Wann Batching nützlich sein kann

Batching

Batching, also die Produktion in (unnötig) großen Losen ist die Ursache vieler Formen der Verschwendung, die teilweise Auswirkung auf die externen Kunden haben (typischerweise in Form von Wartezeiten aufgrund hoher Durchlaufzeiten), aber auch innerhalb des Unternehmens oder einer Organisation negative Konsequenzen bewirken. Negative Konsequenzen in Form von Überproduktion, Transporten und Bewegung, Lagerhaltung, zusätzlichen Prozessschritten und ingesamt resultierend auch Defekte und Fehler in Zwischen- oder Endprodukten.

Trotzdem sollte man auch hier nicht sklavisch und unreflektiert reagieren, sondern immer das übergeordnete Ziel vor Augen haben. Speziell bei der Durchlaufzeit und resultierenden Wartezeiten gibt es durchaus Fälle, in denen die schnelle Lieferung eines einzelnen Teils oder einer einzelnen Dienstleistung gar kein Qualitätsmerkmal darstellt, weil es möglicherweise nur auf die gesamte Lieferung ankommt und auch keine anderen Abläufe behindert werden, weil gar nicht in ein Batch eingefügt werden soll.

In diesen Fällen kann Batching durchaus Vorteile haben, bspw. weil Rüstzeiten nicht mehrfach auftreten oder weil keine Unterbrechungen auftreten. Das kann sowohl für manuelle Routinetätigkeiten gelten, ebenso wie für geistige Denkleistungen. Speziell letzteres kann auch Formen des Multitasking annehmen, von dem allgemein bekannt ist, dass allein schon der Taskwechsel geistige Anstrengungen verursacht, die auch in zeitlicher Verzögerung resultiert, für die Konzentration auch nicht unbedingt förderlich ist und schon dadurch Fehler und Nacharbeiten verursachen kann.

„Das Maß der Intelligenz ist die Fähigkeit zur Veränderung.“

– Albert Einstein

So kann es durchaus sinnvoll sein, erst das komplette Feld zu pflügen, bevor die Egge zum Einsatz kommt und dann die Aussaat eingebracht wird, statt nach jeder Reihe die Ausrüstung zu wechseln, nur um zu erreichen, dass die ersten Samen oder Setzlinge kurze Momente des Wachstumsvorsprungs zu haben.

Was ich mit diesen Überlegungen andeuten und einfordern will, ist vor allem der bewusste Umgang mit der Entscheidung über Batching oder One-Piece-Flow.

Dieser bewusste Umgang wird wiederum erreicht, indem als Ausgangspunkt der Überlegungen wiederum Klarheit über das übergeordnete Ziel geschaffen, mögliche Wege und dann auch über Hindernisse oder Probleme auf diesen Wegen nachgedacht wird.

Diese allgemeine Vorgehensweise kommt im PDCA-Zyklus mit seiner gesteigerten Gewichtung der Plan-Phase zum Ausdruck ebenso wie in Stephen Coveys Wegen zur Effektivität an verschiedenen Stellen.

  • Beginn mit dem Ziel im Blick
  • Erst verstehen, dann verstanden werden

Auf einer anderen Ebene könnte man auch sagen, dass es nicht um die Werkzeuge geht, wie ein Ziel bzw. Ergebnis erreicht werden soll, sondern eben um das Ergebnis bzw. Ziel. Dabei ist also nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel. Oder anders ausgedrückt, bestimmt nicht der Hammer den Nagel, sondern die Schraube das geeignete Werkzeug.

Und trotzdem spielt natürlich auch der Weg (=Prozess) zum Ziel eine Rolle, zumindest auch bei der Reflexion über den besten Weg. Ohne Reflexion wird der Weg und damit unter Umständen auch die Zielerreichung auf eine gewisse Weise eher dem Zufall überlassen sein, zumindest was die Auswahl des besten (bekannten) Wegs angeht.

Frage: Wie wählen Sie in Ihrem Verantwortungsbereich den besten Weg zum Ziel? Welche Entscheidungskriterien kommen dabei zum Einsatz? Wo könnte es noch Verbesserungspotenziale im Entscheidungsprozess geben?

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