Was noch besser als Perfektionismus ist

Perfektionierung

Im Grunde ist diese Überschrift schon ein Paradoxon in sich. Wenn etwas schon perfekt ist, wie kann es dann noch besser sein oder werden? Ein Teil der Ideen zu diesem Artikel gehen zurück auf das Buch „Drive“ von Daniel Pink und dem dort beschriebenen Motivationsfaktor der Perfektionierung.

Im Gegensatz zum Perfektionismus, den ich als eher statischen Zustand einer Einstellung halte (und der vermutlich deshalb auch immer wieder kritisch bis negativ beurteilt wird), beschreibt die Perfektionierung vor allem ein sehr konkretes Verhalten.

Dieses Element kommt auch im Lean-Prinzip des Strebens nach Perfektion zum Ausdruck und ist letztlich auch der fortwährende Antrieb für den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Entscheidend ist jetzt aber, wie es gelingt den Antrieb der Perfektionierung bei den beteiligten Menschen (Mitarbeitern wie Führungskräften) zu nutzen, ihn gegebenenfalls anzuregen und auch zu vermeiden, dass er zum Erliegen kommt. Das ganze dann ohne zur klassisch-extrinsischen Motivation 2.0, wie Daniel Pink das nennt, in Form von Belohnung und/oder Bestrafung zu verfallen.

Dabei, denke ich, spielen die beiden anderen Elemente der intrinsischen Motivation der Selbstbestimmung bzw. Autonomie und der Sinnerfüllung wieder eine große Rolle. Diese beiden Elemente gehören mit zum Kontext (eines Systems) und lässt auch auch von außen gestalten.

Dabei geht es jetzt aber nicht um manipulative Ansätze, auch wenn sich diese natürlich im Grund gar nicht vermeiden lassen, sondern um die Gestaltung einer Organisation, die den Nutzen, den sie stiftet, auch kontinuierlich verbessern sollte. Wenn man dabei auch die Beteiligten innerhalb der Organisation und deren Ansprüche berücksichtigt, halte ich diese gestalterische Einflussnahme auch nicht verwerflich, sondern im Grund an sich für zutiefst menschlich.

„Die Kleinigkeiten führen zur Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit.“

– Henry Royce

Da die beiden Begriffe Selbststimmung und Sinnerfüllung grundsätzlich auch positiv besetzt sind, sehe ich in einer entsprechenden Einflussnahme auch überhaupt kein Problem.

Speziell bei der Selbstbestimmung besteht die Herausforderung auch eher in der Selbstüberwindung der Einflussnehmer (als Unternehmer oder Führungskraft), welches Maß an Selbststimmung den anderen zugestanden wird und wo die Selbstbestimmung der anderen wiederum den eigenen Gestaltungsspielraum einschränkt und den eigenen Zielen wiederum entgegensteht.

Ein zentraler Aspekt dabei ist in meinen Augen die Selbstwahrnehmung und die Wechselwirkung mit dem System. Daraus entstehen gleichzeitig genügend Herausforderungen als Unternehmer oder Führungskraft und wiederum genügend Gestaltungsspielraum, dass klassisch-tayloristische Ansätze im Grunde gar kein erstrebenswertes Ziel der Selbst- und Sinnerfüllung mehr sein können und müssen.

An dessen Stelle kann dann die Weiterentwicklung der Organisation und der beteiligten Menschen treten.

Diese Vorgehensweise ist, wie erwähnt, natürlich anspruchsvoller als herkömmliche Motivation 2.0, gleichzeitig aber deutlich wirksamer und nachhaltiger, wie das Daniel Pink anhand der nachvollziehbaren Beispiele in seinem o.g. Buch darstellt.

So gesehen, gibt es also auch keine vernünftige Alternative. Und in dem Maß wie es gelingt, Selbststimmung und Sinnerfüllung anzuregen, wird es auch eine konsequente Folge sein, deren spezifische Perfektionierung durch Perfektionierung des großen Ganzen voranzutreiben.

In kleinen Schritten kann im Lean Management die 5S-Methodik ein Ausgangspunkt sein, um die Dinge einfach besser im Griff zu haben. Unterstützen lässt sich 5S in der Umsetzung und Wirksamkeit durch die Layered Process Audits.

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Falls die Umstände für Sie aktuell eine Kontaktaufnahme verhindern, legen Sie sich doch eine Wiedervorlage an.

Frage: Wie wird das Streben nach Perfektion in Ihrem Verantwortungsbereich gepflegt? Welchen Hürden begegnen Sie dabei? Wie können Sie diese überwinden?

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