Kaizen 2 go 041 : Digitale Geschäftsprozesse im Affiliate-Marketing


 

Inhalt der Episode

  • Um was geht's bei Affiliate-Marketing?
  • Welche Rolle spielen dabei Geschäftsprozesse?
  • Welche Rolle spielt der Inhalt in den Kommunikationsprozessen?
  • Welche Rolle spielt die Form und Struktur in den Geschäftsprozessen?
  • Wie werden digitale Geschäftsprozesse optimiert?
  • Wie wird sich das Thema in der näheren Zukunft und darüber hinaus entwickeln?
  • Welchen Vorsprung haben anderen Nationen und was lässt sich auf den deutschsprachigen Raum übertragen?

Notizen zur Episode

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(Teil)automatisiertes Transkript

Eine KI-generierte Zusammenfassung finden Sie am Ende des Transkripts.

Episode 041 : Digitale Geschäftsprozesse im Affiliate-Marketing

Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

Götz Müller: Heute habe ich Ralf Schmitz bei mir im Gespräch. Es geht mal um etwas Besonderes und zwar geht es um digitale Geschäftsprozesse im Affiliate-Marketing. Das ist so das Thema von Ralf Schmitz. Damit verdient er, so weit wie ich das überblicken kann, seinen Lebensunterhalt. Hallo Ralf.

Ralf Schmitz: Hallo Götz und hallo an alle Zuhörer natürlich.

Götz Müller: Ja, schön, dass du heute dabei bist und ich möchte dich einfach gleich zum Start bitten, stell dich kurz selber vor.

Ralf Schmitz: Ja, sehr gerne. Ja, den Namen hast du ja schon genannt. Der Name ist Ralf Schmitz oder mein Name ist Ralf Schmitz. Ich bin 48 Jahre jung, bin verheiratet mit der besten Frau der Welt, jedenfalls für mich. Ich betreibe seit 2007 Online-Marketing und zwar mit dem Spezialgebiet oder mit der Leidenschaft eher, Affiliate-Marketing, also einer Nische im Online-Marketing. Und durch dieses Business, durch das Online-Marketing kann ich mir aussuchen, wann ich wo lebe und so ist es, dass wir 2009 nach Mallorca ausgewandert sind und seit 2011, seit Dezember 2011 abwechselnd in Florida und auf Mallorca leben und seit 2016 auch noch einen dritten Wohnsitz jetzt in Köln dabei haben, aus familiären Gründen. Ja, das alles aufgrund von meinem Online-Marketing-Business.

Und ich bezeichne mein Business als Mikro-Business und was ich damit meine, ist ganz einfach, ich mache das mit einem ganz, ganz kleinen Team. Ich habe einen Festangestellten und einen Teilzeitmitarbeiter und ansonsten habe ich meine Prozesse so automatisiert, da ich mir wirklich die Zeit auch frei einteilen kann oder könnte. Ich habe natürlich noch Ziele und ich möchte auch direkt hier bei der Vorstellung so ein bisschen den Riegel davor schieben, schnell reich werden und mit Online-Marketing wird jeder reich. Kann man, kann jeder, aber man muss natürlich auch was dafür tun. Es kommt nicht einfach über Nacht.

Ja, das wären so die gravierenden Punkte zu meiner Vorstellung. Vielleicht noch eins dabei, weil ich das auch immer wieder gerne erwähne. Ich habe also keine marketing-affine und auch keine internet-affine Ausbildung genossen, sondern ich habe Dreher gelernt, heute wird es Zerspannungsmechaniker genannt, und habe danach noch eine Lehre als Reisekaufmann absolviert. Und beide Lehren hatten wirklich überhaupt nichts mit Online-Marketing, mit Marketing an sich oder mit dem Internet zu tun. Ganz im Gegenteil, wo ich im Reisebüro gelernt habe, da haben wir noch mit BTX gearbeitet, Und ich denke, die meisten Zuhörer werden es noch kennen, Seitenaufbau ohne Bilder damals wohlgemerkt, nur Text, vier bis fünf Minuten. Ja, das so kurz zu meiner Vorstellung.

Götz Müller: Okay, jetzt haben wir schon öfters gerade den Begriff Affiliate Marketing verwendet, da jetzt meine Zuhörer so typisch eher so, im Englischen nennt man es Brick and Mortar, aus der Industrie bekommen. Sag mal mit ein paar Worten, mit ein paar Sätzen, um was geht es denn eigentlich beim Affiliate-Marketing? Wo steckt denn da die Wertschöpfung? Letzten Endes, woraus generierst du deinen Umsatz, dein Einkommen?

Ralf Schmitz: Ja, Affiliate-Marketing ist ja so ein modernes Denglish-Wort, sagen wir mal. Also ein deutsch-englisches Wort, ursprünglich aus dem Englischen und steht für Partner beziehungsweise Empfehlung. Ich glaube, im Originalen übersetzt heißt es einfach Partner. Und Affiliate-Marketing ist dann irgendwann eingedeutscht worden. Im Online-Marketing kommen wir um die englischen Begriffe halt nicht drumherum. Und eigentlich steckt hinter Affiliate-Marketing nichts anderes als Empfehlungsmarketing. Das heißt, ich empfehle einem Freund oder auch einer fremden Person, jetzt im Online-Marketing dann halt, ein Produkt, das ich besitze.

Und wenn derjenige jetzt das Produkt erwirbt, machen wir ein ganz einfaches Beispiel, ein Buch auf Amazon. Ich habe das Buch, die 4-Stunden-Woche, lese das, drehe ein Video dazu oder mache ein Bild dazu und empfehle meinen Facebook-Freunden das. Und da empfehle ich das mit einem speziellen, wenn man die Technik dahinter sieht, mit einem speziellen Affiliate-Link, auf Deutsch Partner-Link. Und dieser Link verfolgt danach, dass ich die Empfehlung gegeben habe und dafür werde ich dann entlohnt in Form von einer Provision. Bei einem Buch ist es jetzt natürlich nicht viel, aber das kann man in jedem beliebigen Bereich machen.

Amazon betreibt eigentlich das größte Partnerprogramm der Welt, da man jedes Produkt bei Amazon auch als Affiliate, sprich Partner, vermitteln beziehungsweise vermarkten kann. Und wenn ich das erfolgreich tue, dann bekomme ich eine Provision dafür. Vielleicht ein ganz kurzes Beispiel aus dem Offline-Bereich, damit es noch einfacher zu verstehen ist. Jeder da draußen kennt die TV-Zeitschriften TV hören und sehen oder die Hörzu.

Und beide haben etwas gemeinsam, obwohl sie Konkurrenten sind. Sie existieren seit mehr als 25 Jahren und in keiner einzigen Ausgabe von beiden hat eine bestimmte Seite gefehlt. Es ist schon alles durchgemischt worden, das Design geändert worden, aber eine bestimmte Seite ist immer drin. Und das ist die Empfehlen Sie uns Ihren Freunden und dann erhalten Sie eine Prämie dafür. So, da ist es meistens, da geht es um Staubsauger oder 100 Euro Einkaufsgutschein oder Sonstiges. Bei mir ist es halt so, dass ich keine Lust darauf habe, einen Keller voller Staubsauger zu haben oder Sonstiges, sondern ich mache es halt im Online-Marketing und werde dafür mit Euros entlohnt. Sprich, ich bekomme eine Provision in Form von Euro und nicht in Form von einem Staubsauger.

Aber ich denke an diesen Zeitschriften, da kann sich auch jeder daran erinnern, ja, da ist so eine Seite, da bekommst du mal ein Kofferset, mal einen Staubsauger oder Sonstiges. Da ist nichts anderes als Affiliate-Marketing übrigens, was da dahinter steckt. Wie gesagt, im Deutschen vielleicht eher als Empfehlungsmarketing oder leichter verständlich.

Götz Müller: Gut, jetzt ist ja das zentrale Thema meines Podcasts, sind Geschäftsprozesse. Du hast es in der Einleitung auch schon angedeutet, du nennst es Mikro-Business und hast auch erwähnt, du hast viel automatisiert. Jetzt möchte ich das Thema noch ein bisschen vertiefen. Vielleicht verwendest du nicht den Begriff Geschäftsprozess, aber was für eine Rolle spielt es für dich in deinem Geschäft?

Ralf Schmitz: Also eine ganz, ganz wichtige Rolle. Ich sage mal, Geschäftsprozess hört sich für mich so ein bisschen altmodisch an auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist es natürlich exakt das, was ich auch tue, nur nennen wir es im Online-Marketing halt Automatisierung. Ja, so würde ich es jetzt mal runterbrechen und die sind natürlich für mich extremst wichtig, weil wenn du im Online-Marketing etwas erreichen willst und dabei auch noch deine Freiheit genießen willst oder deine Freiheit haben willst und deine Freizeit genießen willst und das sehr viel.

Dann musst du einen Geschäftsprozess in Form von einer Automatisierung dran haben. Bei mir sind das jede Menge Prozesse. Das fängt schon eigentlich bei mir selber an, dass ich mit verschiedenen Checklisten arbeite, wenn ich ein neues Projekt aufsetze oder wenn ich eine Werbung fahre oder Sonstiges, wo ich dann wirklich nochmal schaue, hast du das alles, das abhake. Und auf der anderen Seite wäre ein Business, wie ich es betreibe, mit geringstmöglichem Aufwand und trotzdem knapp zwei Millionen Euro Jahresumsatz ohne Automatisierung oder Geschäftsprozesse überhaupt nicht möglich. Und den größten Teil davon nimmt bei mir zum Beispiel das E-Mail-Marketing in Anspruch und wenn man so möchte, ist das sogar eine 99,9%ige Automatisierung, denn ich betreibe verschiedene Webseiten im Internet.

Darüber sammle ich quasi E-Mail-Adressen ein, um Newsletter zu versenden zu können. Und das muss natürlich, wenn das von Hand gemacht werden müsste, wäre es unmöglich, 40.000 Leute alle drei oder vier Tage mit einer E-Mail anzuschreiben. Das heißt, wenn sich irgendwo auf meinen Webseiten jemand einträgt, dann bekommt er zuerst mal circa acht Monate lang automatisiert alle drei Tage eine E-Mail, ohne dass ich da nochmal dran gehen muss. Das heißt, es läuft komplett automatisiert. Natürlich musste ich vorher etwas dafür tun und die E-Mails entwerfen, hinterlegen in diesem E-Mail-Marketing-System. Aber grundsätzlich ist es heute so, wenn sich jemand einträgt, egal wann er das tut, bekommt er alle drei Tage eine E-Mail mit entweder gutem Content oder mit einem Angebot, sprich eine Empfehlung für irgendein Produkt. Ist jetzt verschieden, kommt auf die Nischen an, die ich betreibe.

Ich bin zum Beispiel in der Nische Großhändleradressen aktiv, genauso aber auch wie in der Nische Geld verdienen im Internet. Und dementsprechend sind die Prozesse natürlich auch anders aufgesetzt. Da man B2B-Kunden anders ansprechen muss wie B2C-Kunden zum Beispiel.

Götz Müller: Okay, also nach meinem Verständnis geht es unterm Strich dann vor allen Dingen um Kommunikation, denn E-Mail ist Kommunikation. Und wenn wir das noch ein bisschen aufschlüsseln, dann haben wir einerseits Inhalt und andererseits Form und Struktur. Genau. Was für eine Rolle spielt, wenn wir erstmal mit dem Thema Inhalt anfangen, was für eine Rolle spielt der Inhalt in deinen Kommunikationsprozessen?

Ralf Schmitz: Oh, eigentlich die wichtigste Rolle im Kommunikationsprozess. Die Inhalte, ja, wie soll man das ausdrücken? Die Inhalte müssen oder sind bei mir nach einem bestimmten Schema aufgebaut. Ich arbeite zum Beispiel, wenn man jetzt Inhalt von der E-Mail, ist ja in der Regel Text. Ich arbeite sehr gerne in E-Mails mit Text und Bildern. Und vor allen Dingen verpacke ich alles in das sogenannte Storytelling. Ja, und das sind zu 80 Prozent ist es so, dass ich, wenn ich eine E-Mail versende oder eine Promo starte, es alles mit einer Story zusammenhängt, ja, dass ich zum Beispiel einen Kollegen in Köln getroffen habe beim Abendessen, beim Abendessen hat er mir etwas erzählt, ein ganz tolles Produkt und so weiter, ich habe es mir angeguckt, finde es genauso toll und empfehle es dann weiter, ja, heißt also, die Texte sind der wichtigste Inhalt, den ich transportieren.

Kann in einer E-Mail oder im E-Mail-Marketing. Natürlich auch auf Webseiten, ganz klar, auf Webseiten dreht sich das Ganze, aber für mich, da arbeite ich zu 80 Prozent mit Videos.

Weil ich damit einfach den Kunden wesentlich besser und schneller ansprechen kann. Da eine Webseite ja in der Regel still, nicht in der Regel, eine Webseite ist immer quasi still, wenn man jetzt mal von dem Video absieht. Aber ansonsten ist es ja so, wenn jemand auf eine reine Textseite kommt, dann musst du es auch schaffen, ihn in den Text reinzuziehen mit deinem Schreibstil. Und da ist es in Form von Videos natürlich wesentlich einfacher, jemanden in das Thema reinzuziehen, dass er sich auch zum Beispiel das Video bis zu Ende anschaut und die Produktempfehlung überhaupt mitbekommt. Ja, und auf der anderen Seite, das sind also die zwei Varianten und dann kommt bei mir noch eine Komponente dazu, das ist die Social Media Komponente.

Da arbeite ich natürlich zu über 95 Prozent, würde ich mal behaupten, mit Bildern, weil im Social Media, egal ob in Facebook, Instagram, was sehr wichtige Pfeiler meines Businesses sind, die auch komplett automatisiert sind übrigens. Da sitzt ein Mitarbeiter dran, der stellt einmal pro Monat oder an einem Tag im Monat die kompletten Posts für den ganzen Monat ein. Das heißt, der generiert an einem Tag 60 Postings für zum Beispiel Facebook und die laufen dann mit einer bestimmten Software automatisch Tag für Tag in das System rein oder in Facebook rein, ohne dass wir nochmal da dran müssen.

Und so habe ich vom Inhalt von der Kommunikation verwende ich also alle drei Varianten, Texte, Bilder wie auch Videos, teilweise auch in Kombination.

Götz Müller: Okay und wenn wir uns dann das zweite Kriterium anschauen, den zweiten Anteil, nämlich Form und Struktur, wie sieht es da mit der Wichtigkeit, mit der Rolle aus?

Ralf Schmitz: Inwiefern meinst du Form und Struktur?

Götz Müller: Ja, Form und Struktur zum Beispiel eben in den E-Mails, in den Webseiten.

Ralf Schmitz: Okay, gut. Wie gesagt, wenn man so die Form, als Form würde ich, wie gesagt, dieses Storytelling bezeichnen. Das ist eigentlich immer die Form meiner Texte. Ich erzähle dem Besucher immer eine Geschichte im Endeffekt. Das heißt, ich versuche ihn so in meinen Bann zu ziehen. Ich versuche so, meinen Content interessant zu machen. und das spielt sich eigentlich immer, immer als Story, als Geschichte ab. Und wir erleben jeden Tag jede Menge verschiedener Situationen und daraus kann man auch wirklich wahnsinnig viele Storys kreieren.

Wo man den User dann am Ende, den Besucher der Webseite in meinem Falle, dann wirklich mit in das Thema reinziehen kann und am Ende dann auch für sich gewinnen kann. Das heißt ja auch mit dieser Form von der Struktur meines Marketings in dem Sinne, ja, baue ich auch Vertrauen beim User auf. Ich habe teilweise Newsletterleser, die lesen schon zehn Jahre meinen Newsletter und das würden die nicht tun, wenn ich zum Beispiel nur E-Mails rausstecken würde, hey, kauf dieses Produkt, das finde ich gut oder hey, kauf dieses Produkt, ich habe das auch, ja, wäre zwar auch eine Empfehlung, Die würde aber am Ende verpuffen, ohne dass ich Geld verdienen würde wahrscheinlich oder ab und an mal einen Euro nebenbei hätte. Und das heißt, für mich ist der entscheidende Punkt, dass ich am Ende das Vertrauen des Besuchers, des Users oder meines Newsletterlesers gewinne und aufrechterhalte.

Und deswegen würde ich sagen, die Form ist in dem Falle wirklich mein Storytelling oder meine Art Marketing mit Geschichten zu machen.

Götz Müller: Jetzt würde ich gerade gerne das Thema Vertrauensaufbau, da steckt jetzt für mich, wenn ich mal wieder die Businessbrille aufsetze, steckt eben dieser Aspekt Nutzen drin. Das würde ich gerne ein bisschen vertiefen. Wo siehst du den Nutzen für den E-Mail-Abonnenten, für den Newsletter-Abonnenten?

Ralf Schmitz: Den Nutzen, dass er E-Mail-Abonnent bei mir ist?

Götz Müller: Dass er ist, dass er bleibt vor allen Dingen und dann eben darüber hinaus über die Dauer, wie du es angedeutet hast, dass sich eben ein Vertrauen aufbaut.

Ralf Schmitz: Ja, also der Nutzen für den Abonnent ist natürlich, dass ich nach ca. Acht Jahren oder knapp neun Jahren Online-Marketing und Affiliate-Marketing als Experte da draußen wahrgenommen werde und wenn ich etwas Neues herausfinde oder eine neue Strategie irgendwo aufspüre oder selber entwickle, dann kann er sich sicher sein, dass ich die ihm auch mitteile. Er sitzt also quasi direkt an der Quelle. Und genauso andersrum, wenn ich ihm ein Produkt empfehle, dann kann er sich darauf verlassen.

Dann braucht er nicht irgendwo anders noch rumzusuchen, zu googeln, was auch immer, ob meine Aussage dazu zutreffend ist. Sondern wenn er Vertrauen zu mir hat, dann weiß er, hey, was der Ralf sagt, das stimmt, dem vertraue ich. Und damit kauft er das Produkt und ich bekomme wieder eine Empfehlungsprovision, also eine Affiliate-Provision am Ende. Und wenn ich das jetzt so steuern würde, dass ich Produkte bewerben würde oder empfehlen würde, die ich nicht kenne, würde ich mir dieses Vertrauen wieder kaputt machen.

Ja, und das kann ja heute, Online-Marketing ist eine sehr schnelllebige Welt, kann das wirklich von heute auf morgen passieren und deswegen muss ich da auch in gewisser Weise sehr sacht herangehen, auch wenn ich krasses Marketing mache in Form von, ja, Kraft ausdrücken, dann ist es trotzdem so, dass jeder einzelne meiner Empfehlungen Bestand hat, ja, also dass da mir jeder Leser vertrauen kann, das wissen die Leser Und das heißt auch für die Leser, sie brauchen sich gar keine Gedanken zu machen und drumherum suchen, sondern sie hätten für bestimmte Bereiche im Online-Marketing mit meinem Newsletter ausreichend Geld.

Ja, Stoff, Empfehlungsstoff, wie auch immer, wo sie wissen, hey, dem kann ich folgen, das kann ich kaufen, das ist genau das, was ich brauche, weil ich schildere ja auch zum Beispiel exakt, für was oder was oder was ist dieses Produkt gut oder wie kannst du es anwenden oder ist es für einen Anfänger gut. Ich habe ja bei meinen Newsletterlesern Anfänger, Fortgeschrittene wie auch Profis drin und die segmentiere ich natürlich auch im Zuge meiner Automatisierung. Das heißt, manchmal überschneidet sich in der Tat etwas, aber ansonsten kann ich schon ganz fein sortieren, wer was am Ende bekommt. Ob ein Anfänger wird von mir keinen Profi-Workshop bekommen und andersrum. Und das heißt, genau an dem Punkt fassen die User dann auch das Vertrauen und sagen, okay, dem Ralf vertraue ich oder auf die Aussagen vom Ralf oder auf die Empfehlungen vom Ralf vertraue ich.

Götz Müller: Mhm. Ja, da habe ich jetzt vor allen Dingen auch rausgehört, eine wichtige Sache, was dir vielleicht gar nicht klar ist, was möglicherweise dem E-Mail-Abonnenten gar nicht klar ist, dass es unterm Strich eigentlich um eine Zeitersparnis geht.

Ralf Schmitz: Aber absolut. Wie du es angehört hast.

Götz Müller: Ich muss halt nicht mehr rumgoogeln, ich muss mir nicht mehr fünf, zehn, zwanzig Rezensionen bei Amazon angucken, sondern ich habe das Vertrauen zu dir und spare mir da die Zeit. Und Zeit lässt sich das, was wir ja alle nur 24 Stunden am Tag haben und man kann es nicht aufsparen oder recyceln oder so irgendwas. Wenn es weg ist, ist es weg.

Ralf Schmitz: Absolut. Ist vielleicht auch ein perfektes Beispiel, um das noch besser zu erklären. Ich mache auf YouTube eine Videoreihe, die nennt sich das Buch der Woche. Da stelle ich jede Woche ein Buch vor, was ich gelesen habe und die User kommentieren das mittlerweile auch schon. hey, ich gucke gar nicht mehr bei Amazon oder so, ich warte einfach, bis dieses Video kommt und hole mir dann das Buch. Punkt. Und da hast du genau diesen Vertrauensaspekt. Die sagen schon, ich gucke gar nicht mehr oder frage gar keinen anderen mehr, sondern ich warte einfach bis zu diesem Video und dann kaufe ich mir das Buch.

Götz Müller: Okay. Dann hast du vorhin noch einen Punkt genannt im Zusammenhang mit den Großhändleradressen, das Stichwort Business to Business. ist. Das fand ich jetzt auch hochspannend und möchte es nur ein bisschen vertiefen, weil in meinem Weltbild bisher das Thema Affiliate-Marketing, Online-Marketing sehr stark sich auf das Thema Business-to-Consumer dargestellt hat. Aber ich habe da jetzt schon fast rausgehört, dass das gar nicht so sein muss. Und deshalb möchte ich das noch ein bisschen vertiefen.

Ralf Schmitz: Was ist dieser Business-to-Business-Aspekt da?

Hast du auf der einen Seite richtig verstanden, auf der anderen Seite muss ich vielleicht noch einen kleinen Tacken weiter ausholen. Und zwar ist ja Affiliate-Marketing, kann man aus zwei Sichtweisen betrachten. Einmal aus der Sichtweise, dass man als Affiliate arbeitet, sprich gar kein eigenes Produkt hat, sondern nur fremde Produkte empfiehlt. Das ist natürlich, also für mich ist es das geilste Business der Welt, weil du brauchst kein Produkt, keine Buchhalte, also keine Rechnungswesen. Du brauchst kein Support und gar nichts, weil das macht ja alles der Produktgeber. Auf der anderen Seite ist aber Affiliate-Marketing auch ein großer, großer Teil für Vendoren, sprich für Produktverkäufer. Das heißt, ich betreibe auf der einen Seite Affiliate-Marketing als Affiliate, indem ich Produkte empfehle. Auf der anderen Seite erstelle ich Produkte, die ich dann durch bzw. Mittels Affiliates vermarkten lasse und mir so meinen Traffic generiere.

Der eine kauft Traffic bei Facebook, bei Google, wo auch immer, in Form von Google AdWords, Facebook Ads. Du kannst aber auch dein Produkt mit einer Armee von Affiliates bewerben lassen und dann benötigst du im besten Falle überhaupt keinen Bezahltraffic mehr, weil Empfehlungstraffic in dem Falle der beste Traffic ist, den man haben kann. Es wird ja eine Empfehlung von dem Partner, von dem Affiliate ausgesprochen.

Und das ist auch bei mir der Fall. Und so habe ich 2007 ein… kleines E-Book, E-Book ist übertrieben, E-Book, sondern ein Sonderreport, der nennt sich das Geheimnis der großen Powerseller und darin befinden sich die besten Großhändleradressen Europas, die ich selber herausgefunden habe in drei Jahren, wo ich im Großhandel als Einkäufer tätig war. Und da sind zum Beispiel die Importeure, was viele nicht wissen, die großen Discounter in Deutschland, ohne jetzt einen Namen zu nennen, importieren Waren nicht selbst aus Asien oder sonst wo, diese Aktions Waren, sondern die kaufen die auch bei Importeuren in Europa.

So, da ist das Risiko viel kleiner, man muss Geld vorher, nicht so lange vorher zahlen und so weiter, alles Nebenaspekte. Dieses E-Book vertreibe ich, das Geheimnis der großen Power-Seller. Wer das kauft, bekommt diese Adressen detailliert mit den Warengruppen, die man dort erwerben kann, mit Ansprechpartner, Telefonnummer und so weiter. Und die, dieses E-Book wird von Affiliates quasi empfohlen und beworben, im B2B Bereich. Das ist also die eine Variante im B2B Bereich. Die andere Variante ist aber in der Tat, dass es wahnsinnig viele Sachen gerade im Online-Marketing-Bereich gibt für KMUs, da sind wir auch im B2B-Bereich, wo die KMUs nicht weiterkommen. Ganz einfaches Beispiel, E-Mail-Marketing-System. Wenn ein KMU online geht, hat er meistens so eine Web-Visitenkarte da online, die bringt weder dem Kunden was noch dem KMU oder dem Handwerker vor Ort, wie auch immer.

Und gerade hier kann man wirklich super, super gut als Affiliate arbeiten und die entsprechenden Lektüren oder aber auch entsprechende Systeme empfehlen. Heißt also, im B2B-Bereich geht das genauso, wobei der Markt natürlich irgendwo logisch am Ende wesentlich kleiner ist.

Götz Müller: Aber natürlich unter Umständen der einzelne Vorgang dann mehr bringt.

Ralf Schmitz: Richtig, richtig. Das hast du super ausgedrückt, ja. Das ist richtig.

Götz Müller: Ja, das geht genau in die Richtung wie in einer kürzlichen Episode, die ich mit dem Martin Senger gemacht habe. Ich glaube die Episode 36, wo er ja die etwas provokante These aufgestellt hat. Der klassische Verkäufer, so wie ihn wir vielleicht bisher kennen, wird aussterben. Und das deckt sich jetzt mit der Aussage, die du hier gerade gemacht hast, deckt sich das durchaus, vielleicht nicht zu 100 Prozent, aber bestimmte Sachen. Und du hast angedeutet, die KMUs, die Kleinen, wissen noch gar nicht, wie man auf anderen Wegen was verkaufen kann.

Ralf Schmitz: Richtig, da bin ich auch 100% bei dir und bei Martin, das wird so sein, der klassische Verkäufer wird aussterben und ich denke, da ist auch eines der größten Probleme des Mittelstands, der Handwerker und alles, was um die Ecke ist, ob es die Fahrschule, der Handwerker, was auch immer ist, die öffnen sich viel zu wenig in andere Richtungen Und ja, am Ende des Tages muss man wirklich sagen, die jammern viel zu viel, anstatt zu tun und sich von irgendeiner Webdesign-Agentur für 5000 Euro eine Webvisitenkarte aufs Auge drücken zu lassen. Ja, es gibt die Mittel und Wege und ich sehe ja bei mir auch, ich drehe ja auch vielen Veranstaltungen mittlerweile auf als Speaker, unter anderem auch bei vielen Events, wo ausschließlich KMUs sitzen, Handwerker, Sanitärbetriebe und, und, und, die sich halt für dieses Thema öffnen wollen, aber nicht wissen, wie sie es umsetzen können.

Götz Müller: Ja, ich bin persönlich auch der Meinung, wenn wir uns gerade mal den Aspekt des Handels rausnehmen, ich glaube persönlich nicht, dass die kleinen Einzelhändler von Amazon bedroht sind, weil die nämlich ganz andere Kundengruppen adressieren. Sondern ich glaube, dass der einzelne Einzelhändler, der nichts tut, von denen bedroht wird, der halt was tut, der parallel einen Online-Shop hat, wo die Leute sich vielleicht vor Ort was angucken und dann muss der Händler gar nicht alles vorhalten, zum Beispiel alle Größen, alle Kleidergrößen, sondern dann kann er ganz gezielt, wenn sich jemand etwas ausgesucht hat im Online-Shop, die passende Größe bestellen. Und ich glaube fast, dass das die größere Gefahr ist wie in Amazon.

Ralf Schmitz: Also ich bin nicht 100% bei dir, Götz. Ich sehe es auch genau andersrum. Deswegen auch der Ausdruck eben mit der Jammerei. Es wird viel zu viel gejammert, anstatt überlegt wird, wie kann ich mein Marketing verbessern. Und da ich ja jetzt seit 2011 in Florida auch einen Großteil meiner Zeit verbracht habe, muss ich immer wieder staunen, in Amerika gibt es auch Jammern, da ist nicht alles besser, gar keine Frage. Aber ich muss doch immer wieder staunen, wie kreativ dort die Einzelhändler sind und zum Beispiel gegen Amazon angehen. Ja, das hat mit verschiedenen Bonis zu tun, die man bekommt. Kundenbonuskarten kennt man in Deutschland auch schon lange, gar keine Frage, aber in etwas anderer Form als zum Beispiel in den USA.

Aber dort wird das etwas anders gesehen. Dort ist Amazon nicht der böse Riese, wie das in Deutschland ist. Und da kommt wieder diese, also für mich kommt da ein Teil dieser Neidkultur raus, muss ich ganz offen ehrlich sagen. Amazon, auch wenn die mit Negativschlagzeilen in den Medien sind, gar keine Frage, die machen mit Sicherheit nicht alles richtig, aber die haben doch ein mega geiles Geschäftsbusiness da oder ein Geschäft hochgezogen, Business hochgezogen und dafür sollte man auch Anerkennung finden. Und wenn ich meine, das bedroht mich, dann muss ich an meinem vielleicht Marketing, dass ich schon 40 Jahre so durchziehe, etwas ändern, weil die Welt verändert sich.

Und ich habe jetzt vor kurzem selber dieses Erlebnis gemacht, wie ich hier in Deutschland umgezogen bin, was für eine Servicewüste das ist. Da wirst du ja förmlich zu Amazon hingetrieben. Und da ist die andere Seite der Medaille, die man betrachten muss. Und Amazon wäre eine Mega-Chance. Es ist ja für jeden, wirklich für jeden KMU, für jeden Mittelständler, alles, was da draußen ist, auch eine Möglichkeit auf Amazon zu verkaufen nebenbei. Das heißt, die müssen dann zwar etwas abgeben und da fängt wieder die falsche Denkweise an.

Beispiel Boutique-Besitzer verkauft eine Jeans im Monat. Und zahlt dafür einen sehr hohen Wareneinsatz, weil er nur Abnahmemenge 1 bei seinem Großhändler hat. Würde er die Jeans parallel mit auf Amazon verkaufen, würde er vielleicht im Monat 20 verkaufen, dann bekäme er bei seinem Großhändler Rabatte, die satt wären. Und dann hätte er zwar im Endeffekt etwas weniger Marge, aber durch die 20-fachen Sales, die er erreicht, hätte er mit Sicherheit mehr im Portemonnaie. Aber da denken viele nicht dran. Und auf der anderen Seite ist da natürlich auch ganz, ganz, ganz viel Faulheit dabei, bis dahin zu denken.

Götz Müller: Okay, jetzt hast du gerade schon angedeutet, das Thema auch Optimierung ist ja das Kernthema meines Podcasts. Wenn wir uns jetzt mal auf dein Geschäft ein bisschen konzentrieren, wie optimierst du deine Prozesse?

Ralf Schmitz: Sehr vielfältig. Sehr vielfältig. Auf der einen Seite mache ich es so, dass ich mich auf so wenig Tools wie möglich konzentriere. Das war früher mal anders und das hat wahnsinnig viel Zeit gekostet, da ich jeden, beziehungsweise sagen wir es mal andersrum, da ich mich auch immer wieder an neue Systeme gewöhnen musste. Und sobald ein neues Programm auf den Markt kam, egal ob es jetzt für Rechnungsstellung oder was auch immer war, der Schmitz, der Ralf, der war immer direkt dabei. Boah, toll, das musst du haben, Web 3.0, Web 4.0, Web 5.0, was auch immer. Bis ich dann auf einmal irgendwie für einen Prozess mich in fünf verschiedene Plattformen einloggen musste und da habe ich gesagt, jetzt ist Schluss und da habe ich mein komplettes Business nochmal auf den Kopf gestellt und seitdem nutze ich zum Beispiel zu 98 Prozent in meinem Business Google.

Und jetzt mögen manche da draußen die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Meistens sind es die Offliner und von Datenschutz und, und, und. Ganz ehrlich, wenn jemand die NSA knacken kann oder das FBI, dann schafft es bei mir eh, ob ich Google nutze oder nicht. Das mal zum Datenschutz und zur Sicherheit.

Und Google ist so vielfältig, besteht ja nicht nur aus Google, sondern die bieten dir eines der besten E-Mail-Programme der Welt mit Gmail. Dazu die beste Cloud der Welt, kostenlos bis zu einem gewissen Volumen. Dazu ein Mindmapping-Programm, dazu Google Alerts, dazu kommt noch Google Kalender und alles ist synchronisierbar über alle meine Geräte wie Smartphone, iPad, Mac und so weiter. Und das war ein ganz, ganz großer Schritt in meiner Optimierung, auf ein Tool zu setzen, nämlich Google in dem Falle. Und das kann ich allen, die online etwas erreichen möchten, auch wirklich nur empfehlen. Denn jeder, der online etwas erreichen möchte, ist eigentlich auf Google angewiesen wegen Google Analytics und Google Webmaster Tools, zwei kleine Statistik-Tools, die aber eine Menge Aussagen und eine Menge Verbesserungs- und Optimierungspotenzial haben. Und alleine, weil ich die zwei schon nutzen muss als Website-Betreiber.

Übrigens sind diese Tools auch kostenlos. Da habe ich mich dann hingesetzt und habe alle Tools von Google analysiert, was haben die und konnte damit, wie gesagt, von ursprünglich 17 oder 18 verschiedenen Logins, die ich hatte, das auf drei oder vier reduzieren. Das war ein ganz, ganz großer Schritt. So wenig wie möglich Tools nutzen und nur für die Zuhörer da draußen, nicht nur Google Drive mit der Cloud oder Gmail, sondern Google bietet auch kostenlos ein riesen Office-Paket, ja, wie im Vergleich zu Microsoft Word, Microsoft Excel und so weiter. Alles in Google mit drin und alles absolut kostenlos und vor allen Dingen von jedem Ort dieser Welt abrufbar und ist auch nicht lokal auf dem PC am Ende gespeichert, sondern in der Cloud.

Und so ist es auch, wenn du mal im Ausland unterwegs bist, auch als Offliner übrigens, kannst du deine Geschäftsprozesse wunderbar abwickeln, sogar aus einem Internet-Café raus. Du brauchst gar keinen eigenen Internetzugang oder einen Macbook oder PC dabei zu haben, sondern du gehst einfach ins Internetkaffee und kannst deine kompletten Geschäftsprozesse steuern.

Und das ist ein ganz, ganz großer Hebel bei mir, so zu arbeiten, dass wenn ich morgen in Florida lande und mir wird einer meinen PC oder mein Macbook klauen, dass ich trotzdem sofort weiterarbeiten kann. Der beste Schritt, den ich je gemacht habe in der Optimierung und dazu kommen dann natürlich noch viele, viele andere Sachen, wie zum Beispiel Splittesting für meine Webseiten.

E-Mails immer wieder testen, welcher Link in den E-Mails wird am meisten geklickt, der erste, der mittlere oder der letzte oder MPS der sogar, das alles teste ich sehr, sehr ausführlich. Und einer der größten Hebel, die ich in der Optimierung habe, ist in der Tat zum Beispiel Google Analytics, weil dieses Tool sagt mir exakt.

Welche Besucher habe ich auf der Webseite, welche Besucher tragen sich am Ende wirklich in meinen Newsletter ein und damit meine ich jetzt zum Beispiel, sind diese User männlich, sind sie weiblich, sind sie jünger als 40, sind sie älter als 40, wie auch immer, Ja, weil da liegt ja auch genau das Optimierungspotenzial drin, wie spreche ich meine Leser jetzt an? Mit du oder sie? Und wenn ich feststellen würde, anhand der Analytics-Zahlen, dass meine Leser unter 25 sind, ist das gar keine Frage. Die schreibe ich mit du an und nicht mit sie. Stelle ich aber über Analytics fest, die meisten oder die überwiegende Zahl der Leser ist über 50, dann stelle ich auf sie um. Ja, das ist sehr, sehr stark nischen- und produktabhängig, gar keine Frage. Aber auch zum Beispiel, wann kommen die meisten Besucher von Facebook?

Wann lohnt es sich für mich auf Facebook Werbung zu schalten? Ist der Montag besser, der Sonntag besser oder vielleicht der Freitagabend besser? Das sind Sachen, die musst du sogar logischerweise optimieren, um am Ende den bestmöglichen Cashflow zu haben.

Götz Müller: Ja, und ich höre auch raus, was jetzt auch wieder das Thema bei mir ist, man muss auch bereit sein, in einem gewissen Umfang Fehler zu machen, weil ich nur dadurch was lernen kann.

Ralf Schmitz: Definitiv, definitiv. Und ich glaube, da kann man am Ende auch so viel Erfahrung haben, wie man möchte. Man ist ja, jeder ist ein bisschen selbstverliebt und sagt, ich habe die beste Headline kreiert, ich habe die beste E-Mail geschrieben und so weiter. Aber die Wahrheit liegt ja nachher da oder sieht man darin, wie viel Geld man verdient hat, wie viel Umsatz man generiert hat. Und da werden mir zum Beispiel immer wieder gnadenlos meine Fehler aufgedeckt, dass die Headline, die ich als Beste favorisiert hätte, meistens die schlechteste ist. Mittlerweile ist das so ein Standard, dass ich mich schon dran gewöhnt habe. Aber es ist in der Tat so, du musst Fehler, sogar gravierende Fehler machen, um zu lernen und um zu verbessern und zu optimieren am Ende.

Götz Müller: Und auch der Satz, die Beste, also dieses Superlativ, finde ich persönlich sehr gefährlich, weil man dann glaubt, man wäre schon irgendwo angekommen und sieht ja fast keine Notwendigkeit mehr, es besser zu machen, weil man ja schon glaubt, ich bin ganz oben.

Ralf Schmitz: Richtig, und da sprechen wir aber über einen Fehler, den 80% da draußen machen. Die sehen ja gar nicht die Notwendigkeit von einem Splittest, sondern die sagen einfach, diese Headline ist die beste, die ich schreiben konnte oder das ist für mein Produkt die beste Headline oder Produktname. Ich teste Produktnamen. Das mache ich, bevor ein Produkt an den Markt kommt, in einem ganz kleinen Rahmen, im Rahmen von kleinen Umfragen, die ich über meine Newsletter lese oder auf Facebook oder bei meinen Kunden mache und lass mir dann von denen sagen, was kommt denn am besten an.

Und viele denken einfach, okay, mir fällt jetzt ad hoc keins ein. Ich will auch da natürlich keinen niedermachen am Ende, sondern ich habe hier einen Produktnamen und der Produktname ist es. Wenn ich aber weiß, und das kann ich nur durch Fehler lernen, dass der Kunde am Ende entscheidet und nicht ich selber. Wenn ich immer überzeugt bin von meinem Produkt, von meinem Produktnamen, dann verschenke und ändere es nicht oder hole mir kein Feedback, verschenke ich ein Megapotenzial. Und zwar in jeglicher Sicht finanziell wie auch zeitlich, weil genau die Leute, die nicht testen und voreingenommen sind von ihrem eigenen Tun, die sitzen dann nachher am Ende da und müssen 13, 14 Stunden arbeiten, um den nächsten Sale unter Dach und Fach zu bringen, wo andere, die getestet haben, vielleicht nur noch drei, vier Stunden arbeiten, weil sie das alles optimiert haben.

Götz Müller: Da rennst du bei mir offene Türen ein. So, jetzt möchte ich zum Abschluss noch ein bisschen in die Zukunft schauen. Was wird sich bei uns tun, also sprich so im europäischen, im deutschsprachigen Raum, was wird sich generell tun mit dem Thema? Vielleicht auch, du hast es schon ein bisschen angedeutet, was für eine Rolle spielen die verschiedenen Kulturen dabei?

Ralf Schmitz: Also da kann ich dir jetzt sagen, Ich sage jetzt mal aus Experten-Sicht, natürlich nur zum Online-Marketing hin tendiert antworten. Ich beschäftige mich zwar auch offline, gehe natürlich mit offenen Augen durch die Welt, gar keine Frage, aber so richtig tief im Thema drinstecken, tue ich natürlich bei Online-Marketing. Und da kann man wirklich ruhigen Gewissens sagen, Deutschland ist noch ganz am Anfang und das wird die nächsten Jahre noch gravierend nach oben gehen. Vor drei, vier Jahren ist schon mal dem Affiliate-Marketing so der leise Tod nachgesagt worden. Das läuft ja nicht mehr lange, klappt ja nicht mehr lange, dem E-Mail-Marketing übrigens auch. Und auch da ist es so, sogar die Großen wie Amazon, Ebay und so weiter generieren bis zu 80% ihrer Umsätze über E-Mail-Marketing und nicht direkt über die Webseite. Gut, da sind wir mal am Rande.

Online-Marketing-mäßig und ja, online-mäßig überhaupt, also auch Internet-Schnelligkeit, Internet-Zugang und so weiter, steht Deutschland vielleicht gerade bei 50%.

So, welche Rolle spielen die verschiedenen Kulturen? Also da geht noch richtig massiv der Punk ab, sagen wir es mal so. Also da wird noch richtig der Punk abgehen im Online-Marketing, weil sich halt auch immer mehr von der Offline-Welt wegen dem verbesserten Service in die Online-Welt verlagert. Ja, vielleicht auch da noch gerade ein konkretes Beispiel zu, weil ich wohne jetzt hier in Köln, ein bisschen außerhalb, ist ein Stadtviertel, wo kein direktes Geschäft ist, kein Supermarkt, gar nichts, ist wirklich zwei, drei Kilometer der nächste. Und hier haben wir aber zum Beispiel einen Rewe-Lieferservice.

Und was Rewe gräbt natürlich in gewisser Weise in kleinen Supermärkten damals Wasser ab, aber warum zum Teufel kann kein kleiner Supermarkt so etwas tun? Ja, kostet doch im Endeffekt nichts, weil die haben alle einen Lieferwagen und wenn sich eine kleine Kundschaft aufbauen, dann würden die alle überleben. Das heißt also, diese Service-Welt, die geht so ein bisschen von Offline in Online rein, weil die Großen da einfach die Vordenker sind und das einfach tun und die Kleinen einfach nicht ins Handeln kommen und sich in ihrem kleinen Kämmerlein einschließen und jammern. Da stehe ich auch zu, zu diesen Aussagen. So, welche Rolle spielen andere Kulturen dabei? Ich kenne mich jetzt so ein bisschen in Asien aus, in den USA natürlich super gut, weil ich da selber lebe und weil ich dort öfters auf Konferenzen bin.

Was ein Trugschluss ist, meiner Meinung nach, ist, dass zum Beispiel die Amerikaner uns meilenweit voraus sind.

Marketingmäßig sind die uns vielleicht einen Kilometer voraus. Wo die uns aber 500 Kilometer voraus sind, das ist das Handeln, das Tun und das Umsetzen. Und das fehlt hier ein bisschen. Das ist ein Fakt, den wir mit Sicherheit von den Amerikanern oder aus dem Englischsprachigen, das gilt nicht nur für Amerika, das gilt auch für andere englischsprachige Bereiche, zum Beispiel die Asiaten, die gehen ja auch gerade durch die Decke. Ja, und schade finde ich, dass wir da wirklich an Boden verloren haben gegenüber diesen Kulturen, weil die, ich will jetzt nicht sagen, dass die fleißiger sind, das wäre absolut falsch, sondern die sind mutiger und handeln, ja, die setzen es um und das fehlt einfach hier. Hier wird zuerst mal so lange gejammert, bis irgendeine Gewerkschaft wieder irgendwo vielleicht irgendeinen Prozentpunkt raushaut und streiken geht. Und dann wird gejubelt. Kennen die da hinten nicht.

Ob das jetzt gut ist, dass sie weniger Gewerkschaften oder sogar gar keine haben, spielt mal keine Rolle. Aber das spielt eine Rolle im Mentalen der ganzen Menschen in Deutschland, dass sie immer an die Hand geholt werden und nie selber tun müssen.

Und ich glaube, das ist ein großer Unterschied, der in den nächsten Jahren aber etwas weniger sein wird, weil hier eine Generation heranwächst, zum Beispiel Startups, die in Deutschland auch immer mehr kommen, die das mit ganz großer Sicherheit und vor allen Dingen hoffentlich in die richtige Richtung drehen werden.

Götz Müller: Was wäre so der abschließende Tipp von dir für einen KMU, sei es jetzt Handwerk oder im Industriebereich, wenn er irgendwo in das weite Thema online einsteigen möchte, wo soll er denn starten?

Ralf Schmitz: Wo soll er starten? also ich betreue ja einige KMUs oder habe betreut in Form von Private Coachings beziehungsweise von Workshops und eigentlich ist es immer die falsche Denkweise, wie die rangehen. Die suchen nach einer Webdesign-Agentur, nicht nach einem Marketing-Profi. Eine Webdesign-Agentur, wie ich schon sagte, ist fürs Design da und nicht fürs Marketing. Und das wäre mein wichtigster und größter Tipp, sucht nicht nach einer Webdesignagentur, die euch eine Webseite gestaltet, sondern sucht nach einem Marketingprofi, der euch zeigt, wie Marketing gemacht werden, wie Kunden gewonnen werden, weil das bringt eine Webdesignagentur am Ende nie fertig. Und eine Webseite im Internet zu haben, hat nichts mit Design zu tun oder Sonstiges. Das kann eine große Firma wie Mercedes oder Sonstiges. Die können schön designen, die haben einen Print oder Coca-Cola, wer auch immer, die haben einen Namen, die haben eine Marke geschaffen.

Das ist was ganz, ganz anderes, als wenn ich auf Kundenfang gehen muss oder will. Das heißt also, sucht von Anfang an nach einem Marketingprofi und ein ganz, ganz, ganz, ganz wichtiger Hebel ist.

Nutzt eure bestehenden Kontakte. Ich gehe manchmal in KMUs rein, werde zu einem Coaching-Beauftragten, die haben eine Adressdatenbank von 10.000 potenziellen Kunden, die mal eine Anfrage in den letzten Jahren gestartet haben. Die lassen die einfach so versauern auf dem PC. Das ist ja das Grundkapital einer jeden Firma. Wenn heute eine Firma veräußert wird, wird doch gar nicht mehr nach dem Umsatz gefragt, sondern wie viele E-Mail-Adressen hast du oder wie viele Kontakte hast du? Wie viele Kontaktadressen hast? so. Danach werden heute Firmen bewertet. Und das heißt, Nach dem Marketing-Profi, der allerwichtigste Tipp, egal was ihr im Internet macht, startet sofort mit E-Mail-Marketing. Nur dann könnt ihr beständig und auf Dauer mit den potenziellen Kunden auch kommunizieren. Und das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema. Und zum Beispiel bei diesem E-Mail-Marketing, ich habe mit zwei KMUs geschafft, wirklich den Umsatz zu verdreifachen.

Mit zwei, drei ganz, ganz kleinen Hebeln. Und das sollte oder muss man hier auch berücksichtigen, dass viele in der Offline-Welt zumindest, in der Online-Welt auch, KMUs in der Online-Welt sehen es genauso, Die würden niemals einen Mitbewerber empfehlen oder Sonstiges.

Aber man muss das gerade bei den Kontakten ja auch so sehen, egal ob die jetzt auf dem PC sind oder im E-Mail-Marketing. Wenn ich 10.000 potenzielle Kunden habe und 9.900 davon haben bei mir nichts gekauft, dann wird er sehr wahrscheinlich auch bei mir nichts kaufen. Dann könnte ich ihm theoretisch doch auch ein Produkt von Amazon empfehlen und bekomme dafür noch eine Provision. Oder ich schicke ihn in gewisser Weise zu einem Mitbewerber, wie auch immer, und hole mir dann noch eine Provision mit. So kann ich meinen Umsatz, und das ist jetzt wirklich kein Blabla, ganz leicht verdoppeln. Und da gibt es zig Beispiele für, wie das perfekt möglich ist, mit ganz, ganz wenig Aufwand und ganz, ganz wenig Marketingbudget.

Götz Müller: Das heißt, eigentlich sitzen die Unternehmen auf einem Schatz und wissen es aber gar nicht.

Ralf Schmitz: Richtig, so ist es, weil sie ja nur eins im Kopf haben, nur dem Mitbewerber, vielleicht sogar auf der anderen Straßenseite, ja keinen Kundenzuschuss. Dann verdient der ja Geld. Der Gedanke ist ja nicht, ich verdiene kein Geld, sondern der darf keins verdienen.

Götz Müller: Ja, das ist dieser Neidaspekt, den du auch vorhin angedeutet hast. Okay, prima. Ich fand das jetzt eine absolut klasse Unterhaltung zwischen uns. Da sind definitiv noch ein paar Sachen rausgekommen, die mir neu waren. Ich beschäftige mich jetzt nicht erst seit gestern, natürlich nicht auf dem Niveau wie du mit dem Thema. Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch der ein oder andere Zuhörer hier nochmal Sachen erfahren hat, von denen er vorher gar nicht wusste, dass er es noch nicht weiß.

Ralf Schmitz: Würde mich natürlich freuen.

Götz Müller: Ja, deshalb danke ich dir für deine Zeit. Ich werde dann in den Notizen noch den einen oder anderen Link einbauen, wo man dich kontaktieren kann, wo man vielleicht die eine oder andere Sache von dir erfahren kann, sich auch vielleicht für eine Newsletter eintragen.

Ralf Schmitz: Sehr gerne natürlich.

Götz Müller: Also, vielen Dank nochmal und ja, heute mal Tschüss nach Köln, wenn ich es richtig verstanden habe.

Ralf Schmitz: Genau, richtig. Ich bin im Moment in Köln. Vielen Dank Götz an dieser Stelle. Vielen Dank den Zuhörern. Ich hoffe, euch hat es gefallen und ich wünsche euch allen wirklich maximalen Erfolg und viel, viel Glück für die Zukunft.

Götz Müller: Das war die heutige Episode im Gespräch mit Ralf Schmitz über digitale Geschäftsprozesse im Affiliate Marketing. Nähere Informationen finden Sie in den Notizen zur Episode.

Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, freue ich mich über Ihre Bewertung bei Apple Podcasts. Sie geben damit auch anderen Lean-Interessierten die Chance, den Podcast zu entdecken.

Ich bin Götz Müller und das war Kaizen to go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

KI-generierte Zusammenfassung

In dieser Episode spricht Götz Müller mit Ralf Schmitz über digitale Geschäftsprozesse im Affiliate-Marketing und die Frage, wie sich Online-Marketing strukturiert, automatisiert und strategisch betreiben lässt.

Ralf Schmitz betreibt seit 2007 Online-Marketing mit dem Schwerpunkt Affiliate-Marketing. Er bezeichnet sein Unternehmen bewusst als Mikro-Business. Mit einem sehr kleinen Team und einem hohen Automatisierungsgrad erzielt er beachtliche Umsätze. Sein Geschäftsmodell ermöglicht ihm eine ortsunabhängige Arbeitsweise, die ihn unter anderem nach Mallorca, Florida und Köln geführt hat. Besonders wichtig ist ihm die Klarstellung, dass Online-Marketing kein Schnell-reich-über-Nacht-Modell ist, sondern unternehmerisches Denken, Disziplin und systematisches Vorgehen erfordert.

Auf die Frage von Götz Müller, was Affiliate-Marketing konkret bedeutet, erklärt Ralf Schmitz das Prinzip als digitales Empfehlungsmarketing. Wer ein Produkt empfiehlt und dafür einen speziellen Partnerlink nutzt, erhält bei erfolgreichem Verkauf eine Provision. Plattformen wie Amazon betreiben große Partnerprogramme, bei denen nahezu jedes Produkt vermittelt werden kann. Der Kern der Wertschöpfung liegt somit in der Empfehlung, nicht in der eigenen Produktentwicklung. Ralf Schmitz verweist darauf, dass dieses Prinzip auch offline existiert, etwa in Form von Prämienprogrammen klassischer Zeitschriften.

Im Zentrum des Gesprächs steht die Rolle von Geschäftsprozessen. Auch wenn im Online-Marketing eher von Automatisierung gesprochen wird, beschreibt Ralf Schmitz sehr klar strukturierte Abläufe. Checklisten für neue Projekte, standardisierte Kampagnen und vor allem automatisierte E-Mail-Sequenzen bilden das Fundament seines Geschäfts. Wer sich in einen seiner Newsletter einträgt, erhält über Monate hinweg automatisiert Inhalte und Angebote. Diese Systeme ermöglichen es, große Empfängerzahlen regelmäßig zu bedienen, ohne jeden Versand manuell auszulösen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation. Götz Müller differenziert zwischen Inhalt sowie Form und Struktur. Für Ralf Schmitz steht fest, dass der Inhalt entscheidend ist. Er arbeitet stark mit Storytelling, also mit erzählerischen Elementen, um Produkte nicht plump zu bewerben, sondern in einen Kontext einzubetten. Geschichten schaffen Nähe und Vertrauen. Neben Text setzt er auf Bilder und Videos, insbesondere auf Webseiten. In sozialen Medien werden Beiträge im Voraus geplant und automatisiert veröffentlicht.

Beim Thema Form und Struktur wird deutlich, dass Vertrauen der zentrale Erfolgsfaktor ist. Ralf Schmitz betont, dass langjährige Newsletter-Leser nicht bleiben würden, wenn sie lediglich mit Verkaufsbotschaften konfrontiert würden. Der Nutzen für die Abonnenten besteht in kuratierten Informationen, Zeitersparnis und verlässlichen Empfehlungen. Wer ihm vertraut, muss nicht mehr selbst umfangreich recherchieren. Dieses Vertrauen verpflichtet ihn wiederum, nur Produkte zu empfehlen, hinter denen er steht.

Interessant ist die Unterscheidung zwischen zwei Rollen im Affiliate-Marketing: Als Affiliate empfiehlt Ralf Schmitz fremde Produkte. Gleichzeitig agiert er als Produktanbieter, der eigene digitale Produkte von Partnern vermarkten lässt. Ein Beispiel ist sein Report mit Großhändleradressen, der im B2B-Bereich vertrieben wird. Damit wird deutlich, dass Affiliate-Marketing keineswegs nur ein Business-to-Consumer-Modell ist, sondern auch im Business-to-Business-Umfeld funktioniert. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sieht er hier großes Potenzial.

Im weiteren Verlauf diskutieren Götz Müller und Ralf Schmitz die Auswirkungen auf klassische Verkaufsmodelle. Ralf Schmitz ist überzeugt, dass sich Vertriebsstrukturen verändern werden. Nicht Amazon sei die eigentliche Bedrohung für kleine Händler, sondern mangelnde Anpassungsbereitschaft. Wer Service, Lieferoptionen und digitale Kanäle intelligent nutzt, könne Online-Plattformen sogar als zusätzlichen Absatzkanal einsetzen.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Optimierung. Ralf Schmitz beschreibt, wie er sein Tool-Set radikal reduziert und weitgehend auf Google-Dienste konsolidiert hat. Durch diese Standardisierung konnte er Komplexität senken und Prozesse vereinfachen. Gleichzeitig nutzt er intensiv Analyse- und Testverfahren. Split-Tests bei E-Mails, Produktnamen oder Überschriften gehören für ihn zum Alltag. Entscheidend sei die Erkenntnis, dass nicht die eigene Einschätzung zählt, sondern das messbare Verhalten der Zielgruppe.

Fehler betrachtet er als unverzichtbaren Bestandteil des Lernprozesses. Viele Unternehmer verzichteten auf Tests, weil sie von ihrer eigenen Lösung überzeugt seien. Damit verschenken sie Potenzial und arbeiten am Ende deutlich ineffizienter.

Mit Blick auf die Zukunft sieht Ralf Schmitz in Deutschland noch erhebliches Wachstumspotenzial im Online-Marketing. Im internationalen Vergleich fehle es weniger an Wissen als an Umsetzungsstärke und Mut. Besonders Start-ups könnten hier neue Impulse setzen.

Abschließend gibt er einen klaren Rat an KMU: Nicht zuerst eine Webdesign-Agentur suchen, sondern Marketingkompetenz aufbauen. Eine ansprechende Webseite allein generiert keine Kunden. Zudem sollten Unternehmen ihre bestehenden Kontakte als strategischen Vermögenswert begreifen und konsequent E-Mail-Marketing einsetzen. Viele Firmen säßen auf wertvollen Adressdaten, ohne deren Potenzial auszuschöpfen. Wer diese systematisch nutzt, könne mit überschaubarem Aufwand deutliche Umsatzsteigerungen erzielen.

Das Gespräch endet mit dem Fazit, dass Unternehmen häufig über ungenutzte Schätze verfügen und digitale Prozesse dann erfolgreich sind, wenn sie strategisch gedacht, automatisiert umgesetzt und kontinuierlich optimiert werden.

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