Warum Lean keinen Spaß macht

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Wenn man so eine Aussage bzw. Frage nach den Ursachen in den Raum stellt, muss man in guter Problemlösungsmanier die „Sache“ erstmal weiter zerlegen, um dem potenziellen Wahrheitsgehalt auf die Spur zu kommen. Die klassischen W-Fragewörter (Wer, Was, Wie, Wann, Wo, Warum, Wozu, …) sind dazu immer ein guter Ausgangspunkt.

Hier ist eine Liste der Folgefragen, die sich stellen lassen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

  • Wer hat keinen Spaß? Wer hat evtl. Spaß?
  • Was macht keinen Spaß? Wie manifestiert sich dieser „kein Spaß“?
  • Wann macht es keinen Spaß? Wo manifestiert sich dieser „kein Spaß“?
  • Warum macht „das“ keinen Spaß?
  • Wozu sollte es Spaß machen? Welche Vorteile können sich aus dem Spaß ergeben?
  • Welche Konsequenzen hat der fehlende Spaß? Wie kann dem entgegengewirkt werden?

Wer hat keinen Spaß?

Als erstes fallen mit da jetzt die Personen ein, die mit Lean erstmalig konfrontiert werden. Dabei ist es erstmal egal, ob es sich um kleine „Dinge“ im Sinne von Methoden und Werkzeugen handelt, oder (gleich) die ganz große Nummer in Form einer angestrebten/angekündigten Lean Transformation. Hier muss man möglicherweise dann noch in mindestens drei Personengruppen im Unternehmen differenzieren: Geschäftsleitung, Führungskräfte, Mitarbeiter. Evtl. muss auch die Ebene der Führungskräfte noch weiter unterteilt werden. An dieser Stelle will ich dann die Hintergründe und weitere Details gar nicht weiter untersuchen, weil das auch unter andere Fragestellungen fällt. Ähnliches gilt auch für die Umkehrfrage, wer evtl. an Lean doch Spaß haben könnte.

Was macht keinen Spaß und wie kommt das zum Ausdruck?

Keinen Spaß machen bspw. die notwendigen Veränderungen, einerseits auf einer ganz direkten Ebene, indem sich ergebende Verbesserungen eben auch Veränderungen notwendig machen, den bestehende Gewohnheiten und bekannte Routinen entgegenstehen. Auf einer indirekten Ebene ist es dann Lean an sich, in Form von etwas Neuem aber durchaus auch zusätzlichen, mit dem man sich beschäftigen muss. Wenn man diesen letzten Gedanken jetzt genau betrachtet, wird deutlich, dass da schon der Übergang zu der Warum-Frage entsteht. Ebenso wird die Wechselwirkung mit der Wann- und Wo-Frage erkennbar und insgesamt sollte die Erkenntnis entstehen, dass eben Wechselwirkungen gibt, die einerseits zu beachten sind, weil sich daraus weitere Dinge ableiten lassen, andererseits aber auch die Gefahr besteht, dass man eben in diese Dinge abschweift, bevor die primäre, aktuelle Fragestellung wirklich abgeschlossen ist.

„Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt.“

– Mark Twain

Wann oder wo macht es keinen Spaß?

Die Wann-Frage ist dann wieder eher einfach gestrickt, zumindest wenn man den zeitlichen Verlauf als Referenz nimmt. Im Lean-Kontext wird es immer so etwas wie einen Beginn geben, an dem einem erstmalig das Thema begegnet. Dann wird irgendeine Form der Reifungsphase geben, in der das Verständnis dafür mehr oder weniger schnell zunimmt. Was es sicherlich nicht geben wird, ist irgendein Ende (außer das Thema wird auf einer übergreifenden Ebene wieder komplett eingestampft, was aber in irgendeiner Form am Spaß nicht spurlos vorbeigehen wird). In dieser Reifungsphase wird es dann mit fortgeschrittenem Verlauf auch Situationen geben, in der sich die Spaß-Frage verlagert bzw. an Dimensionen zunimmt, was bedeuten kann, dass bereits beantwortete Fragen nochmals betrachtet werden sollten, weil sich bei den Antworten Veränderungen ergeben haben oder neue Gesichtspunkte hinzugekommen sind.

Warum macht Lean keinen Spaß

Endlich, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Aber mal Hand aufs Herz, wären Ihre Antworten die gleichen gewesen, wenn Sie gleich mit der Warum-Frage gestartet hätten oder sind durch die anderen Fragen vielleicht doch auch Aspekte hinzugekommen, die Sie zu Beginn gar nicht auf dem Schirm hatten?

Alleine wenn ich mir die Stichworte betrachte, die ich mir im Vorfeld des Artikels aufgeschrieben hatte, lässt sich eine deutliche Zunahme und Vielfalt der Aspekte erkennen, die sich jetzt auch tw. auf ganz anderen Ebenen bewegen.

Ursprünglich hatte ich mir bspw. aufgeschrieben, dass Lean erstmal nur Probleme aufzeigt und diese weiter vertieft, während Lösungen zumindest anfänglich gezielt und bewusst zur Seite geschoben werden.

Der zweite Punkt war, dass man sich im Lean-Kontext auch neues Wissen aneignen muss und das typischerweise direkt auch keinen Spaß macht, weil Lernen eben unbequem ist. Aber schon in diesen Punkt spielen noch weitere Dinge rein, begonnen beim Zeitbedarf und anderem. Auch durch die Brille der Wer-Frage ergeben sich differenziertere Antworten, wenn man die verschiedenen Personengruppe betrachtet und darüber hinaus auch noch die grundsätzliche Individualität der Menschen berücksichtigt.

Jetzt könnte natürlich eine Argumentation sein, dass diese Form der Zergliederung bei technischen Fragestellungen (der Problemlösung) gar keine Rolle spielt und es dort immer nur auf kausale Zusammenhänge ankommt (ein Aspekt, der hier jetzt eher zweitrangig war).

Meine Antwort auf solche Einwände ist dann immer zweigeteilt: Erstmal die geschlossene Frage „Sind Sie sich sicher?“ und dann ggf. die „lapidare“ (Killer-)Rückfrage „Warum?“. An dieser Stelle ist es dann auf jeden Fall mit dem Spaß auch vorbei ;-)

Im Rückblick auf die einleitenden Fragen haben Sie bestimmt bemerkt, dass da noch ein paar unbeantwortet ist. Die heb' ich mir für einen weiteren Artikel auf.

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Frage: Welche Fragen fallen Ihnen bzw. Spaß und Lean noch ein? Welche Antworten ergeben sich daraus? Welche Konsequenzen und Erkenntnisse ergeben sich daraus?

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