KVP – eine Frage des Optimismus

Bisher habe ich einige Artikel zu dem Aspekt Einstellung im KVP geschrieben, bspw. über das Leiden, über Probleme usw. Daraus könnte man nur ableiten, dass eine Weg-von-Einstellung mit einer gewissen Problemverhaftung im KVP vorteilhaft oder sogar notwendig ist. In diesem Artikel will ich aber darstellen, warum der Optimismus im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess vorteilhaft ist, was sich daraus ableiten lässt, welche Nachteile eine zu große Problemorientierung mitsichbringt und warum der bewusste Fokus auf Probleme trotzdem auch Vorteile haben kann.

Die Problemorientierung als ein Meta-Programm ist oft auch mit dem Meta-Programm des Gegenbeispieltsortierer verbunden. Menschen mit dieser Ausprägung tendieren auch gerne dazu zu widersprechen (Eltern von Teenagern können bspw. davon ein Lied singen ;-) Für Vorgesetzte kann das dann auch eine vergleichbare Herausforderung sein. Trotzdem haben Gegenbeispielsortierer die vorteilhafte Eigenschaft, dass ihnen schneller Ungereimtheiten und Lücken in Konzepten auffallen, während Gleichsortierer eher zur (unreflektierten) Zustimmung tendieren, was dann manchmal die Weiterentwicklung limitieren kann, da sich vom Kontrast lebt.

Im KVP kann die Problemorientierung aber auch eine hinderliche Einstellung sein, wenn die Argumentationen dann zu sehr dahingehen, dass der Fokus darauf gelegt wird, dass Gründe gesucht werden, warum etwas nicht funktioniert, statt nach Wegen zu suchen, wie eine Ziel erreicht werden kann.

Das ist dann der Punkt, wo ich sage, dass eine optimistische Grundeinstellung das Leben leichter macht, wenn man grundsätzlich davon ausgeht, dass ein Ziel erreichbar ist, weil dann die Energie eben auf die Zielerreichung gerichtet wird, statt auf die Unmöglichkeit derselben.

„The pessimist sees difficulty in every opportunity. The optimist sees the opportunity in every difficulty. / I am an optimist. It does not seem too much use being anything else.“

– Winston Churchill

Optimismus kann nun nicht einfach so verordnet werden. Gleichzeitig ist es auch so, dass Meta-Programme nicht einfach durch Umlegen eines Schalters verändert werden können. Wichtig dabei ist, sich im ersten Schritt über die eigenen Meta-Programme bewusst zu sein (oder zu werden), u.U. gilt das auch für den Kontext, in der diese Einstellung und resultierende Handlungen relevant sind.

Im nächsten Schritt kann es dann ausgehend von diesen Erkenntnissen darum gehen, dass man gezielte Veränderung an der Einstellung und den Handlungen vornimmt. Das mag anfangs noch mühsam und beschwerlich sein, steigert aber einfach die Handlungsoptionen (war durchaus auch die „Überlegenheit“ beinhalten kann, im Sinne dessen, dass die flexiblere Personen mit mehr Optionen eine Situation beherrscht). Mit der Zeit wird dies aber zur Gwohnheit (wo der bewusste Umgang damit trotzdem auch Vorteile im Sinne der genannten Flexibilität hat).

Nach dem Selbst-Bewusstsein folgt dann als nächstes die Möglichkeit, das Meta-Programm bei anderen wahrzunehmen und das eigene Verhalten und vor allem die eigene Kommunikation dem anzupassen.

Das bedeutet nun nicht, dass diese Erkenntnis zur Manipulation anderer Personen genutzt werden sollte (was sich aber grundsätzlich nie ganz vermeiden lässt). Vielmehr kann diese Erkenntnis der anderen Person zurückgespiegelt werden (was auch schon eine Form der Manipulation darstellt, weil sich mit der Kommunikation und resultierend möglichen Bewusstseinmachung schon etwas verändern kann). Wenn die eigene Verantwortung – bspw. als Führungskraft – darin besteht, den KVP zu fördern und zu verbessern, kann diese Bewusstmachung durchaus mit der Aufforderung verbunden sein, die oben genannte Energie mehr auf die Suche nach möglichen Wegen zu lenken, statt auf besagte Gründe, warum etwas nicht funktioniert.

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass ich den Begriff des Optimimus in dem Artikel erst relativ spät eingeführt und vorher erstmal eine Abgrenzung beschrieben. Jetzt können Sie zur Schärfung Ihres eigenen Verständnisse mal reflektieren, welche Schlussfolgerungen Sie über mich daraus ziehen können. Die Auflösugn finden Sie hier.

Frage: Welche Einstellung herrscht bzgl. dem KVP in Ihrem Unternehmen vor? Was sind die Konsequenzen daraus? Wie können diese verbessert werden?

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