Kaizen 2 go 128 : Digitalisierung und Cloud-Services


 

Inhalt der Episode

  • Was versteht man grundsätzlich unter einem Cloud-Service bzw. “die Cloud”?
  • Welche Geschäftsprozesse lassen sich mit Cloud-Services digitalisieren?
  • Nach welchen Kriterien sollte man einen Cloud-Service auswählen?
  • Private-Cloud vs. Public-Cloud – wann ist welche Lösung angebracht?
  • Gibt es Universallösungen oder sollte man für verschiedene Anwendungsfälle unterschiedliche Cloud-Services auswählen?
  • Welchen Einfluss hat die Branche oder Unternehmensgröße auf die Auswahl des Cloud-Service?
  • Welche Rolle spielt die DSGVO bei der Auswahl und worauf ist besonders zu achten?
  • Wie verändern sich Geschäftsprozesse durch den Einsatz von Cloud-Services?
  • Wenn sich ein Unternehmen mit dem Gedanken des Einsatzes von Cloud-Services trägt, wie sieht der Einstieg aus? Auf was sollte man besonders achten?

Notizen zur Episode


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(Teil)automatisiertes Transkript

Episode 128 – Digitalisierung und Cloud-Services

Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

Götz Müller: Heute habe ich Alexander Derksen bei mir im Podcast Gespräch. Er ist Experte für Cloud-Services und Digitalisierung. Hallo Alexander.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, ich habe schon einen kurzen Satz zu dir gesagt, aber sag’ noch ein bisschen intensiver zwei, drei Sätze zu dir, damit die Zuhörer dich einordnen können.

Alexander Derksen:Götz Müller: Genau. Aber ich denke, zum Einstieg, damit wir so ein bisschen differenzieren und auch die Zuhörer abholen, sofern sie damit nicht gleich was anfangen können, sag mal, was ist denn grundsätzlich unter Cloud-Service beziehungsweise unter „die Cloud“ zu verstehen? Gegen was muss man es gegebenenfalls auch abgrenzen?

Alexander Derksen:Götz Müller: Okay. Du hast ja auch schon das völlig richtige Stichwort Geschäftsprozesse genannt, dann habe ich jetzt so die zweite Frage irgendwo. Deiner Ansicht nach, was für Geschäftsprozesse, ohne dass wir jetzt wirklich den einzelnen aufzählen, was für Geschäftsprozesse lassen sich eben mit Cloud-Services digitalisieren?

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, ich glaube, dass sind dann die besonders Mutigen, die auf die Idee kommen. Also da erlebe ich persönlich eher eine extreme Zurückhaltung, so nach dem Motto: „Da könnte dann ja einer bei uns irgendwas …“ Also mehr so der Bedrohungsaspekt, der da eine Zurückhaltung darstellt, oder?

Alexander Derksen:Götz Müller: Jetzt möchte ich auf einen Punkt eingehen, wo ich mir vorstellen könnte, dass sich da auch der ein oder andere fragt, im Grunde ist mir die Frage vor ein paar Jahren auch mal gestellt worden, ich glaube aber eher, weil ich da der einzige war, der zufällig gerade im Weg stand. Nach welchen Kriterien sollte man jetzt einen Cloud-Service auswählen?

Alexander Derksen:Götz Müller: Du hattest vorhin ganz kurz am Rande ein Stichwort genannt. Das möchte ich noch ein bisschen vertiefen, weil dadurch, dass du einen Begriff genannt hast Public Cloud ist ja im Grunde klar, es gibt auch noch etwas anderes. Wann wähle ich da welche Lösung aus, als Public oder Private Cloud?

Alexander Derksen:Götz Müller: Wobei mir jetzt gerade, wo du erzählt hast, klargeworden ist, dass vielleicht nicht jeder was mit den beiden Begriffen anfangen kann beziehungsweise, was der Unterschied ist. Vielleicht solltest du das noch in ein paar Sätzen sagen.

Alexander Derksen:Götz Müller: Da klingt jetzt für mich jetzt auch so ein bisschen an, dass es ja unter Umständen auch sinnvoll ist, verschiedene Cloud-Services für verschiedene Anwedungsfälle auszuwählen oder gibt es auch sowas wie eine eierlegende Wollmilchsau, natürlich wieder abgestimmt auf die Bedürfnisse, die man hat?

Alexander Derksen:Götz Müller: Jetzt weiß ich das bei mir auch ganz unterschiedliche Menschen zuhören was so die Unternehmensgröße und auch die Branche angeht. Kann man aus dem irgendwas ableiten, nach was ich meinen Cloud-Service auswähle?

Alexander Derksen: Ich sage mal branchenseitig hat es bislang sehr einfach der ganze Handelsbereich, weil die doch auch dort relativ schnell etabliert werden können von den Prozessen her, die da dahinter stecken. Also das ist zumindest das, was meine Erfahrung auch dahinter zeigt. Produktion ist dann immer abzuwägen, welcher Bereich ist es. Von den Unternehmensgrößen an sich, sage ich mal, für einen klassischen … wenn jemand jetzt heute sagt, er möchte ein Unternehmen gründen oder ist gerade in Gründung oder hängt an so einer Schwelle, dass er jetzt wächst vom Selbstständigen zu mehr Mitarbeitern, würde ich definitiv Cloud-Services empfehlen, weil dann kann ich es gleich von vornerein entsprechend etablieren. Bei größeren Unternehmen, sage ich mal, mittelständischer Betrieb bis so 500 000 Mitarbeitern, geht es auch sehr schnell und einfach. Alles, was dann darüber hinausgeht, ist es wirklich auch extrem zu beleuchten, ROI, also return on investment, was dann dahinter steckt, weil ich habe ja trotzdem noch Migrationskosten und dergleichen da dann dahinter.
Götz Müller: Mir kam jetzt gerade noch ein Gedanke, hast du auch schon Fälle erlebt, wo praktisch ein, vielleicht ein Unternehmen, dass jetzt eher so Zulieferer ist, also jetzt nicht Richtung Endkunde wirklich liefert oder jetzt wie ein Automobilhersteller praktisch, wo fertige Autos vom Hof rollen, und mir als Kunde im Grunde völlig egal ist, wie er seine Autos baut, mit welcher IT-Unterstützung, aber vielleicht in so einer verketteten Wertschöpfung über mehrere Unternehmen hinweg … hast du schon Fälle erlebt, wo ein Kunde, also zum Beispiel ein Automobilhersteller, seinem Zulieferer sagt „Du musst das und das nehmen, damit du mit uns zusammen kannst.“?

Alexander Derksen:Götz Müller: Okay.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, da fällt mir jetzt ganz spontan dieser Fall ein, du kennst den sicher auch, er ist vor ein paar Wochen, glaube ich, durch die Presse gegangen: Ein großer Handelskonzern mit vier Buchstaben, da haben wir ja immer noch zwei zur Wahl, der doch etwas bei einer IT-Lösung auf den Bauch gefallen ist.

Alexander Derksen:Götz Müller: Genau die. Also die Größe manchmal macht es nicht.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, da kenne ich schon auch … da könnten wir eine eigene Episode darüber machen … auch ein paar spannende Dinge, wo dann zum Schluss immer noch mit Excel und einem Stück Papier gearbeitet wurde.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja ja und Microsoft-Office-Paket letztendlich der größte Konkurrent von jedem ERP-System-Hersteller.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, glaube ich sofort. Okay, ich habe mir jetzt hier noch ein Stichwort aufgeschrieben, der ein oder andere wird wahrscheinlich jetzt dann abschalten, weil er es nicht mehr hören kann, aber ich glaube, wenn wir über Cloud-Service spricht, also dass Daten das Unternehmen verlassen, muss man sofort auch irgendwo mittlerweile – oder im Grunde muss man es schon lange – über Datenschutz, über die DSGVO vor allen Dingen, nachdenken. Was ist deine Erfahrung, was für eine Rolle spielt die DSGVO, hat sich da etwas verändert bei der Auswahl? Und wenn ja, auf was muss man dann besonders achten?

Alexander Derksen:Götz Müller: Okay. Du hast auch vorhin schon beziehungsweise wir haben ja mehrfach schon kurz das Stichwort Geschäftsprozesse angerissen und wie sich es verändert und das wäre so meine nächste Frage, vielleicht kannst du auch das ein oder andere kleine, anonyme Beispiel machen. Wie verändern sich Geschäftsprozesse, wenn ich in die Cloud gehe, wie man so schön sagt?

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja. Ich hatte gerade so den Gedanken noch, wo du erzählt hast, mit dem Thema Kreativität, also ich stelle da immer mal wieder fest, die Kreativität, glaube ich, gab es bisher schon, ich werde aber den Verdacht nicht los, dass man das in der Vergangenheit dann nicht gesehen hat.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, kann ich mir vorstellen, da auch die Tendenz wahrscheinlich in der IT eher klein ist, mal was auszuprobieren.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, und ich glaube, man muss sich aber, wie ganz allgemein in manchen Branchen, auch als IT fragen „Was ist denn eigentlich der Mehrwert, den ich im Unternehmen stifte?“, weil im Grunde ähnlich wie „Kein Mensch braucht eine Bank“, kein Mensch braucht primär mal irgendeinen Server, sondern er braucht primär halt die Bankdienstleistung oder den Dienst, der auf dem Server läuft und dann ist es wieder egal, ob der Server eben bei mir lokal im Keller steht oder irgendwo draußen in einer Public Cloud.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja. Ich gucke so ein bisschen auf die Uhr, wir sind schon über die halbe Stunde drüber. Deshalb würde ich zum Abschluss, da stelle ich immer so eine Frage, die ein bisschen in die Richtung geht, wenn sich jetzt einer der Zuhörer, ein Unternehmen da draußen, Gedanken macht, ich möchte stärker Cloud-Services einsetzen, wie sollte er dann einsteigen, was sind so die ersten Fragen, die man sich stellen sollte, auf was muss man besonders achten?

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja. Also wo du das jetzt gesagt hast, ist mir sofort ein, finde ich, wunderbares Beispiel eingefallen, die da ja extrem offen sind, das ist Evernote. Die sagen eben „Ihr könnt alles holen, praktisch exportieren, die Daten, die ihr bei uns habt.“ und gerade deshalb bleiben sie, zumindest kam das bei mir so an und vor mir selber kann ich da definitiv sprechen. Das wäre wahrscheinlich das letzte, was ich wechseln würde.

Alexander Derksen:Götz Müller: Gut. Alexander, ich danke dir für deine Zeit. Da waren viele spannende Punkte mit drin, die, glaube ich, auch für den Zuhörer interessant waren.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, gerne.

Alexander Derksen:Götz Müller: Ja, prima. Das nehme auf jeden Fall in die Notizen zur Episode mit rein, dann muss da keiner jetzt noch mal nachhören.

Alexander Derksen:Götz Müller: Definitiv. Ich danke dir.

Das war die heutige Episode im Gespräch mit Alexander Derksen zum Thema Digitalisierung und Cloud-Services. Notizen und Links zur Episode finden Sie auf meiner Website unter dem Stichwort 128.

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Ich bin Götz Müller und das war Kaizen to go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder zu lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

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