Warum schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind

Probleme

In meinen Augen ist der Spruch “Bringen Sie mir keine Probleme, ich will Lösungen!” eines der dümmsten Management-Konzepte, die da durch die Welt wabern.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Der Ansatz geht von einem völlig falschen Führungsverständnis aus. Führungskräfte schaffen ihre Ergebnisse nur durch ihre Mitarbeiter. Dazu gehört besonders die Wertschöpfung. Dann ist es nur logisch, dass es eine der zentralen Aufgaben ist, reibungslose Wertschöpfung zu ermöglichen. Dazu gehört dann auch logischerweise, dass die Führungskräfte sich darauf konzentrieren sollten, die Hürden für die Wertschöpfung zu erkennen und zu beseitigen. Probleme sind dabei der Ausgangspunkt, eben diese Hürden zu erkennen.

In vielen Fällen wird auch viel zu früh eine Lösung favorisiert, noch bevor das zugrundeliegende Problem wirklich eindeutig identifiziert und die auslösenden Ursachen an der Wurzel verstanden wurden.

Wenn mit der Lösung eingestiegen wird statt mit dem Problem, ist es oft auch viel schwieriger festzustellen, ob die Lösung überhaupt den erhofften Effekt erzielt hat und welcher Nutzen – qualitativ wie quantitativ – daraus gezogen werden kann.

Natürlich muss nach der Problemerkenntnis und dem Ursachenverständnis auch eine Lösung folgen, aber die Reihenfolge ist eben wichtig.

Auf den PDCA-Zyklus abgebildet, passiert es viel zu oft, dass statt PDCA nur DDDDD gemacht wird, manchmal viel noch durch ein kleines ‘c' unterbrochen, das aber auch nur eingeschränkt funktioniert, weil eben das Problem und die Ursache in der P-Phase viel zu kurz kam. In Wahrheit sollte es aber so sein, dass die Plan-Phase 50 % des Gesamtsaufwand einnimmt und die drei Folgephase Do-Check-Act zusammen die anderen 50 %. Das kommt übrigens auch in den Platzverhältnissen auf einen A3-Formular zum Ausdruck.

„Ich habe die Morgenzeitung gelesen. Ich mache das jeden Morgen – wohlwissend, daß ich darin die gewöhnlichen Schlechtigkeiten und Gemeinheiten und Heucheleien und Grausamkeiten finden werde, die die Zivilisation ausmachen und die mich veranlassen, den Rest des Tages um die Verdammung der menschlichen Rasse zu bitten.“

– Mark Twain

Aus diesen Gedanken leitet sich also die Ausgangsthese dieses Beitrags ab, dass schlechte Nachrichten eben gute Nachrichten sind, weil sie ein Problem offensichtlich machen und damit einen Ansatzpunkt zur Verbesserung bieten.

Mit dieser Einstellung sollten Führungskräfte dann auch Mitarbeitern gegenübertreten, die ihnen Probleme in Form von schlechten Nachrichten anbieten. In keinem Fall sollten die Überbringer von schlechten Nachrichten im antik-mittelalterlichen Sinn sprichwörtlich hingerichtet werden, selbst wenn sie scheinbar die Verursacher waren.

In der Wahrheit meines Weltbilds liegt dagegen die Verantwortung für das Problem bei der Führungskraft, sei es, dass es Mängel in der Unterweisung/Ausbildung des Mitarbeiters gab oder in der Kommunikation mit ihm. Auf jeden Fall ist die Führungskraft dafür verantwortlich, für die Beseitigung des Problems zu sorgen.

Damit will ich nicht aussagen, dass sie selbst dabei Hand anlegen muss, aber die Verantwortung bleibt bei ihr. Letztlich ist diese Verantwortlichkeit auch die Rechtfertigung für den Führungskräftestatus.

Wenn sie die Problemlösung selbst auch delegieren will, verbleibt ihr zumindest doch immer auch die Verantwortung dafür, dass die Mitarbeiter zur Problemlösung befähigt werden, egal ob das nun die Führungskraft selbst übernimmt oder wiederum delegiert.

Auf jeden Fall behält sie auch die Verantwortung die Wirksamkeit der Befähigung zu überprüfen. Sollte diese nicht wie gewünscht ausfallen, muss sie wiederum dafür sorgen, dass der Missstand beseitigt wird.

Auf jeden Fall gilt das Basisprinzip jeder Unterweisung, wie es auch für das Job Instruction Training formuliert wird: „Wenn der Schüler nicht gelernt hat, hat der Lehrer nicht gelehrt!“

Wenn Sie wissen möchten, mit welchen Mechanismen des Job Instruction Trainings das genannte Basisprinzip gelebt wird, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über dieses Formular auf oder greifen Sie einfach zum Telefon und rufen Sie mich unter 0171-7342717 an.

Falls die Umstände für Sie aktuell eine Kontaktaufnahme verhindern, legen Sie sich doch eine Wiedervorlage an.

Frage: Welche Bedeutung messen Sie schlechten Nachrichten bei? Wie gehen Sie mit dem Überbringer schlechter Nachrichten um? Was könnte eine veränderte Betrachtungsweise bewirken?

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