Wo Qualitätsmanagementsysteme nicht lean sind

Um es gleich vorwegzuschicken, ich will mit diesem Beitrag nicht den Wert von Qualitätsmanagementsystemen in Frage stellen. Gleichzeitig will ich aber ein paar Aspekte ansprechen, die mir bei manchen Ausprägungen immer wieder begegnen, die im Sinn der Überschrift eben nicht lean sind, deshalb zumindest auf einer Meta-Ebene Verbesserungspotenziale bergen und damit auch den Wert der Qualitätsmanagementsysteme steigern können (wenn sie behoben werden).

Lean endet nicht an den Produktionsgrenzen

Die Aussage, dass Lean nur in der Produktion oder in produzierenden Unternehmen funktioniert, ist vermutlich so alt wie Lean selbst und mittlerweile in meinen Augen auch ausreichend widerlegt. In diesem Artikel geht’s mir aber um einen ganz anderen Aspekt. Viel zu oft werden Lean-Prinzipien & Co. nur auf die Produktion innerhalb von deren Grenzen angewendet. Lean-Werkzeuge kommen dann vielleicht auch in indirekten Bereichen zum Einsatz, wenn 5S im Büro angewendet wird oder durch die Brille der Verschwendungsarten auf Nicht-Produktionsprozesse geblickt wird.

Man kann nicht nicht interpretieren

Denken

Seit Watzlawik ist bekannt, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Das gilt so auch für Verhalten. Und dann gibt es noch (mindestens) eine weitere Sache, die man auch nicht nicht machen kann und die gleichzeitig mit Kommunikation und Verhalten eng gekoppelt ist. Man kann auch nicht nicht interpretieren – was kommuniziert (gesagt, gehört) und was als Verhalten wahrgenommen wurde.