Kaizen 2 go 064 : Prozessmanager-Portal


 

Inhalt der Episode

  • Wie kommt jemand zum Prozessmanagement?
  • Was macht erfolgreiches Prozessmanagement aus?
  • Welche Eigenschaften und Kompetenzen sollte ein Prozessmanager mitbringen?
  • Welche Rolle spielt die IT im Prozessmanagement?
  • Wie sollte Prozessmanagement im Unternehmen verankert sein?
  • Welchen Wettbewerbsvorteil können Unternehmen aus Prozessmanagement ziehen?

Notizen zur Episode

  • LinkedIn-Profil von Michael Väth (geb. Durst)
  • Website von Jörn Schwarzenbach
  • LinkedIn-Profil von Bernd Krieg
  • Das Prozess-Manager-Portal http://der-prozessmanager.de/
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    (Teil)automatisiertes Transkript

    Eine KI-generierte Zusammenfassung finden Sie am Ende des Transkripts.

    Episode 064 : Prozessmanager-Portal

    Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

    Götz Müller: Episode 64 Prozessmanager und ein Prozessmanager-Portal Kaizen2Go Herzlich Willkommen zu dem Podcast für Lean-Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutz zu steigern, Ressourcenverbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz an den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage. Heute sitze ich mal nicht mit einem Menschen auf der anderen Seite der Leitung, sondern insgesamt mit vieren. Wir unterhalten uns über das Thema Prozessmanager, Prozessmanager-Portal, eine spannende Sache und deshalb auch vier völlig unterschiedliche Gesprächspartner. Jetzt beginne ich einfach mal mit einem, mit dem Herrn Durst. Er ist schon ganz klassisch unterwegs im Bereich Prozessmanagement, Lieferantenqualitätsmanagement, Automotive-Bereich. Sagen Sie noch ein paar Worte selber zu sich, Herr Durst.

    Michael Durst: Genau, guten Morgen. Ja, ich bin seit fünf Jahren in diesem Bereich tätig, im Bereich Prozessmanagement. Bin damals durch meine Diplomarbeit bei einem Distributor zu diesem ganzen Thema prozessuale Vernetzung und danebenübergreifende Zusammenarbeit gekommen. Ein sehr spannendes Thema. Hat mich jetzt dann auch weiter begleitet, ein Beraterleben, wobei ich da noch dann Elemente aus dem Qualitätsmanagement auch weiter vertieft habe.

    Götz Müller: Okay, so, den nächsten mache ich einfach die Runde rum, der Herr Jörn Schwarzenbach. Er ist eher der Techniker in der Wunde, nämlich im Bereich Web im weitesten Sinne unterwegs. Noch ein paar Worte zu Ihnen.

    Jörn Schwarzenbach: Genau, und Internetlösungen im Großen und Ganzen. Ich bin seit 1998 selbstständig und habe eigentlich in den letzten Jahren von kleinen Projekten bis hin zu großen Mittelstandsprojekten und Integration dann von ERP und CRM-Systemen in den Unternehmen viel erlebt. Und für mich ist eigentlich im Prozessmanagement einer der ganz wichtigen Punkte die Abstimmung der Prozesse von Internetprojekten rüber dann in die Unternehmens-IT, also sprich die Anbindung an CRM und ERP-Systeme, dass das alles reibungslos läuft, ist für mich ein ganz wichtiges Element in dem ganzen Umfeld von Prozessmanagement.

    Götz Müller: Genau, und der eine andere Zuhörer wird sich vielleicht fragen, was geht es da jetzt? Erzeugen wir noch ein bisschen Spannung? Gehen wir zum dritten in der Punkte, den Bernd Krieg. Wieder stärker im klassischen Prozessmanagement, hier mit dem Schwerpunkt Controlling unterwegs.

    Bernd Krieg: Ganz genau. Also ich bin seit über zehn Jahren als Unternehmensberater im Bereich Sanierung, Controlling unterwegs gewesen, habe seit circa sechs, sieben Jahren da auch verstärkte Berührungspunkte mit dem Thema Prozessmanagement und habe mich da so ein bisschen spezialisiert auf den Bereich Prozesscontrolling.

    Götz Müller: Genau. So, und dann hat aber, obwohl es da viel mit Technik und solchen Dingen zu tun hat, trotzdem spielt der Mensch eine nicht unentscheidende Rolle und da habe ich dann den vierten Gesprächspartner, den Alexander Walz, hier den Hausherr in der Runde, wo wir sitzen und Inhaber der Personalberatung. Herr Walz, sag ich Sie auch noch keine Worte.

    Alexander Walz: Ja, ich bin jetzt seit fast 20 Jahren als Personalberater tätig und schwerpunktmäßig in den kaufmännischen Funktionen unterwegs. Und in den letzten ein, zwei Jahren sind immer mehr Anfragen gekommen von Kunden, die auch in Richtung Prozessmanagement gehen. Das hat mich dazu bewogen, mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen, was denn eigentlich so ein Prozessmanager macht und was einen Prozessmanager ausmacht.

    Götz Müller: Genau. Das war auch jetzt eine gute Überleitung zur ersten Frage, nämlich an den Herrn Durst, der klassisch, ich würde sagen, sie besagt sich als Prozessmanager. Jetzt ist das sehr klar, was man irgendwo an der Hochschule oder vielleicht noch früher in den Weg gelegt bekommt. Wie sind Sie zu dem Thema Prozessmanagement gekommen?

    Michael Durst: Da gebe ich Ihnen echt, es gibt keinen linearen Weg zum Prozessmanagement. Bei mir kam es durch meinen Mentor, meine Diplomarbeit damals. Er war der Leiter des Qualitätsmanagements bei dem Distributor, bei dem Großhändler für elektrische Bauteile. Und dort war damals der Fokus auf das Lieferantenmanagement, wie kann man quasi Unternehmen miteinander verbinden im Prozessmanagement. Und das hat mich einfach fasziniert, wie man zusammenarbeiten kann bei diesem Thema. Und habe das dann auch weiter vertieft bei der Context AG München. Und bin dort wirklich dann auch in Entwicklungsprozesse reingegangen und habe gesagt, okay, wenn wirklich Tausende von Menschen zusammenarbeiten, dann muss das nur mit Prozessmanagement gehen. Es ist faszinierend und ich bin dabei geblieben und das ist auch mein Thema.

    Götz Müller: Und ein bisschen haben Sie es schon angedeutet, was macht ein erfolgreiches Prozessmanagement aus? Das möchte ich ein bisschen vertiefen.

    Michael Durst: Erfolgreiches Prozessmanagement, also Erfolg im Allgemeinen, macht eigentlich aus, wenn man drei Faktoren zusammenbringt. Das Können, das Dürfen, das Wollen. Beim Können klassisch, da ist es okay, man muss einfach auch die Methoden beherrschen, um Prozessmanagement umsetzen zu können. Man muss es dürfen. Es muss das klare Mandat des Management oder der Geschäftsführung da sein, um wirklich auch Zeit und Kosten zu investieren und Prozessmanagementprojekte voranzutreiben. Und das Wollen ist ganz klar. Prozesse müssen wir nur auf dem Papier nichts bringen. Die Menschen müssen auch wollen im Prinzip. Das heißt, Prozesse müssen auch wirklich aktiv leben.

    Götz Müller: Ja, und ich glaube, das ist dann das, was zwischen den Ohren passiert Sprich beim Menschen. Und da gucke ich dann den Alexander Walz wieder an. Was für Eigenschaften bringt ein guter Prozessmanager mit?

    Alexander Walz: Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind es fünf Eigenschaftspakete, so kann man es vielleicht nennen. Ganz wichtig ist, dass Prozessmanager mitbringen einmal das strategische Denken und ein gewisses Planungstalent. Dass sie zielorientiert sind, Durchsetzungsvermögen haben. Dass sie proaktiv sind und überzeugen können. Dass sie wie Controller auch über eine hohe Zahlenaffinität verfügen und exakt arbeiten können. Und nicht zuletzt zu vergessen natürlich auch über gute Kommunikationsfähigkeiten und Teamfähigkeiten verfügen sollten.

    Götz Müller: Mir sagt jetzt das Stichwort Controller, dann gucke ich mal rüber zum Herrn Krieg als Controller. Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Kompetenzen, die ein Prozessmanager nicht so?

    Bernd Krieg: Also zu den eben genannten Themen würde ich jetzt noch ergänzen, dass vor allem natürlich wichtig ist, diese methodische Kompetenz mitzubringen, um Prozesse analysieren, bewerten und gestalten zu können. Da haben sich ja in der Literatur, in der Praxis einfach Werkzeuge herausgestaltet, die man beherrschen sollte. Ein weiteres Thema sehe ich hier ganz zwingend im eigentlich immanenten Thema des Prozessmanagements. Das kundenorientierte Denken und Handeln sollte verinnerlicht sein. Und als letzten Punkt ist natürlich erforderlich, dass man ein sehr tiefgehendes Verständnis des Geschäfts mitbringt, um die Prozesse auch adäquat gestalten zu können.

    Götz Müller: Und dann sind wir wieder in dem, was auch auf der Technikseite passiert im Unternehmen. Das heißt, wir haben irgendwo das Spagat zwischen Technik und Mensch. Was für 'ne Rolle spielt, den technischen Abstimmungen im Prozessmanagement, Herr Schwarzenbach.

    Jörn Schwarzenbach: Für mich ist es sehr wichtig. Ich finde es auch gut, dass wir uns darüber unterhalten, dass jetzt nicht nur das System im Vordergrund steht, sondern es ist immer eine Kombination aus demjenigen, der das System benutzt, also dem User, dem Mitarbeiter und der Infrastruktur dahinter. Und nur wenn das eine Einheit ist, die funktioniert, kann man auch tatsächlich eine Effizienzsteigerung erreichen. Wenn wir da keine Abstimmung haben, also sowohl zwischen den Akteuren, die in dieser Prozesskette halt einfach vorkommen, und der entsprechenden Software, funktioniert da gar nichts. Die Schnittstelle ist meines Erachtens immer das Entscheidende. Wenn die Schnittstelle nicht entsprechend definiert ist und nicht funktioniert, nutzen die besten Insellösungen nichts.

    Götz Müller: Und wenn es dann irgendwann mal wieder auf ein Stück Papier zurückfällt, die Erfahrung, die ich gemacht hab‘.

    Jörn Schwarzenbach: Es ist leider oft so, dass die besten Pläne und eben auch das beste Prozessmanagement meistens an ganz menschlichen Faktoren scheitern kann und man darf einfach nicht den Fehler machen, Kosten sparen zu wollen, indem man Gespräche wegrationalisiert. Ich glaube, das ist einfach eine ganz schlechte Entscheidung. Es sind immer die Menschen, die letztendlich im Unternehmen die Wertschöpfung generieren und wenn die nicht miteinander reden und da nicht auch quasi die Softskills des Prozessmanagers entsprechend zum Tragen kommen, dann hat das halt keinen Sinn.

    Götz Müller: Und wenn wir jetzt noch ein bisschen mehr den Fokus auf die Technik legen, eine neue Software, so der Klassiker, den jeder schon mal gehört hat, führen wir halt SAP ein, reicht es dann oder muss ich noch mehr tun?

    Jörn Schwarzenbach: Also diese Gespräche und die Diskussion hatten man ja relativ oft, gerade jetzt mit SAP oder Microsoft Dynamics oder wie sie alle heißen. Also gerade in diesem ERP und CRM Umfeld gibt es da, ich sage jetzt mal, viele Urban Legends von irgendwelchen Geschäftsführern, die glauben, dass man mit so einer Lösung von heute auf morgen tatsächlich Geschäftsprozesse optimieren könnte. Das ist Blödsinn. Also man muss immer das Gesamtunternehmen sehen und die gesamten Prozesse, die dahinter stecken und die Zeit von solchen Insellösungen sind schon lang vorbei. Der Mittelstand hat das auch erkannt, im Rahmen der Digitalisierung muss es vernetzt zugehen und nur wenn man in der Lage ist, vernetzt zu denken und alles entsprechend an den Schnittstellen so einzurichten, dass es reibungslos läuft, kommt man zu irgendeinem Ergebnis. Alles andere ist dann ein Hobby, was sich im Unternehmen entwickelt, aber trägt in keinster Weise zur Effizienzsteigerung bei.

    Götz Müller: Wenn wir uns jetzt IT angucken, bei ganz großen Unternehmen, so klassisch den CIO, den Chief Information Officer, das ist jetzt schon eine Sache, die ich etabliert, zu Neudeutsch oder auf Deutsch, klassisch der IT-Leiter. Ich glaube aber, der Begriff des Prozessmanagers als Stellenbeschreibung ist jetzt noch nicht so vorreichend. Was ist da Ihre Erfahrung, Herr Durst?

    Michael Durst: Also Prozessmanager, ja, es ist wirklich nicht eindeutig dieser Begriff. Also man kann es aus der strategischen Sichtweise sehen, man kann es auch aus der operativen Sichtweise sehen. Oft ist es historisch, wird im Prinzip Prozessmanagement oft mit Lean Management in Verbindung gebracht. Das heißt, ein sehr produktionslastiges Thema, aber auch im Prinzip aus der ganzen Theorie heraus, der Ablauforganisation des Prozessmenschen, eigentlich auch sehr strategisch zu betrachten, wirklich Organisationsgestaltend …. Je nachdem, wo es im Unternehmen verankert ist, kann es auch eine eigene Institution oder Organisationseinheit sein. Oft wird es aber auch so gelebt, dass es einfach eine Rolle im Rahmen des Qualitätsmanagement ist.

    Götz Müller: Ich habe eine nicht zu vernachlässigende Frage, ist natürlich auch immer dann von denjenigen, die den Geldbeutel aufmachen, unter Umständen, aufmachen müssen, dürfen. Was bringt es? Das heißt, was für einen Vorteil ziehe ich dann als Unternehmen oder als Unternehmer, wenn ich auf die Person wiedergehe, wenn ich das habe, Unternehmen, Prozesse, gegenüber anderen?

    Michael Durst: Ein Prozessmanager hat einen großen Vorteil, dass er wirklich den Blick auf Systemeffizienz und Schnittstellenprobleme hat. Also er beschäftigt sich weniger mit Organisationsgestaltung, sondern vielmehr im Prinzip die Abläufe in einem Unternehmen zu organisieren. Das heißt wirklich bei der Produktentstehung oder bei der Dienstleistungserstellung wirklich auf den Fokus zu gehen, wie können wir es möglichst schnell und möglichst günstig erstellen. Und ein Unternehmen, das entsprechende Experten, also Prozessmanager hat und einstellt, kann genau aus der Unternehmensstrategie diese Effizienzen auch dann heben.

    Götz Müller: Da kommt jetzt nochmal ein bisschen rüber Richtung Controlling, weil dort ja die Werte schwarz auf weiß auftauchen. Was ist da Ihr Eindruck?

    Bernd Krieg: Also ich habe in meinem BWL-Studium noch gelernt, dass die Gewinnmaximierung so die oberste strategische Maxime ist eines Unternehmens. Ich glaube, das hat sich geändert, diese Wahrnehmung und heute steht im Fokus, den Kundennutzwert zu steigern. Und aus meiner Sicht ist das Prozessmanagement das ideale Werkzeug, um das zu tun, die Kundenorientierung, die Ausrichtung auf den Kundennutzen im Unternehmen auch zu institutionalisieren. Und das Prozessmanagement fördert eben diese Fokussierung auf die Kundenzufriedenheit und ist natürlich auch das ideale Instrument, um die Effizienz im Unternehmen zu messen. Hier sind wir eben bei den harten Controlling-Kennzahlen, deswegen auch meine Spezialisierung für dieses Thema. Und man findet natürlich Prozessmanagement-Instrumentarien in unterschiedlichsten Reifegraden. Und diese Effizienzmessung und damit auch die Möglichkeit, das zu steuern, ist dann schon eine Stufe, die man zu einem späteren Zeitpunkt erreicht.

    Götz Müller: Das ist dann auch der Punkt, wo ich mal so schön wieder mit der …, dann hat auch schon der Kunde das erste Prinzip, zuerst mal der Kunde, darum nachzudenken, was braucht er denn. So, jetzt haben wir ein bisschen vielleicht auch um den heißen Brei geredet. Im Grunde geht es aber heute ja um dieses Gemeinschaftsprojekt. Darum sitzen wir alle hier um den Tisch rum, nämlich eine neue Plattform der Prozessmanager. Ganz einfach die Frage, an Sie Herr Durst, was ist der prozessmanager.de und für wen ist es gemacht?

    Michael Durst: der-prozessmanager.de oder das ganze Projekt, ist im Prinzip eine Online-Informations- und Vernetzungsplattform. Und zwar, das wird die erste ihrer Art sein in Deutschland oder im deutschsprachigen Raum. Warum? Es gibt sowas bisher nicht, dass im Prinzip neutral Information und sonstige Vernetzungsmöglichkeiten für Prozessmanager oder im Prinzip Unternehmensentwickler bereitgestellt werden. Oft gibt es Informationen jetzt auch im Internet oder auf verschiedenen Webseiten der Beratung, die Prozessmanagement anbieten, was Prozessmanagement für sie bedeutet. Aber das heißt noch lange nicht, dass das im Prinzip die allgemeine Meinung zum Prozessmanagement oder das gemeinsame Verständnis von Prozessmanagement ist. Und wir versuchen genau diesen gemeinsamen Standpunkt zu erarbeiten, jedem diese Plattform zu bieten, sich im Prinzip auszutauschen, ein bisschen Branche begreifen und ein bisschen transparenter zu gestalten.

    Götz Müller: Wenn wir ein bisschen weiter reingehen, was sind denn die einzelnen Themenaspekte, die Interessierte dort finden werden?

    Michael Durst: Wir beginnen momentan mit einem sehr breiten Themenspektrum eigentlich. Das heißt, wir werden sowohl das Thema Jobs und Karriere betrachten, wir werden das Thema Information und Vernetzung im Allgemeinen betrachten. Das heißt, es wird ein blogbasiertes Online-Magazin geben. Es wird einen sehr tiefen Einblick in das ganze Beratungswesen im Bereich Prozesse, wenn es schon geht. Aber natürlich auch im Bereich Software und IT-Lösung werden wir da entsprechende Studien und im Prinzip auch nochmal Vertiefungen anbieten können.

    Götz Müller: Wir sind dann, jetzt gucke ich nochmal rüber Richtung den Herrn Walz. Wer sind denn aus Ihrer Sicht die Mitspieler? Für wen wird es interessant sein?

    Alexander Walz: Ja, interessant wird der Prozessmanager.de für die gesagte Prozessmanager-Community sein. Das sind so grob geschätzt in Deutschland etwas über 10.000 Personen oder Menschen oder Leute, die in diesem Bereich arbeiten. Und alle, die können, egal ob sie am Anfang in ihrer Karriere stehen oder schon etwas weiter sind, sich eben sowohl fachlich informieren, sich austauschen und je nachdem, wenn sie sich eben beruflich verhindern wollen oder auch Prozessmanager einstellen wollen, sich da vernetzen.

    Götz Müller: Gut, jetzt gucken wir einfach mal auf den Kalender. Wir haben derzeit Mitte Januar 2017 und schauen dann rüber zum Herrn Krieg. Wann soll es losgehen?

    Bernd Krieg: Natürlich sind immer die letzten Prozent die entscheidenden. Das ist bei Projekten so und vor allem natürlich auch bei so einem Launch. Wir arbeiten mit Hochdruck an den letzten Themen, um dann wirklich mit einem überzeugenden Angebot an den Start zu gehen. Nach der heutigen Einschätzung würde ich sagen, ist ein Termin Ende März, Anfang April realistisch.

    Götz Müller: Das heißt, wir dürfen da auch schon alle gespannt sein, was sich dort bewegen wird, wer die Mitspieler sein werden. Für die, die sich jetzt schon für das Thema interessieren, die können sich jetzt schon eintragen und werden dann eben informiert, wenn es richtig losgeht. Das heißt, hier, Sie finden das dann auch in den Notizen zur Episode, der-prozessmanager.de. Heute schon mal reinschauen und sich dann informieren.

    Das war die heutige Episode zum Thema Prozessmanager im Gespräch mit dem Prozessmanager-Portal-Team.

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    Notizen und Links zur Episode finden Sie auf meiner Website unter dem Stichwort 064.

    Ich bin Götz Müller und das war Kaizen to go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

    KI-generierte Zusammenfassung

    In dieser Episode spricht Götz Müller mit Michael Durst, Jörn Schwarzenbach, Bernd Krieg und Alexander Walz über das Berufsbild des Prozessmanagers und die Idee einer neuen Online-Plattform für diese Zielgruppe.

    Götz Müller eröffnet das Gespräch mit dem Hinweis, dass Prozessmanagement viele Facetten hat und deshalb bewusst vier unterschiedliche Perspektiven vertreten sind. Michael Durst bringt seine Erfahrung aus dem klassischen Prozessmanagement mit, insbesondere aus dem Lieferanten- und Qualitätsmanagement im Automotive-Umfeld. Er schildert, dass es keinen geradlinigen Karriereweg in diese Rolle gibt. Bei ihm entstand das Interesse über seine Diplomarbeit im Umfeld eines Distributors für elektrische Bauteile. Die Frage, wie Unternehmen prozessual miteinander vernetzt werden können, habe ihn nachhaltig fasziniert. Später vertiefte er dieses Thema in der Beratung und in Entwicklungsprojekten, in denen viele Beteiligte koordiniert werden mussten. Für ihn ist klar: Wenn Tausende Menschen gemeinsam an Produkten oder Dienstleistungen arbeiten, funktioniert das nur mit sauberem Prozessmanagement.

    Auf die Frage, was erfolgreiches Prozessmanagement ausmacht, formuliert Michael Durst drei zentrale Faktoren: Können, Dürfen und Wollen. Das Können umfasst methodische Kompetenz und Handwerkszeug. Das Dürfen bedeutet ein klares Mandat durch Geschäftsführung oder Management, inklusive der notwendigen Ressourcen. Das Wollen schließlich betrifft die Menschen im Unternehmen. Prozesse, die nur dokumentiert sind, aber nicht gelebt werden, bleiben wirkungslos.

    Alexander Walz beleuchtet die Rolle aus Sicht der Personalberatung. In den vergangenen Jahren habe die Nachfrage nach Prozessmanagern deutlich zugenommen. Er identifiziert fünf zentrale Eigenschaftspakete: strategisches Denken und Planungskompetenz, Zielorientierung und Durchsetzungsvermögen, Proaktivität und Überzeugungskraft, Zahlenaffinität und Genauigkeit sowie ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit. Der Prozessmanager bewegt sich also zwischen Analyse, Steuerung und sozialer Interaktion.

    Bernd Krieg ergänzt aus Controlling-Sicht, dass neben diesen Eigenschaften vor allem methodische Kompetenz entscheidend ist. Prozesse müssen analysiert, bewertet und gestaltet werden können. Zudem sei eine klare Kundenorientierung unverzichtbar. Prozessmanagement dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse auf Kundennutzen ausgerichtet werden. Dafür brauche es ein tiefes Verständnis des Geschäftsmodells. Prozessmanagement sei ein geeignetes Instrument, um Kundenzufriedenheit systematisch zu verankern und Effizienz über Kennzahlen messbar zu machen.

    Jörn Schwarzenbach bringt die technische Perspektive ein. Für ihn ist die Abstimmung zwischen Menschen, Prozessen und IT-Systemen der kritische Erfolgsfaktor. Besonders im Umfeld von ERP- und CRM-Systemen komme es immer wieder zu der Illusion, eine neue Software allein könne Prozesse verbessern. Er widerspricht deutlich: Ohne abgestimmte Schnittstellen, klare Verantwortlichkeiten und funktionierende Kommunikation scheitern selbst die besten Systeme. Entscheidend sei das Zusammenspiel von Infrastruktur und den Menschen, die sie nutzen. Wenn Gespräche eingespart oder Schnittstellen unklar definiert werden, entstehen Insellösungen, die keinen nachhaltigen Beitrag zur Effizienz leisten.

    Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass das Berufsbild des Prozessmanagers noch nicht einheitlich definiert ist. Michael Durst beschreibt, dass die Rolle je nach Unternehmen strategisch oder operativ verankert sein kann. Teilweise ist sie eng mit Lean-Ansätzen verbunden und stark produktionsorientiert, teilweise eher organisatorisch oder im Qualitätsmanagement angesiedelt. Die Spannbreite reicht von einer eigenständigen Organisationseinheit bis zu einer Rolle innerhalb bestehender Funktionen.

    Auf die Frage nach dem konkreten Nutzen für Unternehmen betont Michael Durst, dass Prozessmanager den Blick auf Systemeffizienz und Schnittstellen richten. Sie fokussieren weniger die klassische Aufbauorganisation, sondern die Abläufe entlang der Wertschöpfung. Ziel ist es, Produkte und Dienstleistungen schneller, günstiger und mit höherem Kundennutzen bereitzustellen. Unternehmen mit entsprechender Kompetenz können aus ihrer Strategie gezielt Effizienzpotenziale heben.

    Bernd Krieg unterstreicht, dass sich der Fokus von reiner Gewinnmaximierung hin zur Steigerung des Kundennutzens verschoben habe. Prozessmanagement sei ein wirkungsvolles Instrument, um diese Ausrichtung zu institutionalisieren. Gleichzeitig ermögliche es eine systematische Effizienzmessung und Steuerung über Kennzahlen. Der Reifegrad im Umgang mit diesen Instrumenten unterscheide sich jedoch stark zwischen Unternehmen.

    Im letzten Teil der Episode stellen die Gesprächspartner ihr gemeinsames Projekt vor: das Portal prozessmanager.de. Michael Durst beschreibt es als neutrale Informations- und Vernetzungsplattform für Prozessmanager und Unternehmensentwickler im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, einen gemeinsamen Standpunkt zum Verständnis von Prozessmanagement zu entwickeln und Transparenz in die Branche zu bringen. Neben einem blogbasierten Online-Magazin sind Themen wie Karriere, Jobs, Beratung, Softwarelösungen und Studien geplant.

    Alexander Walz schätzt die Community der Prozessmanager in Deutschland auf über 10.000 Personen. Die Plattform soll sowohl Berufseinsteigern als auch erfahrenen Fach- und Führungskräften dienen, sich fachlich weiterzuentwickeln, auszutauschen oder zu vernetzen. Auch Unternehmen, die Prozessmanager suchen, sollen dort Ansprechpartner finden.

    Bernd Krieg nennt als realistischen Starttermin Ende März oder Anfang April 2017. Bis dahin werde intensiv an den letzten Details gearbeitet, um mit einem überzeugenden Angebot online zu gehen. Die Episode schließt mit der Einladung an Interessierte, sich frühzeitig zu informieren und Teil dieser neuen Community zu werden.

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