Warum schriftliche Arbeitsanweisungen ein Fehler sind

Arbeitsanweisungen

Schriftliche Arbeitsanweisungen und Dokumentationen zur Vorgehensweise sind ein weit verbreiteter Lösungsansatz, um die Art und Weise auszuführender Tätigkeiten zu vermitteln. Sie sind allerdings alles andere als „lean“, weil sie sich nur am „Hersteller“ (der begleitenden Informationen) orientieren aber die ausführende Person als „Kunde“ und deren individuelle Bedürfnisse in der Regel völlig ignorieren.

Aus dem kommunikativen Blickwinkel betrachtet verstoßen schriftliche Arbeitsanweisung ebenfalls gegen so ziemlich alle didaktischen Erkenntnisse, wie Informationen und Fähigkeiten zielgruppenorientiert vermittelt werden sollten.

Ein Grund für dieses „Versagen“ ist oft auch der Fluch des Wissenden, der viel zu sehr von sich selbst in dieser Position ausgeht und dabei ignoriert, dass der einzige Ansatzpunkt zur Verbesserung die Veränderung an Form und Inhalt der bisher gewählten Kommunikation ist.

Im Neuro-Linguistischen-Programmieren gibt es dazu die Vorannahmen, dass der Wert der Kommunikation in der Reaktion des Empfängers liegt und dass man die Vorgehensweise verändern muss, wenn nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.

Der bei weitem bessere Ansatz ist es, eine Tätigkeit vorzuführen und es danach nachmachen zu lassen. In diesem Fall kann sowohl überprüft, ob die Kommunikation in geeigneter Form stattgefunden hat bzw. das notwendige Verständnis für die Tätigkeit erreicht wurde.

Dieser Weg berücksichtigt dann auch das zentrale didaktische Grundprinzip und definiert auch klar die entsprechende Verantwortlichkeit: Wenn der Schüler nicht gelernt hat, hat der Lehrer nicht gelehrt.

„Die beste Anweisung ist eine, die mit möglichst wenigen Worten auskommt.“

– Maria Montessori

Dieses Verständnis liegt auch den Job Instructions – Arbeitsanweisungen – zugrunde, wie diese in der zentrales Säule des Trainings Within Industry, den Job Instruction Trainings vermittelt werden.

Inhaltlich und formal kommt das auch im Umgang mit den Arbeitsaufschlüsselungen zum Ausdruck. Diese dienen nur der unterweisenden Person als Gedankenstütze nach der intensiven Vorbereitung anhand der Fragen WAS, WIE und WARUM. Sie werden nicht der unterwiesenen Person gezeigt und zum Selbststudium überlassen.

Erst das Vorführung einer Tätigkeit, begleitet von den Antworten auf die WAS, WIE und WARUM-Fragen, und das anschließende Nachmachen der Tätigkeit, das zusätzlich von der Wiederholung der Antworten begleitet wird, stellt beim Ausbilder sicher, dass er wirklich erkennt, ob der Lernende wirklich die Tätigkeit in Gänze durchdrungen und die Unterweisung das gewünschte Ergebnis gebracht hat.

Die Kontrolle dessen dient nicht primär der Kontrolle des Unterwiesenen, sondern der Kontrolle der Effektivität der Unterweisung durch den Ausbilder. Dieses veränderte Verständnis der Kontrolle hatte ich bereits in einem früheren Artikel dargestellt.

Bei der schriftlichen Arbeitsanweisung dagegen fehlt dieser Aspekt völlig und kann nur durch zusätzliche Kontrolle gelöst werden, die in der Regel für den Unterwiesenen und den Autor der Arbeitsanweisung in keinem erkennbaren Zusammenhang steht, was dann die typischen negativen Effekte der Kontrolle nach sich zieht.

Bei den Job Instructions als Element des Training Within Industry steht dagegen die Unterweisung mit eingebauter Wirksamkeitskontrolle im Vordergrund und unterstützt damit in positiver Weise beide Seiten.

Wenn Sie wissen möchten, wie das Job Instruction Training in Ihrem Verantwortungsbereich die Arbeitsunterweisungen aufwerten kann, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über dieses Formular auf oder greifen Sie einfach zum Telefon und rufen Sie mich unter 0171-7342717 an.

Falls die Umstände für Sie aktuell eine Kontaktaufnahme verhindern, legen Sie sich doch eine Wiedervorlage an.

Frage: Welche Rolle spielen schriftliche Arbeitsanweisungen in Ihrem Wirkungsbereich? Welche Wirkung wird damit erzielte? Wo nehmen Sie noch Verbesserungspotenzial wahr?

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