Warum eine Problemlösung nie endgültig sein kann

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      Vielleicht ist jetzt Ihr erster Gedanke „Moment mal, was erzählt er denn da jetzt?“. Ist eine Problemlösung nicht zwingend mit dem Ziel der Endgültigkeit verbunden? Eine andere Formulierung wäre vielleicht auch der Wunsch nach der Nachhaltigkeit der Lösung. Und jetzt soll das auf einmal ganz anders sein?

      Welche Idee ist mir also bei dieser Aussage durch den Kopf gegangen?

      Der Ausgangspunkt meiner Gedanken war dabei ein Artikel von Monika Birkner. Zu Beginn hatte ich dabei auch mein grundsätzliches Beratungsziel im Sinn, mich bei meinen Kunden überflüssig zu machen. Im Verlauf des Artikels ist mir dabei aber klar geworden, dass das auch im Lean-Kontext ein Stück weit gar nicht möglich ist. Zumindest nicht, wenn der Fokus auf der reinen Problemlösung liegt und wenn es deshalb auch nicht gewünscht ist, die beteiligten und betroffenen Menschen beim Kunden über die „technische“ Problemlösung hinaus so weiterzuentwickeln, dass einerseits deren Problemlösungskompetenzen kontinuierlich zunehmen und gleichzeitig sowohl die Lernkompetenz als auch die Lehrkompetenz (im Sinne eines Multiplikationseffekts) im Unternehmen zunehmen.

      Zuerst will ich aber noch mal die Problemlösung an sich im Sinn der Kernaussage des Artikels beleuchten.

      Wenn Problemlösungen endgültig wären, würde das in letzter Konsequenz bedeuten, dass irgendwann gar keine Probleme mehr vorhanden sind. Dann würde ja der KVP bzw. Kaizen-Gedanke als zentrales Element des Lean Management ebenfalls überflüssig werden. Weil das aber bedeuten würde, dass Lean doch einen Zustand ist, kann das also gar nicht sein. Oder doch?

      Der Ausweg aus diesem Dilemma ist aber das einfache Prinzip bzw. Paradox, dass kein Problem (mehr) an sich wiederum ein Problem wäre.

      Insofern kann dieser Zustand also gar nicht erreicht werden. Was wiederum die These dieses Artikel untermauert.

      „Geschichte ist eine Folge von Anpassungen an eine Welt, die uns immer wieder vor neue Probleme stellt.“

      – Ian Morris, engl. Althistoriker & Archäologe

      Noch nicht ganz überzeugt?

      Wie wäre dieses praktische und gleichzeitig klassische Beispiel?

      Ein zentrales Ziel des Lean Managements ist die Reduzierung der Durchlaufzeit und Bestände.

      Dabei sind Bestände gleichzeitig ein Einflussfaktor auf die Durchlaufzeiten. Mit der Reduzierung der Durchlaufzeiten treten aber typischerweise wieder andere Probleme auf, in der Regel Lieferschwierigkeiten bzw. zumindest Probleme bei der Liefertermintreue. Treten gar keine Schwierigkeiten bzw. Probleme auf, war mit großer Wahrscheinlichkeit das gebohrte Brett zu dünn.

      Anders ausgedrückt, schafft also die Lösung des einen Problems (Bestände) an anderer Stelle neue Probleme (Lieferfähigkeit/-treue). Oder man hat das erste Problem schon mal gar nicht wirklich gelöst, auch dann kann die Problemlösung gar nicht endgültig gewesen sein.

      Wenn das Problem der Fortsetzungsfähigkeit der Problemlösungsfähigkeit mit eigenen Kräften möglich sein soll, entsteht eben daraus auch wieder ein neues Problem, nämlich das der Befähigung zur Problemlösung und ingesamt der Schaffung einer lernenden Problem.

      Gibt es also wirklich gar keinen Ausweg aus diesem Dilemma oder Paradoxon?

      Naja, vielleicht schon. Am besten fängt man mit Lean erst gar nicht an ;-)

      Dann bleibt halt das ursprüngliche Problem auch bestehen. Klappt also auch nicht.

      Sagte ich schon, dass ich Lean liebe? :-D

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      Frage: Wie gestaltet sich die Problemlösung in Ihrem Verantwortungsbereich? Wie könnte diese auf ein neues Niveau gehoben werden? Was wäre dazu notwendig?

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