Warum Akzeptanz schädlich ist

Akzeptanz

Wenn man so eine These in den Raum stellt, geht es erstmal darum, den Kontext zu definieren, in dem sie Gültigkeit hat.

Konkret bedeutet das, zu hinterfragen, was akzeptiert wird, welcher Schaden dabei entsteht, wer davon betroffen ist, das heißt, welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die Frage nach dem Warum endet dann aber noch nicht, sondern man kann auch noch hinterfragen, was getan werden kann, um entweder den Schaden zu begrenzen oder zu reduzieren, oder wie die Akzeptanz als Auslöser der Wirkungskette vermieden oder verhindert werden kann und was ggf. ein Ersatz für die Akzeptanz ist. Letzteres ist vor allem dann interessant und wichtig, wenn man von der (NLP-)Vorannahme ausgeht, dass hinter jeder Handlung (oder eben hier eher Unterlassung) eine positive Absicht steckt, die unter bestimmten Randbedingungen (dem oben angedeuteten Kontext) Vorteile für jemand hat.

Worauf bezieht sich also die Akzeptanz, die in der Folge dann schädlich ist?

Es geht um die Akzeptanz ggü. einer Situation oder eines Zustands, welche/r im Kern nicht einem gewünschten oder angestrebten Zustand entspricht. Vereinfachend oder generalisierend ausgedrückt, geht also um einen Problemzustand.

Damit deutet sich dann auch schon an, was an der Akzeptanz an sich dann schädlich ist.

Wenn man einen Zustand akzeptiert, akzeptiert man – zumindest unbewusst – auch die Folgen, die damit verbunden sind. Oder man akzeptiert, dass jemand anderes von den Folgen betroffen ist. Dass diese Person oder diese Gruppe von Personen (oder auch wiederum andere Dritte) sich um eine Schadensbegrenzung oder um die Folgen kümmern muss – unter Umständen ohne die Ursachen zu kennen und deshalb gar nicht in der Lage ist, eine dauerhafte Lösung herbei zu führen, weil nur an den Symptomen herumgedoktert wird, statt eben an der Wurzel des Problems anzugreifen.

„Wenn ein Mensch keinen Grund hat, etwas zu tun, so hat er einen Grund, es nicht zu tun.“

– Walter Scott

Wenn man diesen Gedankengang weiterspinnt, ist der eigentlich Schaden durch die Akzeptanz die Konsequenz, dass keine echte Problemlösung stattfindet, dass kein Antrieb (mehr) vorhanden ist, sich um die Problemursachen zu kümmern und diese zu beseitigen.

Eine Situation oder ein Problem zu akzeptieren kann den Vorteil haben, dass man sich nicht darum bemühen muss, die Ursachen herauszufinden und diese abzustellen. Oft ist das eben damit gepaart, dass man selbst von den Folgen gar nicht betroffen ist.

Worin soll dann in so einer Situation die Motivation liegen – außer in Altruismus – sich mit den Ursachen zu beschäftigen.

Im Kern und verallgemeinernd ist der Mensch halt ein nutzenorientiertes Wesen, das danach strebt, Freude zu erlangen und Schmerz zu vermeiden. Die Definition von Nutzen geht dabei aber auch von jedem Einzelnen und dessen Freude- bzw. Schmerzdefinition aus. Was die Sache zwar erklärbar aber nicht einfacher macht.

Gleichzeitig ist es aber auch möglich, – und dabei kommen bspw. Führungskräfte ins Spiel – positive wie negative Anreize zu schaffen, je nach Situation eben auch um die Akzeptanz einer Problemsituation mit Nachteilen zu belegen. Und natürlich sind die Führungskräfte selbst gefragt, sich die eigene Akzeptanz von Problemsituationen bewusst zu machen und dagegen zu arbeiten – auch wenn das unter Umständen unbequem ist.

Ein Ausgangspunkt, um diese schädliche Akzeptanz zu erkennen, sind Aussagen wie „das haben wir schon immer so gemacht“ oder „das geht bei uns nicht“.

Der nächste Schritt kann dann sein, nach dem Warum dahinter zu fragen. Nicht nur einmal, sondern mehrmals. Ganz im Sinne von 5xWarum.

Frage: Wo nehmen Sie in Ihrem Verantwortungsbereich Akzeptanz wahr? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Was können Sie dagegen tun?

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