Wie man Morgenbesprechungen einführt, so dass es garantiert nichts wird

Morgenbesprechungen

… damit man das lästige Thema schnell wieder von der Backe hat und sagen kann, dass man es ja gleich gewusst habe.

Sie merken vielleicht schon, ich bin mal wieder auf dem provokativen Trip (und ich wollte Click-Baiting schon immer mal ausprobieren ;-)

Um aber gleich zum Start den richtigen Rahmen abzustecken: Mit Morgenbesprechungen meine ich solche im Rahmen eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses oder auch im Rahmen von Shopfloor Management. Es geht nicht um die „bloße“ Verteilung des Tagesgeschäfts (was typischerweise direkt nach Arbeitsbeginn stattfindet). Das kann zwar ein Element der Besprechung sein, könnte aber schon zu spät sein, wenn die Morgenbesprechung bspw. erst um 9 Uhr stattfindet.

Wie ich schon im letzten Artikel dargestellt hatte, kann es durchaus sinnvoll sein, eine Fragestellung mal umzudrehen, um daraus neue Erkenntnisse für Lösungen oder Hindernisse auf dem Weg dorthin zu gewinnen.

Die richtige Einstellung

Morgenbesprechungen sind nur Zeitverschwendung. Es wird am besten nur unwichtiges Zeug besprochen, so startet man locker in den Tag. Wenn überhaupt … am besten sind dabei immer noch Monologe der Führungskraft, wahlweise wie toll alles ist oder wie besch…eiden sich die Situation darstellt.
Idealerweise drückt man seine „Begeisterung“ möglichst offensiv aus und lässt jeden wissen, was man davon hält. Als Führungskraft kann man das natürlich ideal mit einem wichtigen Führungsprinzip kombinieren und die Wirkung ins unermessliche steigern.

Delegation ist alles

Auf diesem Weg überträgt sich die eigene Einstellung am schnellsten auf die direkte Umgebung. Diese Gelegenheit lässt noch optimieren, wenn man die entsprechende Person im unklaren lässt, wie das gewünschte Resultat aussehen soll. Es heißt zwar immer, man soll bei der Delegation bloß nicht den Weg vorgeben. Hier bin ich jetzt aber hin und hergerissen. Am besten setzt man einfach voraus, dass der Mitarbeiter sich schon zu helfen weiß, wie er das Thema auch am besten aussitzen kann. Und hey, wenn man kein Ziel vorgegeben hat, kommt man auch nicht in die Verlegenheit, dass man vielleicht doch mal kritisch nachfragen müsste oder sich selbst mit der Sache beschäftigen, um geeignete Unterstützung leisten zu können.

Bloß keine Einbeziehung der Mitarbeiter

Mit der Delegation hat schließlich schon genug gemacht. Der nächste Schritt sind dann die oben schon erwähnten Monologe. Rückmeldungen oder gar die Einbeziehung der Mitarbeiter in Verbesserung sind völlig fehl am Platz. Als Führungskraft ist man ja nicht zufällig so weit gekommen, sondern nur dadurch, dass man alle Probleme selbst gelöst hat. Die Mitarbeiter sind schließlich zum Arbeiten da, das Denken sollen sie gefälligst anderen überlassen.
Falls entgegen jeder Erwartung doch mal jemand mit einer Idee kommen sollte, ist es immer hilfreich, wenn man diese sofort demonstrativ im Beisein aller anderen Mitarbeiter „zerlegt“ und die eigene Kompetenz wieder in den Vordergrund rückt. Dann haben alle etwas daraus gelernt. Es hilft den Mitarbeiter natürlich auch, wenn sie wissen, dass jemand ihnen die Denkarbeit abnimmt.

„Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen.“

– James Joyce

Struktur ist etwas Anfänger

… der Profi beherrscht das Chaos.
Hier kann man endlich mal die Kreativität ausleben und muss sich nicht wie sonst den lästigen Standards des Tagesgeschäfts hingeben. Auf diesem Weg wird es auch niemand langweilig werden. Durch die Kreativität im Ablauf muss man sich über den Inhalt keine Gedanken mehr machen.
Die Kunden wird das so oder so nicht interessieren, die schauen ja doch bloß auf den Preis und was am Ende rauskommt. Warum sollte man sich also in den Morgenbesprechungen mit ihnen beschäftigen? Dort kriegt schließlich keine Produkte oder Leistungen vor die Tür.

Große Ziele setzen

Am besten gleich vom Start weg und das auch mit dem entsprechenden Nachdruck kommunizieren. Und natürlich auch mit Konsequenzen drohen, damit jeder weiß, woran er ist.

Die ganzen dummen Sprüche vom ersten Schritt der Reise und den vielen danach folgenden bringen doch nichts, wenn man sich viel vorgenommen hat. Am besten stellt man selbst dazu vorher einen detaillierten Plan auf, den die Mitarbeiter dann bloß abarbeiten müssen. Dann werden die Morgenbesprechungen wenigstens produktiv genutzt und die Mitarbeiter müssen sich keine Gedanken mehr machen, wozu sie ja so oder so keine Lust haben oder gar nicht in der Lage sind.

Unregelmäßigkeit ist der Einstieg in den Ausstieg

Wenn man schon das Ziel hat, mit dem lästigen Übel möglichst schnell wieder aufzuhören, kann man damit gar nicht früh genug beginnen. Am besten gewöhnt man sich an die Zeit danach, wenn man das fallweise vorher schon mal ausprobiert, indem mal einzelne Tage auslässt. Dann kommt das Ende nicht so plötzlich und niemand ist überrascht oder gar enttäuscht.

Auch dieser Punkt lässt sich ideal mit der eingangs genannten Einstellung kombinieren. Das Tagesgeschäft geht schließlich immer vor. Warum soll man einen Rauchmelder installieren, wenn es schon brennt und alle Mann an den Wassereimern gebraucht werden.

Jetzt hab' ich Sie hoffentlich nicht zu sehr erschreckt. Es ist aber nicht so, dass ich mir das alles nur ausgedacht hätte. Leider beschreibt das nur die allzu oft aufgetretene Realität, vielleicht nicht immer in der Kombination und explizit so ausgedrückt, aber wir wollten die Morgenbesprechungen ja möglichst wirksam vom Start weg torpedieren ;-)

Wenn Sie jetzt wissen möchten, wie die erfolgreiche Einführung und Beibehaltung von Morgenbesprechungen aussehen kann und welche Effekte damit erzielt werden können, nutzen Sie doch einfach dieses Formular für eine erste Kontaktaufnahme. Alternativ können Sie mich auch unter 0171-7342717 telefonisch erreichen. Falls das nicht möglich sein sollte, rufe ich Sie auf jeden Fall zurück. Sie können dazu auch einen Wunschtermin per SMS schicken oder eine entsprechende Nachricht hinterlassen.

Sie können mir gerne auch eine Nachricht oder unten einen Kommentar hinterlassen, wenn Ihnen in Ihrer Praxis noch andere Möglichkeiten begegnet sind, wie man Morgenbesprechungen scheitern lassen kann.

Wenn Sie jetzt gerade nicht die Zeit und Muße für eine Kontaktaufnahme oder Rückmeldung haben, legen Sie sich doch einfach einen Termin dafür an. Sie können dazu hier einen Terminplatzhalter laden (15 min Dauer).

Frage: Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Morgenbesprechungen gemacht? Was ist leicht gefallen? Welche Hürden sind aufgetreten?
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