Was die Industrie vom Handwerk lernen kann

Handwerk

Oft heißt es, das Handwerk hätte sich überholt und würde die Digitalisierung verpassen. Dabei nehme ich mich selbst nicht völlig von manchen Ansichten in dieser Richtung aus.

Andererseits nehme ich bei meiner Beratungstätigkeit im Handwerksumfeld auch einige Aspekte wahr, die das Handwerk in positiver Weise auszeichnen und von denen andere Branchen und Unternehmensbereiche etwas lernen können.

In diesem Artikel will ich besonders auf das Thema der handwerklichen Ausbildung eingehen und was diese in meinen Augen besonders macht.

Da ist einmal die Notwendigkeit die Ausbildung sehr praktisch durchzuführen und dies parallel zur gewöhnlichen Geschäftstätigkeit durchzuführen. Auszubildende beginnen praktisch vom ersten Tag an, bei der Wertschöpfung in den Betrieben und auf den Baustellen mitzuwirken. Außer vom Blockunterricht an Berufsschulen abgesehen (den ich damit nicht schmälern will), ist die Ausbildung sehr praktisch gestaltet (wenn ich das mal mit meinem Ingenieursstudium vergleiche ;-)

Von ihrem Status als Auszubildende her, besteht dabei auch bei allen Beteiligten das notwendige Bewusstsein, dass sich sich noch in einer Lernphase befinden. Wenn ich da an den Beginn meiner eigenen beruflichen Laufbahn zurückdenke, war da ein krasser Bruch zwischen dem Studium (der Lernphase) und dem Berufsleben zu spüren.

Gleichzeitig finde ich, dass das zugrundeliegende Potenzial dieser Ausbildungsform in vielen vergleichbaren Situationen (Weiterbildungen, fachfremde und ungelernte Arbeitskräfte) bei weitem nicht mehr in dem Maß ausgeschöpft wird, wie es während der Erstausbildung der Fall ist.

Wenn ich über den Grund spekuliere, kommt mir als erster in den Sinn, dass – in meinen Augen irrtümlicherweise – die Lernphase später nicht (mehr) ausreichend gewertschätzt wird – von allen Beteiligten.

„Man wird bei jedem Handwerk und Gewerbe finden, dass derjenige, welcher so mäßig arbeitet, dass er beständig arbeiten kann, nicht nur seine Gesundheit am längsten behält, sondern auch das Jahr über wirklich die größte Quantität Arbeit liefert.“

– Adam Smith

Eine Ausnahme von dieser Regel besteht typischerweise nur in den Unternehmen, die sich konsequent den Ansätzen des Lean Managements verschrieben haben und das Modellieren, was Toyota ihnen vorlebt. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass Toyota selbst aus einer handwerklich geprägten Region Japans stammt und die Gründerfamilie mit der Herstellung von Webstühlen darüberhinaus Kunden aus dem Handwerk hatte.

In meinen Augen hat auch Training Within Industry mit seinem starken direkten Fokus auf die Entwicklung von Führungskräften unterhalb der Meisterebene einen großen Einfluss darauf gehabt. Darüberhinaus haben gerade auch die Job Instructions als zentralem Element des TWI genau diesen Qualifizierungsfokus, der beispielsweise auch in der eingesetzten Qualifizierungsmatrix zu Ausdruck kommt, die wiederum sehr praktisch orientiert die Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten der Mitarbeiter wiederspiegt und vor Ort im Arbeitsumfeld gepflegt wird, statt in einer Personal- oder Weiterbildungsabteilung, die nicht selten kaum einen Bezug zu den Bedürfnissen in den Wertschöpfungsbereichen haben.

Sowohl die Job-Trainingsmodule des TWI als auch der resultierende Einsatz der erworbenen Fähigkeiten der Führungskräfte und deren resultierende Weiterentwicklung ist sowohl für die Industrie als auch für das Handwerk eine echte Chance, dem Fachkräftemangel durch die demografischen Veränderungen zu begegnen. Dies gilt sowohl für die praktische Arbeit innerhalb des Wertstroms als auch für die Verbesserung desselben und eine menschenorientierte Gestaltung der Arbeitsbeziehungen.

Wenn Sie wissen möchten, wie Training Within Industry in Ihrem Verantwortungsbereich zum Einsatz kommen könnte, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über dieses Formular auf oder greifen Sie einfach zum Telefon und rufen Sie mich unter 0171-7342717 an.

Falls die Umstände für Sie aktuell eine Kontaktaufnahme verhindern, legen Sie sich doch eine Wiedervorlage an.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum.

Frage: Wo schauen Sie über den Tellerrand Ihrer Branche hinaus? Was lässt sich aus ganz anderen Bereichen auf Ihr Arbeitsumfeld übertragen? Welchen Nutzen könnten Sie (und Ihre Kunden) daraus ziehen?

Sie können einen Kommentar hinter­lassen, indem Sie hier klicken.

Jetzt eintragen und Artikel zukünftig per eMail erhalten.

Hinweis: Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, die beleidigend sind oder nicht zum Thema gehören.