Kaizen 2 go 079 : Barcamps



Im Gespräch mit Jan Theofel --

Wir unterhalten uns über Barcamps, welche Rolle sie für Unternehmen spielen können, was die Teilnehmer erwartet und was sie erwarten.
 

Inhalt der Episode

  • Was sind BarCamps überhaupt?
  • Wie sind sie entstanden?
  • Wie unterscheiden sie sich von klassischen Konferenzen?
  • Was sind typische BarCamp-Themen?
  • Was sind die Vorteile von BarCamps?
  • Wo lassen sich BarCamps noch einsetzen?
  • Was sind die Grenzen von BarCamps?
  • Wie sieht die Weiterentwicklung von BarCamps aus?

Notizen zur Episode

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(Teil)automatisiertes Transkript

Götz Müller: Episode 79 – Barcamps

Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

Götz Müller: Heute habe ich Jan Theofel bei mir aus Berlin im Gespräch. Jan Theofel, kann man sagen, Mister Barcamp. Der Mensch, der über Barcamps sehr viel weiß, der viele Barcamps veranstaltet hat. Da habe ich ihn letzten Endes auch kennen gelernt.

Hallo Jan.

Jan Theofel: Hallo Götz. Schön bei Dir im Podcast sein zu dürfen.

Götz Müller: Ja, freut mich, dass wir die Zeit finden. Sag vielleicht noch mal ein, zwei Sätze zu Dir als Person. Über das Thema an sich werden wir uns dann sehr intensiv unterhalten.

Jan Theofel: Genau. Also vielleicht ganz kurz. Ich komme ursprünglich aus Stuttgart, da haben wir uns ja auch kennengelernt. Und ursprünglich aus dem IT Bereich, habe dort ein Systemhaus gehabt und habe über diesen Bereich bin ich dann zum Bloggen gekommen. Übers Bloggen habe ich Barcamps gefunden, habe 2007 das erste Mal als Teilnehmer an einer solchen Veranstaltung teilgenommen. 2008 dann das erste selbst organisierte Barcamp in Stuttgart damals. Und habe dann in einem Prozess, wo es darum ging, für mich nicht so rauszufinden, was das eigentlich für mich die richtige Aufgabe, quasi festgestellt, okay IT-Welt macht mir auch Spaß, aber ich wollte was machen, woran mein Herz hängt. Was wirklich mich mit Begeisterung erfüllt und das sind die Barcamps und deshalb habe ich vor ungefähr vier Jahren jetzt damals entschieden, mich ausschließlich beruflich dem Barcamps zu widmen und mache das seit dem in den verschiedensten Ausprägungen für verschiedenste Teilnehmerkreis.

Götz Müller: Und das wird jetzt unser Thema sein. Der ein oder andere Zuhörer, so erleben wir das beide auf Barcamps auch mal wieder, ist denn heute vielleicht das erste Mal dabei. So fragt sich vielleicht der ein oder andere Zuhörer jetzt, was sind denn Barcamps überhaupt.

Jan Theofel: Genau, das ist die Standard Frage. Natürlich ist es so, dass wahrscheinlich 90, 95% oder noch mehr der Menschen da draußen, die uns jetzt zu hören noch nie von Barcamps gehört haben oder vielleicht schon mal davon gehört haben und nicht wissen was das ist. Man kann es am besten als eine Form der Unkonferenz bezeichnen. Also ist es eine, ich möchte sagen, Alternative zu einer Konferenz, wo es um die Teilnehmer geht in ganz besonderem Maße. Das bedeutet ganz konkret, wir haben keine vorher definierten Themen, keine Agenda, sondern die Teilnehmer kommen zu einem gewissen gemeinsamen Thema zusammen.
Und am Morgen werden die Teilnehmer gebeten, ihre Agenda gemeinsam zu bestimmen. Das heißt, alle Teilnehmer Teilnehmerinnen dürfen sich melden, dürfen sagen, ich möchte ein Thema einbringen, ich möchte eine Frage stellen, ich möchte einen Workshop anbieten und diese Themen sammeln wir und verteilen sie auf mehrere Räume, sodass wir ein relativ ein breites Programm haben. Beim Barcamp Stuttgart, wo wir uns kennengelernt haben, haben wir bis zu 15 Themen, die parallel stattfinden, das heißt, man hat eigentlich immer was dabei. Man hat meistens eher die Qual der Wahl, wo gehe ich denn jetzt hin. Und dadurch schon mal eine Fokussierung auf den Teilnehmer. Alle sind aktiv dabei, alle beteiligen sich sehr stark, sind sehr involviert, dadurch nehmen alle was mit.

Und was wichtige ist eben auch, dass die Schwelle sich einzubringen, sehr niedrig ist. Also ich kann wirklich auch nur mit einer Frage einsteigen und sagen, ich habe von dem Thema keine Ahnung. Aber es beschäftigt mich, ich habe noch eine Frage wer kann mir die hier beantworten. Dadurch ist es sehr sehr niederschwellig, jeder kann sich einbringen, jeder bringt sich dann auch ein. Und dadurch entsteht ein sehr, sehr lebhafter Austausch. Das ist das, was Menschen schätzen. Und viele, die mal auf einem Barcamp waren, gehen danach häufiger lieber auf Barcamps als auf Konferenzen, weil sie sagen, es hat wirklich was mit mir zu tun. Es geht um mich, es geht um meine Themen und das geht nicht darum, was andere für mich ausgedacht, was jetzt besonders wichtig oder aktuell oder relevant ist, sondern ich selber entscheide und ich bringe meine eigenen Themen.

Götz Müller: In der Vorbereitung ist da für mich persönlich einmal kurz die Frage gestanden. Barcamps, wie ist denn das überhaupt entstanden. Ich hatte gerade so ganz spontan das Bild entstanden, ja im Grunde hat es angefangen, wo wir als Urmenschen zusammen ums Lagerfeuer saßen und sonst vielleicht Geschichten erzählt haben. Wann ist denn dieser Begriff, weißt du das, wann ist dieser Begriff Barcamp und diese Form des erste Mal entstanden?

Jan Theofel: Ja, also der Begriff Barcamp ist 2006 entstanden oder 2005, da bin ich mir gerade nicht ganz sicher. Ich glaube 2006 war das Erste in Deutschland. 2005 müsste es demnach gewesen sein, in USA entstanden. Vielleicht kurz die Geschichte dahinter. Der amerikanische Verleger Tim O'Reilly hat eine Veranstaltung durchgeführt, die sich Foo-Camp nannte. Das war sehr exklusiv auf Einladung nur erhältlich. Dass man dahin gehen konnte, weil Foo stand kurz für Friends of O'Reilly, also seine Freunde und Bekannten.

Und Camp kam tatsächlich daher, dass sie in Zelten campiert haben. Und die haben dieses Format an sich durchgeführt. Und daraus ergab sic,h dass einige Teilnehmer dann mal im Auto zusammen gefahren sind. Und dann so ein bisschen, hast du schon eine Einladung bekommen und so. Also darüber gesprochen haben, ob sie dann beim nächsten Foo-Camp dabei wären. Und dann gesagt haben, aus dieser Fragestellung heraus, darf ich denn wieder teilnehmen, gesagt haben, hey das Format ist es doch eigentlich cool, aber wir wollen es jedem zugänglich machen. So ist aus dem Foo-Camp das Barcamp entstanden.

Und da kann man einfach noch zum Hintergrund sagen, Foo und Bar sind wie in der Mathematik X und Y, einfach Platzhalter oder sogenannte meta-syntaktischen Variablen. Jetzt haben die Zuhörer was zum Angeben beim nächsten bei der nächsten Party.

Und so hat man einfach das als Namensspiel ergänzt aus dem Foo-Camp wurde das Barcamp, Und ist es in vielen Ländern, das ist so mein Eindruck von Deutschland aus, in dieser technologischen Ecke stecken geblieben. Also damals ging sehr viel um Social Media, wie wir es heute nennen. Damals hat man das noch nicht so genannt, um Internettechnologien und ähnliche Themen. Und gerade in Deutschland hat es sehr früh eingesetzt, dass andere Branchen, wie bspw. der Tourismus Bereich der letzten Zeit ganz viele Veranstaltung zum Thema New Work und ähnliche dieses Format für sich entdeckt haben.

Es gibt Barcamps zum Thema Gesundheit. Es gibt Barcamps zum Thema Bloggen, ganz spezielle, ganz spezifische Sachen. Es gibt Barcamps für Reise, für Verkehrsunternehmen. Es ist wirklich ein riesen Markt, wir reden inzwischen von ungefähr 150 bis 200 öffentlich zugänglichen Barcamps – also wo ich mich wie bei einer Konferenz einfach anmelden kann – pro Jahr im deutschsprachigen Raum.

Götz Müller: Jede Woche 2. Jetzt hast du den schon einiges genannt, Unterschiede zu klassischen Konferenzen. Das möchte ich ausbauen. Wie unterscheiden sich – auch vom Begriff her, kommt es rüber Unkonferenz. wie unterscheiden sich Barcamps von klassischen Konferenzen?

Jan Theofel: Also, das wichtigste ist natürlich, dass wir, wie gesagt, keine vordefinierten Themen haben. Und das wir dadurch auch die Unterscheidung zwischen Redner und Teilnehmer aufheben. Wir haben die nicht.
Sondern alle sind gleich, alle werden mit dem, wie sie gerade sind, angenommen. Ja, ich habe auch eine Folie in der Präsentation drin, wo den Menschen erstmal den Druck nehme, dass sie häufig perfekt sein wollen und perfekte Lösungen und Antworten haben wollen. Sondern ich sag hey, Du kannst dich hier heute mit dem Themen einbringen, die dich gerade beschäftigen und zwar so gut Du es eben gerade kannst. Und daraus entsteht dann eben der Austausch und das spannende dabei ist eben auch, wenn ich jetzt einen Experten habe, den ich auf die Bühne stell, der mir eine Dreiviertelstunde einen Vortrag hält und dann vielleicht noch zwei, drei Fragen aus dem Publikum zugelassen werden. Dann ist der von einem Teilnehmer gefühlt sehr weit weg. Ja, er ist auch rein physisch ja nicht auf Augenhöhe mit mir.
Das heißt, wenn da jetzt im Moment vor mir steht und mir erklärt, wie die Welt funktionieren müsste und wie ich mein Business laufen lassen müsste, wie ich mit meinen Mitarbeitern umgehen müsste, cetera pp, dann hat das alles relativ wenig mit mir zu tun.

Wenn uns aber, sagen wir mal, wir uns beide in einer Session gegenübersitzen und du mir erklärst, wie du mit gewissen Themen umgehst, wie du sie löst, wie du in deinem Business agierst. Dann habe ich viel mehr denn Eindruck und dann kommen kommen Ergänzung von anderen Leuten, die auch alle auf Augenhöhe sind, die alle gleichberechtigt sind und dann habe ich viel mehr den Eindruck, dass ich sage im moment mal, was ihr schafft, das schaffe ich auch. Und umgekehrt, das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass ich was umsetze, ist viel höher. Zugleich vernetzen sich Menschen unglaublich stark auf Barcamps, weil es eben nicht mehr um die Hochglanz-Powerpoint-Präsentation geht, über reden wir auf Konferenz, die erleben wir auf Messen. Und sind wir mal ehrlich, wir können heute alle zu einer Agentur gehen und sagen, bau mir bitte eine geile Präsentation.

Das sagt aber nichts über mich aus. Das sagt nichts darüber aus, ob ich wirklich Kompetenz habe. Wenn ich aber in eine Session gehe mit einem Menschen und dort einfach offen im Dialog mit dieser Person spreche. Dann kann ich danach viel besser abschätzen, was kann dieser Mensch wirklich, wofür möchte ich ihn oder sie vielleicht fragen, vielleicht auch beauftragen. Und wo gehe ich vielleicht woanders hin. Ich kann auch viel besser beurteilen, ticken wir gleich. Also haben wir ein gleiches Wertesystem, haben wir gleiche Vorstellung von Business ja. Und ich vertraue den Menschen auf eine andere Art. Wir haben eine sehr offene Atmosphäre auf Barcamps. Wir haben auch wie so einen geschützten Raum.

Jan Theofel: Und ich erinnere mich zum Beispiel an eine Session von einem Unternehmer auf einem Barcamp von einem Business-Netzwerk in Berlin. Der hat eine Session gemacht über prokrastinieren, also über dieses,
Dinge unnötig lange auf. Er hat eben vorgestellt oder hat einfach gesagt, das ist ein Thema, was er hat und er hat vorgestellt, wie geht er damit um, dass das eben keine negativen Auswirkung auf sein Business hat. Alleine nur dadurch, dass er das Thema angeboten hat, habe ich zu dem Mann ein viel höheres Vertrauensverhältnis plötzlich. Weil ich weiß, wenn bei ihm im Business was nicht rund läuft, wenn irgendwas nicht okay ist, dann schaut ja nicht weg, sondern stellt er sich diesem Problem und versucht Lösung zu finden. Und auf diesem Weg entsteht plötzlich auf Vertrauen zwischen den Teilnehmern. Das heißt, es entstehen wirklich Beziehungen, die auch belastbar sind. Das ist alles, was wir in einem in einem klassischen Setting nicht haben.

Und das ganz entscheidende ist eben auch, wie gesagt noch mal, dass die Teilnehmer ihre Themen selber einbringen und das ist wirklich, ist es manchmal so eine Diskussion, mein Beispiele vom Agenturcamp da gab es Metadiskussion, sage ich mal, was sind faire Preise für Agenturen, wie kommunizieren wir mit Kunden, also sehr weit gefasste Themen als Session wie wir so ein Thema nennen. Es gab aber auch jemand, der hat ganz konkret gesagt, ich habe Angst, dass meine Mitarbeiter für meine Agentur zu alt werden, für das Business, was für betreiben und ich wüsste gerne, wie seht ihr das und ich hätte gerne euer Feedback dazu. Also er hat den ganz ganz konkretes Anliegen aus seinem Geschäft, was er dort mit den Teilnehmern hat lösen können. Dadurch finde ich mich halt mit meinen Themen, mit meinen Bedürfnissen, mit meinen Herausforderungen, die ich gerade habe, immer in dem Themenrahmen wieder und dadurch kann ich wirklich einfach viel, viel mehr für mich persönlich mitnehmen.

Götz Müller: Ich würde sagen, spontan geht mir auch dieser Begriff klassische Konferenz so one-to-many, also einer der Redner zu vielen, hier im Grunde jeder zu jedem.

Es gibt genau ja noch ein paar weitere Regeln. Vielleicht macht es macht Sinn, wenn du mal so die Basisregeln für Barcamps aufstellst. Eben diesen Punkt Augenhöhe, schon ein bisschem mit einem leichten Zwang. Ich glaube, es wird klar in dem Anblick, wo du die Regeln nennst, wie dieser leichte Zwang zur Augenhöhe entsteht.

Jan Theofel: Ja ,ich habe gerade gestockt, weil mir kam grad ein Gedanke, ist schon wieder weg, mal gucken, wann er wiederkommt. Also eine Sachen bei fast allen Barcamps nutzt man ein respektvolles Du für die Teilnehmer in der Kommunikation. Sowohl im Vorfeld als auch vor Ort. Das schafft schon mal gleich so eine Nähe. Wir haben eine Vorstellungsrunde oder manchmal auch zwei, drei verschiedene Formen von Vorstellungsrunden, die auch alle auf dieses Wir sind alle gleich einzahlen. Dass Sich alle Teilnehmer morgens in einer Vorstellungsrunde mit drei Stichworten kurz vorstellen.

Und dann gibt es viele Regeln, die ich erkläre, das ist jetzt gar nicht so Barcamps spezifisch. Dass Ich bitte darauf achten soll, was es für mich gerade richtig. Das heißt z.b. wenn ich in der Session drin sitze,, dass ich mich traue Dinge zu fragen, dass ich mich traue aus einem Thema, was gerade mir nichts bring,t weil ich weder was lerne, noch was beitragen kann, dass ich aufstehe und woanders hingehe. Das es eben nicht heißt, du machst was falsch, sondern dass es einfach heißt für mich passt das jetzt gerade nicht, warum auch immer.

Dass ich sozusagen, wenn ich auch einen Vortrag mache, ja da habe ich so ein Bild von so einem Vortrag, wo alle Leute eingeschlafen sind. Ich sag, hey, genau das wollen wir nicht. Wenn du ein Thema vorstellst auch das kannst du gerne machen. Dann achte darauf, dass du alle Menschen zu Wort kommen lässt, dass du sie was sagen lässt.

Und schlussendlich ist es meiner Meinung nach so, dass das Wichtigste an der Stelle ist, dass wir das gar nicht so sehr kommunizieren. Also es gibt, glaube ich, eine Stelle in meinem Intro, wo ich sag wir sind alle gleich oder so, sondern aber das es viel entscheidender ist, dass wir das vorleben, dass wir das machen. Also dass ich als als Moderator, das ist nun die Rolle, die ich ja meistens habe, genau dieses Gefühl vermittle.

Na also ich versuche eben dafür auch physisch meistens nicht auf der Bühne zu stehen, sondern ich bin dann auf derselben physischen Höhe. Ich lasse selber Rückfragen zu, ich versuche selber nicht perfekt zu sein. Also, ich habe in einem Foliensatz einen Fehler im Zeitplan drin oder nehme ich während der Präsentation und ich habe den einmal gefunden und habe dann spontan halt mein Stift genommen.
Kann man ja heute mit so einem Tablet machen und habe mit dem Stift in die Präsentation reingeschrieben die fehlende Uhrzeit. Und dann habe ich gemerkt, dass es eigentlich gut ist, wenn ich das genau so lasse, weil ich damit dieses, hey ich muss nicht perfekt sein, vorlebe. Ja ich habe vor den 200 Leuten vielleicht da sind eine nicht perfekte Präsentation, da ist ein Fehler drin.

Aber dadurch entspannen die sich dadurch, sagen sie, hey auch ich muss jetzt nicht perfekt sein. Du hast vorhin was gesagt mit dem Lagerfeuer und das möchte ich auch noch ganz kurz noch mal drauf eingehen. Ich glaube auch, dass das, was wir tun beim Barcamp eine Rückbesinnung darauf ist, wie wir eigentlich mal miteinander kommuniziert haben. Also wenn wir uns Kinder und Jugendliche anschauen. Für die ist das ganz selbstverständlich, wenn die ne Frage haben, das kennen wir als Erwachsene. Die kommen immer zu uns gerannt und fragen uns, bis sie eine Antwort kriegen. Als Erwachsener habe wir irgendwann gelernt, dass wer fragt vielleicht dumm ist oder nicht weiß und man darf keine Schwäche zeigen und Unwissenheit nicht zeigen. Und dann trainieren wir uns das ab Fragen zu stellen. Oder wenn ganz begeistert von Dinosauriern ist. Das hat erste Mal ein Buch über Dinosaurier in die Hand bekommen. Dann rennt es zu all seinen Freunden und erzählt ihnen ganz begeistert, wie toll Dinosaurier sind.
Aber wann sind wir als Unternehmer z.b. das letzte Mal zu jemandem hingerannt und Hey guck mal das ist diese neue total geniale App, die musst du unbedingt installieren. Und genau das machen wir plötzlich wieder und das heißt die Aufgabe ist an dem Tag eigentlich all diese Regeln, wo wir uns gesagt haben, so können wir nicht miteinander reden, so dürfen wir nicht und ich darf nicht und man müsste doch, man sollte aber. All diese Regeln sozusagen aus dem Raum rauszunehmen und den Platz dafür zu machen, wie wir eigentlich normal miteinander reden würden, wenn man es uns durch all die Erziehung und Schule und all diese Sachen nicht abgewöhnt hätte.

Götz Müller: Jetzt hattest du vorhin schon ein paar typische Themen, jetzt nicht so sehr die Sessionthemen und sonstige Barcamp-Themen genannt. Bei mir entsteht dann in so einem Fall immer irgendwo an die Frage,
was gibt's denn vielleich,t wo jetzt auch du als der Barcamp-Fachmann sagen würdest, da ist es vielleicht dea Format doch nicht das beste. Wo sind dann vielleicht andere Formate besser.

Jan Theofel: Stimmt, das war der Gedanke, der mir vorhin kam, das hattest du schon mal kurz angesprochen. Ein Barcamp ist dieses many-to-many, was du gesagt hast. Es ähnelt der Form, wenn wir im Internet in Foren in Wickis etcetera diskutieren. Mit dem Unterschied, ich krieg ganz häufig diese Frage nach dem Motto, na wie ist das, wenn wir zu sehr kontrovers werden. Also das was man in Foren und in Facebook oder so als diese Trolle kennt, die dann die ganze Diskussion kaputt machen. Das passiert im realen Leben nicht, wenn sich Menschen wirklich gegenüber, sitzen sondern die wollen dann sehr konstruktiv und positiv Lösungen gemeinsam kreieren. Und daraus ergibt sich auch, wofür es sich nicht eignet. Immer dann wenn ich eine Botschaft senden möchte, also wenn ich ein Unternehmen bin, was den Mitarbeitern neue Produkte vorstellen möchte, wenn ich einen Unternehmen bin, was dem Partner neue Produkte vorstellen möchte oder ähnliches. Dann brauche ich natürlich den Broadcast, dann brauche ich das one-to-many, das Senden der Information. Und dann ist es manchmal spannend zu gucken. Oder wenn ich, das zählt auch in diesem Bereich, wenn ich die klare Ziele habe. Also wenn ich sage, so eine Anfrage hatte ich mal, dass ein Kunde, der wollte zehn neue Kundengruppen für sein Business identifizieren und die dann mit dem Vertrieb beackern. Da habe ich gesagt, ja aber dann geht's darum, was ihr da oben als Geschäftsführung wollt und beim Barcamp geht es immer um die Teilnehmer, was wollen die, was brauchen die. Also das heißt, wenn ich solche Fälle habe, dann macht es Sinn auf andere Formate zu gehen und man kann dann gucken, kombiniere ich das, also sende ich z.b. erstmal eine neue Unternehmensstrategie an die Mitarbeiter, wenn ich das denn tun möchte, und sag so wir stellen uns jetzt wie folgt auf. Das sind unsere neuen Werte, unser neues Leitbild. Was ich idealerweise sowieso schon im Dialog mit den Mitarbeitern entwickelt habe, aber sowas ist etwas was ich erstmal senden könnte und dann die Frage stelle, nachdem ich gesendet habe, in einem Barcamp wiederum, okay was heißt das jetzt für euch, wie möchtet ihr damit umgehen. Weil es dann wieder darum geht, wie adaptieren Mitarbeiter diese, das was eben gesendet wurde für ihren Alltag, für ihre Aufgabe im Unternehmen.

Götz Müller: Jetzt hast du es vorhin angedeutet, wo du gesagt hast, wie viele Barcamps man im Jahr in Deutschland besuchen kann. Gibt's denn noch, also da reden wir über offene Veranstaltung, das heißt, ich gehe hin, ich zahle eventuell den Teilnehmerbeitrag, ich war letztes Wochenende in Karlsruhe da war es völlig umsonst. Barcamp Stuttgart, ich glaube 10 € am Tag. Das kann auch mal ein niedriger dreistelliger Bereich pro Tag sein. Was gibt's denn noch für andere Einsatzbereiche für Barcamps, die dann in der klassischen, offenen Veranstaltung ähneln.

Jan Theofel: Ja also, so wie du schon sagst, es gibt die offenen Veranstaltung zu ganz vielen verschiedenen Themenbereichen. Es gibt daneben die Möglichkeit klassische Veranstaltungsformate, die es draußen gibt, um ein Barcamp-Anteil zu bereichern. Das heißt zum Beispiel, was ich die letzten zwei Jahre durchgeführt habe, war eine Preisverleihung vom Land der Ideen. Da gab es erst den klassischen Teil, also wirklich die Preisverleihung. Was heißt das für die Teilnehmer, wie wie kommuniziert man das, wie nutzt man das für sich. Und am Nachmittag also nachher am halben Tag so zum klassischen Programm haben wir gemeinsam ein Barcamp gemacht, damit die Teilnehmer in den Austausch miteinander treten und auch sich selber noch mal vernetzen,, selber Ideen weiterspinnen gemeinsam an Projekten neue Sachen entdecken können und sich gegenseitig unterstützen. Sowas wird häufig auch im Bereich von Verbänden gemacht, die ganz klassische Tagungen haben. Wo typischerweise die Teilnehmer immer mehr solche interaktiven Elemente einfordern, weil sie merken, dass es ihnen was bringt und weil es,, glaube ich auch so eine Art Generationen-Thema ist. Also dass wir über die Online-Kommunikation und über die gesellschaftliche Entwicklung, also wenn wir diesen ganzen Bereich New Work anschauen. Da geht's ja auch immer mehr hin wir übernehmen als Mitarbeiter selbst Verantwortung. Was ist bei den Veranstaltungen übernehmen mehr Verantwortung für die Themen beim Barcamp, dass die Teilnehmer eben aus solchen Gründen mehr Interaktion einfordern und man dann eben im Rahmen zum Beispiel einer Jahrestagung ein Teil oder vielleicht perspektivisch auch eine komplette Tagung als Barcamp durchführt. Und dann gibt es eben den Punkt, der mir momentan besonders viel Freude macht, dass man sowas mit Mitarbeitern in Unternehmen macht. Manchmal mit der kompletten Belegschaft, manche mit Teilen, manchmal mit Partnern oder auch über Kooperationsverbände hinweg. Weil man dort feststellt, dass z.b. Wissens- und Erfahrungsaustausch in Unternehmen großes Thema ist. Und ich hatte gerade das Thema New Work angesprochen, man einfach sagen kann, Barcamp ist methodisch dem dem New Work zuzurechnen, das ist ganz vieles von dem, was wir in den Bereich der neuen Arbeitswelt, Arbeiten 4.0, wie immer man das nennen möchte, einfordern, was wir dort wünschen. Das steckt in einem Barcamp implementiert schon drin.

Ein Beispiel ist, dass sich ganz viele Unternehmen,, man könnte fast sagen alle Unternehmen die sich irgendwie mit so einem Thema beschäftigen, das Thema Wertschätzung ganz stark ausprägen wollen und leben wollen. Und dann stellt sich häufig die Frage,, wie kann ich denn ein Event machen wo Wertschätzung vorgelebt wird. Und ein Barcamp, kann man das von der Methode her einfach sagen, ist Wertschätzung am Teilnehmer, weil sie sind alle gleich, sie können sich alle mit ihren Themen einbringen, sie werden gehört. Ihre Themen und Anliegen werden berücksichtigt und werden gemeinsam diskutiert. Das heißt, hier habe ich etwas, was von Haus aus schon ein wertschätzendes Format ist. Was eigene Verantwortung lebt und so weiter. Deshalb wird es in Unternehmen ganz häufig auf einen setzt wenn es eben um solche Veränderungsprozesse hin zu New Work, zu neuen Arbeitsmethoden, wenn es darum geht.

Götz Müller: Jetzt hat ja jeder so seine Vorstellungen, vielleicht auch wie sieht die Vorbereitung aus. Meine große Überschrift sind ja Prozesse, Geschäftsprozesse. Es gibt irgendwo einen Prozess, wie bereite ich eine klassische Konferenz vor. Wie unterscheidet sich der Prozess – Du jetzt als Insider – wie unterscheidet sich der Prozess bei einem Barcamp? Das sind ja die Dinge, die die Teilnehmer so gar nicht sehen.

Jan Theofel: Also, wir haben ja erstmal scheinbar, und das es ein ganz wichtiger Punkt an der Stelle, scheinbar keinen Einfluss auf die Inhalte, die die Teilnehmer besprechen werden. Wir geben den groben Rahmen vor und sagen, wir wollen uns über Thema X unterhalten. Und innerhalb Thema X und auch darüberhinaus kommen dann die Themenvorschläge, die Inhalte komplett von den Teilnehmern. Und jetzt könnte man eben diesem Trugschluss aufsitzen, dass wir als Veranstalter, als Moderatoren keinen Einfluss auf die Qualität der Themen haben. Genau hier sage ich, ist es eben in der Vorbereitung ganz besonders wichtig, dass wir einen Rahmen schaffen, in dem sich die Teilnehmer wohl fühlen.

Fängt ganz banal an mit einem guten Essen, ja also das ist einfach, wenn ihr gut essen, dann fühlen wir uns wohl. Es geht darum Umgebungen zu schaffen, in denen die Teilnehmer sich üblicherweise nicht aufhalten. Also dass wir vom ganzen Setting her schon zeigen, ist es heute was anders. Dass die besonders kreativ sind, besonders einladen sind, besonders gastfreundlich sind. Und damit einfach eine positive Grundhaltung der Teilnehmer fördern. Selbiges gilt natürlich auch für die komplette Kommunikation, die wir rausgeben. Dass wir auch da immer drauf achten haben, einfach so eine positive Grundstimmung aufzubauen und zu erklären und – vielmehr nicht erklären, so wie ich es vorhin gesagt habe, sondern viel mehr spürbar zu machen, dass es eben was anderes ist. Dass die Teilnehmer sich vor allen Dingen – das ist ein ganz wichtiger Punkt – vorbereiten können.

Wir haben Barcamp-erfahrene Teilnehmer, die stehen an dem Morgen auf und sagen dann vor Ort ganz spontan, okay heute mache ich zu dem Thema. Aber natürlich gibt es Menschen, die das nicht gewohnt sind und die sagen nicht, ich will mir vielleicht mal paar Gedanken vorher machen, ich will mir vielleicht eine kleine Präsentation bauen oder so. Dass ich ihn dafür die Chance gebe. Und dann ist natürlich in der Vorbereitung immer ein Thema, womit wir durchaus konfrontiert sind, gerade bei öffentlichen Barcamps, die Fragestellung, über was für Themen wird denn gesprochen. Weil es für viele Menschen ungewohnt ist, sie gehen wohin und da gibt das Hauptthema aber es gibt keine Details. Na muss man bisschen gucken, wie geht man damit um. Ich habe manchmal – das hängt ein bisschen vom Barcamp ab – manchmal sammeln wir vorher online schon Themenvorschläge. Wo wir dann ganz klar machen, das sind nur Vorschläge wie beim Fußball, was zählt ist auf dem Platz und nicht irgendwie das Training. Wir haben manchmal eine eigene Liste über von Themen, die wir uns vorstellen könnten, die besprochen werden. Oder wenn das eben eine Wiederholung ist, wenn es zum wiederholten Mal stattfindet. Guck mal das sind z.b. Themen, die wir bei der letzten Veranstaltung mit dabei hatten. Und dann damit so ein bisschen diese Scheu nehmen von den Teilnehmern

Götz Müller: Zum Abschluss die Frage, klassische Konferenzen, Präsenzveranstaltung, wie viele Teilnehmer auch immer das im Detail zeigen sein mögen, entwickeln sich, so ich meine persönliche Wahrnehmung in den letzten ein, zwei Jahren zu sogenannten Online-Konferenzen weiter. Wo man sich also nicht mehr physich trifft, sondern eben über klassische Webinar-Technik. Dann auch eher, wie bei Konferenz eben, one-to-many also einer zu vielen. Vielleicht hinterher oder parallel noch mit einem Chat, wo man Fragen stellen kann. Hast du das Gefühl, dass sich irgendeiner Form auch Barcamps weiterentwickeln.
Vielleicht in so eine Richtung oder ganz anders.

Jan Theofel: Also eigentlich ganz anders. Weil wenn man noch mal bedenkt, wo wir eingestiegen sind vorhin, Barcamps kommen aus diesem Bereich der digitalen Welt, da sind sie entstanden.
Und genau diese Menschen, die eigentlich am besten wissen müssen, wie wir digital, virtuell miteinander kommunizieren, haben plötzlich festgestellt, dass das Persönliche, die persönliche Begegnung dadurch nicht vollständig ersetzt werden kann. Es gibt auch einen Spruch von dem – ich krieg' ihn jetzt nicht mehr ganz zusammen, aber von dem Innovation-Chef bei Google, der sagt ein physischer Ort, wo sich Menschen treffen, der ist für Kreativität und Innovation unerlässlich. Das ist etwas, was ich bei Barcamps häufig beobachte, dass Menschen hier einfach noch mal anders miteinander umgehen.

Und dass wir vor allen Dingen auch an dieser Stelle sehr, sehr – wie soll ich sagen – also manchmal sehr, sehr tiefe Einblicke gewähren. Ja ich denk da an Uwe Hauck, der beim Barcamp Stuttgart Sessions über seine Depression und seine Selbstmordversuch gemacht hat, also wirklich darüber berichtet hat. Das ist extrem intim und persönlich. Oder Unternehmen, die einen sehr, sehr offnen Einblick in ihre Geschäftsprozesse geben. Eine Teilnehmerin beim Live-Work-Camp hat z.b. mal gesagt, ich starte gerade neues Business-Modell und das sieht wie folgt aus. Und dadd hat sie das einmal dargelegt, hat es mit den Teilnehmern einmal auseinandergebaut und wieder zusammengesetzt. Also wirklich oder ganz häufig hatte ich neulich erst jetzt am Wochenende, habe ich in der Session dringesessen. Hab ich gesagt, also ich darf euch das jetzt eigentlich nicht sagen aber dann habe ich eben über was gesprochen, worüber ich eigentlich nicht sprechen dürfte. Und diese Vertraulichkeit von einem von einem physischen Ort, wo ich den Menschen in die Augen schauen kann, der ist unglaublich wertvoll. Und dann kommen wir uns A näher und B können durch diese Kreativität gegenseitig neue Dinge entstehen. Und ich sehe es momentan nicht, dass wir das schaffen, durch Technologie in ähnlicher Form in der nächsten Zeit wirklich abbilden zu können. Ich glaube, dass das die Entwicklung eher in diesem Format stattfindet. Dass wir da auch erst am verstehen sind, warum das so gut funktioniert. Also da kann man ganz viel auch schauen mit Kommunikationsmodellen, das zu erklären. Mit Spiral Dynamics oder ähnlichen.

Ich glaube, dass da innerhalb des Formats noch viel passiert und dass die Entwicklung bei Barcamps momentan eher die ist, dass es neue Themenbereiche erschließt, dass es intern in Unternehmen zu einem Standard wird. Dass ganz viele Unternehmen Kongresse, Zentrales für sich entdecken und einfach sagen, ok so wollen wir das in Zukunft machen. Und wo dann eine Weiterentwicklung, man muss ja sagen Barcamps gibt es schon seit 10 Jahren, 11 Jahre inzwischen, wo dann die Weiterentwicklung hingeht, das ist momentan für mich schwer zu sagen. Ich glaube, wir werden sie noch so die nächsten drei, vier, fünf Jahre auf sehr klassischen Barcamp-Formaten zu tun haben. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es dann eine Mischung gibt wieder mit mehr klassischen Elementen, wie gesagt, wenn ich eben Elemente habe, die ich bewusst senden möchte oder muss. Dass es für mich schon gibt mit wie Hackatons, wo mehr sehr produktiv, sehr konstruktiv an konkreten Projekten gearbeitet wird oder ähnliches. Ich glaube, da werden die Grenzen so ein bisschen zwischen den Formaten einfach verschwimmen und diese strikte Trennung, die wir heute eigentlich noch erleben, Kongress, Tagung, Konferenz, Barcamp Hackaton und ähnliches, dass die einfach ein bisschen mehr verschwimmen werden. Ich glaube da tun wir auch gut dran, wenn wir das sozusagen nicht so dogmatisch betrachten.

Götz Müller: Da schoss jetzt gerade noch ein Gedanke durch den Kopf. Heißt ja immer so schön Bürgerbeteiligung und und wie schafft vor da Interaktion, wie öffnet man da Kommunikationskanäle. Da könnte ich mir durchaus jezt vorstellen, dass auch sowas, finde ich, beginnend im Kleinen so Gemeinde-Ebene, Stadt-Ebene, darüberhinaus weiß ich jetzt nicht, aber da könnte mir vorstellen, dass auch Dinge möglich sind, die in der Vergangenheit eben nicht kannten, nicht gesehen haben, uns aber stückweit schon klar war hey da müsste doch eigentlich was geben, um diese Bürgernähe zu schaffen.

Jan Theofel: Ja, also man muss dabei ein bisschen bedenken, dass Barcamps von der Personenzahl her halt auch begrenzt sind. Also wenn ich jetzt irgendwie 1000 Leute morgens auffordere, ein gemeinsames Programm zu erstellen. Wir können also mal aufs Barcamp Stuttgart schauen, da sind wir 200, 250 Teilnehmer. Da brauchen wir morgen schon ungefähr eine Stunde, eineinhalb Stunden eher, um das Tagesprogramm zu erstellen. Das ist ein sehr zeitintensiver Prozess, der hat seine Grenzen einfach bei der Personenzahl irgendwo. So, ich weiß aber, von daher ist das ein durchaus spannender Ansatz da zu schauen, ich weiß, dass es sowas in verschiedenen Geschichten auch schon gegeben hat. Also zum Thema Open Data, wo darum geht, wie können wir offene Daten zur Verfügung stellen, die sowohl Bürger als auch Kommunen als auch Unternehmen verwenden. Ja also da haben wir Schnittstellen in die Politik und auch auf regionaler Ebene, wenn es tatsächlich, sowas wie du gesagt hast, wenn es Stadtentwicklung oder so betrifft, dass es auch da schon Formate gegeben hat. Man kann schauen, was kann man von solchen Formaten tatsächlich dann in einem solchen Bereich übernehmen. Und auch das kann eine zukünftige Entwicklung sein. Dass es sich mehr in solchen Bereich auch durchsetzt. Auch da, denke ich, zeigt unsere politische Situation gerade, dass wir eben wieder mehr mit den Menschen tun müssen und mehr die Sorgen und Nöte der Menschen anhören müssen. Damit sie sich ernst genommen fühlen. Und da könnte sowas durchaus an ein spannender Schritt in eine solche Richtung sein, wie man sowas verheiraten kann, ganz klar.

Götz Müller: Ja, da bin ich gespannt. Ich denke, das Thema, wie du es gerade angedeutet hast, wird sich entwickeln, inhaltlich, vielleicht in der Form.

Jan, ich danke dir auf jeden Fall für die Zeit. Ich guck mal hier Richtung Uhr. Wir sind schon bei fast 40 Minuten, die Zeit ist geflogen. Also ich danke dir für die Zeit, für die schönen Einblicke mit Sicherheit auch für die Zuhörer.

Jan Theofel: Sehr gerne und ich würde einfach zum Abschluss die Zuhörer einfach einladen. Es gibt eine Webseite www.barcamp-liste.de, da sind alle öffentlich zugänglichen Barcamps in Deutschland aufgelistet. Einfach mal schauen, wo ist in der Nähe oder thematisch, etwas was mich persönlich anspricht. Einfach teilnehmen, einfach ausprobieren, es wird ziemlich sicher eine unvergessliche, positive Erfahrung werden.

Götz Müller: Genau, das kann ich nur bestätigen. Das werde ich auch in die Notizen reinnehmen. Bis spätestens September in Stuttgart Barcamp.

Jan Theofel: Alles Gute, tschüss.

Götz Müller: Das war die heutige Episode im Gespräch mit Jan Theofel zum Thema Barcamps. Notiz mit Links zur Episode finden Sie auf meiner Website unter dem Stichwort 079. Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, freue ich mich über Ihre Bewertung bei iTunes.

Ich bin Götz Müller und das war Kaizen to go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder zu lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

Hinweis: Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, die beleidigend sind oder nicht zum Thema gehören.