KVP – eine Frage der Vorbereitung

Vorbereitung

Die Vorbereitung hat bzgl. dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess mehrere Aspekte, über die man sich Gedanken machen sollte. Man könnte es auch innere Vorbereitung und äußere Vorbereitung nennen, die es zu berücksichtigen gilt, um die gewünschten Resultate zu erzielen. Dabei bedeutet Vorbereitung für mich aber nicht, dass irgendwann endet, wie der Begriff möglicherweise implizieren könnte. Letztlich ist die Vorbereitung wie im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess ohne definiertes Ende. Das soll aber in keinen Fall Bedeutung, dass deshalb die Umsetzung ebenso endlos aufgeschoben wird. Vielmehr greifen die beiden Elemente eng ineinander und laufen kontinuierlich nebeneinanderher, speziell im Fall der inneren Vorbereitung.

Beginnen will ich dabei mit der äußeren Vorbereitung, weil dieser Ausgangspunkt auch die zeitliche Dimension erfasst, die letztlich die Basis der Differenzierung ist.

Äußere Vorbereitung

In diese Kategorie fallen für mich Punkte, die im Vorfeld der Einführung eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses relevant sind.

Dazu gehören das Training der Mitarbeiter und Führungskräfte, um deren methodische Kompetenz auf- und auszubauen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die kulturelle Vorbereitung innerhalb des Unternehmens. Auch dabei greift die Vorbereitung direkt in die Umsetzung. Die kulturelle Basis ist zwar wichtig für einen erfolgreichen KVP, gleichzeitig schafft der KVP aber auch die kulturelle Basis.

Eine weitere notwendige Vorbereitung ist die Unterstützung durch die Unternehmensleitung, die aber auch laufend während der Umsetzung gewährleistet sein muss. Dazu gehört auch, dass der KVP einer kontinuierlichen Ausrichtung an den Unternehmenszielen auf Basis der Kundenbedürfnisse unterliegt und nicht primär die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht (die bei richtiger Anwendung eine natürliche Folge darstellt).

Die Vorbereitung auf den KVP kann von der Einführung der Coaching-Kata begleitet werden, die mit regelmäßigen äußeren Impulsen durch die Fragestellungen und die Ausrichtung an der Unternehmensvision sicherstellt.

Auch äußere Impulse durch Wertstromanalysen und die Einführung von 5S/5A sind ein wertvolles Hilfsmittel um einerseits Brennpunkte für den Einstieg zu identifizieren und den KVP gleichzeitig mit der notwendigen Routine im Bewusstsein aller (Beteiligten) zu verankern.

„Der Zufall begünstigt nur den vorbereiteten Geist.“

– Louis Pasteur

Dazu können auch Audits, im Rahmen von Zertifizierungen oder Reifegrade-Bestimmungen, dienen, die einen Ausgangspunkt festhalten und spätere Vergleichsmöglichkeiten zur Messbarkeit des Fortschritts schaffen. Dabei ist es aber entscheidend, dass die Audits nicht zum Selbstzweck verkommen und die Ergebnisse sowie mögliche Maßnahmen als Chancen zur Verbesserung angenommen und nicht schön geredet werden.

Innere Vorbereitung

Zu dieser Kategorie zähle ich alle Themen, die relevant sind, während der KVP gelebt wird, die typischerweise immer wieder neu angeregt werden müssen, um den Fokus auf kontinuierliche Verbesserungen zu lenken und ein sang- und klanglosen Dahinsiechen und Einschlafen zu vermeiden.

Wie bereits angedeutet ist die Einbeziehung aller Mitarbeiter ebenfalls ein entscheidender Erfolgsfaktor, der laufend, aber besonders bei der Integration neuer Mitarbeiter, im Fokus gehalten werden muss.

Diesen Zweck erfüllt auch die Verbesserungs-Kata, die den Transfer ins Tagesgeschäft mittels der Coaching-Kata schafft, um die notwendigen Freiräume zur Verbesserungsarbeit zu schaffen. Tw. muss dies auch mit sanftem Druck zu erzwungen werden, dabei nicht vom Widerstand der Beteiligten ausgehend, sondern um speziell gegenüber (vermeintlich) dringenderen Dingen zu bestehen.

Zu kontinuierlichen inneren Vorbereitung gehören auch die Festlegung regelmäßiger KVP-Runden und 5S/5A-Aktivitäten, um die notwendige Routine für den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu schaffen. Dies gilt allgemein auch für den Einsatz klassischer Lean-Methoden und -Werkzeuge.

Abschließend kann ich es mir jetzt nicht verkneifen, auch das Lesen meiner Blog-Artikel und das Hören meine Podcast-Episoden als eine Form der Vorbereitung zu erwähnen, um den eigenen Horizont durch äußere Impulse zu weiten ;-)

Sie können dazu auch die von Paul Akers zahlreich erwähnten und selbst verbreiteten Video-Schnipsel nutzen oder sogar eigene Beiträge schaffen. Schon die damit verbundene Beschäftigung mit eigenen Verbesserungen verstärkt diese nochmals, speziell wenn sie im eigenen Unternehmen verbreitet werden.

Frage: Welche Vorbereitung nutzen Sie bereits im KVP? Wo kann diese noch verstärkt werden? Wie lassen sich durch gesteigerte Vorbereitung die Ergebnisse noch verbessern?

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