich ausgedrückten Formen vermieden wird. Das Pull-Prinzip, das sonst sehr zentral ist im Lean-Management, gilt in meinen Augen nicht in der Kommunikation. Hier kann es also nicht darum gehen, dass der Mensch sich Informationen holt, sondern vor allen Dingen durch Führungskräfte ist es wichtig, dass sie die Mitarbeiter informieren.

Regel Nummer 3, Ordnung, gib jedem Ding seinen Platz, räume all deinem Tun die angemessene Zeit ein. Bei Ordnung, denke ich, kommt sofort jedem, der mit Lean etwas im Sinn hat, das Thema 5S, 5A in den Sinn. Schon das Aussortieren das Aufräumen hat einen ganz starken Ordnungsanteil. Von der Zeit her kommt mir der Gedanke hier, dass die angemessene Zeit durch den Kunden, durch seine Takt-Time bestimmt wird. Ordnung hat dann auch etwas mit Arbeitsstandards zu tun.

Regel Nummer 4. Entschließe dich, dass du leistest, was du leisten musst. Leiste, was du zu leisten beschlossen hast. Die Entschlossenheit kommt in meinen Augen in der Ausrichtung an einer übergeordneten Vision, die über das Unternehmen hinausgeht, zum Ausdruck. Von dieser übergeordneten Vision leiten sich dann die Zielzustände ab. Die Zielzustände, die entschlossen angestrebt werden und damit die Quelle aller Verbesserungsanstrengungen sind. Die Entschlossenheit kommt auch in der Routine der Verbesserungsbestrebungen zum Ausdruck. die Routine, die von den Führungskräften eingefordert wird, in der sie aber auch ihre Mitarbeiter fördern.

Regel Nummer 5. Genügsamkeit geht nur dann aus, wenn es anderen oder dir zum Guten gereicht. Das heißt, verschwende nichts. Diese Regel ist mit dem Begriff, mit der Forderung verschwende nichts, sicher am nächsten dran am Lean Management. Denn dort geht es ja auch um die Vermeidung von Unnötigem, also Verschwendung. Dass es anderen zum Guten gereicht, kommt dann wiederum im Kundennutzen zum Ausdruck. Und der eng damit verbundene Definition und Wertschöpfung, der Kunde muss dafür bezahlen, es muss etwas verändern und beim ersten Mal richtig sein.

Sechste Regel, Fleiß, verliere keine Zeit, beschäftige dich immer mit nützlichen Dingen, vermeide jede unnötige und sinnlose Handlung. Wie schon in der fünften Regel wird, auch hier klar gesagt, unnötige, sinnlose Handlung, das ist das, was letzten Endes im japanischen Originalbegriff hinter der Verschwendung steckt. Generell unnötiges Vermeiden, Verschwendung vermeiden. Wichtig an dieser Stelle auch die Vermeidung von Zeitverschwendung. Diesen Punkt hat Benjamin Franklin auch adressiert. Zeitverschwendung ist deshalb kritisch, weil die Zeit Unsichtbar ist und wenn sie einmal verstrichen ist, ist sie unwiederbringlich verloren. Dazu gehören dann eben auch die Suchzeiten, die die einzelne Person beschäftigt und sie beschäftigt wirkt, speziell im eigenen Eindruck. Und oft deshalb nur durch den Blick von außen vermieden werden kann.

Siebte Regel, Aufrichtigkeit, sei nicht hinterlistig, denke und handle ehrlich und gerecht, sprich so wie du denkst. Diese Regel hat in meinen Augen viel mit dem Führungsverständnis zu tun. Also die Einstellung, die eine Führungskraft zu sich selbst, zu ihren Mitarbeitern hat, zu ihrer Rolle, davon abgeleitet, geht es auch darum, Ziele und Erwartungen eindeutig zu kommunizieren. Damit die Mitarbeiter wissen, woran sie sich ausrichten sollen, was von ihnen erwartet wird.

Achte Regel, Gerechtigkeit. Verletze niemand, indem du ihm Unrecht tust oder ihm eine Hilfe versagst, zu der du verpflichtet bist. Auch diese Regel hängt eng am Verständnis der Führungskraft. Sie sollte sich in meinen Augen als Coach ihrer Mitarbeiter verstehen. Gleichzeitig hat Gerechtigkeit viel mit einer positiven Fehlerkultur zu tun. Das heißt, die Einstellung, dass Fehler notwendige Lernschritte sind, da ohne Fehler keine Fortschritte möglich sind Die Führungskraft sollte ihr Wissen, ihre Erfahrungen einsetzen, um Mitarbeiter zu unterstützen Nicht um Mitarbeiter vor anderen oder vor sich selbst vorzuführen.

Neunte Regel, Beherrschung, vermeide Extreme Der Begriff Extreme drückt es schon aus, hier geht es auch um die Vermeidung von Überlastung. Wiederum von Menschen, aber auch von Maschinen. Eng verwandt mit der Überlastung ist die Unausgeglichenheit, die es ebenfalls zu vermeiden gilt.

Zehnte Regel, Reinlichkeit, dulde nichts Unreines, weder an deinem Körper, noch an deiner Kleidung, noch an deinem Wohnort. Diese Regel gilt natürlich genauso im betrieblichen Umfeld für den Arbeitsplatz. 5S/5A ist dabei das Mittel der Wahl, aber gleichzeitig auch ein erster Einstieg in Lean. Also nicht nur um das Werkzeug einzusetzen, sondern auch um Routine zu lernen, Standards einzuführen, die Bedeutung zu verstehen und die grundsätzliche Denkweise des Lean-Management zu verinnerlichen.

Elfte Regel, Ruhe. Lass dich nicht durch Kleinigkeiten oder unliebsame Zwischenfälle aus der Ruhe bringen. Sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen hat viel mit Routine, mit Routine im Verbesserungsprozess zu tun, die Routine, die durch die Verbesserungskata angestrebt und erreicht wird. Bei den unliebsamen Zwischenfällen könnte man jetzt sagen, Fehler sind auch unliebsame Zwischenfälle. Fehler im Lean-Management, im Verbesserungsprozess sind aber Chancen. Erst die Fehler ermöglichen es, dass neues Wissen entsteht, dass echte Verbesserungen entstehen.

Regel Nummer 12 Harmonie. Sorge für deine innere Ausgeglichenheit. Wenn man die Ausgeglichenheit von innen nach außen richtet. Dann geht es hier auch um das Flussprinzip, um den One-Piece-Flow, ebenso wie um die Vermeidung der Überlastung von Menschen und Maschinen. Harmonie entsteht auch durch die Ausrichtung an Standards.

Dreizehnte und letzte Regel, Bescheidenheit, lebe bescheiden wie Jesus. Diese Regel ist nicht nur die letzte, sie hat mir auch das größte Kopfzerbrechen bereitet. Wie ich die Bescheidenheit auf Lean Management abbilden kann. Mir kam dann der Gedanke, Bescheidenheit ist auch die Bescheidenheit der Führungskräfte, die sich dadurch ausdrückt, dass die Führungskräfte die Mitarbeiter vor Ort besuchen. Das Thema Gemba, Genshi Genbutsu, also die Verbesserungen, die vor Ort stattfinden, dass die Mitarbeiter vor Ort die eigentlichen Fachleute sind, die für Verbesserungen sorgen können, und dass letzten Endes die achte Verschwendung, nämlich das nicht ausgenutzte Mitarbeiterpotenzial, vermieden wird.

Das waren die 13 Lebensregeln von Benjamin Franklin, obwohl sie schon weit über 200 Jahre alt sind, aus dem 18. Jahrhundert stammen, lassen sie sich durchaus mit etwas Fantasie auf das moderne Wirtschaftsleben übertragen und bilden auch im Lean Management einige Regeln, die auf die tägliche Arbeit übertragen werden können.

Die 13 Regeln finden Sie in Kürze aufgelistet in den Notizen zur Episode. Sie können sie dort nachlesen. Vielleicht notieren Sie sich auf einem Zettel und reflektieren Sie immer wieder bei Ihrer täglichen Arbeit.

Ich bin Götz Müller und das war Kaizen 2 Go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

KI-generierte Zusammenfassung

In dieser Episode spricht Götz Müller über Benjamin Franklins 13 Lebensregeln aus dem 18. Jahrhundert und deren Übertragung auf die Prinzipien des Lean Management und ihre Aktualität für das moderne Wirtschaftsleben beleuchtet.

Ausgangspunkt sind die Tugenden, die Benjamin Franklin für seine persönliche Lebensführung formuliert hat: Mäßigkeit, Schweigen, Ordnung, Entschlossenheit, Genügsamkeit, Fleiß, Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Beherrschung, Reinlichkeit, Ruhe, Harmonie und Bescheidenheit. Götz Müller zeigt, wie sich hinter diesen moralischen Leitlinien erstaunlich konkrete Anknüpfungspunkte zu zentralen Lean-Prinzipien verbergen.

Bei der Mäßigkeit zieht Götz Müller eine Parallele zur Vermeidung von Unausgeglichenheit in Prozessen. Gleichmäßige Auslastung von Menschen und Maschinen entspricht dem Streben nach Fluss und Stabilität. Extreme Belastungsspitzen oder Unterforderung stehen dem entgegen. Auch die Beherrschung greift dieses Thema auf, indem sie zur Vermeidung von Überlastung und Ungleichgewicht mahnt.

Die Regel des Schweigens interpretiert Götz Müller im Kontext wirksamer Kommunikation. Statt unnötiger Worte betont er die Bedeutung klarer, visueller Darstellung, etwa durch A3-Reports. Gleichzeitig widerspricht er einer reinen Holschuld bei Informationen. Führungskräfte stehen in der Verantwortung, aktiv und ausreichend zu informieren. Kommunikation darf verdichtet sein, aber nicht knapp im Sinne von Zurückhaltung aus Bequemlichkeit.

Ordnung verbindet Götz Müller unmittelbar mit 5S beziehungsweise 5A. Jedem Gegenstand einen festen Platz zuzuweisen und Tätigkeiten zeitlich angemessen zu strukturieren, schafft Transparenz und Stabilität. Die angemessene Zeit wird im Lean-Kontext durch die Taktzeit des Kunden bestimmt. Ordnung zeigt sich damit nicht nur räumlich, sondern auch im zeitlichen Ablauf und in Standards.

Entschlossenheit beschreibt Götz Müller als konsequente Ausrichtung an einer übergeordneten Vision. Daraus werden Zielzustände abgeleitet, die mit Disziplin verfolgt werden. Verbesserungsroutinen und das konsequente Einfordern dieser Routinen durch Führungskräfte sind Ausdruck dieser Haltung.

Genügsamkeit und Fleiß stehen für die konsequente Vermeidung von Verschwendung. Benjamin Franklins Aufforderung, nichts zu verschwenden und keine Zeit zu verlieren, entspricht direkt dem Lean-Grundsatz, nur wertschöpfende Tätigkeiten zu fördern. Besonders hebt Götz Müller die Unsichtbarkeit der Zeitverschwendung hervor, etwa durch Suchzeiten, die häufig nur durch externe Beobachtung erkennbar werden.

Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit betreffen vor allem das Führungsverständnis. Ehrlichkeit in Zielen und Erwartungen schafft Orientierung. Gerechtigkeit äußert sich in einer positiven Fehlerkultur. Fehler sind notwendige Lernschritte und keine Anlässe für Bloßstellung. Führungskräfte agieren als Coaches, die Entwicklung ermöglichen.

Reinlichkeit wird erneut mit 5S verknüpft, jedoch nicht nur als Methode, sondern als Einstieg in Denkweise und Routine des Lean Management. Ruhe steht für Stabilität im Verbesserungsprozess. Unliebsame Zwischenfälle, also Fehler, werden als Chancen zur Wissensgenerierung verstanden, etwa im Sinne der Verbesserungs-Kata.

Harmonie schließlich beschreibt eine innere und äußere Ausgeglichenheit. Übertragen auf Organisationen bedeutet das Fluss, One Piece Flow und die Vermeidung von Überlastung. Standards schaffen die Grundlage für diese Ausgeglichenheit.

Am schwierigsten einzuordnen ist für Götz Müller die Bescheidenheit. Er deutet sie als Haltung der Führungskraft am Ort des Geschehens. Gemba und das ernsthafte Einbeziehen der Mitarbeitenden verhindern die achte Verschwendung, nämlich ungenutztes Mitarbeiterpotenzial.

Götz Müller kommt zu dem Schluss, dass die über 200 Jahre alten Regeln von Benjamin Franklin erstaunlich gut mit den Prinzipien des Lean Management harmonieren und zeitlose Orientierung für wirksame Führung und kontinuierliche Verbesserung bieten.

Jetzt eintragen und Artikel/Denkanstöße zukünftig per eMail erhalten.

Artikel teilen auf ...

Hinweis: Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, die beleidigend sind oder nicht zum Thema gehören.