Inhalt der Episode
- Was ist NLP und wie hilft es im Lean Management oder Projektmanagement
- Meta-Modell der Sprache & Wahrnehmungsfilter
- Meta-Programme
Notizen zur Episode
- eBook NLP in der Lean-Praxis
- Arbeitsblätter zum eBook
- Präsentation NLP im Projektmanagement
- Artikelserie NLP im Projektmanagement
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(Teil)automatisiertes Transkript
Eine KI-generierte Zusammenfassung finden Sie am Ende des Transkripts.
Episode 011 : NLP in der Lean-Praxis
Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.
In dieser Episode geht es um NLP, also Neurolinguistisches Programmieren im Lean-Management. Kommunikation ist einer der Erfolgsfaktoren im KVP und Lean Management. Ich spreche über das Metamodell der Sprache und die damit verbundenen Wahrnehmungsfilter. Enteignungsfilter. Außerdem geht es noch um die Meta-Programme und welchen Einfluss sie auf die Handlungen von Menschen haben.
Wenn wir über Lean Management reden, müssen wir über das Warum reden, das Was und das Wie. Neben der Einteilung in das Warum, das Was und das Wie können wir die Erfolgsfaktoren in Lean Management auch in zwei weitere Kategorien einteilen. Die beiden Kategorien sind technisch-fachlich sachliche Aspekte einerseits und andererseits menschlich-soziale Aspekte. Die Kombination aus dem Wie und den menschlich-sozialen Aspekten führt mich zur Kommunikation. Kommunikation mit den Menschen, Kommunikation über Situationen, Kommunikation über Probleme und natürlich auch über das Warum und das Was selbst, die Lösungen, die gesucht werden sollen. Die Ziele, die angestrebt werden. Über Kommunikation gibt es unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Aspekten.
Ein Modell, das über die reine Kommunikation hinausgeht, ist das Modell des NLP, das Modell des neurolinguistischen Programmierens. In meinem E-Book NLP in der Lean-Praxis beschreibe ich Methoden und Werkzeuge des NLP, deren Anwendung und Einsatz im Lean-Management sehr nützlich sind. In dieser Episode bespreche ich einige Teile aus meinem Buch. Ein zentraler Teil ist die dabei schon erwähnte Kommunikation. Wenn wir über Kommunikation reden, ist Sprache ein wichtiger Bestandteil. Ein Teil des NLP ist das Meta-Modell der Sprache. Warum heißt das Meta-Modell jetzt Meta-Modell? Es heißt so, weil es ein Modell über ein Modell ist. Sprache selbst ist ein Modell, das Meta-Modell der Sprache ist also ein Modell über ein Modell. Das Meta-Modell der Sprache besteht aus drei Wahrnehmungsfiltern: Der Tilgung, der Generalisierung und der Verzerrung. Diese drei Wahrnehmungsfilter sind notwendig, um Sprache, wie wir sie kennen. effizient einsetzen zu können. Andererseits verursachen die Wahrnehmungsfilter auch Störungen in unserer Kommunikation. Daraus lässt sich schließen, dDass der bewusste Umgang mit den Wahrnehmungsfiltern ein wichtiger Erfolgsfaktor für unsere Kommunikation ist. Die drei Wahrnehmungsfilter und damit das Meta-Modell der Sprache beschreiben inhaltliche Aspekte der Sprache, es geht darum, was ich meinem Gesprächspartner mitteilen möchte, was mein Gesprächspartner versteht. Was er mir mitteilen möchte und wie ich dann letztlich seine Aussagen verstehe bzw. interpretiere.
Die Wahrnehmungsfilter beeinflussen den Weg von meinen Gedanken zu meiner Aussage. Das heißt die Sendeseite der Kommunikation und andererseits die gesprochene Sprache auf dem Weg zu den Gedanken meines Gegenübers. Hier geht es dann um die Empfangsseite. Die Kenntnis und der bewusste Umgang mit den Wahrnehmungsfiltern ist also sowohl beim Gesagten als auch beim Gehörten wichtig und kann auf eine erfolgreiche, d.h. zielerreichende Kommunikation einen entscheidenden Einfluss haben. Was ist also im Umgang mit den drei Wahrnehmungsfiltern zu beachten? Bei der Tilgung, wie es der Name sagt, fehlen Informationen auf der sprachlichen Ebene, die aus unterschiedlichen Gründen weggelassen werden. Im Fall unwichtiger Informationen ist das Ganze kein Problem. Allerdings werden eben auch wichtige Informationen weggelassen. In diesem Fall werden oft beim Empfänger Informationen wieder hinzugefügt, die aber nicht notwendigerweise dem entsprechen, was der Sender weggelassen hat. Was alles im Rahmen von Tilgungen weggelassen wird, finden Sie im E-Book bzw. in den Blog-Artikeln, die ich in den Notizen zur Episode verlinkt habe.
Ein weiterer Wahrnehmungsfilter ist die Generalisierung. Bei ihr wird von Teilen auf ein Ganzes geschlossen. Auch abstrakte Begriffe wie Baum, Auto oder Tisch sind Generalisierungen. Ohne das gemeinsame Verständnis zum Begriff Baum wäre eine effiziente Kommunikation gar nicht möglich. Da sonst ein Baum in jedem Einzelfall sehr ausführlich beschrieben werden müsste, auch wenn es nur um den zusammenfassenden Begriff einer bestimmten Pflanzenart geht, die einzelnen Details dabei unwichtig sind.
Im Bereich von Prozessen, das heißt wiederholt ablaufender Vorgänge, ist die Generalisierung im Sinne der Standardisierung wichtig. Genauso wichtig ist es, das passende Maß an Generalisierung einzusetzen und dies sorgfältig und bewusst abzuwägen. Auf der anderen Seite müssen Generalisierungen wahrgenommen und gegebenenfalls hinterfragt werden. Dieses Hinterfragen führt hier und bei den anderen Wahrnehmungsfiltern zu mehr Klarheit bei allen Beteiligten.
Die Verzerrung als drittes ist ein Wahrnehmungsfilter, der noch stärker als die beiden anderen hinterfragt werden muss, da er entsprechender Namensgebung die Bedeutung von Aussagen noch stärker von der ursprünglichen Intention wegverändern kann. Verzerrungen führen zu falschen Annahmen über die Realität. Sie entstehen oft dadurch, dass bestimmte Aspekte stärkere Bedeutung gegeben werden, als dies ursprünglich gedacht war. Im E-Book und in auch verlinkten Blog-Artikeln finden Sie zahlreiche Beispiele der unterschiedlichen Wahrnehmungsfilter, ebenso wie die Hinterfragungen, die Sie einsetzen können, um mehr Klarheit in der Kommunikation zu erreichen. Neben dem Meta-Modell der Sprache sind die Meta-Programme ein wichtiges Werkzeug im NLP, um mehr Verständnis für andere Menschen aber auch für sich selbst zu erlangen. Der Zusammenhang zum NLP wird schon durch den gemeinsamen Begriff Programm gekennzeichnet. Auf technischer Ebene sind Programme Instanzen, die einen Computer steuern. Ähnlich ist es mit den Meta-Programmen, die den menschlichen Computer steuern, was letztlich das Gehirn mit seinen bewussten und unbewussten Anteilen darstellt.
Die Meta-Programme steuern die Informationsaufnahme, die Informationsverarbeitung und die Speicherung und den Abruf der gespeicherten Informationen. Im Umgang mit Informationen sind die auch vorher schon beschriebenen Wahrnehmungsfilter beteiligt. So wie die Gesamtheit der Programme eines Computers die Gesamtfunktion darstellen, bilden die Meta-Programme die Persönlichkeit eines Menschen. Ähnlich wie beim Computer mit seiner Taktrate, seiner Speicherausstattung usw. gibt es auch bei Menschen noch andere individuelle Merkmale z.B. seine Werte und Glaubenssätze. Ebenso wie Computerprogramme in unterschiedlichen Szenarien zum Einsatz kommen, sind die Meta-Programme kontextabhängig. Im Unterschied zu Computerprogrammen ist die Kontextabhängigkeit jedoch ein weitgehend unbewusster Einfluss. Die Verwendung der Computer- bzw. Programm-Metapher soll hier kein mechanistisches Menschen-, Bewusstseins- oder Persönlichkeitsbild darstellen, sondern nur den Zusammenhang durch den Vergleich mit einem bekannten Konzept verdeutlichen. Wichtig ist, dass Meta-Programme keine Klassifikation von Menschen darstellen. Also keine Schubladen sind, in die sie gesteckt werden. Meta-Programme sind auch eine Form der Filterung, die wir benötigen, um die Informationsflut der Wahrnehmung zu kanalisieren und handhabbar zu machen.
Der Unterschied zwischen herkömmlichen Klassifikationssystemen und Meta-Programmen ist die, dass Klassifikationssysteme immer in sich abgeschlossen sind, während die Meta-Programme grundsätzlich unbegrenzt sind und das einzelne Meta-Programm dabei nur bestimmte Aspekte beleuchtet. Erst die Gesamtheit der Meta-Programme könnte das Verhalten eines Menschen vollständig erfassen und beschreiben, ohne dass dieses Ziel ihr völlig erreicht werden kann. In der Literatur sind über 60 Meta-Programme beschrieben. In dieser Episode werde ich mich auf 5 Meta-Programme beschränken. Insgesamt lassen sich Meta-Programme in grob drei Kategorien einteilen. Sie sind entweder handlungsorientiert, wahrnehmungs- oder kommunikationsorientiert oder zeitorientiert. Mit Meta-Programmen lassen sich beispielsweise für verschiedene Personenkreise Anforderungsprofile erstellen und beschreiben, die die idealen Ausprägungen relevanter Meta-Programme enthalten. Außerdem lassen sich durch das Wissen um die Meta-Programme Vorhersagen über das Verhalten von Personen in bestimmten Situationen, also Kontexten, machen. Dieses Wissen erhöht das Verständnis für das Verhalten der anderen Personen ebenso wie für das eigene Verhalten.
Ähnlich wie Generalisierungen macht die Vorhersagbarkeit des Verhaltens durch Kenntnis über die Meta-Programme in nicht wenigen Fällen den Umgang mit anderen Menschen erst möglich. Grundsätzlich gibt es bei Meta-Programmen kein richtig oder falsch, sondern nur nützlich oder eben weniger nützlich. Ähnlich wie bei herkömmlichen Klassifikationen bestehen bei Meta-Programmen keine digitalen Ausprägungen, sondern kontinuierliche Bandbreiten zwischen zwei Polen. Meta-Programme sind wie gesagt auch kontextabhängig, das heißt Menschen verhalten sich in verschiedenen Situationen unterschiedlich. Ich beschreibe jetzt einige wichtige Meta-Programme, die am prägendsten in Bezug auf Handlung und Wahrnehmung von Personen sind. Das Motivations-Meta-Programm beschreibt die grundsätzliche Motivationsrichtung eines Menschen. Die beiden Pole sind die Hinzu-Motivation und die Weg-von-Motivation. Sie lassen sich auch mit den Basismotivatoren erlangen von Freude und vermeiden von Schmerz vergleichen. Die Weg-von-Motivation hat dabei die stärkere Ausprägung und größere Verbreitung unter Menschen. Allerdings ist sie nicht so nachhaltig. Die Motivation geht in der Regel zurück, sobald der Schmerz weg ist bzw. abnimmt. Die Hinzu-Motivation hängt meist direkt mit dem Vorhandensein von Zielen zusammen. Dadurch ist die Nachhaltigkeit stärker ausgeprägt, weil das Ziel so lange verfolgt wird, bis es erreicht ist.
Da es auch bei Veränderungsprozessen, wie das der kontinuierliche Verbesserungsprozess einer ist, um bei Erreichung von Zielen geht, ist die Hinzumotivation von wenigen Ausnahmefällen abgesehen, bei nahezu allen Beteiligten nützlicher als die Weg von Motivation.
Ein weiteres Meta-Programm unterscheidet zwischen sogenannten Gleichbeispiel-Sortieren und Gegenbeispiel-Sortieren. Den Gleichbeispiel-Sortieren fallen dabei immer zuerst Gemeinsamkeiten von Dingen, Eigenschaften oder Situationen auf, während sich die Gegenbeispiel-Sortierer auf die Unterschiede konzentrieren. Der Gleichbeispiel-Sortierer erkennt zum Beispiel, dass bei einem Ablauf immer wieder ähnliche Verzögerungen auftreten. Der Gegenbeispiel-Sortierer erkennt dagegen, dass diese Verzögerungen immer bei Rechtshinteren auftreten. In vielen Fällen wird man von Gleichbeispiel-Sortierern eher Zustimmung und von Gegenbeispiel-Sortierern eher Widerspruch ernten. Bei diesem Meta-Programm kann in Bezug auf das Lean Management kein pauschaler Vorzug festgelegt werden.
Auf jeden Fall ist es nützlich, in einem Team Vertreter beider Pole des Meta-Programms zu haben. Damit werden beispielsweise sowohl Standards identifiziert, als auch notwendige Unterschiede in Vorgehensweisen berücksichtigt. Idealerweise sollte mit diesem Meta-Programm sehr bewusst umgegangen werden. Es geht darum, um die eigene Ausprägung und die Ausprägung der anderen Menschen zu kennen. Wenn man darauf nicht achtet, kann es sehr schnell zu Konflikten kommen, oft einfach nur durch Missverständnisse.
Beim dritten Meta-Programm der Aufmerksamkeit geht es darum, ob eine Person eher auf sich selbst oder auf andere fokussiert ist. In Veränderungsprozessen ist es normalerweise nützlicher für die Fokussierung, wenn sie sich auf andere richtet, da Prozesse dieser Art oft durch eine Vielzahl von Beteiligten bestimmt ist. Ohne Zusammenarbeit im Team können die Ziele dabei nicht optimal erreicht werden. Zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit gehört auch die Wahrnehmung der anderen Beteiligten, speziell in Kommunikationssituationen. Eng mit der Aufmerksamkeit verbunden ist das Meta-Programm des Arbeitsstils. Im Linienmanagement herrscht generell der Teamgedanke vor, sodass der Arbeitsstil Teamarbeit hier ebenfalls nützlicher ist als die Arbeit als Einzelgänger. Das drückt sich auch darin aus, dass am Band jeder Mitarbeiter dieses anhalten kann. Der Teamgedanke besteht dann darin, dass gemeinsam das Problem gelöst und die Fokussierung auf das engste eigene Arbeitsumfeld vermieden wird.
Das Referenz-Meta-Programm umfasst die Kriterien, nach denen eine Person in der Lage ist, die Ergebnisse und Resultate zu beurteilen. Die Pole sind dabei einerseits die interne Referenz, bei der eine Person selbst weiß, ob etwas gut oder schlecht ist. Oder die externe Referenz, bei der die Beurteilung von einer anderen Person oder Quelle kommen muss. Die Nützlichkeit der Ausprägung ist stark abhängig von der Rolle der betreffenden Person. Die interne Referenz fördert in der Regel die Autonomie, Unabhängigkeit der Person und die Fähigkeit zu eigenständigem Handeln. Ein Projektleiter beispielsweise sollte eine starke interne Referenz besitzen, ohne externes Feedback und die Meinung anderer völlig zu ignorieren. Das viel zitierte unternehmerische Handeln ist ohne interne Referenz kaum denkbar. Bei anderen Rollen innerhalb eines Veränderungsprojekts kann unter Umständen zu große Unabhängigkeit zu Problemen führen, wenn z.B. dadurch Arbeitsergebnisse nicht abgestimmt werden. Durchgängige Arbeitsprozesse benötigen ebenfalls ein hohes Maß an Flexibilität zwischen den beiden Polen dieses Meta-Programms. Werden die Bedürfnisse der vorherigen oder folgenden Prozessschritte nicht beachtet, kann es sehr leicht zu lokalen Optimierungen kommen, die dann für den Gesamtprozess und die Endkunden nachteilige Auswirkungen haben. Auch die vielbeschworene Präsenz der Führungskräfte und Einbeziehung der Mitarbeiter ist ein Merkmal externer Referenz.
Im E-Book finden Sie noch weitere Meta-Programme und die Abbildung auf Situationen in Geschäftsprozessen. Wichtig ist insgesamt nicht nur die Meta-Programme der anderen Menschen zu kennen und einschätzen zu können, sondern als erstes die eigenen Meta-Programme zu kennen, sie zu reflektieren und damit ein höheres Maß an Flexibilität zu erreichen. Flexibilität ist in meinen Augen die beste Möglichkeit, mit der Komplexität unserer Arbeitswelt umzugehen.
In einer weiteren Episode werde ich über die logischen Ebenen sprechen und die drei Wahrnehmungspositionen zum Umgang mit Konflikten.
Wie schon erwähnt, finden Sie in den Notizen zur Episode weitere Informationen und Details zum Meta-Modell der Sprache und zu den Meta-Programmen. Abonnenten meiner Blog-Artikel erhalten auch Arbeitsblätter zum E-Book, um die Inhalte weiter vertieft zu können und in die tägliche Arbeit zu integrieren.
Wenn Ihnen diese Episode gefallen hat, freue ich mich über eine Bewertung bei Apple Podcasts. Ich freue mich auch über Kommentare zu dieser Episode Ebenso wie über Wünsche für zukünftige Episoden, auf die ich dann gerne eingehe.
Ich bin Götz Müller und das war Kaizen 2 Go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder lassen. Das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.
KI-generierte Zusammenfassung
In dieser Episode spricht Götz Müller über den Einsatz von Neurolinguistischem Programmieren im Lean-Management und beleuchtet, welchen Beitrag NLP für eine wirksame Kommunikation im kontinuierlichen Verbesserungsprozess leisten kann. Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen dem Warum, dem Was und dem Wie im Lean-Kontext sowie zwischen technisch-fachlichen und menschlich-sozialen Aspekten. Gerade im Zusammenspiel von Vorgehensweise und zwischenmenschlicher Dimension wird Kommunikation zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
Ein zentrales Element der Episode ist das Meta-Modell der Sprache. Götz Müller erläutert, dass Sprache selbst bereits ein Modell der Wirklichkeit darstellt und das Meta-Modell wiederum ein Modell über dieses Modell ist. Es beschreibt drei grundlegende Wahrnehmungsfilter: Tilgung, Generalisierung und Verzerrung. Diese Filter sind notwendig, um Komplexität zu reduzieren und Kommunikation effizient zu gestalten. Gleichzeitig bergen sie das Risiko von Missverständnissen und Fehlinterpretationen.
Tilgung bedeutet, dass Informationen ausgelassen werden. Das ist unproblematisch, solange es sich um unwichtige Details handelt. Kritisch wird es, wenn wesentliche Aspekte fehlen und der Gesprächspartner diese Lücken mit eigenen Annahmen füllt. Generalisierung beschreibt das Zusammenfassen einzelner Erfahrungen zu übergeordneten Begriffen oder Mustern. Ohne Generalisierung wäre Verständigung kaum möglich. Im Lean-Umfeld zeigt sich dies beispielsweise in der Standardisierung von Prozessen. Dennoch ist es wichtig, Generalisierungen bewusst zu prüfen, um unzutreffende Verallgemeinerungen zu vermeiden. Die Verzerrung schließlich verändert Bedeutungen stärker, indem Aussagen interpretiert oder umgedeutet werden. Sie kann zu falschen Annahmen über Ursachen und Zusammenhänge führen. Durch gezieltes Hinterfragen dieser Filter lässt sich mehr Klarheit in der Kommunikation erreichen.
Neben dem Meta-Modell der Sprache stellt Götz Müller die Meta-Programme vor. Diese beschreiben grundlegende Muster der Informationsverarbeitung und Verhaltenssteuerung. Sie beeinflussen, wie Menschen Informationen aufnehmen, bewerten, speichern und abrufen. Meta-Programme sind keine starren Typologien, sondern kontextabhängige Präferenzen entlang von Kontinua. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern lediglich mehr oder weniger nützliche Ausprägungen in bestimmten Situationen.
Ein wesentliches Meta-Programm ist die Motivationsrichtung. Hier unterscheidet Götz Müller zwischen Hinzu-Motivation und Weg-von-Motivation. Während die Weg-von-Motivation darauf abzielt, Probleme oder Schmerzen zu vermeiden, ist die Hinzu-Motivation auf das Erreichen von Zielen ausgerichtet. Für Veränderungsprozesse wie den kontinuierlichen Verbesserungsprozess erweist sich die Hinzu-Motivation in der Regel als nachhaltiger, da sie auf klar definierte Zielzustände hinarbeitet.
Ein weiteres Meta-Programm betrifft das Sortiermuster: Gleichbeispiel-Sortierer erkennen vorrangig Gemeinsamkeiten, Gegenbeispiel-Sortierer Unterschiede. Beide Perspektiven sind im Lean-Kontext wertvoll. Gemeinsamkeiten unterstützen die Entwicklung von Standards, Unterschiede helfen, Besonderheiten zu erkennen und Fehlentwicklungen zu vermeiden. Entscheidend ist das Bewusstsein für diese unterschiedlichen Präferenzen, um Konflikte im Team zu vermeiden.
Weitere thematisierte Meta-Programme sind die Aufmerksamkeitsausrichtung, der Arbeitsstil sowie das Referenz-Muster. Ob sich eine Person stärker auf sich selbst oder auf andere fokussiert, beeinflusst die Zusammenarbeit in Veränderungsprozessen erheblich. Ebenso wirkt sich die Präferenz für Teamarbeit oder Einzelarbeit auf die Wirksamkeit im Linienmanagement aus. Beim Referenz-Muster geht es darum, ob jemand seine Leistung primär intern bewertet oder externes Feedback benötigt. Je nach Rolle im Unternehmen kann eine stärkere interne oder externe Referenz sinnvoll sein.
Abschließend betont Götz Müller, dass der erste Schritt im Umgang mit Meta-Programmen die Selbstreflexion ist. Wer die eigenen Muster kennt, gewinnt an Flexibilität. Diese Flexibilität ist ein zentraler Schlüssel, um mit der Komplexität moderner Arbeitswelten konstruktiv umzugehen und Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten.
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