Warum Lernen ein Prozess ist und man auch als Lean Berater nie ausgelernt hat

Lernen

Die Welt da draußen bleibt nicht stehen und die Welt der Wirtschaft und Unternehmen entwickelt sich laufend fort. Das gilt nicht nur für die fachlichen Themen in den Geschäftsprozessen bzgl. der Wertschöpfung, Führung und den unterstützenden Tätigkeiten, sondern auch für die Meta-Ebene im Bereich der Verbesserung der Geschäftsprozesse mittels Lean Management, KVP & Co.

Auf dem Lean Event im deutschsprachigen Raum, dem zweitägigen Lean Around the Clock (LATC) letzte Woche in Mannheim wurde das (mal wieder) besonders deutlich. Nicht nur durch das breit gefächerte Themenspektrum, sondern auch durch die Gespräche mit anderen Teilnehmern am Rande war es möglich, Einblick in spezielle Branchen und deren Umgang mit Lean Management zu erhalten.

Aber auch für vergleichsweise traditionelle Branchen war besonders wertvoller Aspekt der Vorträge war immer wieder, dass die Referenten kein Schaulaufen übten, sondern auch von den Herausforderungen berichtet hatten und von Situationen, in denen die Lean Bestrebungen auch mal in Sackgassen liefen und eine Umkehr oder Neuausrichtung notwendig war.

So heißt es zwar immer etwas platt, dass man auch oder nur durch Fehler lernen kann, aber man muss nicht jeden „Fehler“ selbst machen, sondern kann auch aus den Erfahrungen anderer Lernen.

Die schon genannten Erfahrungen aus anderen Branchen sind ebenfalls besonders wertvoll, wenn man diese mit dem eigenen Horizont abgleicht und reflektiert, was sich davon ins eigene Umfeld transferieren lässt.

Andererseits war es auch gut zu hören, dass es im Grunde immer wieder vergleichbare Themen sind, die im Rahmen von Lean Einführungen oder Weiterentwicklungen auftreten. Egal, ob es um die Einbeziehung der Mitarbeiter an der Basis geht oder um die durchgängige Präsenz des Lean Gedankenguts auf allen Führungsebenen.

„Aus Niederlagen lernt man leicht. Schwieriger ist es, aus Siegen zu lernen.“

– Gustav Stresemann

Einmal mehr wurde auf dem LATC deutlich, welche unterschiedlichen Kulturen in verschiedenen Branchen existieren, die besondere Herausforderungen für Lean Management darstellen. Manchmal erscheinen sie wie unüberwindliche Hürden oder Berge, können aber bei richtigem Umgang damit sogar förderlich sein, wenn mögliche Widerstände nicht einfach beiseitegewischt werden, sondern auf die Bedenken der Beteiligten eingegangen wird und vorhandene Gemeinsamkeiten und Spezifika herausgearbeitet werden.

Hier kommt mir die Metapher einer natürlichen Geburt vs. einem Kaiserschnitt in den Sinn. Natürlich ist eine Geburt per Kaiserschnitt in der Regel schneller als die natürliche Geburt. Trotzdem heißt es, dass gerade der „Engpass“ der natürlichen Geburt sowohl für Mutter als auch das Kind im späteren Verlauf erhebliche Vorteile hat.

Ein weiteres schönes Element des LATC waren auch die Startup-Pitches aus dem weiten Feld der Industrie 4.0, die ebenfalls aufgezeigt haben, dass sich die Optimierung von Geschäftsprozessen selbst weiterentwickelt und trotzdem bewährte Methoden und Werkzeuge des Lean Management bishin zu den kulturellen und humanistischen nicht plötzlich veralten, sondern weiter ihre Dasseinsberechtigungen haben und neue Symbiosen entstehen können, wenn man die beiden „Welten“ miteinander vereint.

In den nächsten Wochen werden sich hoffentlich einige neue Podcast-Episoden aus den Kontakten und Gesprächen ergeben, die Sie hier finden werden.

Frage: Welche Impulse zur Weiterentwicklung des Lean Management nutzen Sie in Ihrem Unternehmen? Wo brächte ein Blick über den Tellerrand neue Erkenntnisse? Was könnten Sie für andere mitbringen?

Sie können einen Kommentar hinter­lassen, indem Sie hier klicken.

Jetzt eintragen und Artikel zukünftig per eMail erhalten.

Hinweis: Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, die beleidigend sind oder nicht zum Thema gehören.