Die 5+S des Lean-Scheitern

“Scheitern“

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.“

– Charles Darwin

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Selbstüberschätzung

Je erfolgreicher Organisationen werden, desto größer wird häufig die Gefahr der Selbstüberschätzung. Prozesse funktionieren scheinbar stabil, Erfahrungen sind vorhanden und die eigene Arbeitsweise gilt als bewährt. Genau dadurch verliert Lernen schrittweise an Bedeutung. Neue Perspektiven werden abgewehrt, Hinweise aus dem Alltag relativiert und Probleme als Einzelfälle betrachtet. Interessant daran ist weniger die Arroganz einzelner Personen als die schleichende Entwicklung eines kollektiven Selbstverständnisses. „Wir wissen schon alles“ wird selten offen ausgesprochen und dennoch spürbar. Lean lebt jedoch von der Annahme, dass Verbesserung niemals abgeschlossen ist. Sobald Lernen endet, beginnt Stillstand und Stillstand bleibt in dynamischen Märkten selten folgenlos.

Schuldzuweisung

Sobald Probleme auftreten, richtet sich der Blick häufig zuerst auf Menschen. Wer hat den Fehler gemacht? Wer war verantwortlich? Wer hat nicht aufgepasst? Genau dadurch verschiebt sich die Aufmerksamkeit weg vom eigentlichen System. Menschen arbeiten innerhalb von Rahmenbedingungen, Prozessen und Strukturen. Fehler entstehen selten isoliert. Trotzdem erzeugt Schuldzuweisung kurzfristig ein Gefühl von Kontrolle, weil sich Verantwortung scheinbar eindeutig zuordnen lässt. Langfristig entsteht jedoch das Gegenteil. Offenheit nimmt ab, Probleme werden verdeckt und Lernen wird erschwert. Lean benötigt ein Umfeld, in dem Abweichungen sichtbar gemacht werden können, ohne sofort persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Erst dann entsteht echte Verbesserung.

Stillstand

Das vielleicht gefährlichste zusätzliche S entsteht nicht durch sichtbare Fehlentscheidungen, sondern durch Gewöhnung. Prozesse laufen irgendwie, Probleme erscheinen beherrschbar und die tägliche Improvisation wird zum Normalzustand. Genau darin liegt der schleichende Stillstand. Nicht als plötzlicher Zusammenbruch, sondern als langsamer Verlust von Entwicklungskraft. Lean scheitert selten spektakulär. Häufiger verliert es schrittweise seine Bedeutung im Alltag. Verbesserungen werden kleiner, Beteiligung sinkt und Routinen ersetzen Reflexion. Interessant ist dabei, dass Stillstand oft erst dann auffällt, wenn andere Organisationen längst vorbeigezogen sind. Kontinuierliche Verbesserung bedeutet deshalb nicht permanente Veränderung um jeden Preis, sondern die bewusste Entscheidung gegen das bequeme Verharren.

Wenn Sie verhindern möchten, dass Lean in Symbolik, Bereichsdenken und operativer Hektik stecken bleibt, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über dieses Formular auf oder greifen Sie einfach zum Telefon und rufen Sie mich unter 0171-7342717 an.

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Frage: Wo entstehen im eigenen Verantwortungsbereich Optimierungen auf Kosten des Gesamtsystems? Welche Probleme werden aktuell behandelt, ohne ihre Ursachen wirklich zu verstehen? Und woran wäre erkennbar, dass sich Stillstand bereits als Normalität etabliert hat?

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