Kaizen 2 go 122 : Digitale Prozesse im Handwerk


 

Inhalt der Episode

  • Warum sollten sich Handwerksbetriebe, die Inhaber, Führungskräfte und Mitarbeiter mit dem Thema Geschäftsprozesse und Digitalisierung beschäftigen?
  • Was sind die besonderen Herausforderungen für Handwerksbetriebe bzgl. Geschäftsprozessen und deren Digitalisierung?
  • Was kommt zuerst, die Einführung von Prozessmanagement oder gleich die Digitalisierung?
  • Welche Prozesse in Handwerksbetrieben bieten sich besonders für die Digitalisierung an?
  • Welche Rolle spielt der Inhaber bei der Digitalisierung, welche die Mitarbeiter?
  • Wo und wie sollte ein Handwerksbetrieb bzw. dessen Inhaber starten, wenn er sich mit dem Thema beschäftigen will?

Notizen zur Episode


Mitmachen?

Wenn Sie selbst ein interessantes Thema für eine Episode im Umfeld von Geschäftsprozessen haben, können Sie mir das auf dieser Seite mit Vorbereitungsfragen vorschlagen.

Ich freue mich darauf!

Ihnen hat der Inhalt gefallen? Dann bewerten Sie die Episode bitte bei iTunes.
Jetzt eintragen und Artikel zukünftig per eMail erhalten.

(Teil)automatisiertes Transkript

Episode 122 – Digitale Prozesse im Handwerk

Herzlich willkommen zu dem Podcast für Lean Interessierte, die in ihren Organisationen die kontinuierliche Verbesserung der Geschäftsprozesse und Abläufe anstreben, um Nutzen zu steigern, Ressourcen-Verbrauch zu reduzieren und damit Freiräume für echte Wertschöpfung zu schaffen. Für mehr Erfolg durch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, höhere Produktivität durch mehr Effektivität und Effizienz. An den Maschinen, im Außendienst, in den Büros bis zur Chefetage.

Götz Müller: Heute habe ich Christian Hürter bei mir im Podcast-Gespräch. Er ist Mitgründer und Co-Geschäftsführer der ZIP Software GmbH, beschäftigt sich dort mit Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Handwerk. Hallo, Herr Hürter.

Christian Hürter: Hallo, Herr Müller.

Götz Müller: Schön, dass das jetzt, nach unserem ersten Kontakt, der ja schon einige Zeit zurückliegt, so ganz schnell geklappt hat. Ich habe schon ein Stichwort zu ihnen gesagt. Sagen Sie mal noch zwei-drei Sätze mehr, so ein bisschen, wo Sie herkommen, was Sie gerade aktuell machen.

Christian Hürter: Gerne. Also, hallo zusammen. Mein Name ist Christian Hürter. Ich bin vierzig Jahre alt und Malergeselle, seit sechzehn Jahren Fachmann und ich würde sagen, vielleicht sogar Triebfeder, für schlanke Prozesse. Ich habe zuerst fünf Jahre in der Automobilindustrie gearbeitet und da bei einem Automobilhersteller mitgeholfen, Produktion und Entwicklung schlank auszurichten. Danach war ich zehn Jahre für einen großen Handwerksbetrieb beschäftigt und verantwortlich für Prozesssteuerung Baustelle, also sehr operativ und außerdem für Weiterbildung der gewerblichen Mitarbeiter und eben zunehmend auch für Digitalisierung. Im Januar dieses Jahres, also 2018, haben der Johannes Jetter und ich die ZIP Software GmbH gegründet. Das Ziel war, digitale Werkzeuge und Technologien für kleine Betriebe nutzbar zu machen, weil die bisher eben nur großen Betrieben zur Verfügung stehen. Außerdem gebe ich mein Wissen und meine Erfahrung auch so gerne weiter, als Lehrer an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart und ich habe noch einen weiteren, ehrenamtlichen Job. Ich bin im Meisterprüfungsausschuss Maler und Lackierer der Region Stuttgart für die Handwerkskammer tätig.

Götz Müller: Ja, insofern fand ich das jetzt gerade spannend. Dieser Bogen vom Malergesellen zum Hochschuldozent und Sie haben es ja gerade erwähnt, großer Handwerksbetrieb, und jetzt im Grunde, ich sage es mal so ein bisschen flapsig, zurück zu den Wurzeln. Vielleicht zum Einstieg mal die Frage: Warum sollten sich Handwerksbetriebe, speziell dann eben deren Inhaber, Führungskräfte soweit sie sich so verstehen, aber natürlich auch die Mitarbeiter mit dem Thema Geschäftsprozesse und dann ganz speziell mit Digitalisierung beschäftigen?

Christian Hürter: Ja, das sind ja zwei, ja große Schlagworte. Vielleicht kurz, wenn ich meine Meinung kurz noch mal zu dem Thema sagen darf, also Geschäftsprozesse oder Geschäftsprozessmanagement, ich bin ja, ich komme ja aus dieser Lean-Szene, also irgendwie alles Management à la Toyota, und wenn man das mal auf den Punkt bringt, da geht es um das Denken und Handeln im Bewusstsein dessen, was für den Kunden wertvoll ist. Also nicht für die Kunden, sondern für den Kunden, der mir gerade gegenüber ist oder für den ich gerade ein Produkt mache oder für den ich gerade eine Wand streiche, wertvoll ist. Und ich bin der Meinung, dass erfolgreiche Unternehmer diese Art von Geschäftsprozessmanagement ganz von alleine machen. Gerade hier in Baden-Württemberg ist das so ein bisschen DNA, also irgendwie in den Genen. Und sich mit Geschäftsprozessen zu beschäftigen ist für mich daher gar keine Frage des ob, sondern nur eine Frage des wie. Bei Digitalisierung ist auch wieder so ein kritisches Wort, da sehe ich es aber anders als Geschäftsprozessmanagement. Das ist uns nicht allen irgendwie mit der Muttermilch mitgegeben, sondern Technologie befähigt Menschen, erfolgreich zu sein, ist also eher so eine Unterstützung. Technologie ist damit kein Selbstzweck, ist also nicht grundsätzlich mal erforderlich oder ist auch nicht irgendwie gut oder schlecht, ist also neutral. Manchmal auch kontraproduktiv, es gibt also viele Beispiele, wo uns die blöde Kiste von der Arbeit abhält. Manchmal auch total hilfreich. Und ich denke, da muss man dann ganz genau differenzieren, ob eben für einen bestimmten Geschäftsprozess Digitalisierung sinnvoll ist. Kurz gesagt, mit Geschäftsprozessen sollten sich Handwerksbetriebe beschäftigen, weil sie sich immer schon damit beschäftigen, weil sie sich immer schon damit beschäftigt haben sollten. Es entscheidet einfach über den Erfolg. Und mit Digitalisierung sollte man sich sehr selektiv beschäftigen, um eben bei bestimmten Dingen einfach noch mal mehr rauszuholen.

Götz Müller: Jetzt glaube ich, für unser Gespräch können wir mal voraussetzen, dass es sinnvoll ist, sich damit zu beschäftigen und natürlich dann auch die Frage stellen, was passiert denn, was könnte passieren, wenn ich den Einstieg verpasse. Speziell natürlich, was die Digitalisierung angeht. Bei Geschäftsprozessen gehe ich völlig d’accord mit Ihnen.

Christian Hürter: Ja, also wenn ich einen Trend verschlafe oder mich selber oder meine Mitarbeiter nicht auf neue Möglichkeiten einstelle, ich würde es jetzt relativ schwarz-weiß sagen, wenn ich Prozesse falsch oder ineffizient mache, werde ich abgehängt. Und zwar heute oder morgen. Der Wettbewerb schläft nicht und es ist unsere heilige Pflicht als Unternehmer jeden Tag zu gucken, was kann ich nutzen und der Unterschied zum Wettbewerber ist nicht so groß, wie es manchmal scheint.

Götz Müller: Jetzt haben Handwerksbetriebe, glaube ich, sicherlich eine besondere Herausforderung, zum Teil durchaus, glaube ich, was Geschäftsprozesse angeht, aber dann ganz speziell, was die Digitalisierung angeht. Was ist Ihrer Ansicht nach, Sie kennen das, Sie haben es vorhin gesagt, zehn Jahre in einem großen Betrieb haben Sie Erfahrung, was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Herausforderungen?

Christian Hürter: Da gibt es viele. Also ich habe ein Thema, das mich schon immer umtreibt und das mir immer wieder in unterschiedlichen Formen aufgekommen ist. Nämlich ist das das Thema Verbesserung und zwar speziell, Verbesserung zu einem Bestandteil des Alltags zu machen. So eine Verbesserung von Geschäftsprozessen im Hauruck-Verfahren gelingt mal mehr, mal weniger, aber das kriegt man hin. Die eigentliche Kunst, meine ich, besteht darin, beständig zu sein. Ich mache es mal ganz konkret. Die Frage, die sich jeder stellen muss, wir uns auch jeden Tag, Herr Müller, Sie und ich, wie viel Zeit verbringen wir mit Training, in Prozent. Ist es eine Stunde, ist es der halbe Tag? Also wie viel Zeit investieren wir in unsere Körper- und geistige Pflege sozusagen? Bei Handwerkern, da habe ich leider eine sehr krasse Erfahrung gemacht, da ist das gerne mal ein Prozent oder weniger. Gehen wir mal von zweihundertzehn Arbeitstagen aus, bei Handwerkern sind es gern auch mal zweihundertfünfzig, wie viel Tage sind denn unsere Jungs beschäftigt? Also mir geht es nicht nur um das Training im Klassenraum, sondern wie viel Zeit beschäftigen sich unsere Kolleginnen und Kollegen auf der Baustelle sich damit, wie sie besser werden können? Mit der Reflexion, was haben Sie jetzt hier gemacht, ist das jetzt gut oder schlecht gelaufen, wie würde ich es beim nächsten Mal machen? Und da sind zwei Tage schon teilweise hochgegriffen. Also im Handwerk leider ganz heftige, substantielle Kritik, da liegen wir eigentlich unter einem Prozent. Wenn Sie oder jetzt die Zuhörer da andere Erfahrungen haben, her damit, aber ich habe noch einen Vergleichswert mit Industriebetrieben. Die besten Industriebetriebe in Deutschland liegen bei zehn Prozent. Das ist schon das zehn- oder zwanzigfache und ganz heftig wird es natürlich, wenn wir uns angucken, dort wo Exzellenz enorm hoch ist, gehen wir mal in den Sport, da haben wir das, ein Fußballspieler, der spielt zweimal in der Woche, wenn es gut läuft neunzig Minuten auf einem Platz und trainiert den Rest der Woche irgendwie den ganzen Tag. Das ist ein Extrem, aber ich denke, wir schaffen es nicht, Verbesserung zum Bestandteil des Alltags zu machen und ich denke, das ist die Kernherausforderung. Nicht nur einen Prozess starten, sondern durchhalten. Und damit meine ich, wie gesagt, nicht im Besprechungsraum, sondern auch eine Erfahrung bei dem großen Handwerksbetrieb, bei dem ich war, bei dem ich sehr viel lernen durfte, dort wurden die Trainings direkt auf der Baustelle gemacht. Also am lebenden Objekt. Und da geht es auch nicht nur jetzt irgendwie um bestimmtes Wissen, sondern auch im Fertigkeiten oder Einstellungen und wir haben beispielsweise ein Konzept entwickelt und das auch umgesetzt, über viele Jahre, dann 2009, das hieß Baustellencamps und da ging es darum, dass wir im Grunde, die Baustelle in der Baustelle machen, also Training und zwar richtiges Baustellentraining systematisch in den Alltag einfließen lassen. Und das auch nicht nur bei den Führungskräften, sondern mit Gesellen, Azubis und so weiter. Also ich denke, egal ob jetzt Prozessmanagement oder Digitalisierung, Verbesserung muss Bestandteil des Alltags werden, und da vielleicht noch mal ein kritischer Seitenhieb auf das Thema Digitalisierung, denn da muss man einfach ganz genau gucken, was nutzt und was nutzt nicht. Große und komplizierte Software beispielsweise, ich will jetzt keine Namen von irgendwelchen Produkten nennen, aber Sie wissen, was ich da meine und Sie kennen solche Software bestimmt, die sind eher ein Hemmschuh für Digitalisierung und Prozessoptimierung, wenn Sie verhindern, dass wir Dinge schnell und einfach im Alltag verändern können. Also wir sollten die Dinge so auslegen, dass wir sie morgen einreißen und wieder etwas Besseres bauen können. Und das meine ich mit Verbesserung zum Bestandteil des Alltags werden lassen.

Götz Müller: Ich denke, speziell, wenn man das Handwerksthema mal noch ein bisschen weiter verdichtet, nämlich auf das Bauhandwerk, dann kommt ja für mich, ich würde sagen, fast die größte Herausforderung dazu, dass ich nicht diese stabile Lokation habe, dass ich halt nicht die Werkshalle habe, wo man dann zum Beispiel um ein Shopfloor-Board rumstehen kann, eine Viertelstunde morgens und sagen: „Okay, was liegt an heute?“, sondern ich bin heute hier, morgen dort und auch die Teams sind ja extrem volatil, also sprich, setzen sich immer unterschiedlich zusammen.

Christian Hürter: Ja, das stimmt. Also, ich denke, das zeigt auch, wie groß die Herausforderung für unsere Frauen und Männer … ich bin halt jetzt mit Leib und Seele auf der Baustelle unterwegs, aber Sie haben natürlich recht, das ist so fünfzig Prozent des Handwerks, gibt ja noch diese anderen wertvollen Sparten und dann haben wir natürlich auch noch sehr herausfordernde kleine und mittlere Industriebetriebe und so weiter. Die Frage ist, wenn ich nicht jeden Tag, wie Sie sagen, nicht jeden Tag vor der Kennzahlentafel stehe und nicht jeden Tag von meinem Chef eine kluge Frage zur Produktivität gestellt bekomme, wie schaffe ich es, eigenverantwortlich auf meiner Baustelle in Buxtehude, fünfhundert Kilometer von meinem eigentlichen Standort entfernt, ja das Thema Verbesserung aufrecht zu erhalten. Das ist eine große Herausforderung und die Erfolgreichen schaffen das, haben Disziplin oder haben Systeme und die weniger Erfolgreichen … ich bin da, das sind Erfahrungswerte, die ich sammeln konnte, es mag unterschiedlich sein, aber wenn du es nicht schaffst, dich aufzurappeln und täglich zu gucken „Reicht das oder was muss ich morgen besser machen?“, dann werde ich abgehängt.

Götz Müller: Genau. So, jetzt haben wir ja, und das ist auch ein Punkt, den ich an anderer Stelle auch mit anderen Gesprächspartnern schon diskutiert habe, deshalb bin ich da auf Ihre Meinung gespannt, jetzt haben wir ja auch so ein bisschen ein Henne-Ei-Problem. Einerseits Prozessmanagement, andererseits Digitalisierung. Da gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten, was kommt zuerst? Wie sehen Sie das Thema?

Christian Hürter: Na, also. Fällt mir schwer. ich glaube, es ist … linksrum oder rechtsrum kann man den Weg gehen. Ich habe in meiner Vergangenheit auch nicht immer den richtigen Einstieg gewählt, also ich bin da nicht immer perfekt gewesen, aber unter dem Strich ist es, glaube ich, wichtig, dass man einen Einstieg findet, egal wo. Vielleicht muss man auch einfach die nächste Gelegenheit ergreifen und dann einfach dranbleiben und wo ich Erfahrung habe und was mich immer wieder begeistert, ist, welchen Grad an Perfektion man erreichen kann, wenn man an den Themen dranbleibt. Deswegen, die Frage ist komplex, aber egal, Hauptsache einen Einstieg finden und dranbleiben.

Götz Müller: Und wie Sie es gerade angedeutet haben, wenn man mal angefangen hat und man merkt, es geht vielleicht – in Anführungszeichen – in die falsche Richtung oder es führt ansatzweise in eine Sackgasse, kann man ja immer noch umdrehen, aber wenn ich halt stehe, wenn ich gar nicht fahre, um bei dem Beispiel zu bleiben, werde ich auch nie vorwärts kommen.

Christian Hürter: Ja. Also auch dazu, umdrehen … ich glaube, unser Leben besteht immer wieder aus harten Erkenntnissen, wo wir irgendwas ändern müssen. Ja, Pubertät, keine Ahnung, was dann noch an großen Phasen kommt, irgendwann Midlife-Crisis, aber der Großteil unseres Lebens besteht doch aus dem morgens aufstehen, zur Arbeit und so weiter, in kleinen Schritten. Und wir müssen da großzügig zu uns selber sein. Du irrst dich voran, Schritt für Schritt und wenn du mal einen Schritt zur Seite gehst oder auch mal nach hinten gehst, dann machst du am nächsten Tag den Schritt voran. Kleine Schritte, dranbleiben und ich denke, diese großen Kurskorrekturen, die sollten nur selten gesetzt werden, weil sie einfach unglaublich viel Zeit brauchen und auch viel Kolateralschäden hinterlassen. Aber ich bin halt ganz intensiver Verbesserungsmensch, kaizen heißt ja diese japanische Philosophie. Ich denke, die Kraft liegt in den kleinen Schritten und die Schlacht … oder der Krieg wird im Alltag entschieden, in den Summen der einzelnen Schlachten. Du kannst mal eine Schlacht verlieren, aber den Krieg gewinnst du nur, wenn du durchhältst.

Götz Müller: Ja, und es ist ja auch die Routine, was Sie schon angedeutet haben. Ich denke, ein zentraler Punkt ist auf geeigneten Wegen, diese Routine zu schaffen und dann, glaube ich klappt es eben auch bei den wechselnden Lokationen und den wechselnden Teams, wenn man diese Routine ins Blut kriegt.

Christian Hürter: Genau.

Götz Müller: Wenn wir jetzt mal noch ein bisschen mehr reinzoomen in die Prozesse der Handwerksbetriebe, was würden Sie sagen, was bietet sich da für die Digitalisierung besonders an?

Christian Hürter: Also ich bin ja totaler Wertschöpfungsfan, deswegen überlege ich jetzt mal vor allem in erster Linie auf der Baustelle. Da ist ja die Digitalisierung noch praktisch gar nicht da. Also ich denke jetzt mal laut darüber nach. Ich denke, auf der Baustelle und da rede ich jetzt einfach, sorry, wenn das sehr fokussiert ist, aber stark halt von meinen Erfahrungen aus dem Hausbauhandwerk. Das macht ungefähr ein Viertel des gesamten Handwerks, Bauhandwerk ungefähr fünfzig Prozent aus, also es hat schon eine gewisse Repräsentativität und da, um das vielleicht auch plakativ zu machen, da haben wir einen Schwerpunkt, der heißt Abdecken und Bauteile schützen, die Antwort ist jetzt ganz konkret. Also wenn ich irgendeine Leistung erbringe, ich bin ja, wie gesagt, gelernter Maler, wenn ich eine Wand streiche, dann muss ich da vorher irgendwo die angrenzende Wand, die nicht gestrichen werden soll oder den Boden, Teppichboden, der muss halt geschützt werden und die Art und Weise wie ich das mache, ist, da muss ich mit Prozessoptimierung ansetzen. Lassen Sie mich mal überlegen … also ein Beispiel, man kann also unglaublich viel Mehrarbeit verursachen, wenn man zum Beispiel zu viel abdeckt und viel Nacharbeit, wenn man zu wenig abdeckt. Also wenn ich jetzt, mein Lieblingsbeispiel, wenn ich ein Teppichfließ auf dem Boden ausrolle und ich habe einen Raum, der doppelt so lang wie breit ist, dann spare ich eben fünfzig Prozent der Zeit, wenn ich den Fließ längs ausrolle, weil ich einfach weniger abschneiden muss. Also das wäre dann mal der größte Ansatzpunkt für die Prozessoptimierung. Ich kann Ihnen leider nicht sagen, wie wir da mit Digitalisierung unterstützen können. Ich denke, wir brauchen Tools … also ich denke, Wertschöpfungsprozesse sollte man trotzdem berücksichtigen, weil da einfach die Musik spielt, aber da brauchen wir Tools, die uns helfen, die Kommunikation zu verbessern. WhatsApp ist ein großes Thema, denke ich für die einfache Kommunikation. Du willst auch nicht ständig unterbrochen werden, wenn du in einer Tätigkeit bist. Deswegen ist eine asynchrone Kommunikation, sprich, jemand schickt eine SMS und ich lese sie dann, wenn es bei mir passt, das wäre mal für mich ein erster Ansatzpunkt. Überhaupt dieses Thema Messenger, also Kommunikationsunterstützung wäre für mich also Prio 1. Zweites Thema: Büro. Da liegt es natürlich eher auf der Hand. Auch hier würde ich den Schwerpunkt auf die Kommunikation legen. Da haben wir zum Beispiel Probleme, an welchen Stellen werden Dinge vereinbart, aber nicht aufgeschrieben. Wie oft passiert das, dass der Unternehmer von einem Standort oder einer Baustelle zum nächsten oder zum Kundentermin fährt, währenddessen telefoniert er irgendwas, bespricht irgendwas mit seinen Leuten oder nem Kunden oder mit der Assistentin und dann ist alles besprochen, aber nichts festgehalten. Das ist ein großer Verlust, da denke ich, kann man durch Digitalisierung zum Beispiel durch das Aufzeichnen von Nachrichten oder in WhatsApp kann man auch diktieren, das sind Dinge, um zu vermeiden, dass verbindliche Vereinbarungen verloren gehen. Das wäre eine riesige Verschwendung im Alltag, da würde ich ansetzen. Oder Infos müssen mehrfach verfasst, geschrieben werden oder sowas, jammerschade. Da würde ich mit Digitalisierung ansetzen. Oder einfach Mehraufwand zum Beispiel im Angebots- oder Abrechnungsprozess, wenn Sie das nervt oder sowas, dann gehen Sie da rein mit Digitalisierung. Also ich würde zusammenfassend sagen, ich würde mir das Thema Kommunikation vornehmen. Gerade als Führungskraft oder Inhaber denke ich, liegen da die größten Schätze und wir reden ja auch von modernen, wie heißt das immer so schön, Telekommunikationseinrichtungen, also da ist das Wort Kommunikation drin. Sprich, ich würde bei Kommunikation ansetzen.

Götz Müller: Ja, und, was ich da schon in Projekten festgestellt habe, gerade so diese beliebten, in Anführungszeichen, Rapportzettel, wo ja dann auch wieder, letzten Endes das, wofür ich Geld bekomme, weil wenn ich nicht nachweisen kann, dass ich was gemacht habe, dann wird der Architekt sagen „Ja, warum soll ich dir das bezahlen, wenn du es mir nicht nachweisen kannst?“ und da glaube ich, geht auch viel Zeit verloren, einfach manchmal nur, den Dingen nachzujagen.

Christian Hürter: Ja, denke ich auch. Wobei … wie viel Zeit haben wir? Darf ich eine längere Antwort geben darauf? Oder sagen wir mal eine Nicht-ein-Satz-Antwort?

Götz Müller: Ja.

Christian Hürter: Also Rapportzettel sind ein Scheißdreck. Ich sage einfach … also einmal haben Sie natürlich vollkommen recht. Rapportzettel müssen abgestimmt werden, aber Rapportzettel haben ein Riesenproblem. Wie sage ich … der derjenige, der mir die Unterschrift leistet … selbst, wenn ich das Ding rechtzeitig aufschreibe, was ja in der Praxis nicht immer passiert, selbst wenn ich dann den Rapportzettel schaubar ausfülle und lass den unterschreiben vom Bauleiter … ist der Bauleiter überhaupt unterschriftsberechtigt? Ich habe so viele Probleme mit der Anerkennung von Stundenlohnarbeiten, also Rapportzetteln. Es ist nicht zu ermessen. Und dann ist es ja letztlich dokumentiert, ein Rapportzettel … in der Regel, ich mach das schwarz-weiß, unsere Unfähigkeit, einen Auftrag richtig zu planen. Ich sage nicht, dass da der Unternehmer immer Schuld ist, es ist die Unfähigkeit oder vielleicht auch die Unmöglichkeit, am Bau Dinge immer richtig zu bemessen, aber sollten wir es nicht stärker versuchen? Wenn der Bauherr zu mir kommt und sagt „Streich mir doch bitte die Wand noch mit oder fließ mir noch das Bad da unten.“ oder was weiß ich, was da noch kommt und ich nichts Anderes mache, als zu sagen „Kein Problem, im Angebot steht sowieso noch die Rapportposition, da sind 35 €, oder sagen wir 45 € vereinbart, kein Problem, machen wir.“, dann habe ich mehrere Probleme. 1. Der Kunde wird im Zweifel immer misstrauisch sein, dass ich so viele Stunden doch gar nicht gebraucht habe. „Was, und zwanzig Prozent pauschal Materialanteil, das kann doch gar nicht sein?“ Das wird ihm nicht gefallen, das ist keine gute Verkaufsmasche, sage ich mal. Und das 2. ist, wenn ich jetzt wirklich 45 € bekomme, hier im Raum Stuttgart vielleicht auch mal 50 € oder sowas. Umsatz pro Stunde von 50 €, das sollte ich doch, je nachdem, was für Strukturen ich habe, was für eine Klientel, das ist nicht das Maß aller Dinge. Ich habe schon Einheitspreise gesehen für Rapportarbeiten von um die 30€, das ist doch gar nicht möglich, damit wirtschaftlich zu arbeiten. Wir sollten die Scheiß-Rapportzettel aus unserem Gedächtnis streichen. Wir sollten immer versuchen, Zusatzarbeiten zunächst mit Nachträgen … man kann einen Rapportblock auch nehmen, um zu sagen: Zusatzarbeiten pauschal so und so, das erspart uns eine Menge Verwaltungsstress, macht höhere Transparenz für den Kunden und wir haben die Möglichkeit, mehr Stundenumsatz zu bekommen.

Götz Müller: Ja, und ich glaube, da sind ja die Maler, was ich da so mitgekriegt habe schon, da sind die Maler ja besonders gefährdet, weil sie relativ weit hinten in der Gesamtkette sind und das aufbereiten müssen, was, ich sage es mal hart, schiefgegangen ist.

Christian Hürter: Ja. Das kommt noch dazu. Aber das ist generell dieses ganze Lohnstunden und Stundenlohnverrechnungsproblem. Da läuft was schief im Handwerk, aber da könnten wir uns den ganzen Tag darüber unterhalten. Das ist eines der vielen Probleme, die wir haben.

Götz Müller: Jetzt gibt es natürlich, glaube ich, eine zentrale Rolle in dem Gesamtkomplex, nämlich den Inhaber. Was würden Sie sagen, welche Rolle spielt er? Natürlich ist er der Inhaber, aber ich denke, er als Person spielt da noch eine ganz entscheidende Rolle.

Christian Hürter: Ja. Also natürlich hat er die entscheidende Rolle, aber er muss natürlich auch einen Spagat machen, also klar muss er seine … ist er für die Fortschrittlichkeit, für die Innovationskraft zuständig, auf der anderen Seite muss er halt auch seine Leute mitnehmen, es sei denn, er ist die One-Man-Show. Aber wenn er jetzt Mitarbeiter hat, muss er die mitnehmen. Handwerk besteht zum Glück aus erfahrenen Fachkräften, die haben alle Vorerfahrungen und die darf man nicht vor den Kopf stoßen. Ich denke, die Herausforderung ist … oder die Rolle des Inhabers im Veränderungsprozess ist es, diesen Spagat hinzubekommen, die Leute abzuholen und ich denke, auch da gilt wieder der Punkt oder die alte Weisheit: Fang an und hör nicht auf. Also diese Hauruck-Sachen, das durchschauen die Mitarbeiter, also jetzt machen wir mal, wir müssen produktiver werden, die Zahlen stimmen nicht, wir sind alle zu faul, Vollgas und alle schwitzen. Wie lange kann man sowas durchhalten? Ich denke, die Kunst liegt da auch in der Beständigkeit, einen Weg vorsichtig einschlagen mit einem ersten kleinen Schritt und dann kontinuierlich dranbleiben. Ich denke, das ist die Rolle und sozusagen die heilige Pflicht des Unternehmers, nicht im Hauruckverfahren Verbesserung zu betreiben.

Götz Müller: Jetzt haben Sie es schon ein bisschen angedeutet, im Grunde unterscheiden sich da Handwerksbetriebe jetzt nicht von Industriebetrieben. Was für eine Erfahrung haben Sie gemacht, was eben die Einbeziehung von Mitarbeitern angeht?

Christian Hürter: Ja. Genau, geht ja schon ein bisschen in die Richtung, was ich eben auch gesagt habe, also du musst, wenn du Mitarbeiter hast, musst du sie einbeziehen in die wesentlichen Alltagsprozesse. Das ist vollkommen klar. Du bist nur so erfolgreich wie die Mannschaft oder vielleicht noch etwas überspitzter gesagt: Erfolgreich ist der, der andere erfolgreich macht. Und als alter kaizen-Anhänger, also als Anhänger der Prinzipien der kontinuierlichen Verbesserung, ist die Einbeziehung der Mitarbeiter von jeher natürlich wichtig. Ich habe auch sehr, sehr gute Erfahrung damit gemacht. Aber auch da muss man individuell entscheiden wie man den Einstieg macht. Das ist ja mein Credo: Den Einstieg machen und dann dranbleiben. Oft ist es so, gerade mit Digitalthemen, wo Ängste bestehen, auch begründete Ängste bestehen, da denke ich, muss man nicht immer von Anfang an, jeden umpolen, sage ich jetzt mal. Bei so Digitalthemen gibt es vielleicht eine Schar von, wenn ich jetzt zehn Leute habe, gibt es vielleicht zwei Leute, die besonders aktiv sind, vielleicht den jungen Azubi nichts anderes macht, also zu Hause zu programmieren oder zu Hause auf dem Handy rumzudaddeln und dann gibt es vielleicht den älteren, der zu Hause irgendwie, keine Ahnung, Broker ist und zu Hause irgendwelche Computerspiele macht und dann fängt man halt mit denen zweien an, die Bock haben darauf und zieht dann im nächsten Schritt die anderen mit. Ich denke, da gibt es keinen Generalweg, aber Mitarbeiter mitnehmen, aber das heißt nicht, dass ich immer alle auf einmal mitnehmen muss. Auch da ist, denke ich, Führung gefragt.

Götz Müller: Ja. Und auch nicht sofort.

Christian Hürter: Genau.

Götz Müller: Jetzt könnte ich mir vorstellen, dass der ein oder andere sich die Frage stellt: „Ja, ich bin in der Situation, ich habe einen Handwerksbetrieb, wo fange ich jetzt konkret an?“ Was ist da Ihre Empfehlung, wo sollte man konkret starten?

Christian Hürter: Ich denke, Kommunikation, auch nach der Frage von vorhin, die sie gestellt hatten, die mich so ein bisschen nachdenklich hat werden lassen. Ich denke, Kommunikation ist das Thema, egal, ob wir in erster Linie darauf abzielen, irgendwelche Reibungsverluste oder Reibungsverluste auf der Baustelle oder sonst irgendwo, in welchen Geschäftsprozessen wir sind, zu begleichen. Ich denke, Kommunikation ist der Schlüssel und wenn wir in einen Veränderungsprozess einsteigen wollen und dranbleiben wollen, dann ist Kommunikation sowieso das wichtigste. Ich würde den Einstieg machen im Thema Kommunikation mir dann ein Thema, wo viel Verschwendung entsteht, rausgreifen, das vielleicht allen gleichwertig bewusst ist und dann dort mit einer einfachen, pragmatischen, Lösung anfangen und dann, wie gesagt, dranbleiben. Ich muss es nicht wiederholen.

Götz Müller: Das ist absolut richtig. Gut, jetzt möchte zum Schluss so einen kleinen Bogen auf den Start, wie ich Sie vorgestellt habe, die ZIP Software GmbH, Sie haben sich, so nehme ich es wahr, auf die Fahne geschrieben, eben Geschäftsprozesse im Handwerk digitalisieren. Wie sieht da die Leistung konkret aus? Und eventuell auch die Frage, weil ich jetzt, dass nicht nur klassische Bauhandwerker zuhören, wie kann ich vielleicht da den ein oder anderen Gedanken auf andere Branchen, auf andere Handwerksbranchen, oder eben andere Branchen übertragen?

Christian Hürter: Ja. Vielen Dank für die Frage. Also die ZIP Software GmbH entwickelt Werkzeuge für kleine Betriebe, also wir haben das nicht nur aufs Handwerk begrenzt, aber unser Fokus ist im Handwerk, weil wir dort einfach außergewöhnlich Erfahrung haben, also sowohl der Johannes Jetter, der ja einen beträchtliche Betrieb, Familienbetrieb führt, die ganze Familie hat da an sich viele Erfahrung und ich bringe ja auch ein paar Jährchen Erfahrung mit ein, deshalb rede ich immer vom Bauhandwerk, aber zunächst entwickeln wir Werkzeuge für kleine Betriebe und unser Ding ist halt, dass wir Erkenntnisse und Technologien verwenden, die bisher nur großen Betrieben zur Verfügung standen. Also, das ist für Handwerker, aber auch für kleine Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, denke ich, sehr relevant. Im Grunde, was wir machen, wir haben mit der ZIP-App, also zip.app, ein vollständiges Büro in der Hosentasche, entwickelt, so nennen wir das. Es ist also immer dabei, auf meinem Smartphone, ob das jetzt ein Apple oder Android-Teil ist, es gibt auch eine Desktop-Version. Ich kann Informationen bündeln, also da schlagen wir jetzt in die Kerbe von Kommunikation, Termine organisieren. Es gibt sogar ein Funktion, die Unterhaltungen übersetzt, also irgendwie, wir schreiben uns auf die Fahne, dass wir Fremdsprachen abgeschafft haben. Wir … du kannst Leistungen an Geschäftspartner vergeben, zum Beispiel an Nachunternehmer. Leistungsstände können dokumentiert werden. Ich denke, das ist super wichtig, damit einfach ein Bewusstsein für den Wert, das hatte ich ganz am Anfang gesagt, entsteht, das hatte ich ganz am Anfang gesagt, den wir gerade für den Kunden geleistet haben. Ich denke, das prägt sehr stark unser Verhalten und auch die Produktivität auf der Baustelle. Und man kann Rechnungen versenden. Kurz um: Du kannst im Grunde deinen ganzen Büro-Scheiß auch unterwegs machen mit einem sehr einfachen Tool, wo die Kommunikation im Vordergrund steht und dann bleibt einfach mehr Zeit für das Wesentliche, also Sprich für die Gespräche mit Kunden, Mitarbeitern und für wertschöpfende Arbeit. Und wenn ich noch einen Satz dazu sagen darf. Wenn sich Leute jetzt informieren, ich habe ja jetzt nicht so wahnsinnig viel über ZIP Software erzählt, mehr Infos gibt es im Internet, einfach oben in der Adresszeile zip.app eingeben, mehr braucht es nicht und dann gibt es ein paar Infos und im App Store und auf Google Play gibt es auch schon eine App, allerdings, wir sind momentan noch in der Pilotphase, wenn jemand jetzt schon freigeschaltet werden möchte, dann darf er sich gerne bei mir melden, ansonsten sind wir ab September frei am Markt verfügbar. Und ich würde mich natürlich freuen, wenn es entweder zu Gesprächen kommt oder Leute sogar sagen „Ich probier das mal aus.“. Wir glauben dran, dass wir einen Nutzen für die Branche liefern können und es würde uns freuen, wenn wir das beweisen können.

Götz Müller: Genau. Ich werde auf jeden Fall in den Notizen zur Episode da die Links mitreinnehmen, dann kann sich da jeder auch noch in Ruhe, muss jetzt nicht beim Zuhören irgendwas mithören und kann sich da in Ruhe informieren. Herr Hürter, ich danke Ihnen für die Zeit. Ich gucke mal so auf die Uhr, halbe Stunde hat ziemlich gut gepasst.

Christian Hürter: Prima moderiert.

Götz Müller: Danke schön. Also ich danke Ihnen für die Zeit.

Christian Hürter: Danke auch. Und alles Gute.

Götz Müller: Das war die heutige Episode im Gespräch mit Christian Hürter zum Thema Digitale Prozesse im Handwerk. Notizen und Links zur Episode finden Sie auf meiner Website unter dem Stichwort 122.

Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, freue ich mich über Ihre Bewertung bei iTunes. Sie geben damit auch anderen Lean-Interessierten die Chance, den Podcast zu entdecken.

Ich bin Götz Müller und das war Kaizen to go. Vielen Dank fürs Zuhören und Ihr Interesse. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit bis zur nächsten Episode. Und denken Sie immer daran, bei allem was Sie tun oder zu lassen, das Leben ist viel zu kurz, um es mit Verschwendung zu verbringen.

Hinweis: Ich behalte mir vor, Kommentare zu löschen, die beleidigend sind oder nicht zum Thema gehören.