Warum das Warum das Allerletzte ist

Warum

Ok, ich geb's zu. Mit dem Titel und der Zweideutigkeit wollte ich etwas Aufmerksamkeit schaffen und den ein oder anderen Leser herlocken ;-)

Natürlich spielt das Warum in vielen Fällen [1] und auch im Lean Management immer eine wichtige Rolle. Aber das Warum steht nicht an erster Stelle, sondern im Zusammenhang mit dem Was und dem Wie eben erst letzter Stelle. Das schmälert dabei aber überhaupt nicht seine Wichtigkeit.

Sehr deutlich kommt das beispielsweise auch in der Job Instruction Methodik aus dem Training Within Industry zum Ausdruck. Auch dort wird das Warum erst an dritter und letzter Stelle nach dem Schlüsselaspekt (dem Wie) zu einem wichtigen Schritts (dem Was) genannt.

Letztlich würde dem Warum ja jeder Bezugspunkt fehlen, wenn es wirklich zuerst genannt würde.

Sie glauben mir nicht? Machen wir doch mal die Probe aufs Exempel. In der Regel kann man ein Warum auch als Ursache oder Begründung betrachten. Aber wie soll man eine Ursache oder eine Begründung nennen, wenn man nicht zuvor die Sache an sich schon benannt hat. Eine Ursache oder Begründung an sich kann ja gar nicht existieren, wenn der Bezug zu einer Wirkung oder einem Ergebnis nicht schon vorher definiert wird.

Nicht nur, dass es also faktisch nicht möglich ist, ohne Nennung des Bezugspunkts ein Warum zu nennen, würde auch viel von der Wirkung verpuffen, wenn danach noch etwas kommen würde.

Mathematisch betrachtet, muss man sich aber auch klar machen, dass zu dieser These kein wirklicher Beweis geführt werden kann. Es handelt sich also vielmehr um eine axiomatische Aussage [2], die auf einem Zirkelschluss beruht.

„Wie man an die Wirklichkeit herangeht, ist für das ausschlaggebend, was man finden kann.“

– Paul Watzlawik

Nach diesen, ggf. philosophisch zu betrachtenden Aspekt, kann man sich jetzt natürlich auch die Frage stellen, was bringt mir das, was hab' ich davon?

Und diese Frage an sich ist auch geeignet, die Einordnung des Warums als das Allerletzte wieder über den Haufen zu werfen. Denn dann kommt jetzt plötzlich doch noch etwas hinterher. Zwar vielleicht auf einer Meta-Ebene im Sinne einer Allgemeingültigkeit aber trotzdem hinterher.

Wobei man wg. der Meta-Ebene die Frage schon wieder vorherstellen können, zumindest bevor man sich Gedanken über ein spezifisches Warum macht.

Vermutlich sind die Entwickler der Job Instruction Methodik auch so vorgegangen. Auf jeden Fall lässt sich die Frage nach dem Sinn des Warums (und an letzter Stelle) auf einer anderen Dimension betrachtet. Diese „andere“ Dimension erfordert aber auch schon wieder den Bezug zu dem „einen“.

Knoten im Hirn? Bei mir definitiv!

Das Schöne an den Job Instructions ist aber auf jeden Fall, dass sie auch funktionieren, ohne dass man sich diesen Knoten holt und unnötige Gedanken macht (sofern man nicht versucht, drauflos zu verbessern, bloß weil die Methode schon über 75 Jahre alt ist). Im Grunde kann man sie hier etwas großmäulig fast mit der Schwerkraft vergleichen, die ja auch unabhängig davon funktioniert, ob man sie versteht oder dran glaubt.

Wenn ich Sie jetzt noch nicht völlig abgeschreckt habe, können Sie sich hier weitere Informationen über Training Within Industry holen, auch über das Warum und den Nutzen dahinter (Achtung, da stecken auch Kaufmöglichkeiten drin ;-)
https://www.geemco.de/twi/
https://www.geemco.de/twi-2/
http://www.geemco.de/twi/twi-details/

Wenn Sie wissen möchten, wie Training Within Industry in Ihrem Verantwortungsbereich aussehen und welchen Nutzen es stiften kann, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über dieses Formular auf oder greifen Sie einfach zum Telefon und rufen Sie mich unter 0171-7342717 an.

Falls die Umstände für Sie aktuell eine Kontaktaufnahme verhindern, legen Sie sich doch eine Wiedervorlage an.

[1] Blog-Artikel und im Grund alle Artikel, die mit Warum anfangen
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Axiom

Frage: Welche Erfahrungen haben Sie schon mit der Warum-Frage gemacht? Wie ordnen Sie die Warum-Frage ein? Welche Bedeutung geben Sie ihr?

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