Kaizen 2 go 144 : Vertrauensprozesse


 

Inhalt der Episode

  • Welche Rolle spielt Vertrauen beim Thema Digitalisierung?
  • Um wessen Vertrauen in wen geht es, wer sind die Mitspieler und welchen Einfluss haben sie?
  • Wie entsteht Vertrauen?
  • Welche Leitprinzipien lassen sich daraus ableiten?
  • Welche Herausforderungen bringt die Digitalisierung in verschiedenen Bereichen mit sich?
  • Wo sind die Grenzen des Machbaren im Bezug auf Vertrauen?
  • Welche Rolle sollten hier Unternehmen, Gesellschaft, Staat spielen?
  • Was ist Ihre Prognose wie sich das Thema Vertrauen unter den verschiedenen Aspekten und Randbedingungen weiterentwickeln wird?

Notizen zur Episode


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(Teil)automatisiertes Transkript

Episode 144 – Vertrauensprozesse

Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

Götz Müller: Heute habe ich Michael Sigmund bei mir im Podcastgespräch. Er ist Senior IT-Architekt bei einem großen IT-Unternehmen. Hallo Herr Sigmund.

Michael Sigmund:Götz Müller: Schön, dass das heute klappt. So. Jetzt haben wir ein spannendes Thema: einerseits Digitalisierung, was man jetzt aus dem Titel vielleicht noch gar nicht heraus hört, aber eben Vertrauensprozesse und ich möchte so einsteigen mit der Frage an Sie: Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach in der Punkt Vertrauen, wenn es um Digitalisierung geht?

Michael Sigmund:Götz Müller: Ich denke, klassisch wenn wir über Vertrauen reden, dann reden wir typischerweise ja über das Vertrauen zwischen Menschen. Also ich glaube es gehören immer zwei dazu: einer, der sein Vertrauen jemand anders gibt und jemand der es sich verdient. Jetzt haben Sie es schon ein bisschen angedeutet, dann haben noch so eine abstrakte Sache wie die Digitalisierung. Das möchte ich auch jetzt noch etwas vertiefen diesen Aspekt Mitspieler, Digitalisierung, Einfluss, wie sehen Sie dieses Wechselspiel?

Michael Sigmund:Götz Müller: Ich habe das Gefühl, wir sollten fast sogar noch mal einen Schritt zurückgehen und uns auch mal unterhalten, wie denn eigentlich Vertrauen entsteht. Ich meine, man spricht zwar einerseits von sowas wie Urvertrauen und Grundvertrauen, was vielleicht ein kleines Kind gegenüber seinen Eltern hat, aber ich glaube, wir reden an der Stelle hier vermutlich erwachsene Menschen. Das heißt, wie entsteht Ihrer Ansicht nach überhaupt Vertrauen?

Michael Sigmund:Götz Müller: Was würden Sie sagen, was für Prinzipien kann man dann … also Transparenz haben sie schon angedeutet … Was lässt sich daraus ableiten? Und ich hatte jetzt auch gerade bei dem, was sie erzählt haben den Gedanken, im Grunde gilt es auch, dieses Vertrauen auch für ganz andere Dinge, wo man gar nicht mal Digitalisierung drüber schreibt.

Michael Sigmund:Götz Müller: Jetzt denke ich Digitalisierung hatte natürlich mit Sicherheit technische Aspekte und ich glaube, mit Technik gehen wir Menschen jetzt nicht erst seit gestern, sondern schon ein paar Jahrzehnte und zum Teil vielleicht sogar ein paar Jahrhunderte mit um, einerseits glaube ich aber, dass Digitalisierung aber Sachen sind, die man typischerweise ja gar nicht greifen kann, also keine greifbare Technik. Was würden Sie also sagen, welche besonderen Herausforderungen bringt Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen, Sie hatten das Stichwort Recht zum Beispiel gesagt, was bringt die Digitalisierung da mit sich?

Michael Sigmund:Götz Müller: Was würden Sie sagen, ja, noch mal auf den Punkt Herausforderungen … Wie … Kann man Handlungsempfehlungen an den Einzelnen, aber vielleicht, da kommen wir dann noch dazu, vielleicht aber eben auch an eine übergeordnete Institution, Sie hatten das Stichwort Staat genannt, ich denke aber auch Unternehmen, so etwas abstraktes wie Gesellschaft ist irgendwo mit dabei, wo sehen Sie die einzelnen Verantwortlichkeiten?

Michael Sigmund:Götz Müller: Ja. Das bringt mich zu dem nächsten Punkt, den ich mir notiert habe, und Sie haben es auch schon kurz angedeutet bei den Prinzipien, was den Aspekt der Grenzen des Machbaren angeht, jetzt im Vorfeld eine Grenze zu definieren und zu sagen, die überschreite ich nicht, kann natürlich eine Begrenzung sein, die jetzt gar nicht sinnvoll ist, weil, glaube ich, alle Technik hat ja durchaus auch ihre positiven Aspekte. Wo sehen Sie persönlich da die Grenzen des Machbaren, wieder mit dem Bogen auf unserer generelles Thema, was Vertrauen angeht?

Michael Sigmund:Götz Müller: Ja, wenn man den Gedanken weiterspinnt, dann fängt die potenzielle Gefahr schon damit an, also für mich selber, wenn ich mich morgens aus dem Bett bewege, weil ich auf dem Weg irgendwo anders hin ja mit klassischer Technik irgendjemanden zu Schaden bringen könnte, andererseits auch das Bleiben im Bett soll ja nicht notwendigerweise gesundheitlich immer so zuträglich sein. Vielleicht jetzt an der Stelle noch mal ein bisschen vertieft, einerseits Verbote, ich glaube, da können wir uns darauf einigen, das ist eine Geschichte, die bei uns so eine Institution wie der Staat und die Regierung und der Gesetzgeber übernimmt, aber wir reden ja über den Unternehmenskontext, der, glaube ich, bei der Digitalisierung noch mal ganz spezielle Rolle spielt. Was würden Sie sagen, gibt's da so etwas wie eine … kann man sich so etwas wie eine Selbstverpflichtung vorstellen, die Unternehmen auf sich nehmen?

Michael Sigmund:Götz Müller: Ja. Ich denke da an der Stelle dann aber auch ein Stück weit an die Verantwortung des Einzelnen, Sie hatten den Aspekt Geschäftsmodell genannt, ich glaube schon, dass man den Einzelnen nicht völlig aus seiner Verantwortung entlassen sollte, im Sinne von zu hinterfragen, wie sieht denn das Geschäftsmodell meines Gegenübers in der Regel gleich Unternehmen aus, besonders wenn es darum geht, hier kriege ich was umsonst, weil unterm Strich muss es irgendwie bezahlt werden und ich bezahle im Zweifelsfall halt schon oft mit meinen Daten, was man sich, glaube ich, viel zu selten bewusst macht.

Michael Sigmund:Götz Müller: Was uns ja im Grunde ja ein Stück weit auf unser Kernthema, nämlich Vertrauen, zurückbringt. Vertrauen einer Partei funktioniert ja nicht, es braucht immer zwei dazu.

Michael Sigmund:Götz Müller: Und jetzt vielleicht zum Abschluss der Blick ein bisschen in die Zukunft, in die Vergangenheit blicken ist in der Regel relativ einfach, was würden Sie sagen, wie entwickelt sich der Aspekt Vertrauen unter all den Dingen, die wir jetzt gerade diskutiert haben, wie wird sich das weiterentwickeln?

Michael Sigmund:Götz Müller: Ja. Ich denke, das war definitiv ein gutes Schlusswort, weil es eben auch diesem Prozesscharakter wieder in den Vordergrund stellt. Die Dinge enden nicht wie klassisch jetzt meinetwegen ein Projekt.

Michael Sigmund:Götz Müller: Ja. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit, das war mal ein etwas anderes Thema, aber trotzdem sehr, sehr spannend.

Michael Sigmund:Götz Müller: Das war die heutige Episode im Gespräch mit Michael Sigmund zum Thema Vertrauensprozesse. Notizen und Links zur Episode finden Sie auf meiner Website unter dem Stichwort 144.

Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, freue ich mich über Ihre Bewertung bei iTunes. Sie geben damit auch anderen Lean-Interessierten die Chance, den Podcast zu entdecken.

Ich bin Götz Müller und das war Kaizen to go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder zu lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

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