Denkanstöße
In den Blog-Artikeln finden Sie regelmäßige Denkanstöße für das weite Feld der Verschwendungsvermeidung und deren Umfeld in unternehmerischen, betrieblichen, organisatorischen und privaten Bereichen. Mal aus der Sicht des Beraters, mal aus der Sicht des Beobachters und manchmal auch des Betroffenen.
Warnung: Nicht unbedingt immer ganz ernst gemeint :-)
Die Denkanstöße sollen Lean-interessierten Menschen unabhängig von ihrer Rolle im Unternehmen (Führungskraft, Fachkraft, auf allen Ebenen der Hierarchie) regelmäßige Impulse für den wichtigen Anteil der Verbesserungsarbeit im Tagesgeschäft bieten. Um die eigenen Beiträge zur Verbesserung zu reflektieren und andere zur Mitwirkung anzuregen. Um damit gemeinsam die Wertschöpfung für die Kunden und die Arbeitswelt für alle zu optimieren.
Hier finden Sie ein paar thematisch gefilterte Listen von Artikeln.
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Lean lebt von der Idee, aus dem Beobachtbaren zu lernen und daraus bessere Entscheidungen im operativen Alltag abzuleiten. Oft beginnt dieser Lernprozess mit Modelling, letztlich ist Lean selbst auf diese Weise durch Beobachtungen bei Toyota entstanden, ebenso wie Mike Rothers Toyota Kata. Erfolgreiche Linien, reibungslose Schichten oder scheinbar mühelos agierende Führungskräfte werden beobachtet, verglichen und nachgebaut. Das ist naheliegend und oft auch wirksam. Gleichzeitig liegt genau hier eine subtile Gefahr, die erst auf den zweiten Blick sichtbar wird.
Fragen, die Sie sich im Anschluss stellen können: Welche Vorgehensweisen gelten in Ihrem Bereich als erfolgreich, ohne dass klar ist, warum sie funktionieren? Wo werden Methoden angewendet, deren zugrunde liegende Prinzipien kaum noch bewusst sind? Was würde sich verändern, wenn nicht das Vorgehen, sondern das Denken dahinter zum eigentlichen Standard würde?

Lean wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Zu widersprüchlich, um im anspruchsvollen Umfeld von Produktion und Operations dauerhaft zu bestehen. Und genau deshalb lohnt es sich, diesen Widersprüchen nicht auszuweichen, sondern sie ernst zu nehmen. Lean fordert Reduktion und verspricht gleichzeitig Leistungssteigerung. Es propagiert Standards und spricht von Freiheit. Es verlangt Stabilität und setzt auf permanente Veränderung. All das klingt nach einem Konzept, das sich selbst widerspricht. Dennoch wird Lean seit Jahrzehnten angewendet, weiterentwickelt und verteidigt. Nicht trotz seiner Paradoxien, sondern wegen ihnen.
Fragen, die Sie sich im Anschluss stellen können: Wo wird aktuell versucht, Widersprüche aufzulösen, statt sie bewusst zu gestalten? Welche Paradoxien prägen den Alltag in Ihrem Verantwortungsbereich am stärksten? Was würde sich verändern, wenn diese Spannungen nicht als Problem, sondern als Gestaltungsraum verstanden würden?

Lean scheitert selten an Methoden, sondern erstaunlich oft an etwas viel Alltäglicherem. Genau dort setzt dieser Artikel an und knüpft bewusst an frühere Überlegungen zu Prozessen und Gewohnheiten an.[1][2][3] Lean wird gerne als System beschrieben, manchmal auch als Philosophie. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder ein anderer Charakter. Lean ist vor allem eine […]

Warum ambitionierte Ziele oft mehr schaden als nutzen, wird im Alltag selten hinterfragt.
🎯 Ziele erzeugen Klarheit, aber auch Druck und starre Erwartungen.
🔄 Ergebnisse reagieren auf Realität und liefern wertvolles Feedback.
🛠️ Gute Systeme ersetzen Durchhalten durch Gestaltung.
Stabilität entsteht nicht durch mehr Disziplin, sondern durch bessere Passung.
Fragen, die Sie sich im Anschluss stellen können:
• Welche Ergebnisse sollen im eigenen Verantwortungsbereich tatsächlich stabil entstehen?
• Welche Reibung wird derzeit noch als normal hingenommen?
• Was müsste sich im System ändern, damit genau diese Reibung überflüssig wird?

Der Jahresanfang ist traditionell die Zeit der Vorsätze.
Mehr Effizienz. Bessere Prozesse. Weniger Reibung. Mehr Wirkung.
Und genauso traditionell folgt wenige Wochen später die Ernüchterung.
Die KVP-Offensive nach der letzten Reorganisation wird nicht mehr erwähnt.
Das Lean-Programm taucht in den Regelterminen nicht mehr auf.
Der Alltag gewinnt. Das Alte setzt sich wieder durch.
Das liegt nicht an mangelndem Willen.
Und auch nicht an fehlender Disziplin.

Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaft – doch nicht immer so, wie erhofft.
💡 Viele Projekte starten mit Technologie, nicht mit einem klaren Problem.
⚙️ Lean-Prinzipien können dafür sorgen, dass KI nicht zur Spielerei, sondern zum Verstärker echter Wertschöpfung wird.
🔍 Produktivität entsteht erst, wenn Technik, Struktur und Sinn in Einklang kommen.

Manche Bilder bleiben hängen, weil sie unangenehm treffend sind. Der Gedanke an einen Zoo gehört dazu. Viele verschiedene Tiere auf engem Raum, jedes mit eigenem Rhythmus, eigenen Bedürfnissen und eigenem Verhalten. Ordnung von außen, Bewegung von innen, aber selten ein gemeinsamer Zweck, der für die Tiere selbst Sinn ergibt. Genau dieses Bild drängt sich auf, wenn über Lean gesprochen wird und gleichzeitig Überlastung, Reibung und Frustration spürbar sind.

Die Diskussion um vermeintlich hocheffiziente Verbrenner dürfte kaum jemand entgangen sein und war letztlich in seiner Krönung auf der Bundespressekonferenz[1] der Auslöser für diesen Artikel (man kann also durchaus auch aus Unsinn einen Nutzen ziehen ;-)

… spätestens an der Kasse staut es sich.
Spaß beiseite, immer mal wieder bewegt mich die Frage, warum bestimmte Konzepte in Produktionsumgebungen als selbstverständlich gelten, obwohl ihr Nutzen häufig überschätzt wird. Ein Supermarkt gehört tw. auch in diese Kategorie. Dann taucht bspw. die Aussage auf, er erzeuge Flow. Das klingt attraktiv, denn Flow ist das Idealbild flüssiger Abläufe ohne unnötige Verzögerungen.

Relevanz entsteht überall dort, wo Lean nicht nur angewendet wird, sondern Wirkung zeigt.
🌱 Eine Form des Lernens, die sich nicht im Beobachten erschöpft, sondern im Tun entfaltet.
🧭 Ein Vorgehen, das Orientierung bietet, ohne den eigenen Weg vorzugeben.
⚙️ Ein Prozessverständnis, das Klarheit schafft und Mut erzeugt, gezielt zu gestalten.
Fragen, die Sie sich nach dem Lesen des Artikels (Link s.u.) stellen können:
• Wie bewusst wird in Ihrem Verantwortungsbereich entschieden, was wirklich gelernt werden soll?
• Wie sichtbar ist der Unterschied zwischen passivem Erleben und aktivem Gestalten?
• Wie würde sich Ihre Organisation verändern, wenn aktives Lernen zur täglichen Routine wird?
Kommentieren Sie gerne mit Ihren Antworten.