Warum gute Antworten nicht immer gute Lösungen sind

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Warum werden Führungskräfte zu Führungskräften? In der Regel weil sie bestimmte Sachen besser machen als die Menschen in ihrem Umfeld. Sie fallen damit ihren Vorgesetzten auf, die daraus und damit das Unternehmen einen Mehrwert ziehen.

So weit, so gut, alles ziemlich trivial. Jetzt lohnt es sich mal kurz Gedanken zu machen, was das für „Sachen“ sein können, um die es beim Bessermachen geht, was das mit Antworten zu tun hat und warum gute Antworten nicht immer gute Lösungen sind.

„Sachen“

  • „Technisch“-/praktisch-handwerkliche oder gedankliche Leistungen
  • Engagement & Leistungsbereitschaft

Ok, fertig. Mehr fällt mir hier nicht ein. Wenn Ihnen noch was einfällt, freue ich mich über einen Hinweis, gerne in Form eines Kommentars, der dann auch anderen hilft.

In vielen Fällen ist es auch die Kombination aus diesem beiden „Sachen“ oder eine Abfolge daraus, bspw. wenn einem etwas leicht fällt, kann sich daraus eine gesteigerte Leistungsbereitschaft ergeben (oft auch in der Wirkung bzw. Wahrnehmung anderer).

Gleichzeitig ergeben sich daraus Antworten auf Problemstellungen, die meist auch zu vordergründig guten Lösungen führen.

Wenn sich dann daraus irgendwann eine Beförderung ergibt, sollte man meinen, dass das zur Zufriedenheit aller führt.

Was die Beförderung angeht, wird das wahrscheinlich auch so sein (wenn man mal davon absieht, dass nicht jede*r befördert werden will und/oder es vielleicht auch Konkurrent*innen um die Position gab, die dann leer ausgehen).

Jetzt ist man also Führungskraft und da liegt es nahe, dass man damit weitermacht, was einen zur Führungskraft gemacht hat. D.h. man gibt weiter sein Bestes, gibt gute Antworten auf Probleme, deckt vielleicht sogar Probleme auf, die andere noch gar nicht gesehen haben. Vielleicht entwickelt sich sogar daraus eine Karriere mit weiteren Schritten.

Was soll daran also schlecht sein?

„Dem guten Frager ist schon halb geantwortet.“

– Friedrich Nietzsche

Einerseits besteht eine gewisse Gefahr, dass man sich weiter auf das konzentriert, was einen ursprünglich zur Führungskraft gemacht hat. Hier denke ich besonders an die fachliche Aspekte (der erste Punkt oben). Da gleichzeitig die Zeit auch für Führungskräfte immer ein limitierender Faktor ist, kann sich daraus ein Stillstand ergeben oder sogar ein Rückschritt, wenn neue Aufgaben durch die Führungsrolle vernachlässigt werden.

Viel schlimmer ist aber in meinen Augen der zweite Aspekte, der sich aus den guten Antworten ergibt.

Sehr kann sich daraus für die Mitarbeiter eine (erlernte) Unselbstständigkeit ergeben. So nach dem Motto: „egal welches Problem, der Chef hat immer eine Lösung dafür“.

Dieser Effekt hat direkt die Folge, dass die Mitarbeiter den vermeintlich leichteren Weg gehen und mit ihren Problem immer zum Vorgesetzten kommen, weil der ja eine Lösung dafür hat.

Daraus kann sich einerseits ein zeitlicher Engpass für die Führungskraft ergeben, weil selbst schnelle offensichtliche Lösungen immer eine gewisse Zeit benötigen und wenn es auch nur die begleitende Kommunikation ist.

Wenn sich dieser Aspekt noch mit Problemen bei der Delegation paart, kommt es sehr leicht zu einem Teufelskreis.

Der zweite Aspekt, der auch die Motivation zu diesem Artikel war, geht wieder auf die Unselbstständigkeit zurück. Diesmal möchte ich sie aber gelehrte oder geschaffene Unselbstständigkeit nennen, weil eben der eigentliche Auslöser das Verhalten der Führungskraft ist.

Der viel bessere Weg wäre es meist, sich die schnelle Antwort zu verkneifen und stattdessen durch geeignete Fragen, die Problemlösungskompetenz der Mitarbeiter zu entwickeln und zu fördern.

Dass das aber nicht unbedingt der einfachere und schnellere Weg zur Lösung in einem konkreten Fall ist, dürfte ziemlich direkt auf der Hand liegen. Erschwerend kommt für beide Seiten (FK und MA) noch hinzu, dass es sich mit ziemlicher Sicherheit auch um den vordergründig unbequemeren Weg handelt.

Mittel- bis langfristig ist es aber die einzige Chance der Führungskraft ihrer Führungsrolle gerecht zu werden und ein Grundprinzip des Training Within Industry umzusetzen, das da lautet „Führungskräfte schaffen Ergebnisse nur durch die Leistung ihrer Mitarbeiter“.

Wenn Sie wissen möchten, welche Elemente aus dem Training Within Industry zu besseren Lösungen führen können, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über dieses Formular auf oder greifen Sie einfach zum Telefon und rufen Sie mich unter 0171-7342717 an.

Falls die Umstände für Sie aktuell eine Kontaktaufnahme verhindern, legen Sie sich doch eine Wiedervorlage an.

Frage: Welche Wirkung haben gute Antworten in Ihrer beruflichen Laufbahn gehabt? Wo waren gute Antworten bisher nicht die beste Lösung? Wie könnten Sie das verändern?

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