KVP – noch eine Frage der Unterstützung

Unterstützung

Ein wichtiges Element im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess ist die Unterstützung der Mitarbeiter durch die Führungskräfte. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Mitarbeiter sind typischerweise die Personen, die wertschöpfend tätig sind. Führungsprozesse sind zwar auch wichtig, die Wertschöpfung findet aber in den Leistungsprozessen statt.

Zur Unterstützung im KVP hatte ich schonmal einen Artikel geschrieben.

Diese Unterstützung kann jedoch gerade im KVP eine Gradwanderung zur Hilfe sein. In ihrem Buch „Chef sein? Lieber was bewegen“ beschreiben die beiden Autoren Gebhard Borck (mit ihm hatte ich kürzliche eine interessante Podcast-Episode) und Stephan Heiler genau diesen Unterschied zwischen Unterstützung und Hilfe. Dort geht es zwar allgemein um keine spezifischen Tätigkeiten und um Mitarbeiter bzw. Kollegen, die hilfsbereit sind, aber die Mechanismen und die Dilemmata sind im Grunde die gleichen oder ähnliche wie im KVP.

In beiden Fällen geht um Tätigkeiten, die eine Person besser kann als eine andere und die sie deshalb als eine Form der Hilfsbereitschaft übernimmt. Auf die allgemeinen Details will ich hier gar nicht eingehen, sie können ab Seite 93 des o.g. Buchs nachgelesen werden.

Für den KVP bedeutet Hilfsbereitschaft statt Unterstützung, dass sich die Führungskraft Gedanken über mögliche Verbesserungen macht. Vielleicht haben sie (die Führungskraft) genau diese Gedanken bzw. das mehr an damit verbundenem Engagement zur Führungskraft gemacht.

Da kann es dann schon eine Herausforderung sein, diese helfenden Tätigkeiten loszulassen und „nur“ noch unterstützend tätig zu sein und die Gedanken und resultierenden Ideen den Mitarbeitern zu überlassen.

„Man kann den Menschen nicht auf Dauer helfen, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können und sollten.“

– Abraham Lincoln

Es ist allen Beteiligten inklusive dem Unternehmen viel mehr „geholfen“, wenn durch geeignete Fragen und andere Formen der Unterstützung, die Mitarbeiter zur Mitwirkung an Verbesserungen angeregt werden.

Der erste Schritt ist dabei, ein Bewusstsein für Probleme zu schaffen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise ein Forum (einen Kanal) zu schaffen, erstmal die Dinge loszuwerden, die einen nerven oder ärgern, die den Arbeitsfluss aufhalten oder behindern. Dazu gehört auch, dass Fehler nicht bestraft oder unterdrückt, sondern als Chance zur Verbesserung begriffen werden, weil der entsprechende Prozess im Sinne von Poka Yoke offensichtlich nicht so gestaltet ist, dass der Fehler erst gar nicht möglich ist.

Auch dieser Punkt stellt eine Form der Unterstützung dar, an dem Führungskräfte eine entscheidende Rolle spielen.

Die oben erwähnten Fragen lassen sich mittels der Coaching-Kata aus der Toyota-Kata formalisieren und in den Führungsprozesse einbetten. Damit folgt auf das Problembewusstsein schon die Fähigkeit zur Problemlösung.

Der abschließende, aber nie endende Entwicklungsschritt ist dann die Lernfähigkeit aller Beteiligten. Hier sollte klar sein, dass der Hilfe da natürliche Grenzen gesetzt sind, weil Lernen immer nur von der lernenden Personen „getan“ werden kann. Auch wenn sich Lernen generell „blöd“ anfühlen muss (auch für den Lehrenden bzw. Unterstützer!), wäre eine Hilfe – sofern sie überhaupt möglich und nicht bloß eine Ersatzhandlung auf ganz anderer Ebene – hier völliger Unsinn, weil eben kontraproduktiv.

Diese Unterstützung im KVP in ihrer gesamten Vielfalt ist auch eine Form des Respekts für die beteiligten Menschen, auch wenn die Randbedingung des „Blöd-anfühlends“ vielleicht sogar erstmal gar nicht darauf hinweisen.

Wenn Sie – sei es als Inhaber/Geschäftsführer, Führungskraft oder in sonst einer verantwortlichen Rolle – in Ihren Bestrebungen einen KVP einzuführen, ihn zu pflegen, zu erneuern und in einzelnen Aspekten für sich oder Ihre Mitarbeiter eine Form der Unterstützung suchen, wie ich sie in diesem Artikel beschrieben haben, dann nehmen Sie jetzt Kontakt zu mir auf. Nutzen Sie dafür mein Kontaktformular oder greifen Sie einfach zum Telefon und melden Sie sich unter +49-171-7342717. Bei meiner Beratung ist es mir nicht nur wichtig, konkrete Verbesserungen zu schaffen, sondern auch die Beteiligten zu befähigen, dies früher oder später selbst zu können.

Frage: Welche Unterstützung im KVP leisten die Führungskräfte in Ihrem Unternehmen? Wo tritt eher Hilfe auf? Welche Folgen hat diese Hilfe?

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