KVP – eine Frage der Achtsamkeit

Achtsamkeit

Dass die Einführung von Lean Management bzw. eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses nicht automatisch von Erfolg gekrönt ist, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Ein Erfolgsfaktor bei Veränderungen ist in der Regel der Umgang mit Gewohnheiten und Routine, sowohl die Überwindung bestehender Gewohnheiten als auch die Schaffung neuer. Ähnlich wie im persönlich-privaten Leben ist das auch im KVP allerdings leichter gesagt als getan, wie vermutlich manch eine/r schon selbst erfahren durfte. Zu diesem Thema finden Sie einen sehr spannenden TED-Vortrag von Judson Brewer.

Die Schaffung von Gewohnheiten hat durchaus auch etwas mit Willenskraft zu tun, speziell in den frühen Phasen, wenn eine neue Verhaltensweise eben noch nicht zur Gewohnheit geworden ist. Da kann es hilfreich sein, wenn einfach Achtsamkeit für das neue Verhalten (oder auch ein altes Verhalten, das man loswerden will) ausgeübt wird.

Achtsamkeit ist nun nicht irgendeine Wischi-Waschi-Sache, was bei dem ein oder anderen vielleicht in der “Weicheier”-Schublade steckt. Achtsamkeit ist im Grund einfach nur der sehr bewusste Umgang mit Verhalten, Gedanken oder Situationen, typischerweise dem eigenen Verhalten, den eigenen Gedanken oder Situationen, in denen man selbst steckt.

Die logisch nächste Frage ist dann, wie es gelingen kann, Achtsamkeit aufzubringen. Ein bzw. das Mittel der Wahl ist dabei einfach das Messen bzw. Quantifizieren der (eigenen) Achtsamkeit, was anschließend aufgeschrieben bzw. festgehalten wird.

Diese Aufzeichnung kann bspw. durch einen Zettel am Arbeitsplatz erfolgen. Am besten funktioniert es, wenn an dem Messvorgang mindestens zwei Personen beteiligt sind, was die Chance des Vorgangs erhöht und die gegenseitige Verpflichtung stec.

„Es gibt in der Welt kein gewisseres Merkmal eines kleinen, schwachen Gemüts als den Mangel an Aufmerksamkeit. Was einmal verdient getan zu werden, verdient auch, recht getan zu werden.“

– Philip Stanhope, 4. Earl of Chesterfield

Das Messen und Aufzeichnen kann auch innerhalb einer Methode verknüpft werden. Damit wird über die Methode hinaus – wie bei 5S/5A – neben den direkten Ergebnissen noch der Faktor Achtsamkeit, in dessen Folge die Willenskraft und schlussendlich Gewohnheiten und Routinen positiv beeinflusst.

Neben der schon genannten 5S/5A-Methode kann auch die Multimomentanalyse und das Layered Process Audit eingesetzt werden.

In beiden Fällen ist schon der Einsatz der Methoden ein Einstieg in die Veränderung, selbst wenn die inhaltliche Arbeit an den Geschäftsprozessen bzw. den Tätigkeiten im Unternehmen völlig vernachlässigt würde.

In beiden Fällen hat die Methode einen erheblichen Einfluss auf Führungskräfte und deren Bewusstsein für Geschäftsprozesse, im Fall von Layered Process Audit werden auch die Mitarbeiter in die Veränderungen einbezogen, weil sie letztlich das “Objekt der Begierde” sind.

In beiden Fällen werden dann auch noch Schlussfolgerungen aus den Messungen und Aufzeichnungen gezogen, was den gesamten Effekt noch weiter verstärkt.

Auch wenn es sich hierbei nicht um einen quantenmechanischen Effekt handelt, treten trotzdem Veränderungen auf, wie sie in der Heisenbergschen Unschärferelation beschrieben werden, bei der Ort und Impuls eines Teilchen nicht gleichzeitig bestimmt werden können (gemessen), ohne diese beiden Eigenschaften zu verändern.

Wenn Sie mehr über die Multimomentanalyse bzw. das Layered Prozess Audit und deren positive Effekte auf die Führung in Geschäftsprozessen erfahren möchten, nehmen Sie gerne für ein persönliches Gespräch und nähere Informationen Kontakt mit mir auf.

Frage: Welche Achtsamkeit wird in Ihrem Unternehmen den Gewohnheiten und Routinen für den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess entgegengebracht? Welche Maßnahmen könnten die Achtsamkeit gesteigern? Welche Veränderungen könnten sich daraus ergeben?

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